Das Münsterland in alten Ansichten

Das Münsterland in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Münsterland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0193-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Münsterland in alten Ansichten'

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19. Der Markt mit Bliek in die Mühlenstraße in Drensteinfurt in den dreißiger Jahren. An den bevorzugten Wohnlagen, dem Markt, Kirchplatz und den Hauptstraßen standen bereits die stolzen Bürgerhäuser, die massiverrichten worden waren. Fachwerk kam gänzlich aus der Mode. In den Straßen herrschte noch Ruhe, Autos wie dieses schnittige Cabriolet waren vor allem auf dem 'platten Land' eine Seltenheit. Hier bestimmte nach wie vor das Pferdefuhrwerk das Straßenbild. Gastwirtschaften wie der hier abgebildete 'Westfälische Hof' gab es in jedem kleinen Ort. Dabei ist zu vermerken, daß sich gerade am oder in der Nähe des Kirchplatzes die Kneipen häuften. So hatten es die Landwirte, die sonntags zur Messe ins Dorf kamen, nicht weit, um ihren gewohnten Frühschoppen zu machen.

20. Die Frörnrnigkeit, die man den katholischen Bewohnern des Münsterlandes zuschrieb, drückt sich nicht nur in den vielen Bildstöcken und Wegekreuzen aus, die immer wieder an Straßen und Feldwegen anzutreffen sind, sondern auch die großartigen Kirchbauten legen Zeugnis für den starken Glauben der Menschen ab. Stellvertretend mag hier die Stiftskirche in Freckenhorst bei Warendorf stehen. Bereits 860 vom sächsischen Edelherrn Everward als Kanonissenkloster gegründet, ragt der wuchtige Bau mit seinen fünf Türmen weit über die kleinen Fachwerkhäuschen des Städtchens hinaus und ist bereits von weitem zu sehen. Das Foto aus dem Jahr 1926 zeigt das West werk mit der Petrikapelle.

21. An der Ecke Westernfeldstraße/Gänsestraße in Freckenhorst entstand 1927 dieses Foto. Eine Fachwerkidylle, wie man sie sich heute kaum romantischer vorstellen kann. Das Bild wird bestimmt von dem Ackerbürgerhaus mit dem grofsen seitlichen Vorbau. An einer Leiter ist ein geschlachtetes Schwein gehängt worden, ein Zeichen dafür, daß vor dem Zweiten Weltkrieg noch die Hausschlachterei üblich war. Die übrigen Fachwerkbauten ordnen sich unter, wie etwa die immer schmaler werdenden Traufenhäuser der Westernfeldstraße. Die Straßen waren zu jener Zeit noch mit Kopfsteinen gepf1astert, und die Abwässer liefen durch die Gosse ab.

22. Um das Bild eines typisohen Ackerbürgerstädtchens wiederzugeben, begeben wir uns in den Randbereich des Münsterlandes. An der Kreuzung der Straßen Münster-PaderbornjMinden-Hellweg liegt am alten Emsübergang die Stadt Wiedenbrück. Das Foto aus dem Jahre 1930, das die Langestraße zeigt, bringt ihren unverwechselbaren Charakter zum Ausdruck. Typisch sind die großen Einfahrtstore der meistens giebelständigen Häuser. Die reichen Schnitzereien, Ornamente und Inschriften an den Ackerbürgerhäusern sind in diesem Raum des östlichen MünsterlandesjPaderborner Landes häufiger anzutreffen als etwa im West- oder Kernmünsterland. Es ist kaum ein Haus zu sehen, das nicht eine Inschrift im Torbogen vorzuweisen hat: Die Bürgersteige sind kunstvoll mit verschiedenfarbigen Steinen gepflastert.

23. Dieser Straßenzug, die Neustraße in Harsewinkel im Jahre 1929, ist der Langestraße in Wiedenbriick auf den ersten Bliek sehr ähnlich. Wiederum finden wir die giebelständigen Ackerbürgerhäuser, die sich wie Perlen an der Schuur an der Straße aufreihen. Jedoch beim zweiten Hinsehen fällt auf, daß es bei der Titularstadt Harsewinkel einen erheblichen Unterschied gibt. Die Häuser sind nicht so fein, sauber, nicht mit kunstvollen Inschriften und Ornamenten versehen, die Bauten sind ausschließlich auf ihren Verwendungszweck ausgerichtet, sie wirken eher ländlicher, bäuerlicher, Die Landwirtschaft, der in Harsewinkel auch innerhalb der Stadt eine Bedeutung zukam, spiegelt sich an den Fronten der Gebäude wider.

24. Im Gegensatz zu den kleineren Ackerbürgerstädtchen des Münsterlandes galt Warendorf als eine 'vornehme' Bürgerstadt, die ihren Charakter bis heute weitgehend bewahren konnte, da die Bomben des Zweiten Weltkrieges die Emsstadt verschonten. Warendorf war früher ein bedeutender Umschlagplatz für Textilien, besonders für Leinen. Der frühere Reichtum der Stadt ist auch heute noch überall in Warendorf an den schönen Bürgerhäusern zu erkennen. Unser Foto zeigt das Münstertor im Jahre 1920. Ein Junge, die Hände tief in die Hosentaschen gesteckt, scheint das Tor zu bewachen. Hinter ihm ist die noch nicht von Autos verstopfte Münsterstraße mit ihren stolzen Bürgerhäusern zu sehen.

25. Um den Markt einer Stadt, hier Warendorf, gruppierten sich auch früher - wie aus dieser Aufnahme von 1925 ersichtlich - die wichtigen Geschafte des Ortes: die Apotheke, durch einen steinernen Löwen gekennzeichnet, die Konditorei - im Schaufenster die damals typische, in Pyrarniden angeordnete Dekoration -, ein 'Damen-Herren Salon' und die Bank, die noch nicht durch einen langweiligen Sparkassen-Einheitsbau aus allen anderen Gebäuden unangenehm herausragt. Die Häuser verraten von ihrem Aussehen her noch kaum etwas von ihrer Funktion. Das einzig erkennbare ist der Wohlstand der Bewohner, der sich in der verzierten Fassade und der Größe der Häuser darstellt. Es gibt aber noch keine 'protzigen' Schaufenster, die den Wohnbereich als eigentliche Funktion eines Hauses völlig vergessen lassen.

26. Die 'Alte Post' in Drensteinfurt zählt zu den schönsten Fachwerkhäusern, die im Münsterland anzutreffen sind. Die Aufnahme aus dem Jahr 1898 zeigt uns das 1647 erbaute Gebäude in voller Pracht. Bei der 'Alten Post' handelt es sich um ein Ackerbürgerhaus, das besonders durch seinen seitlichen Vorbau und die zwei vorkragenden Speicherstöcke besticht. Deutlich ist zu erkennen, wie sich die 'Alte Post' von den übrigen Fachwerkhäusern der Umgebung an Größe abhebt. Links vor dem Gebäude steht übrigens der damalige Besitzer, der nicht zu Unrecht stolz auf sein Haus war. Während in den schlichten Ackerbürgerhäusern Handwerk und Landwirtschaft eine Symbiose eingingen, war in der 'Alten Post' der Handel zuhause. Hier machten die Fuhrwerke auf ihrem mühevollen Weg über unbefestigte Straßen Halt und schlugen ihre Waren urn,

27. Auf diesem Bild ist ein alter Brauch, der zur Jahreswende gepflegt wurde, festgehalten: das Backen von Neujahrskuchen auf einem Hof in der Nähe von Burgsteinfurt. Um das warmende Herdfeuer haben sich alle Familienmitglieder versammelt. In den Sandstein des Kamins sind der Name des Erbauers und die Jahreszahl eingemeißelt. In der Mitte über dem Feuer, das von einem dieken Stamm gezehrt wird, hängt ein großer, mit einer schweren Kette befestigter Wasserkübel An den Seiten finden sich allerlei Küchengeräte und zwei Öllampen. Zum Schmuck hat man an dem Wiem eine kleine Galerie angebracht, auf der Teller aufgestellt wurden. Um das Herdfeuer sitzen die Bewohner des Hofes: links vermutlich die Großmutter, in ein warmes Tuch gehüllt, rechts die Familie des Bauern.

28. Ein Bild, das heute selten geworden ist: auf einem Bauernhof in Nienberge bei Münster wird Mist mit der Hand auf eine von einem Pferd gezogene Sturzkarre geladen. Die Landwitte tragen die graugrünen Jacken, breite Hosen und die praktischen Holzschuhe. Kaum noch anzutreffen sind die schweren 'Ackergäule', die nicht nur die Sturzkarre, sondern auch Pflug, Egge und den vollbeladenen Erntewagen zogen. Ein weiteres Haustier, das zu jedem münsterländischen Bauernhof gehört, ist der Hofhund, der über den Hof patroulliert. Neben der 'Niendör' ist noch ein Schleifstein zu sehen, ein Hinweis auf den auf sich gestellten unabhängigen Haushalt der Bäuerin: Fast alles, was gebraucht wurde, konnte man selbst herstellen: ob es nun das Brot oder die Butter, das Fleisch oder die Marmelade war, ein Bauernhof war Selbstversorger.

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