Das Bordesholmer Land in alten Ansichten

Das Bordesholmer Land in alten Ansichten

Auteur
:   Paul Steffen
Gemeente
:   Das Bordesholmer Land
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6696-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Bordesholmer Land in alten Ansichten'

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29. Das Pastorat der heutigen Evangelischen Klosterkirchengemeinde Bordesholm ist 1799 als Privathaus an der Wildhofstraße errichtet worden. Architekt war der bedeutende Landbaumeister JohannAdam Richter (1733-1813). Er entwarf u.a. das Herrenhaus Schierensee sowie die Kirche in Großenaspe. Das Pastoratsgebäude kam 1807 durch Kauf in das Eigentum der Kirchengemeinde. Vorbesitzer war der Justizrat Hudemann. Dessen Verwandte Beate Wiebke Dorothea HensIer (1770-1860) geb. Behrens sorgte für den Verkauf aus dem Nachlass. Dore HensIer war die Ehefrau des KieIer Arztes Dr. Hieronymus Friedrich Philipp HensIer (1 766-1793) und Schwägerin des preußischen Historikers und Staatsmanns Barthold Georg Niebuhr (1 776-183 1). Das Pastorat ist mehrfach renoviert worden. Der klassizistische Backsteinbau am früheren Westerdamm hat noch immer den Charme eines holsteinischen Landhauses. Das zweigeschossige Anwesen wird geprägt durch die große Giebelfront, durch die Fenster, das Portal und eine Treppe über dem Souterrain sowie durch verschiedene Wandgliederun gen. Hinter dem Gebäude erstreckt sich die Pastoratswiese bis an das Seeufer. An der östlichen Seite fließt der Kalbach in den Bordesholmer See. In der Nachbarschaft umschließt der Wildhof mit seinem alten Baumbestand das Ufergelände. Die Kirchengemeinde Bordesholm ist 1737138 auf Veranlassung von Herzog CarlFriedrich von Holstein-Gottorp gegründet worden. Seitdem haben viele Pastoren in dem schönen Gebäude gewohnt und gearbeitet. Nach Pastor Gerhard Obst zog mit Pastorin Miriam Kühnholz hier im Jahre 2001 erstmalig eine Frau als Seelsorgerin ein. Im Untergeschoss befindet sich das Kirchenbüro der Gemeinde, in der die Sekretärin Ulrike Möhring tätig ist.

30. Die Femeeiche im Sörener Forst ist seit langem von Geheimnissen umgeben. Haben hier in alten Zeiten geheime Zusammenkünfte und Gerichtssitzungen stattgefunden? Der heute abgestorbene Baum wird durch einige Buchen umrahmt. Er bildete damit ein stattliches Naturdenkmal. Der BegriffFeme steht hier nicht im Zusammenhang mit einem Femegericht. Diese Form der Gerichtsbarkeit hat es in Holstein nicht gegeben. Die meist geheimen Sitzungen zur Aburteilung von Delinquenten gab es insbesondere in Westfalen. Sie sind aber schon im 15. Jahrhundert eingestellt worden. Im Bordesholmer Land verfügte zunächst das Kloster über die juristische Oberhoheit. Sie ging 1566 auf den Landesherrn über, der vom Amtmann vertreten wurde. Eine Sonderform war das Dinggericht unter der alten Bordesholmer Gerichtslinde. Diese Gerichtstage gab es vereinzelt noch bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Feme oder Femme war eine Form der Schweinernast. In der Bordesholmer Ämterzeit unterstand hier und in anderen Regionen die Jagdhoheit dem Landesherrn. Die Bauern durften aber gegen Entgelt ihre Jungschweine zur Aufzucht in die zugeteilten Waldbezirke treiben. Die mit einem Fememal gekennzeichneten Tiere der heimischen Bauern ernährten sich von Eicheln, Bucheckern u.a. Für die Genehmigung zum Auftrieb kassierte der Herzog das Femegeld. Es wurde im Bordesholmer Land durch den Amtmann und die Bauernvögte einkassiert. Im Jahre 1734 flossen noch 1 650 Reichsthaler in die Bordesholmer Amtskasse. Dies war die Abgabe für 2 154 Schweine. Diese Form der Schweinernast fand erst am Anfang des 19. Jahrhunderts ein Ende. Das hängt vor allem mit der Aufhebung der Feldgemeinschaft zusammen.

31. Die Schule in Schönbek ist um 1920 nach einem Entwurfvon KreisbauratJohann Garleff errichtet worden. Das Anwesen steht in der Dorfmitte gegenüber vom Dorfkrug Homann. Die Schule umfasst neben dem Giebelhaus mit den Unterrichtsräumen an der rechten Seite die Lehrerwohnung. In den Ziegeldächern gibt es jeweils eine Dachgaube. Die Aufnahme von Hans Gumlich entstand um 1930. Die Anlage blieb im wesentlichen bis heute so erhalten. Das Gebäude ist 1992 zu einem Gemeindezentrum und Feuerwehrgerätehaus umgebaut und erweitert worden. Damit blieb der ansprechende Bau nicht nur erhalten. Er hat damit auch eine neue Funktion für die Dorfgemeinschaft erhalten. Die Schönbeker Dorfschule bestand von 1820 bis zur Auflösung im Jahre 1968. Seitdem besuchen die Kinder Schulen in Bordeshalm oder das Gymnasium in Neumünster-Einfeld. Die Gemeinde gehört dem SchuIver band Bordeshalm seit 1975 an. Damals kamen 13 Kinder aus Schönbek nach Bordeshalm. Die Schülerzahl sank in der Gemeinde Schönbek im Iahre 1968 auf 1 o. Letzte Hauptlehrerin war von 1965 bis 1968 Ingrid Schulz. Von 1948 bis 1951 war M. Westphal als zusätzliche Lehrkraft eingestellt. In dieser Zeit gab es in Schönbek zwei Schulklassen.

32. Das Schulgebäude in Mühbrook ist 1834 errichtet worden. Es ist ein reetgedecktes Haus mit einer Lehrerwohnung, Schulzimmern und Wirtschaftsräumen. Das Gebäude an der Bordesholmer Straße wird seit 1980 als Gemeinschaftshaus und Kinderstube genutzt. Das Schulwesen entwickelte sich in Holstein am Anfang des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1733 wurde hier die Schulpflicht für Kinder ab dem 7. Lebensjahr eingeführt. Der Unterricht ging vonAllerheiligen (1. November) bis Ostern. Eine wesentliche Verbesserung im Schulwesen brachte ab 1813 eine Verordnung (Regulatif) für die Ämter Bordesholm, Kiel und Kronshagen. Damals begann der ganzjährige Schulunterricht für die Kinder bis zur Konfirmation. Fortan waren die Lehrkräfte im Hauptberuf angestellt. Zur Vergütung gehörten u.a. eine freie Wohnung, zwei Kühe, Brotkorn und Roggen sowie Brennmaterial und ein Gehalt. Die Bezahlung richtete sich nach der Größe der Schule. So erhielt eine Lehrkraft in Mühbrook nur 48, in Bordesholm aber 112 Reichsthaler im Iahr. Die Kosten mussten weitgehend von den Eltern aufgebracht werden. Viele waren aber wegen Armut von diesen Abgaben befreit. Letzte Lehrkraft in Mühbrook war von 1963 bis 1979 Hauptlehrer Erwin Bendfeldt. Die Schließung der Mühbrooker Schule erfolgte 1979.

33. Die Hohenhorster Mühle stand auf der Anhöhe am Rande der Gemeinde Mühbrook zum Hoffelder Gebiet. Hier vorbei führt die alte Straße von Bordeshalm über Dätgen nach Nortorf Die Aufnahme von etwa 1930 zeigt den stattlichen Galerie-Holländer. Er ist 1868 von dem Mühlenbauer WH. Mohr aus Elmshorn für den aus Dätgen stammenden Müller Detlef Sachau erbaut worden. Das Anwesen kam 1893 an den Neffen Christian Sachau und 1930 an dessen Sohn Hans. Der heutige Besitzer des Grundstücks ist Hans-Christian Schön, der Enkel von Hans Sachau. Von der Mühle blieb nur der Sockel erhalten. Durch den ausgebauten Pavillon ergänzt, ist dieser Restteil heute der Wohntrakt der Familie Schön. Nach Zerstörung der Flügel 1942 durch Blitzschlag wurde die Mühle 1943 aufMotorbetrieb umgestellt. 1954 ist die Produktion eingestellt worden. Die besonders stabilen Mühlen nach holländischer Bauart sind bei uns seit dem 18. Jahrhundert erichtet worden. Der massiv gemauerte Unterbau trägt einen gezimmerten Rumpf Durch die senkrecht angeordnete Königswelle konnten bis zu fünfMahlgänge angetrieben werden. Die später entwickelte Windrose an der Rückseite der oberen Kappe stellte die vier Flügel automatisch in den Wind. Intakte Mühlen mit vier Flügeln sind in unserem Land selten geworden. Es umgi bt sie ein Hauch von Romantik aus einer vergangenen, aber nicht vergessenen Zeit.

34. Die Torfgewinnung spielte im Bordesholmer Land früher eine bedeutende Rolle. Insbesondere in Kriegs- und Notzeiten warTorf ein gefragter Brennstoff für die privaten Haushalte. Heute wird dieses Naturprodukt aus abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Substanzen fast nur noch als Dünger oder zur Abdeckung verwendet. Im Raum Bordesholm gehören das Schönbeker und das Dosenmoor zu den größten Gebieten dieser Art. Als wertvolle Biotope für viele verschiedene Tierarten und Pflanzen stehen diese Flächen weitgehend unter Natur- und Landschaftsschutz. Die Moore waren früher meist im Eigentum der Bauern oder anderer Hausbesitzer. Um 1840 waren rund 400 Untertanen wie Hufner und einfache Leute zum Torfgraben auf dem Schönbeker und Dosenmoor berechtigt. Ein Hofbesitzer in Einfeld ließ im 19. Jahrhundert etwa 350 000 Soden Torf stechen. Rund 100 000 Soden gingen in den eigenen Haushalt. Zuteilungen erhielten die Altenteile

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