Das Netpherland in alten Ansichten

Das Netpherland in alten Ansichten

Auteur
:   J. Verhoeven
Gemeente
:   Netpherland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5267-9
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Netpherland in alten Ansichten'

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A. Das Siegtal aufwärts Dreis- Tiefenbach 1-7 Netphen 8-17

Deuz 18-24 Grissenbach 25-27 Nenkersdorf28-30 Walpersdorf31-33

B. Am Dreisbacn und in seinen Nebentälern Eckmannshausen 34-36

Herzhausen 37-39

Unglinghausen 40-42

Frohnhausen 43-45

Ölgershausen 46-48

C. An der Netphe aufwärts Eschenbach 49-51 Afholderbach 52-55 Sohlbach 56-58

D. Das Obernautal und seine Nebentäler Brauersdorf 59-62

Obernau 63-64

N auholz 65-66

E. Das Beienbachtal Beienbach 67-69

F. Im Werthenbachtal bis zur Höhe des Rothaargebirges Salchendorf 70-72

Helgersdorf73-75

Werthenbach 76-79

Irmgarteichen 80-82

Hainehen 83-86

G. Im Quellgebiet von Sieg, Lahn und Eder Quellen und Forsthäuser 87 -90

EINLEITUNG

Im Netpherland haben bereits vor etwa 10 000 Jahren die Menschen ihre Spuren binterlassen. Hiervon zeugt eine überaus große Zahl von Artefakten aus der Mittleren und Jüngeren Steinzeit, Wertvolle Informationen liefert, neben manchen Siedlungs- und Produktionsstätten, auch ein Urnengräberfeld im Felderdreieck Deuz-Grissenbach-Salchendorf. Grabungen haben bestätigt, daß vor etwa 2 600 Jahren keltische Gruppen hier ansässig waren. Sie schmolzen das Erz, verarbeiteten das Eisen und pflegten Tauschhandel mit germanischen Nachbarstämrnen.

Aufgrund der eingehenden Bodenforschungen ist erwiesen, daß bereits um 600 v. Chr. die Dauerbesiedelung des Siegerlandes begann. Jedoch war das Land nach Abzug der Kelten um Christi Geburt bis etwa zum 5. bis 6. Jahrhundert wohl nur dünn besiedelt. Erst im 13. Jahrhundert tritt die hiesige Gegend durch schriftliche Überlieferung ins Licht der Geschichte. Um 800 war das Siegerland als Glied des fränkischen Staates vermutlich eine Hundertschaft, die allmählich in zwei Verwaltungs- und Gerichtsbezirke aufgeteilt wurde, und zwar in das Netpherland und das Land um Siegen. Nach denselben Gesichtspunkten verfuhr man auch bei der Teilung des ursprünglich einheitlichen Kirchensprengels. Sowohl der Verwaltungs- und Gerichtsbezirk als auch die Großpfarrei Netphen umfaßte das gesamte ehernalige Amt Netphen, einschließlich Wilgersderf. Bottenbach und Hilchenbach.

Als Grundherren nennen die Urkunden die Landesherren (die Grafen von Nassau), den Adel und die Kirchen einschließlich des Klosters Keppel.

Das älteste und bedeutendste Grundherrengeschlecht des hiesigen Raumes waren die 1215 erstmals erwähnten Herren vom Hain auf Burg Hainchen, die in engem verwandschaftlichem Verhältnis zu den Adeligen von Bicken standen und mit ihnen zusammen im 14. und 15. Jahrhundert mehr als ein Drittel des Grundbesitzes der grundherrlichen Rechte in der heutigen Gemeinde Netphen besaßen, man-

che Anteile direkt im Raum zwischen Netphen und Hilchenbach gelegen. Auf Grund dieser Vorrangstellung gilt es als wahrscheinlich, daß die Herren von Bicken und Hain die Erben der einstigen Adelsfamilien von Netphen gewesen sind. Nach über 700jähriger Zugehörigkeit zum katholischen Bekenritnis nahm die Graftschaft Nassau-Sicgen den lutherischen Glauben an und neigte ab 1580 stärker der calvinistischen bzw. reformierten Lehre zu. Durch Johann VIII. erfolgte ab 1623 eine teilweise Rückgewinnung der Gebiete für den katholischen Glauben. Ihre allgemeine Lösung fand die Glaubensfrage durch die Friedensbestimmungen des Dreißigjährigen Krieges (1648), wo die dort verfügtc Glaubensduldung den rivalisierenden Bestrebungen im religiösen Bereich ein Ende zu setzen suchte.

In Netphen selbst bildeten sich ab 1651 zwei Kirchengemeinden mit einem simultanen Kirchengebäude bis in die neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die Katheliken sich eine neue Kirche bauten. Joharm VIII. selbst war im Jahre 1638 gestorben. Ein Teil des Netpherlandes trägt noch heute seinen Namen.

Das Netpherland hat ein recht wechselvolles Schicksal gehabt, gure und schlimrne Zeiten. Frieden und Fehden wechselten sich ab. Vor allem das 17. Jahrhundert brachte große Unruhen in das Land. Sie begarmen. als Graf Wil helm von Nassau Führer der Niederländer im Kampf gegen Spanien wurde. Er benötigte erhebliche Geldrnittel, die ihm sein Bruder, Graf Johann der Ältere von Nassau-DillenburgSiegen, damals zur Verfügung stellte für die Kriegsführung. Zur Sicherstellung der Darlehen mußte er sein ganzes Land verpfänden, darunter auch die Gemeinde Netphen für 9 000 Gulden. Die drückenden Steuerlasten ließen das Land und die Bevölkerung vollends verarmen. Die Lage verschlimmerte sich weiter nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. In der zweiten Hälfte des Krieges mußte das Netpherland wiederholt Truppendurchmärsche , Einquartierungen und damit verbundene Ausschreitungen ertra-

gen. Von 1635 bis 1637 wütete die Pest.

Anno 1742 fielen sämtliche nassauisohen Lande nördlich der Lahn an den Prinzen Wilhelm Karl Friso von Oranien, Fürst von Nassau-Dietz und Erbstatthalter der Vereinigten Niederlande, wonach das Netpherland nun nicht mehr nur Teil des winzigen Fürstentums Nassau-Siegen, sondern auch des dann größeren oranischen Staates war. Napoleon schlug das ganze Siegerland dem neu gegründeten Großherzogtum Berg zu und ließ es nach französischem Muster verwalten. Netphen mit den Landbürgermeistereien Hilchenbach, Ferndorf, Netphen und lrmgarteichen, wurde neben Siegen ein Kanton des Arrondissements Siegen.

Das Großherzogturn Berg wurde jedoch schon 1813 wieder aufgelöst, wobei das Netpher Gebiet vorübergehend an den Prinzen von Oranien zurückkam, bis dieser 1815 König der Niederlande wurde und auf seine deutschen Stammlande verzichtete. Nach einer einjährigen unsinnigen Teilung des Netpherlandes (der Norden mit Netphen an Preußen der Süden an das Herzogtum Nassau südlich der Lahn) erfolgte 1816 die Übernahme des gesamten, von Natur und Geschichte zum Einheitsraum bestimmten Gebietes durch Preußen. Damit war das Amt Netphen ein Teil des aufstrebenden preußischen Staates geworden, unter dessen Verwaltung bald ein beachtlicher wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung einsetzte.

Mit der fortschreitenden Industrialisierung im 20. Jahrhundert verloren die Gemeinden des Amtes Netphen allrnählich ihren bäuerlichen Charakter und entwiekelten sich zu aufstrebenden Gemeinwesen, die mit einer Vielzahl von Industrie-, Handels- und Handwerksbetrieben der verschiedensten Branchen ihren Einwohnern heute eine Reihe solider Arbeitsplätze bieten.

Die sprunghafte Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg gab Anlaß, sich von den überkommenen Gemeindegrenzen zu lösen und im ganzen Siegerland Großgemeinden zu bilden. Durch das zweite Siegerlandgesetz entstand ab 1. Ja-

nuar 1969 die heutige Gemeinde Netphen, die sich im wesentlichen aus den Gemeinden des vorherigen Amtes Netphen zusammensetzt und 21 Ortschaften umfaßt. Die Gesamtfläche der Großgemeinde Netphen beträgt seitdem 137,34km2.

Netphen heute. Am Südhang des Rorhaargebirges, an der oberen Sieg mit ihren Nebenbächen, in der herben Schönheit des 'Landes der tausend Berge' liegt die Gemeinde Netphen. Schmucke Dörfer, städtebaulich moderne Siedlungen, neuzeitliche Sport- und Freizeitanlagen, harmonisch eingeordnete Industriebetriebe sowie ansprechende Fremdenverkehrseinrichtungen inmitten einer reizvollen Landschaft prägen das Bild dieser Großgemeinde. Schon der Höhenunterschied von Dreis-Tiefenbach (ca. 260 m) bis zum Jagdberg (674 m nahe dem Lahnhof) weist auf die landschaftliche Eigenart des Netpherlandes hin. Auf den Höhen, die eine natürliche Grenze zum Wittgensteiner Land bilden, entspringen Sieg, Lahn und Eder.

Wirtschaftsstruktur. Maschinenbau-, Eisen-, Blech- und Metallverarbeitung, Hoch- und Tiefbau, Sägewerke, Holzverarbcitung, Land- und Forstwirtschaft, Fremdenverkehr, Einkaufszentrum Netphen.

Schulen in der Gemeinde Netphen. Ein Gymnasium, eine Realschule, zwei Hauptschulen, sieben Grundschulen und eine Sonderschule.

Einwohner. Am 30 . Juni 1991: 24 028 Personen. Straßenverkehrsanbindungen. Bundesstraße 54 und 62, Autobahn A45.

Eisenbahnlinien, Dortrnund-Siegen-Frankfurt, Siegen-

Köln, Sicgen-Marburg.

Die dargestellten Ansichten sind überwiegend von alten Postkarten entnommen. Die Vorarbeit wurde von Ewald Reber (t) geleistet. Die Zusammenstellung besorgte Josef Verhoeven , der auch die Texte verfaßt hat.

GEMEINDE NETPHEN

Bereits im Mittelalter war Netphen Urpfarrei und Kirchspielort sowie Gerichts- und Arntssitz. Das Netphener Arnts- bzw. Gemeindesiegel mit dem springenden Eber war schon Gerichtssiegel der Schöffen von Netphen und Irmgarteichen von 1467 und ist somit wohl das älteste Siegel dieser Art im Siegerland. Das heutige Gemeindegebiet ist nachstehend dargestellt mit Ansichten aus den Jahren 1870-1930.

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aus t:iefenbach.

DASSlEGTALAUFWÄRTS

1. DREIS-TIEFENBACH liegt an der Einmündung des 'Dreisbaches' in die 'Sieg'. Erste Erwähnung entsprechend dem 'Siegener Urkundenbuch' für Dreisbach irn Jahre 1300 und für Tiefenbach im Jahre 1489. Geographisch ist der Ort das Tor zum Netpherland. Wie der Doppelname zu erkennen gibt, besteht die Ortschaft aus Dreisbach und Tiefenbach. Zusätzlich ist noch der Ortsteil Wernsbach zu erwähnen, der bereits seit 1461 in den Steuerschätzungen der Gemeinde aufgeführt ist. Etwa zu dieser Zeit setzte eine industrielle Entwicklung ein, die in dem weiten Tal zwischen Dreisbacher Berg und Alter Burg den Ortsteil Tiefenbach entstehen ließ. Das Bild aus dem Jahre 1901 zeigt die noch unbebaute Talaue mit der katholischen Kapelle von 1863. Das Gasthaus Moll, später Wagener, war vom damaligen Vereinsleben geprägt.

2. Die Dreis-Tiefenbacher Bürger lebten in den letzten Jahrhunderten vornehmlich von der Landwirtschaft, der Niederwaldnutzung, Köhlerei und Weberei. Dann allerdings änderte sich die Struktur, und die Landwirtschaft wurde nur noch als Nebenerwerb genutzt. Der Haupterwerb lag bei der Hüttenindustrie im nahen Hüttental. In Dreis-Tiefenbach wurden die ersten Betriebe bereits im Mittelalter gegründet, jedoch siedelten sich die beschäftigungsstarken Unternehmen erst in diesem Jahrhundert an. In der Nähe des in den zwanziger Jahren abgebildeten Betriebes Siegener Eisenbahnbedarf (Heute ABB Henschel) bestand schon 1417 die Dreisbacher Blashütte.

3. Aus dem Jahre 1920 stammt diese typische Straßenszene vom Ortsteil Tiefenbach. Links im Bild sieht man die Heitze Schmiede. Zwischen der Schmiede und dem Haus Bellmächersch fließt, abgesichert durch ein schmiedeeisernes Geländer, der Dreisbach. Das Haus Bellmächersch (später Heitze) hat seinen Namen von einer Berufsbezeichnung abgeleitet. Die früheren Bewohner dieses Hauses fertigten Blasebälge für Hütten und Hämmer an. In der Mitte steht das Haus Johanns, ein altes Bauern- und Hüttengewerkehaus. Es wurde durch Erbschaft geteilt. Dabei entstand für den einen Teil die Benennung 'näwe a die' (die nebenan). Auf diese Weise wurde der Hausname 'Näwe" geboren. Der rechte Teil des Doppelhauses hatte im Jahre 1920 das letzte Strohdach in Dreis-Tiefenbach,

4. Eine alte kirchliche Urkunde 'sedes in Nepphe' (um 1300) beschreibt die Abgabepflicht der Mühle in Drisphe an das Erzbistum in Mainz. Diese Mühle war bis zum Jahre 1816 Eigentum des Landesherren. Alle umliegenden Orte durften ihr Getreide nur in dieser Bannmühle mahlen lassen. Der ehemaligen St.-Leonhard-Kapelle stand das Recht der Erhebung des Zehnten zu. Dem Pastor in Netphen war die Mühle alljährlich zu Martini zwei Malter Korn (16 Ztn.) schuldig. 1914 entsprach dieses Korn dem Wert einer geringen Kuh. Dem damaligen Mühlenbesitzer Flender gelang es, die jährliche Pachtratenlieferung abzulösen, indern er die zehnfache Jahrestaxe in Goldmünzen zahlte. Bis zum heutigen Tage wird noch die alte Wassermühle von dem jetzigen Besitzerehepaar Basemann betrieben.

5. Dieses Bild zeigt eine Teilansicht des alten Ortskcrnes Dreisbach, betrachtet vom Heckersberg. Die 1836 aus Bruchsteinen erbaute Siegbrücke wurde 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört. Im Hintergrund ist der noch unbebaute Dreisbacher Berg zu erkennen. Außer der historischen Siegbrücke sind fast alle Häuser in der gleichen Ansicht bis heute erhalten geblieben. Ein vor wenigen Jahren umsichtig geplanter Straßenausbau hat bewirkt, daß dieser geschlossene alte Ortsbereich nicht dem Autoverkehr zum Opfer fiel.

6. Jahrhunderte lang war die St.-Leonards-KapelJe im Ortsteil Dreisbach der Mittelpunkt des geistlichen und geistigen Lebens in Dreis-Tiefenbach. Wahrscheinlich wurde sie schon im 14. Jahrhundert erbaut. Die Einflüsse von Reformation und Gegenreformation spiegelten sich auch in der Geschichte der Kapelle wider. Erst der Westfälische Friede von 1648 brachte die Gleichberechtigung für beide Konfessionen, so daß die St.-Leonhards-Kapelle von 1651 ab, als simultan galt. 1789 wurde ein Schulzimmer an die Kapelle gebaut. Im Jahre 1890 mußte sie einem größeren Schulgebäude weichen. Neben der Kapelle stand das Wahrzeichen des Ortes, die Jung-Stilling-Linde. Sie wurde auf ein Alter von etwa 700 Jahren geschätzt. Leider wurde dieses Naturdenkmal in den achtziger Jahren dem Straßenbau geopfert.

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