Das Bordesholmer Land in alten Ansichten

Das Bordesholmer Land in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Steffen
Gemeente
:   Das Bordesholmer Land
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6696-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Bordesholmer Land in alten Ansichten'

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9. Die Taufe vor demAltar in der Bordesholmer Klosterkirche ist ein bemerkenswertes Kunstwerk des frühen Barock von 1737. Es handelt sich um ein Geschenk des Herzogs Carl Friedrich von Holstein-Gottorp (1700-1 739). Er stiftete den Altar, das Taufbecken und weitere Gerätschaften, Glocken und Altardeeken aus Anlass der Gründung des selbständigen evangelischen Kirchspiels Bordesholm. Der Fürst unterzeichnete am 13. Dezember 1736 hierzu eine Verordnung, die endgültig am 17. April 1738 in Kraft trat. Das rund 1 m hohe kupferne Gefäß verfügt über einen becherähnlichen Fuß (Kuppe). Die als Deckel verwendete Taufschale wird von einer Taube gekrönt, die aus massiven Messing hergestellt wurde. Die aufragende Taube ist nach Ansicht von prof Richard Haupt (1846-1940) noch ein Relikt aus der Klosterzeit (vor 1566). Der Ring an der Oberseite deutet auf eine frühere andere Nutzung. DieTaube ist in der christlichen Symbolik ein Zeichen des Friedens und der Unschuld. Mit der Taufe wird das Kind in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Die auf dem Taufbecken eingravierte Schrift enthält Textzeilen nach Matth. 18,19: Darum gehet hin und lehret alle Völker sowie Mark. 19,14: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Die dekorativen Großbuchstaben einer klassizistischen Schreibschrift sind durch Palmzweige umrahmt. Die Ränder der Schale (Durchmesser ca. 45 cm) sind mit Akanthusbändern und Cherubköpfen geschmückt. Taufen sind über die formale Funktion hinaus Zeugnisse der christlichen Kunst. In der Klosterkirche besteht außerdem ein direkter Bezug zur Gründung der selbständigen Kirchengemeinde Bordesholm und Herzog Carl Friedrich. Der bedeutende Gönner der Gemeinde fand in der Russischen Kapelle seine letzte Ruhestätte.

10. Der ehemalige Bordesholmer Kirchhof von 1737 befindet sich an der Nordseite der Klosterkirche. Die Anlage ist nach dem Zweiten Weltkrieg um 1960 umgestaltet worden. Die Gedenkstät te wurde 1920 nach Plänen des bedeutenden Lübecker Gartenarchitekten Harry Maaß (18801946) für die Gefallenen des Ers-

ten Weltkrieges geschaffen. Das Umfeld ist vollständig eingeebnet worden. Der viereckige ho chauf ragen de Obelisk blieb erhalten. Er ist im oberen Teil in Form eines Kreuzes gestaltet. Der Sockel des Denkmals trägt die Inschrift: Das Kirchspiel Bordesholm seinen Gefallenen 1914/18 sowie beiderseits die Worte: Für uns - Saat auf Hoffnung. Der engere Bereich des Ehrenfriedhofs war durch Feldsteine mit Inschriften der umliegenden Dörfer und Gefallenen eingefasst. Diese Steine sind an den westlichen Rand der Anlage versetzt worden. An die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert seit 1960 ein Gesteinsblock mit Inschrift innerhalb des Kirchhofs. An der alten Ziegelmauer wurden 1961 verschiedene Wappenschilder montiert. Vertreten sind neben Schleswig-Holstein die ostdeutschen Gebiete Westpreußen, Pommern, Brandenburg, Schlesien und Ostpreußen sowie die Hansestadt Danzig. Etliche Grabsteine und Denkmäler wurden bei der Neugestaltung des Friedhofs auf die Nordseite verlagert. Am Eingang steht in der Nachbarschaft zur historischen Linde ein Obelisk. Er hat seit 1837 die Zeiten überdauert. Die Inschrift lautet nach Baruch 4,23: Ich habe Euch ziehen lassen mit Trauern und Weinen, Gott ober wird Euch mir wiedergeben mitWonne und Freude ewiglich. Der alte Friedhof an der Klosterkirche wurde 1868 geschlossen. Gleichzeitig erfolgte an der oberen Kirchhofsallee die Eröffnung der neuen Anlage. Sie ist inzwischen mehrfach erweitert worden.

Bordesholm

Ehrenfriedhof

11. Das Denkmal für Johann Clairmont steht auf dem alten Kirchhof an der Klosterkirche Bordesholm. Der viereckige Block ruht auf einem Fundament. Auf der Deckplatte sind Kanonenrohre, Kugeln und ein Helm platziert. Die Stirnseite trägt eine Inschrift mit dem Namen und den Lebensdaten und der Widmung: Dem tapfern Kämpfer für Schleswig Holstein - Oberfeuerwerker Joh. Clairmont. Der Armeeangehörige während der schleswig-holsteinischen Erhebung wurde am 5. Februar 1796 in Rendsburg geboren. Er starb am 8. März 1863 in Bordesholm. Seine Kameraden stifteten ihm das Grabdenkmal, das 1865 aufgestellt wurde. Der gelernte Schneider wurde 1820 Soldat. Er hatte beim Seegefecht am 5. April 1849 in Eckernförde gegen dänische Kriegschiffe besonders verdienstvoll gehandelt. Seine Tapferkeit auf der Nordschanze unter Führung von Hauptmann EduardJungmann (später Major) ist von Detlev von Liliencron in seinem Werk Up ewig unqedeelr (Hamburg 1898) gewürdigt worden.]. Clairrnont verkleidete unter stärkstem Beschuss die hellgestricheneTür des Munitionsdepots, die eine bedrohliche Zielscheibe für die Kriegsschiffe darstellte. Das Grabmal in Bordesholm trägt auf der Rückseite die Inschrift: Von seinen Kameraden und Freunden. Der Oberfeuerwerker erhielt erst sehr spät eine kleine Rente. Er war dann ab 1852 in Tetenbüll auf Eiderstedt und ab 1856 in Bordesholm als Chausseegeldeinnehmer tätig. Bei dem Seegefecht in der Eckernförder Bucht waren neben anderen Einheiten das LinienschiffChristian VIII. und die Fregatte Gefion beteiligt. Nach einer Kanonade durch die Küstenbatterien und der Einwirkung von starkem Wind kamen die Schiffe in Bedrängnis und mussten kapitulieren. Bei der Bergung von Verwundeten auf der Christian VIII. kam es zu einer gewaltigen Explosion. Hierbei fanden auch hilfeleistende schleswig-holsteinische Soldaten unter Führung von Theodor Preußer den Tod. General Eduard von Bonin ließ den Unteroffizier posthum als Offizier der Artillerie im Korps der Brigade führen.

12. Johann AdolfFreiherr von Heintze war der erste preußische landrat des Landkreises Kiel (1907-1932 Kreis Bordeshalm). Zunächst wurde er 1866 unter preußischer Oberhoheit als Amtmann bestellt. Schon sein Vater Josias (1801-1867) war hier 1845-1855 unter dänischer Verwaltung als Amtmann tätig. Der 1829 in Schleswig geborene Johann Adolf studierte Jura. Er kam zunächst in Glücksburg in den Staatsdienst. Als Amtmann war er in Reinbek, Trittau und Tremsbüttel tätig. Danach wurde der Geheime Regierungsrat 1867 zum Bordesholmer Landrat ernannt. Adolf von Heintze war verheiratet mit Magda Gräfin von Reventlow (1843 -19 19). Der alte Baron war sehr sozial eingestellt. Er war 1875 ein Mitbegründer des Landesvereins für Innere Mission, der seinen Hauptsitz jetzt in Rickling hat. Nach einer 30-jährigen Dienstzeit wurde LandratA. von Heintze 1894 in den Ruhestand verabschiedet. In den letzten beiden Amtsjahren wurde er von seinem Neffen Adolf vertreten. Der Baron wohnte mit seiner Familie im Seehaus an der heutigen Heintzestraße Nr. 14. Der 1904 verstorbene Johann Adolf von Heintze ruht mit weiteren Familienangehörigen auf dem älteren Teil des Bordesholmer Friedhofs an der Kirchhofsallee. Von den Kindern ist die unverheiratet gebliebeneTante Frida (1869-1939) in guter Erinnerung. Sie gab jungen Mädchen kostenlos Unterricht in Handarbeit, Hauswirtschaft und Religion. Außerdem ist sie - wie ihre Mutter - als begabte Malerin hervorgetreten. Ihr Bruder war D. Dr. jur. Traugott Freiherr von Heintze (1877 -1946). Er spielte als langjähriger Präsident des evangelischen Landeskirchenamtes in der Nazizeit (ab 1933) eine wichtige Rolle im theologischen Dienst des Landes. Seine Ehefrau Herta geb. PenzIer (* 18 8 7) überlebte ihren Mann um 40 Jahre. Sie starb 1986 in Kiel. IhreTochterwar FriedemildAhrens geb. von Heintze (19061989). Etliche Nachkommen des alten Barons und seiner Ehefrau leben heute in Deutschland und im Ausland. Eine große Ausstellung mit einem Familientreffen der Heintzes fand im Jahre 2001 in der Bordesholmer Heimatstube statt.

13. Adolf Freiherr von Heintze wurde 1864 in Berlin geboren. Nach dem Schulbesuch in Kiel studierte er dort und in Bann Rechtswissenschaften. Über Wiesbaden (Landgericht) kam er 1888 als Regierungsbeamter nach Berlin und später nach Kassel. Der Regierungsassessor wurde 1892 in Vertretung seines kranken Onkels als kommissarischer Landrat nach Bordeshalm beordert. Die endgültige Bestallung erfolgte am 8. Mai 1895. Adolf von Heintze war 26 Jahre lang in Bordeshalm im Amt. Dienstsitz war bis 1913 das Amtshaus am Lindenplatz und danach das Kreishaus an der Heintzestraße. Infolge der politischen Ereignisse und Unruhen nach dem Ersten Weltkrieg und derVerwicklung in den Kapp-Putsch (1920) wurde A. von Heintze 1920 vorläufig vom Dienst suspendiert. Eine angebotene Wiedereinsetzung lehnte er ab und trat auf Antrag in den Ruhestand. Von 1901 bis 1932 war der junge Baron außerdem Präsident des Raiffeisenverbandes Schleswig-Holstein. 1895 gehörte er zu den führenden Mitbegründern und ersten Vorstandsmitgliedern der Landesgenossenschaftsbank in Kiel, wo er von 1920 bis 1933 das Amt des Vorstandsvorsitzenden inne hatte. 1912 gehörte der Landrat zu den Mitbegründern der späteren Schleswag. Das Ehepaar Adolf von Heintze und Ehefrau Luise (geb. von Vincke, 1874-1950) hatte eine Tochter. Die empfindsame und musisch begabte Gabriele (1898-1964) war verheiratet mit dem Architekten Heribert von Lüttwitz (189 1-1971). Die in Kiel leb enden Eheleute hatten keine Kinder. Der Landrat a.D. Adolf von Heintze starb am 11. März 1956 in Kiel. Die Heintzes sind im Bordesholmer Land bis heute unvergessen geblieben. Straßennamen in Bordeshalm, Kiel und Tremsbüttel erinnern mit vielen anderen Spuren an das verdienstvolle Wirken dieser Familie in unserer engeren Heimat.

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14, Der Bordesholmer Potpourri. Einen romantischen Bilderbogen schuf der Elmshorner Künstler prof Wilhelm Petersen (19001987), Die 1965 entstandenen Motive in Postkartengröße illustrieren in Form und Farbe ein Stück der Geschichte und Kultur des Bordesholmer Laudes. Das hier vorgestellte Motiv zeigt die Bordesholmer Klosterinsel mit der Kirche, dem Amtshaus sowie dem Kreishaus und weiteren privaten Hàuscrn, Andere Zeichnungen dokumentieren die heimische Landschaft mit Szenen aus der regionalen Vergangenheit Hierzu gehören frei gestaltete Motive aus dem Bordesholmer Altar des Meisters Hans Brüggemann sowie Persönlichkeiten, Bauten, Brücken, Münzen, Siegel, Postwagenund Mühlen. Die farbigen Originalzeichnungen befinden sich im Eigentum der Heimatsammlung Bordeshelm. Der Künstler schuf sie für das 1970 erschienene Heimatbuch 'MeineAdresse ist Bordesholm' von Paul Steflen. Ausstellungen mit Werken von Wilhelm Petersen aus vier Jahrzehnten fanden 1965 aufInitiative des Kultur- und Verschönerungsvereins sowie 1980 in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bordesholm statt, 1965 stiftete der Künstler der Gemeinde Bordesholm drei Pastellbilder, die heute im Saal des Rathauses ausgestellt sind. Die Portraits stellen Personen dar, die mit dem Bordesholmer Land eng verbunden waren, Es sind dies der Bildschnitzer Hans Brüggemann sowie die beiden dänischen Könige Friedrich L und sein Sohn Christian HL Der in Elmshorn geborene und gestorbene Wilhelm Petersen war mit Bordesholm eng verbunden. Sein liebenswertes Buch 'Ut de Oken' wurde 1937 in der örtlichen Druckerei H.H. Nölke im heutigen Bürgerhaus hergestellt (Nachdruck 1977 bei Christians in Hamburg), Einer der Vorfahren des Künstlers war der Königlich-dänische Holzvogt Andreas Hansen (*ca, 1738-1826) in Brüggerholz,

15. Ein Marine-Lazarett gab es in Bordesholm im Zweiten Weltkrieg ab Herbst 1939 bis zum 8. Mai 1945. Die Abteilungen und Dienststellen waren auf verschiedene Gebäude in Alt-Bordesholm im Bereich Lindenplatz, in der Druckerei Nölke und in der damaligen Volks- und Mittelschule verteilt. Chef des Lazaretts und Ortskommandant war bis Oktober 1944 Flottenarzt Dr. Krämer. Sein Nachfolger wurde Flottenarzt Dr. Voigt, der prof Peter Paul Weilscher als Leiter der Chirurgischen Abteilung ablöste. Nach Ende des Krieges eröffnete Dr. Voigt eine eigene freie Praxis am Blöcken. Die hier erstmalig veröffentliche Aufnahme von Hans Gumlich zeigt die Mannschaft und Patienten des Hilfskrankenhauses Bordesholm auf der Rückseite des Amtshauses am Lindenplatz. Diese Einrichtung bestand als Nachfolge des Lazaretts vom 15. November 1945 bis zum 31. Ianuar 1949. Einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Bordesholm heimisch geworden. Hierzu gehören u.a. Willi Lange, Fritz Hewig, Anni Rienau und Johannes Paulsen. Das Bordesholmer Marine-Lazarett verfügte über etwa 100 Plätze für Patienten. Das Hilfskrankenhaus hatte zusätzlich eine Kapazität von 300 Betten. Von 1945 bis 1949 war die Universitäts-Augenklinik Kiel in der Druckerei Nölke (heute Bürgerhaus) untergebracht. Ab 1948 richtete der Landesverein für Innere Mission im Amtshaus das heutige Klosterstift ein. Die mehrfach renovierte Anlage (zuletzt 1998/99) besteht mit etwa 100 Betten als pflege- und Altersheim bis heute. Einbezogen sind hier Räume der Heimatsammlung Bordesholm und der Gewölbekeller als Museum für archäologische Funde aus dem Umfeld des ehemaligen Chorherrenstifts.

16. BischofD. EduardVölkel war einer der verdienstvollsten Persönlichkeiten im Bordesholmer Land. Der Theologe wurde am 11. April 1878 in Eckernförde geboren. Nach dem Studium in Erlangen, Halle und Kiel folgten Stationen in Hademarschen, Neumünster und die erste Pfarrstelle in Sterley (1906-1912). Das Originalportrait zu unseren Bild schuf H. von Krumhaar. Als Propst war Eduard Völkel 1912-1924 in

Münsterdorf tätig. Zu seiner Zuständigkeit gehörte damals auch die Seelsorge als Hauptpastor und Klosterpropst des Adligen Damenstifts Itzehoe. Die Berufung als Bischof für Schleswig mit Dienstsitz in Kiel erfolgte zum 6.Januar 1925. Die Ehrendoktorwürde derTheologischen Fakultät der Universität wurde ihm 1930 verliehen. Die Ehefrau Lydia geb. Bossert stammte aus Lambrecht in der Pfalz (1881-1919). Kinder:

Ruth Meier, geb. 1912, und Eberhard, geb. 1915, später in Mannheim. Die Machtergreifung der Nazi-Partei am 30. Ianuar 1933 und deren verheerenden Folgen mit dem Ausbau einer rücksichtslosen Diktatur wurde auch von E. Völkel zunächst nicht in ihrerTragweite erkannt. Auf der berüchtigten Braunen Synode am 12. September 19 33 in Rendsburg wurden die beiden Bischöfe Eduard Völkel (Schleswig) undAdolf Mordhorst (Holstein) von den eigenen Synodalen unter dem starken Druck der naziverseuchten Deutschen Christen abgewählt. Statt in den angebotenen Ruhestand zu gehen, übernahm Bischof E. Völkel eine Stelle als Gemeindepastor in Bordesholm. In den Zeiten der Naziherrschaft und den dramatischen ersten Nachkriegsjahren war der Bischof von 1934 bis 1948 ein unermüdlicher Seelsorger an der Klosterkirche. Sein Dienstbereich umfasste außer Bordesholm auch die Nachbardörfer. Einen Pfarrbezirk Bordesholm-Ost gab es erst ab 1952 mit der Bahnlinie als Grenze. Zu den Hauptaufgaben gehörten damals die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen und Vertriebenen mit der Beschaffung von Wohnraum und Hilfen im sozialen Bereich. Erst im Alter von 70 Jahren trat der Bischof in den Ruhestand. Nach seiner Pensionierung wohnte er im Pastorenwitwenhaus, Alte landstraße 3. Für die Kirchengemeinde schrieb er eine mehrfach aufgelegte Broschüre über das Kloster und die Kirche der Augustiner Chorherrn zu Bordesholm (1954). Außerdem liegt von ihm die Schrift 'Erinnerungen aus meinem Leben' vor (1957). BischofD. EduardVölkel starb am 17.Juni 1957 in Bordesholm. Er wurde in Itzehoe beigesetzt. Am Pastorat in der Wildhofstraße 7 erinnert eine Gedenktafel an das segensreiche Wirken des Kirchenmannes. Sie wurde 1978 zu seinem 100. Geburtstag vom Kultur- und Verschönerungsverein auf Initiative von Paul St effen gestiftet. Eine Straße im Bereich östlich der KieIer Straße ist nach Eduard Völkel benannt worden.

1 7. An Dr. med. Friedrich Kaestner erinnert in Bordesholm ein Weg, der seinen Namen trägt. Die holperige Gasse mit Katzenkopfpflaster führt vom Lindenplatz mit der Bezeichnung Kaestners Gang hinunter zum Klosterufer am See. Hier stand sein Wohnhaus, das durch einen Nachfolgebau ersetzt wurde. Von 1839 bis 1871 wohnte Dr. med. Rudolf Storjohann (1814-1885) in unmittelbarer Nachbarschaft in einem eigenen Haus (später Jantzen) als praktischer Arzt. Deshalb hieß diese Ecke mit der Gasse damals der Doktorberg. Dr. F. Kaestner wurde am 9. Ianuar 1821 geboren. Er starb am 31. Juli 1896. Der beliebte Landarzt war an heimatkundlichen Themen besonders interessiert. Als Vorsitzender der Bordesholmer Liedertafelleitete er diesen 1868 gegründeten traditionsreichen Verein von 1874 bis 189 o. Er stiftete 1873 auch die Gedenktafel an der historischen Linde mit dem feierlichen Text von prof Karl Iansen aus Kiel. Außerdem ließ Dr. F. Kaestner die Schriftplatte über dem Eingang zum Amtshaus (heute Klosterstift) anbringen. Sie erinnert an den Bordesholmer Vergleich von 1522 und den Aufenthalt des preußisch-österreichischen Oberkommandos vor Beginn des Krieges gegen Dänemark im Ianuar 1864. Der Grabstein für Dr. Kaestner und seine Frau Helene geb. Benicken (1826-1860) blieb auf dem alten Kirchhof neben der Klosterkirche erhalten. Ebenso findet man hier noch die Grabplatte für die Tochter Anna Kaestner (1854-1938).

18. Der kaiserlich-russische Geheime Rat Caspar von Saldern ruht mit seinen Angehörigen in einer eigenen Grabkapelle von 1768 an der Südseite der Bordesholmer Klosterkirche. Unser Bild zeigt einen Ausschnitt mit dem einzigen Fenster und ei ne Tafel mit den Initialen C.S. Die Zeichnung stammt von Wilhelm Petersen nach einem Medaillon. An der Westseite der nicht zugänglichen Grabkapelle erinnert eine kleine Gedenktafel an den holsteinischen Politiker Saldern. Sie wurde vom Kultur- und Verschönerungsverein gestiftet. Der am 11. Juli 1711 in Apenrade geborene Caspar Saliern (später eigenmächtig: von Saldern) studierte 1731 inJena und 1733 in Kiel Rechtswissenschaften. Schon sein Vater Friedrich war Amtsverwalter in Neumünster. Mit diesem Amt stieg auch der Sohn Caspar ab 1736 in den Staatsdienst auf Zunächst wurde er 1748 infolge von Intrigen und Eigenmächtigkeiten aus dem Amt entfernt. Er konnte aber das Vertrauen des Großfürsten Kar! Peter Ulrich aus dem Hause Holstein-Gottorp (1 762 - Zar Peter UI.) und ab Juli 1762 das Wohlwollen der Zarin Katharina H. gewinnen. C. v. Saldern vertrat als Geheimer Rat die Interessen der Gottorper in Holstein und sorgte 1769 für den Abschluss des Tauschvertrages mit Dänemark. 1773 gingen damit die holsteinischen Erblande der Gottorper endgültig an die dänische Krone. In den Jahren 1761 und 1763 unternahm Saldern Reisen nach St. Petersburg. 1768 wurde er in den dänischen Lehnsgrafenstand erhoben. Schon 1751 konnte er das Gut Schierensee erwerben. Hier ließ er durch den Landbaumeister Johann Adam Richter das stattliche Herrenhaus errichten. Caspar von Saldern starb am 31. Oktober 1786 aufGut Schierensee. In der Bordesholmer Grabkapelle sind außer ihm noch beigesetzt: Ehefrau Catharina Lucia. geb. Tiede (1 720-1742), Tochter Anna Maria (urn 1738-1773), Salderns Mutter Anna Maria geb. Kamphövener (1691177 5) und ein Kammerdiener.

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