Das Münsterland in alten Ansichten

Das Münsterland in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Bockholt
Gemeente
:   Münsterland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0193-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Münsterland in alten Ansichten'

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69. Der Hof Holtmann in Borghorst. Mittelpunkt ist das Herdfeuer, über dem der Wasserkessel hängt, Eine kunstvoll hergestellte Kaminplatte hat die Aufgabe, die Wärme in den großen Raum zurückzuwerfen. Am wärmenden Feuer sitzen die Bäuerin und die Tochter. So sah es noch vor wenigen Jahrzehnten auf fast jedem Bauernhof im Münsterland aus, Die Neuerungen der Zeit haben zwar den Raum verändert, doch die ursprüngliche Struktur ist noch zu erkennen. Bis vor wenigen Jahren war die Diele mit der Küche identisch. In der Mitte stand ein großer Eichentisch, an dem viele Personen Platz hatten. Erst die Technisierung in der Küche und der kleinere Personenhaushalt führten dazu, daß die Diele zu einem Durchgangsraum wurde, der keine eigentliche Funktion mehr hat,

70. Der Bliek auf die Tenne des Heimathauses Gescher führt uns zurück in die Vergangenheit. Deutlich ist die Struktur des liindlichen Anwesens zu erkennen: das alte Tennentor, die typischen Sandsteinplatten, die ehemaligen Stallungen unter der Hille, heute Aufbewahrungsplatz für zahlreiche bäuerliche Gegenstände. Holzeggen, Weidenkörbe, die Wannmühle, Bienenkörbe, sie alle sind museale Dinge geworden, die noch vor wenigen Jahrzehnten aus dem Leben und der Arbeit des Bauern nicht wegzudenken waren.

71. So wie früher einmal die münsterländischen Bauernhöfe innen gestaltet und eingerichtet waren, sind sie fast nur noch im Museum zu sehen. Eines dieser Museen ist das Heimatmuseum in Gescher, ein hergerichtetes Kötterhaus, Ein Bliek in die Kammer läßt uns das Leben unserer Eltern und Großeltern schon klarer werden. Im Vordergrund ein Webstuhl, an dem in so mancher Familie nebenberuflich, auch zum eigenen Bedarf, Leinen hergestellt wurde. An der Fensterseite steht die Runddeckeltruhe, in der die Aussteuer der Tochter aufbewahrt wurde, in der Mitte dann der runde Tisch, umgeben von Binsenstühlen. Nach oben hin geben dem Raum mächtige Eichenbalken das Gepräge. Durch die Tür geht der Bliek in eine kleine Schlafkammer.

72. Die größten Höfe im Münsterland (die 'dicken' Bauern) sind die sogenannten Schultenhöfe. Der Bauer, der ihn bewohnt, heißt Schulte. Zu jeder Bauerschaft gehörte ein Schultenhof, auf unserem Bild der Hof Schulze Büren zwischen Drensteinfurt und Herbern. Ihm unterstanden sämtliche Höfe der Umgebung, die Unterhöfe. Die Bauerschaft Büren gehörte seit 1560 zu dem Hause Venne. Die Abgaben, die der Hof Schulze Büren zu leisten hatte, waren: 6 1/2 Thaler Pacht, 1 Thaler Dienstgeld, 1 Rind durchwintern oder 14 Stück Heede spinnen, 1 Jagdhund auffüttern, 2 Schweine, 6 Gänse, 6 Hühner, 12 Spanndienste im Jahr. Erst im späten 19. Jahrhundert konnte sich der Hof von den Abgaben freikaufen.

73. Einen typischen rnünsterländischen Bauernhof hat man sich wie diesen Hof in der Nähe von Rinkerode vorzustellen. Der hohe Giebel, der zur Hofseite zeigt, ist mit Brettern verkleidet. In der Mitte dann das große Tennentor (Niendör), das aus vier Teilen besteht, Die Tür war groß genug, um einern vollbeladenen Erntewagen Einfahrt zu geben, Auf der Tenne konnte dann der Wagen abgeladen werden. Durch eine Luke wurden Heu und Stroh dann auf den Balken gebracht, der sich über die ganze Grundfläche des Hauses erstreckte. Die Gefache des Hauses sind sauber mit Ziegelsteinen ausgemauert, die Balkenkonstruktion ist symmetrisch zum Tor angelegt. Schmuck ist an diesom Hof im südlichen Münsterland nicht zu finden. Doch die schlichte Schönheit, die er ausstrahlt, ist ein Kennzeichen der Häuser dieser Landschaft.

74. Der Ort Ladbergen bildet bereits den Übergang im Norden zum Tecklenburger Land, kann abcr durchaus in unsere Betrachtung miteinbezogen werden, da wir an diesem Beispiel den schnellen Wechsel der Bebauung innerhalb eines kleinen Raumes feststellen können. Von der Struktur her stimmt dieses Bauernhaus weitgehend mit dem münsterländischen überein; jedoch sind bei dem Hof Budde die Gefache weiß verputzt. Auch hier finden wir das große Tennentor als Einfahrt, das Haus wirkt langer, der Giebel niedriger. Nicht mehr mit durchgehenden langen Eichenbrettern, sondern mit kurzen ist der Giebel verkleidet. Dort hangt auch auffällig die Schützenscheibe, die verrät, daß der Besitzer einmal Schützenkönig des Dorfes war.

75. Ein Fenster eines alten münsterländischen Bauernhauses: Während der vordere Teil des Haupthauses für die Ställe verwendet wurde, lag hinter dem Flettbereich die eigentliche Wohnung, die oft aus vielen Kammern bestand. Die Fenster dieser Räume zeigten, wie das abgebildete, zum Garten hinaus. Mit den gerafften Gardinen und den Sprossen, die das Fenster in zwölf kleine Scheiben unterteilt, wirkt es idyllisch, es läßt aber auch die Gemütlichkeit, die Wärme, die hinter den Scheiben verborgen liegt, erkennen. Man spürt förmlich das Leben, das sich hinter dem Fenster in der Kammer abspielte: beispielsweise an langen Wintertagen, wenn gewebt oder an anderen Handarbeiten gearbeitet wurde, wenn die Familie zusammensaß und Zeit hatte, miteinander zu reden.

76. Der Bewohner des Münsterlandes ist gleichsam auch Westfale. Und wenn Heinrich Heine von sentimentalen Eichen spricht, so trifft diese Charakteristik in besenderem Maße auf den 'Mönsterlänner' zu. Zwar stellt man ihn sich gewöhnlich als Landwirt vor, der mit seinem Boden eng verwachsen ist, doch spätestens mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert muß man die allgemein verbreitete Vorstellung von dem Münsterländer schlechthin aufgeben. Wenn wir uns der Klischeevorstellung bedienen, dann nur, um zu zeigen, daß es ihn, den 'typischen' Münsterländer, doch noch gab. Unser Bild zeigt den 86jährigen Theodor Niermann, der an der Gartenseite seines stattlichen Hofes sitzt und mit Holzschuhen und langer Piepe ein Bild aus vergangenen Tagen bietet.

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