Das Münsterland in alten Ansichten

Das Münsterland in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Münsterland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0193-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Münsterland in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das Münsterland ist der Teil der westfälischen Bucht, der im Westen vom Rhein, im Süden von der Lippe und im Osten von den Erhebungen des Teutoburger Waldes begrenzt wird und im Norden kontinuierlich in das Emsland übergleitet. Charakteristisch für das Münsterland ist die fast tischebene Landschaft, aus der lediglich die Baumberge und die Beckumer Berge in leichten Hügeln herausragen. Doch Felder, Wiesen, kleine Wäldchen, Heide und Moor, Wallhecken, ufersäumende Kopfweiden und hin und wieder ein kleines mäandrierendes Flüßchen lassen die Landschaft nicht monoton erscheinen.

Man spürt allenthalben, daß die großen Straßen und damit auch viele Neuerungen lange Zeit am Münsterland vorbeigegangen sind. Das kommt auch heute noch in der stark agrarisch strukturierten Landschaft zum Ausdruck. Größere Industriebetriebe, aber auch große bedeutende Städte außer Münster sind nicht anzutreffen.

Wer die Schönheit des Münsterlandes erkennen will, muß sich schon ein wenig Zeit nehmen, denn das Münsterland will nicht 'im Sturm genommen' werden; man muß es Schritt für Schritt erobern. Die Sehens-

würdigkeiten liegen meistens abseits der großen Straßen; erst, wenn man sich in Wald, Feld und Heide hineinwagt - etwa auf eines der vielen Pättkes - gelingt es, die Landschaft kennenzulernen: die jahrhundertealten Fachwerkbauernhöfe mit ihren verbretterten Giebeln, die so weit verstreut auseinanderliegen, daß man von einem gerade zum andern blieken kann; die vielen Wasserschlösser, die oft unverhofft hinter einem kleinen Eichenwäldchen auftauchen und sich mit ihren Wassergräben geradezu märchenhaft in die Kamplandschaft einfügen. Da sind aber auch die Dörfer und kleinen Städte, in denen die Bewohner noch vor einigen Jahrzehnten vorwiegend von der Landwirtschaft und dem Handwerk, etwa der Leinenweberei, gelebt haben.

Bis heute hat sich selbstverständlich einiges verändert; der Auswärtige wird bei dem Wort Münsterland zunächst an Schinken, Pumpernickel, Korn und Herdfeuerromantik denken, doch hinter dieser 'Pumpernickelfassade' verbirgt sich mehr, als Klischeevorstellungen andeuten können.

Gleichsam die Seele des Münsterlandes, der Ort, zu dem alle Straße führen, in dem sich die ganze Land-

schaft widerspiegelt, ist die Provinzialhauptstadt Münster. Die Attribute, die man so gern dem Münsterland beipflichtet, verdichten sich hier geradezu brennpunktartig, die Ruhe und Beschaulichkeit, die im alten Münster zu finden sind, die Freundlichkeit und Herzlichkeit, die einem entgegengebracht werden, aber auch der Hauch von Vergangenheit, der nicht nur über dem Prinzipalmarkt weht, sondern von dem auch noch so mancher alter Gräftenhof auf dem Land umgeben ist.

Das Münsterland ist seit alters her ein Land der Bauern gewesen. Dieses kommt auch heute noch in der weiten Parklandschaft mit den typisohen Wallhecken, den vielen saftgrünen Weiden und den leise im Westwind rauschenden Kornfeldern zum Ausdruck.

Mit diesern Büchlein ist nicht beabsichtigt, den zahlreichen Veröffentlichungen über das Münsterland eine weitere hinzuzufügen, die Sehenswürdigkeiten 'vorbeirauschen' läßt. Vielmehr liegt der Sinn dieses Bildbandehens darin, in das alte Münsterland zu führen, so, wie es zu Beginn unseres Jahrhunderts aussah, in

das Münsterland der Bauern und Bauernhöfe, der Dörfer und Kleinstädte, weniger mit Bliek auf kunsthistorische Kostbarkeiten als vielmehr als impressionsartiger Streifzug durch das Münsterland unserer Großväter, als bei den Landwirten das Pferd noch das wichtigste Arbeitsgerät war, Autos nur selten über das Kopfsteinpflaster der Straßen holperten und als man abends noch gemeinsam am Herdfeuer saß und miteinander redete. Das Münsterland, wie wir es heute nur noch an einigen verträumten Winkeln erahnen körmen, soll wieder ein klein wenig zum Leben erweckt werden. Dabei ist lediglich angestrebt, subjektive Eindrücke der Autoren in Bild und erläuterndem Text wiederzugeben.

Fotonachweis:

Degelmann; Grewe; Hinse; Höf'te; Horstkott; Kimmel; Landesamt für Baupflege Westfalen-Lippe; Möer; Platvoet; Risse; Schütteldreier; Stadrarehiv Münster; Vedder-Drees; Verfasser; Volkskundliche Kommission für Westfalen, Deutschmann, Elling, Simon; Wernsmann; Westfälisches Landesamt für Denkmalpflege.

1. Die erste Abbildung in unserem Büchlein stellt nicht zufällig einen Bauernhof dar. Er ist zu einem Kennzeichen für das Münsterland geworden. Die Aufnahme aus dem Jahr 1935 stellt den Hof Blom in Nordkirchen dar. Außer dem Haupthaus mit dem zurückliegenden Termentor sind noch zwei Nebengebäude zu erkennen, das Torhaus und der Speicher unter der schattigen Krone einer Eiche, Auf dem Hof stehen einige landwirtschaftliche Geräte: der große Leiterwagen, der Pflug und ein Wagen an der Seite des Hauses, Der Hof wird von dem Hund bewacht, der vorn am Torhaus seinen Platz hat. Das Haupthaus besteht aus einem vorderen landwirtschaftlich genutzten Teil mit der großen Tenne und einem hinteren Wohnbereich, der deutlich an den großen Fenstern und der Seitentür zu erkennen ist. Die enge Verbindung von Wohn- und Arbeitsbereich gibt einen Hinweis auf den Charakter des bäuerlichen Lebens, Mensch und Tier lebten früher in selbstverständlicher Zweckgemeinschaft zusammen.

2. Zu den größten Schultehöfen des Münsterlandes gehört der Hof Schulze-Pellengahr in der Nähe von Ascheberg. Die Bedeutung des Schulten kam nicht nur in der rechtlichen Stellung, der er innehatte, auch in der Größe seines Hofes zum Ausdruck. So gehörten im Jahr 1865 rund 1 400 Morgen Land zu diesem stattlichen Hof. Das Gehöft selbst ist von einem Wassergraben umgeben, Der Bliek geht über die Brücke durch das Torhaus auf die große Tennentür des Haupthauses. Aufgrund der stattlichen Größe des Gräftenhofes und der herrlichen Lage in der südlichen Davert wurde der Besitzer auch 'Davertküönig' genannt.

3. Mittelpunkt des münsterländischen Bauernhofes war seit altersher das Herdfeur ('Härdfüer'). Hier spielte sich das Familienleben ab. Nicht umsonst lag das Herdfeuer in einem Teil des Hauses, der von allen Seiten zugänglich war. Alle Türen führten in den großen Herdfeuerbereich. Unser Bild zeigt das offene Herdfeuer des Heimathauses in Telgte (1930). Über der Feuerstelle hängen die kunstvoll hergestellten Kesselhaken. Der Sandstein ist vom vielen Ruß bereits geschwärzt, über dem Feuer der mächtige Rauchfang ('Wiem'), der den Rauch in den Schornstein führt. In den Wiem hängten die Bauern die Mettwürste und die Schinken zum Trocknen.

4. Die weite Landschaft wird besonders reizvoll, wenn im Herbst der flache Horizont mit dem Grau des tiefhängenden Himmels verschwimmt und sich knorrige Äste von alten Eichen bizarr in den Himmel strecken. Einsame alte Scheunen, von manchem Unwetter schief gebogen und verzogen, ducken sich vereinzelt unter Weiden und Eichen; das Gras zeigt Spuren von weidendem Vieh, das der einbrechende kühle Herbst von den Wiesen getrieben hat. Leiterwagen, Sturzkarren, Eggen und andere Ackergeräte werden hier abgestellt, nachdem sie das ganze Jahr über ihren Dienst auf dem Feld verrichtet haben. - Bilder wie dieses lassen sich auch noch heute vereinzelt im Münsterland finden.

5. Kaum ein Bild kann die münsterländische Landschaft besser darstellen als dieses. Im Vordergrund ist ein Feld, das mit Wintergetreide bestellt ist, zu sehen. Hinter dem leicht geschwungenen Hügel tauchen förmlich aus dem Grün des Feldes die markanten Brettergiebel eines Bauernhofes auf, der sich von bizarren Bäumen eingerahmt kaum spürbar in die Herbstlandschaft einfügt, Über allem liegt eine geschlossene Wolkendecke - ein Bild, in dem Ruhe und Beschaulichkeit zum Ausdruck kommen.

6. Ein Münsterländer Bauernhof zeigt im allgemeinen weniger Schmuck als ein Hof anderer Landschaften. Man denke zum Beispiel an einen Schwarzwälder oder bayerischen Hof. Der schlichte zweckmäßige Aufbau läßt eine Verbindung zu den Bewohnern der Häuser suchen, die wohl nicht zu Unrecht in dem Ruf stehen, besonders wortkarg und behabig zu sein. Typisch für die Bauernhäuser des Münsterlandes sind die großen Brettergiebel, die fast zwei Drittel der Front einnehmen. Nur manchmal werden sie an der Spitze mit kargem Schmuck aus gedrechselten oder in Ornamenten ausgesägten Holzleisten versehen, wie auch an diesera Hof in Nienberge. An der Spitze des Giebels ist das sogenannte 'Ulenlock' zu sehen, durch das Eulen auf den Dachboden des Hauses gelangen konnten.

7. Eine jahrhundertalte Fachwerkscheune mit 'Afdack', die zu einem stattlichen Bauernhof gehört, erstrahlt in ihrer urwüchsigen schlichten Konstruktion in der Herbstsonne. Die Scheune scheint fast unter ihrem Gewicht zusammenzubrechen, doch sie steht stabiler als man glaubt. Hitze, Kälte, Wind und Regen haben das Fachwerk in vielen Jahrzehnten verzogen. Mit den Ständern und Riegeln haben sich auch die Gefache verformt; die Wand mit den zwei großen Einfahrtstoren scheint der Wind nach innen drücken zu wollen. Aus der Scheune schaut ein Pferd in den Herbsttag. Die Sonne läßt die Blätter der Pappeln goldgelb glanzen, einige sind bereits in das feuchte Gras gefallen - ein stimmungsvolles Bild aus dem Münsterland.

8. Wer im Münsterland unterwegs ist, wird überall am Straßenrand auf Wegekreuze und Bildstöcke treffen. So wie zu jedern Bauernhof das offene Herdfeuer gehört, so ist auch das Wegekreuz untrennbarer Bestandteil eines jeden Gehöftes, Es steht meistens schattig an der Hofzufahrt, von einigen Bäumen umgeben, am Rand einer Allee, aber auch in Wald und Flur. Dabei sind Bildstöcke und Wegekreuze ein Syrnbol für die festverwurzelte Religiösität der Menschen, die aus ihrer engen Beziehung zu und Abhängigkeit von der Natur den praktizierenden Glauben an Gott zu einem festen Bestandteil ihres ländlichen Lebens gemacht haben.

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