Das Münsterland in alten Ansichten

Das Münsterland in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Münsterland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0193-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Das Münsterland in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Auch dieses Wegekreuz, das unter hohen Kastanien am Werseübergang und Ortseingang Drensteinfurts auch heute noch steht, zeigte den Vorbeigehenden und allen, die die Stadt betraten, daß hier ein katholischer Ort war. Die Männer zogen ihren Hut, wenn sie an dem dunklen Holzkreuz mit dem hellen Corpus vorbeizogen, die Frauen und Kinder machten ein Kreuzzeichen. Am Fronleichnamstag wurde am Fuß des Kreuzes ein reich geschmückter Altar aufgebaut und die Prozession machte hier Station, nachdem sie durch Wiesen und Felder gezogen war und in die Stadt zurückkehrte. Karl Wagenfeld hat über diese Wegekreuze folgenden Vers geschrieben: En Krüz an'n Wägg, en Härguod dran - un op de Taofel schrieben: De gräottste Leiw hät de, we kann - fûr Frond' dat Liäben gieben.

10. An der Landstraße, die von Aseheberg nach Drensteinfurt führt, war in der Osterbauerschaft diese machtige Bockwindmühle zu sehen. 1853 erbaut, wurde sie bis 1925 benutzt. Im Jahre 1927 nahm der damalige Besitzer eine Kraftstrommühle in Betrieb, die die Bockwindmühle wie so viele andere im Münsterland auch überflüssig machte. 1938 setzte man sie an den Aasee in Münster um, wo sie 1943 von Bomben zerstört wurde. Heute steht an gleicher Stelle die dem Mühlenhof zugehörige Bockwindmühle, die daran erinnert, daß Münster früher die Stadt der Windmühlen war. Nicht weniger als dreiundzwanzig lassen sich nachweisen.

11. Die Wirtschaft des Münsterlandes war schon immer stark auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Dieses zeigt sich auch, wenn man die Berufsstruktur in kleineren Städten untersucht. Wagenbauer, Holzschuhmacher, Schmied und Sattler sind Berufe, die sehr stark an das agrarisch strukturierte Land angelehnt sind. Zu diesen Berufen zählt selbstverständlich auch der des Müllers, zu dem entweder die Wassermühle oder die Windmühle gehört, Unser Bild zeigt eine Bockwindmühle bei Dülmen. Charakteristisch für die Mühlen war die Lage am Stadt- oder Dorfrand auf einer natürlichen oder künstlichen Erhöhung, damit der Westwind kräftig in die Flügel blasen konnte.

12. Noch vor einigen Jahrzehnten gab es im Münsterland kein Dorf, das nicht mindestens einen Holzschuhmacher ('Huolskenmaker') vorzuweisen hatte. Und andererseits gab es auch niemanden, der keine Holzschuhe besaß. Lederschuhe waren nur den reicheren Leuten vorbehalten. Riskieren wir deshalb einen Bliek in eine Holzschuhmacherwerkstatt. Wir sehen die zwei Meister in Hiddingsel (Kreis Coesfeld), bei denen die Holzschuhe gerade in Arbeit sind. An der Wand hat sich bereits eine stattliche Anzahl von Holzschuhen angesammelt, die paarweise auf ihre Endfertigung und ihre Käufer warten.

13. Das Münsterland ist nicht nur für seinen Pumpernickel und Schinkel berühmt, auch der Münsterländer Korn ist zu einem festen Begriff geworden. Früher gab es kaum ein Dorf oder Städtchen, das nicht wenigstens eine Brennerei besaß. Walstedde, ein kleines beschauliches Dorf, hatte gleich zwei Brennereien aufzuweisen. Vor der Brennerei Eckmann haben sich alle Betriebsangehörigen zum Gruppenbild aufgestellt, jeder ein kleines Gläschen Korn in der Hand. Natürlich fehlt auch nicht das neueste Auto, das es damals gab. Viele der kleinen Familienbrennereien sind inzwischen aufgegeben worden, nur einige konnten sich halten und sind zu wichtigen wirtschaftlichen Unternehmen geworden.

14. Eine große Bedeutung innerhalb der Dorfgemeinschaft hatte die Freiwillige Feuerwehr. Die eng aneinandergebauten Fachwerkhäuser in den kleinen Städten und Gemeinden, aber auch die großen Bauernhöfe, deren Dachböden im Herbst mit Heu und Stroh gefüllt waren, boten einem ausbrechenden Feuer große Nahrung. So ist es nicht verwunderlich, daß die Männer, die der Feuerwehr angehörten, immer 'bereit' sein mußten. Allerdings waren die technischen Einrichtungen, um einen größeren Brand zu bekämpfen, noch nicht so ausgereift, so daß es kaum möglich war, ein Großfeuer einzudämrnen. Umso wichtiger war es für die gläubigen Katholiken im Münsterland, einmal im Jahr bei der Brandprozession Gott um Schutz vor Feuer zu bitten.

15. Nach wie vor beliebt und ausgiebig gefeiert wird im Münster1and das Schützenfest. Früher wurde es als Kriegerfest bezeichnet. Hier sehen wir die Aufstellung der Schützenbruderschaft mit Vereinsfahne und Musikkorps, in der Mitte das Königspaar - der König mit einer Reihe von Orden, die Königin bekränzt - links und rechts von ihnen der Hofstaat. Im Gras lagert die Hofkapelle, durch eine hellere Uniform gekennzeichnet. Innerhalb der Bruderschaft gibt es eine Hierarchie, die vom König bis zum kleinen Schützen niemanden ausläßt und so dem kleinen Mann die Möglichkeit bietet, auch mal etwas 'Höheres' zu sein. Der König braucht allerdings als notwendigste Voraussetzung ein gutes finanzielles Polster, denn es fließt wohl kaum irgendwo in so kurzer Zeit so viel Bier und Freibier durch die Kehlen wie hier.

16. Diese Aufnahme von 1930 entstand am Kirchplatz in Gütersloh. Die Straße wird gesäurnt von schmucken Fachwerkhäusern, die zum Teil ehernalige Ackerbürgerhäuser sind, Einen Beweis dafür geben die großen Toreinfahrten, die oft ein ganzes Stockwerk oder mehr einnehmen können, groß genug für einen beladenen Heuwagen. Kleine Fenster, noch in sechs bis acht Felder unterteilt, lassen sich nur nach außen öffnen. Von dort blickt man auf das sorgfältig gelegte Pflaster von Straße und Bürgersteigen, auf denen große, alte Bäume stehen. Eine alte Gaslaterne weist auf das altväterliche Bild einer Kleinstadt, in der man noch die Liebe zum Detail kannte.

17. Ein Straßenzug wie der hier abgebildete mit alten Fachwerkhäusern, kleinen Erkern und großen Toreinfahrten und Bäumen wird immer seltener. Die Lange Straße in der Stadt Rietberg, die im Übergangsgebiet zwischen dem Münsterland und dem Paderborner Land liegt, macht den Charakter eines Landstädtchens deutlich. Die Ackerbürgerhäuser werden bestimmt durch ihre häufig geschnitzten Türen und die sogenannten Ausluchten ('Utluchten'). An der Hauptstraße, die ein wichtiger Verkehrsweg nach Paderborn darstellt, liegt auch das Rathaus, dessen Treppenaufgang links noch zu erkennen ist. Im Hintergrund ist der Turm der Pfarrkirche St. Johannes zu sehen.

18. So oder ähnlich sah es in fast allen kleineren Städten des Münsterlandes aus: An der Hauptstraße standen die giebelständigen Ackerbürgerhäuser mit der großen Toreinfahrt. Das Leben spielte sich vielfach auf der Straße ab wie hier vor einer Schmiede in Drensteinfurt. Während der Schmied mit seinen Gesellen damit beschäftigt war, die Pferde zu beschlagen, sahen die Frauen und die zufällig vorbeikommenden Passanten dem Fotografen bei der Arbeit zu. In dem Torbogen der Schmiede läßt sich noch die Jahreszahl der Erbauung ausmachen: MDCCLXXI.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek