Das Münsterland in alten Ansichten

Das Münsterland in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Münsterland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0193-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Münsterland in alten Ansichten'

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39. Auf diesem Bild sehen wir eine Bäuerin beim Garben binden. Sie trägt den weiïsen Schlapphut mit blauen Tupfen, der durch Stangen verstärkt einen guten Schutz gegen Sonne und Ungeziefer bot, einen langärmeligen Kittel aus Leinen, damit das Korn nicht so steehen konnte, Wollstrümpfe und die obligatorischen Holzschuhe. Das geschnittene Getreide wurde gebündelt und rnit einigen Getreidehalmen umwunden, meist an zwei Stellen, darnit die aufgestellte Garbe genug Halt hatte.

40. Zur Zeit der Heuernte entstand dieses Foto an der Straße zwischen Münster und Coesfeld. Wir sehen den fertigbeladenen Heuwagen. Um die schwere Last zu befestigen, legte die Bäuerin den 'Wiesebaum' auf. Die beiden vorgespannten Pferde warten bereits darauf, daß sie das schwankende Gefährt über Weiden und Feldwege zum Bauernhof bringen dürfen. Dort wird das 'Fuder' gleich abgeladen und das trockene Heu mit den Heugabeln von der Tenne auf den Dachboden transportiert. Dort lagert es dann bis zum Winter, ehe es heruntergeholt wird und dem Vieh als Futter dient.

41. Die münsterländischen Kinder auf diesem Bild entsprechen der Vorstellung, die man sich von gesunden Landkindern macht. Auf einem Bauernhof war eine hohe Zahl von Kindern die Regel. Aber sie hatten durchaus kein leichtes Leben, da sie kräftig mitanfassen mußten, Die Schulaufgaben kamen daher häufig besonders während der Erntezeit zu kurz. Aber auch morgens, wenn andere Kinder noch schliefen, wurden sie in den Stall geschickt, um beim Melken und Füttern zu helfen. Da der Bauernhof ein reiner Familienbetrieb war, konnte er ohne die Hilfe der Kinder nicht existieren. Diese Situation hat sich bis heute nicht verändert, obwohl es kaum einen Hof gibt, der nicht technisiert ist.

42. Ein Foto aus der Ernte, entstanden auf einem bäuerlichen Anwesen in der Nähe von Freckenhorst, zeigt uns einen zu jener Zeit sehr modernen Selbstbinder, vor den drei Pferde gespannt sind. Einen Moment haben die Beteiligten ihre mühevolle Arbeit unterbrochen, um dem Fotografen Gelegenheit zum 'Knipsen' zu geben. Auch hier sehen wir, daß die ganze Familie, selbst die Kinder, an der Arbeit beteiligt sind, So hat das junge Mädchen, das im Vordergrund zu sehen ist, die Aufgabe, die gebundenen Garben zu überprüfen. Ein Bild, das weniger durch Romantik als durch harte körperliche Arbeit gekennzeichnet ist, die wir uns heute kaum noch vorstellen können.

43. Dreschtag auf dem Bauernhof Grewe zwischen Herbern und Drensteinfurt im Jahre 1934. Die notwendigen Geräte sind bereits eingetroffen. Hinter dem Traktor der eigentliche Dreschkasten, dahinter der Rohrwagen mit den Gebläserohren und der Strohbinder. Im Herbst, wenn die Ernte in der Scheune untergebracht war, kam zum erstenmal der Dreschkasten. Bis zum März/April wurde mehrmals gedroschen. An einem Dreschtag, der morgens um sechs Uhr begann und bis zum spaten Abend dauerte, droschen die Männer, die auf dem Bild vor ihren Arbeitsgeräten stehen, mit Hilfe der Bewohner des Hofes etwa zweihundert Zentner Kom. Am anderen Tag dann ging es weiter zum nächsten Bauernhof, und hier vollzog sich wieder der gleiche Arbeitsprozeß,

44. So idyllisch das Münsterland auch auf so manchem Foto aus Großmutters Album aussehen mag, hinter der scheiribaren Idylle steekt vor allem im Bereich der Landwirtschaft sehr harte Arbeit, die nur der bernessen kann, der das Leben ohne Automation auf einem Bauernhof kennengelernt hat. Jedes der früher zahlreichen Farnilienmitglieder, - auf größeren Höfen nahmen Mägde und Knechte die Arbeit zum Teil ab -, war den ganzen Tag vollauf beschäftigt. Erst im Winter, wenn der starke Frost und hohe Schnee eine Arbeit draußen nicht zuließ, hatte man Zeit, sich ans Herdfeuer zu setzen oder am Webstuhl das Leinen für die Aussteuer der Tochter herzustellen. Unser Bild zeigt einen Bauern vor seinem Hof in der Nähe von Rinkerode, der vor seinem Anwesen einen Zaun repariert.

45. Diese Szene beim Melken macht deutlich, daß noch vor wenigen Jahrzehnten auf dem Bauernhof vieles 'von Hand gemacht' werden mußte. Melkmaschinen oder gar Absauganlagen waren unbekannt. Das Melken war fast ausschließlich Angelegenheit der Frauen, die mit Eimer und Melkschemel 'bewaffnet' zweimal am Tag zur Weide gingen. Die Milch wurde vom Eimer durch ein Sieb in die 'Melkdüppe' gegossen und zum Hof gebracht, wo sie der Milchbauer abholte und zur Molkerei brachte. Während die Frauen mit dem Melken beschäftigt sind, freuen sich die jungen Männer über ihren freien Sonntagnachmittag.

46. Erntezeit - das war auf dem Bauernhof die Zeit des Jahres, in der die bäuerliche Familie 'alle Hände voll zu tun' hatte. Der Selbstbinder, von drei Pferden gezogen, galt damals als große technische Errungenschaft. Der Mann mit hochgekrempelten Herndsärmeln, Hosenträgern und Schirmmütze sorgte dafür, daß die Pferde ihr Tempo und die Richtung hielten, der Mann im Hintergrund nahm die gebundenen Getreidegarben an und legte sie ab, bevor sie in einem weiteren Arbeitsgang aufgestellt wurden. Eine mühsame Arbeit, wenn man bedenkt, daß heute der Mähdrescher alles vollautomatisch erledigt. Das Foto entstand in der Nähe von Dülmen.

47. Das Volksfest zum Anlaß des Erntedankfestes, wie hier in Bockum-Hövel, ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. Das sogenannte Landvolk, Bauern, Gesinde oder Helfer bei der Ernte, fuhren auf einem strohbedeckten Leiterwagen und musizierten, besouders gern mit dem Akkordeon, das heute nur noch selten anzutreffen ist. Nach der Fahrt wurden Reigen getanzt, in die man die Erntekränze miteinbezog. Es ist unschwer zu erkennen, daß solche Veranstaltungen besonders Kinder anzogen, die hier in Schürzen, Matrosenanzügen und knielangen Hosen in der Kleidung der zwanziger Jahre begeistert zuschauen.

48. Am Stadtrand von Drensteinfurt, aber mit in die ehernalige Stadtbefestigung einbezogen, liegt das Wasserschloß Haus Steinfurt. Eine der schönsten Ansichten aus dem Garten heraus zeigt im Vordergrund das alte Wehrtürmchen, das zur Stadtbefestigung gehörte und im Hintergrund das mächtige Torhaus mit der farbigen Backsteinornamentik. Durch das Tor dieses 1585·1591 erbauten Gebäudes gelangte man auf den grotsen Schloßhof mit dem Herrenhaus und den Wirtschaftsgebäuden. Leider fiel das Wehrtürmchen 1944 dem Bombenhagel zum Opfer. Die ganze Anlage wird von großen Wassergräben umgeben, in die die Werse miteinbezogen ist.

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