Das Münsterland in alten Ansichten

Das Münsterland in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Münsterland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0193-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Münsterland in alten Ansichten'

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29. Blieken wir einmal in den Garten eines westmünsterländischen Bauernhofes bei Vreden. Hinter dem Haus mit dem fast bis auf den Boden gezogenen Dach treffen wir auf den Bauern mit seiner Tochter, die gerade damit beschäftigt sind, Kartoffeln zu pflanzen oder wie man hier sagt: 'de sind an't Kartoffel patten'. Der Bauer ist mit dem Spaten beschäftigt, die Löcher in den Boden zu graben. Die Tochter, die ebenso wie er Holzschuhe trägt, hat die Aufgabe, die Kartoffeln aus ihrem Weidenkorb zu nehmen und in die Löcher zu legen. Es ist noch kahl im Garten, doch bald, wenn es warmer und Sommer wird und die Saat aufgeht, wird der Garten zu einer blühenden Pracht werden.

30. So schön und idyllisch auch heute Bilder von dem Landleben aussehen mögen, so schwer und unrornantisch war die Arbeit auf den Bauernhöfen damals. Oft Jagen die Gehöfte so weit von dem nächsten Ort entfernt, daß sie nicht an die Stromversorgung angeschlossen waren. Das einzige Licht irn Hause gaben das Herdfeuer und die Petroleumlampe ab, Es war ein Leben voller Entbehrungen und Härte. Die Arbeit draußen war schwer, wenn es galt, mit Pferd und Sturzkarre bei Wind und Wetter aufs FeJd hinauszufahren, um wie hier Reparaturarbeiten an einem Brunnen auszuführen.

31. Das Pflügen auf dem Acker sah früher anders aus als heute: Der Pflug wurde hinter ein oder zwei Pferde gespannt und auf zwei schmalen eisernen Rädern von Bauern hinter den Pferden selbst durch die Erde gezogen. In mühsamer Arbeit zog er Furche um Furche; die Anstrengung zeigt sich auch an den schweißglänzenden Körpern der Tiere. Eine weitere, vielleicht nicht so unangenehme Erinnerung an alte Zeiten ist auf diesem alten Foto durch die Hühner verkörpert, die früher frei auf dem Hof herumliefen, wie auch auf vielen anderen Bildern dieses Büchleins zu sehen ist. Heute findet man nur noch auf wemgen Höfen freilaufende Hühner, wie auch sonst nicht mehr alle Tiere dort anzutreffen sind, die sonst zum Bauernhof gehörten, da viele Betriebe sich spezialisiert haben.

32. Was hier so idyllisch und fröhlich erscheint, war vor gar nicht so langer Zeit das Ergebnis eines mühevollen Arbeitstages. Man war noch weitgehend auf Handarbeit angewiesen; noch fuhr der Bauer mit den schweren stämrnigen Wallachen und der zweirädrigen, einachsigen Sturzkarre auf das Feld, wo die Runkein aufgeladen wurden. Auch die Kinder mußten kräftig mit anfassen, zur Erntezeit war jede Hand notwendig. Die beiden Frauen im Vordergrund tragen die alten Hauben zum Schutz gegen Sonne, derbe gestreifte Stoffschürzen und Holzschuhe, die nach wie vor noch nicht durch andere Schuhe ersetzt werden konnten. Aus den Gesichtern der Menschen spricht die Freude, daß sie es geschafft haben, zwei beladenen Sturzkarren vom Feld zu holen.

33. Wenn draußen auf dem Feld Arbeit anlag, die eine Person allein nicht schaffen konnnte, etwa bei der Kartoffel- oder Heuernte, so begaben sich alle Familienmitglieder des Bauern, die Mägde und Knechte nach draußen, um zu helfen. Am Nachmittag karn dann die Bäuerin, um den Arbeitenden eine Stärkung zu bringen: eine große Kanne mit Muckefuck und mehrere Körbe mit Schinkenschnitten und Kaffeekuchen. Alle Personen haben sich auf unserem Bild zur wohlverdienten Pause versammelt. Die Sturzkarre ist umgekippt und dient als Sitzbank. In der Hand halten die Frauen links die sogenannten 'Kümpkes', aus denen morgens die Knabbeln mit Milch gegessen wurden. Alle anderen trinken aus Blechtassen. - Auch die Pferde haben sich eine kleine Verschnaufpause verdient.

34. Die Keimzelle des Münsterjandes sind seine Bauernhöfe, die der Landschaft ihr Gepräge geben. Die Gehöfte liegen so versteekt hinter Wal/hecken und Bäumen, daß nur ein ferner Hahnenschrei oder ein aus seiner Laubperücke wirkender Heiligenschein sie dir andeutet und du dien allein glaubst mit Gras und Vogeln, wie am vierten Tage der Schopfung, bis ein langsames 'Hott' oder 'Haar' hinter der nächsten Hecke dich aus dem Traume weckt oder ein grell anschlagender Hofhund dich auf den Dachstreifen aufmerksam macht, der sich gerade neben dir wie ein liegender Balken durch das Gestrüpp des Erdwalls zeichnet. Diese von Annette von Droste Hülshoff niedergeschriebenen Zeilen könnten zweifelsohne auf dieses Foto zutreffen, das den Hof Sobbe in Senden im Jahr 1935 zeigt.

35. Ein Foto, bei dem sich fast ein Kommentar erübrigt: Vor einer Fachwerkscheune mit ihrem großen Holztor steht im Schatten einer machtigen Eiche ein mit Brettern beladener Leiterwagen ('Ringsenwagen'). Mit seinen mächtigen Holzspeichenrädern scheint er auf die Pferde zu warten, die ihn in Bewegung setzen werden. Oder aber der Leiterwagen träumt von einer längst vergangenen Zeit, die über ihn hinweggeschritten ist, Er steht dort wie ein Relikt aus der Vergangenheit. Trotzdem kann man dieses Foto als charakteristisch hinstellen, denn dieses 'rnünsterländische Stilleben' verrät uns doch etwas vom Leben auf dem Land, wenn wir auch nur noch die romantisch-idyllisch Atmosphäre spüren.

36. Hochzeitskutschen wie diese in der Bauerschaft Kessler bei Herzfeld fahren auch heute noch durch die Münsterländer Bauernschaften, bilden aber nur noch ein liebevolles Relikt der guten alten Zeit, Als man noch ohne Autos war, dienten die Kutschen jeder weiter entfernten Fahrt, waren meist aber den größeren Bauern vorbehalten, denn zum vollkommenen Bild gehörten auch die edlen Pferde - damals wie heute keine alltägliche Sache. Im Hintergrund sieht man eine Reihe von Münsterländer Bauernhöfen in ihrer charakteristischen Form mit Hallenhaus und Stallungen, umgeben von gepflegten Obstwiesen (Appelhoff).

37. Für die ganze Bauerschaft, aber besonders für den Bauernhof selbst war eine Hochzeit das Fest des Jahres. Wochenlang waren Nachbarn, Knechte und Mägde mit den Vorbereitungen beschäftigt, Da galt es, Birkengrün für den Polterabend auf der Tenne zu holen, einen Kranz zu binden, die Hochzeitskutschen und die Pferde zurechtzumachen, im Haus zu säubern und für die vielen Gäste das Hochzeitsessen vorzubereiten. Wenn dann der große Tag endlich gekommen war, herrschte reges Treiben auf dem Hof. Das Brautpaar und sein Gefolge kamen mit den Kutschen, die von den Nachbarn gelenkt wurden, aus der Kirche und wurden auf dem Bauernhof vom Gesinde und von den vielen Gästen empfangen. In Werne-Schmintrup hat sich die große Hochzeitsgesellschaft von der Tennentür des Hofes Hönnemann zum Foto aufgestellt.

38. In den Monaten Juli und August ist Erntezeit. Während man heute mit dem Mähdrescher über das Feld fährt, das Korn sofort auf den Wagen kommt und eingefahren werden kann, wurde früher das Getreide in mühseliger Kleinarbeit zunächst mit der Sichte oder Sense geschnitten, dann zu Garben gebündelt und, wie auf der linken Bildhälfte zu sehen, zu Garben aufgestellt. Hier sind drei Arbeitsgänge auf einem Bild zu erkennen: zwei .Schnitter mit der Sichte beim Schneiden, die gebündelten Getreidegarben und im Hintergrund die aufgestellten Garben.

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