Das Siegerland in alten Ansichten

Das Siegerland in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Siegerland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1032-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Siegerland in alten Ansichten'

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4. Während in den Talgrunden die Kamine der Hochöfen ihre Feuersäulen gen Himmel senden, die ganze Gegend bei dem ununterbrochenen Getöse der Hammerwerke im Einbruch der Nacht von der Höhe gesehen einen wahrhaft dämonischen und feierlichen Charakter annimmt, tönt im oberen Tal, besonders auf den Bergen, in ihren Halden und Mulden, das Horn der Hirten, klingen die Glocken der Herden, überrascht uns ein wahres Alpenleben, so bedeutend ist die Viehzucht. Mit dem Ruf des Kuckucks zieht der Siegener Senne jeden Tag mit seinen Herden hinaus, führt sie allabendlich heim und kehrt erst Anfang Oktober, am Michaelistag, wenn die Matten abgetrieben sind, zum überwintern zurück, eines feierlichen Empfanges gewiß. Die Bewohner der einzelnen Dörfer ziehen ihrem Hirten entgegen, nehmen ihm sein Geläute ab, welches als Trophäe an einer Stange der heimkehrenden Herde vorangetragen wird. Aus den Forsten schallt die Axt des Holzhauers und in den Lichtungen baut der Köhler seine Meiler, die an allen Enden dampfen. Der zehn bis zwölf Fuß hohe Meiler wird über einer Grube um die in der Mitte derselben errichteten Quendelstange aus drei bis sechs Fuß langem Knittelholz erbaut. Wenn der Holzstoß geschichtet, wird derselbe mit Rauchdachen (Rasen und Moos) umhüllt und rings um den Meiler ein Mantel von feiner Erde festgestampft. Oben in diesem Mantel sind die Zuglöcher angebracht. Die Quendelstange wird, nachdem der Meiler so vollendet, herausgezogen und das Holzschichtwerk von oben herab angezündet, Die Hauberge sind mit Laubholz bestandene Niederwaldungen, welche nach der Haubergsordnung von 1834 in bestimmten Fristen bis auf die Wurzel abgetrieben, der Boden um dieselben aufgehackt und mit Buchwaizen oder Roggen bestellt, nach dessen Ernte aber fünf bis sieben Jahre gehegt und bis zur Wiederabholzung als Viehweide benutzt werden. An Laubholzarten kommen darin vor Eichen, Birken, Erlen, Hainbuchen, Ahorn, Espen, Haseln und bisweilen auch wilde Obstbäume. Eichen und Birken sind jedoch vorherrschend und je nachdem spricht man von Eichen- und Birkenhaubergen.

5. Nach der vom Siegener Landesfürsten Friedrich Wilhelm Adolph 1702 eingeführten 'goldenen Jahn-Ordnung' sind alle Hauberge einer Ortsgemarkung konsolidiert und in fünfzehn oder zwanzig Haue oder Scharen, wie man die Schläge nennt, eingeteilt, von denen jedes Jahr nur einer abgetrieben werden soll. Hinsichtlich der Nutznießung ist das Ganze in Stammjähne oder gleiche Parzellen abgeteilt, an welchen jeder einzelne Haubergbesitzer nach Ruten, Albus, Pfennigen, Bechern und Maßen Anteil hat. Ende April werden die Haue im Stammjähne geteilt und diese verloost. Nach dieser Verlosung kann derjenige das Jähne, welches ihm zugefallen, auf zwei Jahre als Eigentum benutzen, abholzen und mit Frucht bestellen, nach deren Ernte das Ganze wieder Gemeinschaftseigentum wird, um beim nächsten Hau wieder in obiger Weise geteilt zu werden. Die ungeteilten kleinen Stücke werden unter dem Namen 'Sauf-Ecken' im Wirtshaus an den Meistbietenden der Haubergberechtigten versteigert und der Ertrag in Gemeinschaft verjubelt. Zuerst wird in den Haubergen Anfang März gestraucht oder der Hain geräumt, also die Reiser an den jungen Stämmen abgehauen und fortgeschafft. Außer den Samenriedeln wird alles Holz bis auf den Boden entfernt. Ende April muß dieses Geschäft beendet sein, nur in den mit Eichen bestandenen Bergen, deren Rinde als Lohe Verwendung findet, dauert es bis Ende Mai. Nachdem alles Holz aus dem Hau geschafft ist, wird die ganze Oberfläche desselben behackt. Soll der Hain mit Buchwaizen besamt werden, der gegen die Mitte des Juni gesät wird, so werden die abgehackten und getrockneten Rasen zu Ende Mai verbrannt, soll aber der Hain mit Roggen besät werden, verbreitet sich der Duft der Feuerchen im Juli und August.

Das Schälen der Lohe geschieht mit dem Loheisen von unten herauf. Nachdem die Rinde am Stamm getrocknet, wird sie abgerissen und in Bürden gebunden, den Gerbereien des Siegener Landes zu eineinhalb bis zwei Gulden verkauft. Nicht nur, daß die Hauberge als Wald, Fruchtland und Viehweide nützlich sind, sie mildem auch die rauhe Kälte der Hochwälder.

Unser Bild: Lohschälen im Hauberg.

6. Bevor wir die Besitzungen des Geschlechtes Hatzfeldt im Wildenburger Land besuchen lassen wir uns vom Rentmeister in Schönstein noch einige historische Bemerkungen machen und haben unseren Ausflug an die Nister nachzutragen. In einer Urkunde aus dem Jahre 1299 heißt es, die Gräfin von der Mark und deren Großmutter aus den Häusern Arberg und von Holte wären in Folge eines Erbfalls eigentlich Eigentümer von Schönstein und dem Dorf Wissen. Der Erzbischof Wichbold von Holte (1297 bis 1304) behauptete dagegen, er sei der Eigentümer, da diese seit dem 13. Jahrhundert unter der Obhut des Erzstiftes Köln gestanden. Am 5. September 1299 kam es zu einem Vergleich, wonach der Graf Everhard von der Mark für sich und seine Nachkommen auf ewige Zeiten seine sämtlichen Rechte an Schönstein und Wissen gegen eine Entschädigungssumme von viertausend Mark an das Erzstift abtritt. Köln belehnte daraufhin die Herren von Wildenburg mit dem Schloß, deren letzte Dynasten um 1420 ausstarben und ihrer Schwester Jutta das Erbe zufiel, welche das Besitztum durch Verheiratung mit Gotthard von Hatzfeld zur Akquisition bereitete. Kraft eines vom Kaiser Maximilian II. 1575 erteilten Privilegs, gelangten die Grafen von Hatzfeldt zur Reichsunmittelbarkeit und Selbständigkeit des Territoriums. Die Familie scheint sich um ihr kleines Ländchen wohl verdient gemacht zu haben. Außer reichlichen Stiftungen gründete sie in Wissen für zwölf der ältesten und ärmsten Einwohner der Bürgermeisterei ein eigenes Hospital.

Während des Dreißigjährigen Krieges wäre Schönstein beinahe das Opfer eines geplanten überfalles von Marodeuren geworden, doch scheiterte der Plan an der Aussage eines Knaben, den sie in das Schloß geschickt, und der ihnen in der Nacht eine Pforte öffnen sollte. Die Spitzbuben fanden die Pforte auch wirklich offen, doch als der letzte von ihnen den Burgbezirk betraten, zeigte sich dem Gesindel eine große Anzahl Bewaffneter im von Fackeln erleuchtetem Hof und sie wurden alle gefangen und später aufgehangen.

Unsere Aufnahme zeigt das durch eine über den Graben führende steinerne Brücke erreichbare Torgebäude des Wasserschlosses Crottorf.

7. Gleich unterhalb des Dorfes Wissen folgten wir den wildromantischen Windungen des Nistertales und fühlten uns bald vom Anblick der in einem malerischen Grund gelegenen Zisterzienserabtei Marienstatt überrascht. Irn Jahre 1215 gründeten Mönche aus Heisterbach in Kirburg auf den Höhen ein Kloster, welches eine Stiftung des Eberhard Burggraf von Arberg war. Wegen des rauhen Klimas wurde die Not der Mönche bald so groß, daß sie beschlossen, ins Siebengebirge zurückzukehren. Doch der Abt mahnte zum Ausharren und ordnete ein dreitägiges Gebet an, um Rat vom Himmel zu erflehen. Da erschien ilun des Nachts eine holdselige Jungfrau mit einem blühenden Hagedornzweig und forderte ihn auf, mit seinen Brüdern nach der Nister zu ziehen und dort das Kloster zu gründen, wo sie in dieser Winterzeit einen ähnlichen blühenden Dornzweig finden würden. Nachdem der Abt dem Konvent von dem Traum erzählte, kam man überein, diesem Ansinnen zu folgen. Lange suchten sie vergebens nach dem blühenden Strauch und wenn ihnen einen Gegend gefiel, fanden sie den Hagedorn nicht und setzten ihre Pilgerstäbe weiter. Endlich gelangten sie in eine wüste Einöde, in deren Mitte ein Hagedorn trotz Schnee und Eis in Blüte stand und hier gründeten sie 1221 das Kloster an seiner heutigen Stelle.

Doch erst 1227 wurde der Grundstein gelegt, nachdem Graf Heinrich Ill, von Sayn den Mönchen den Grund und Boden geschenkt hatte. Es währte aber noch fast ein Jahrhundert (1324), daß am Tag Johannes des Täufers unter dem Abt Wigant II. von Greifenstein, in Beisein vieler Prälaten und Edlen der Umgegend, die Kirche eingeweiht wurde. Der Bau ist in seiner Anlage originell, eine dreischiffige, kreuzförmige, siebenjochige Basilika, mit polygon geschlossenem Chor, an dessen Umgang sich sieben halbrunde Kapellen reihen. An der Ostseite der Kreuzarme, welche mit spätromanischer Glasmosaik verziert, findet sich auf jeder Seite eine viereckige Kapelle angebaut. Der Chor und die Querschiffe sind zum Teil frühgotisch, so auch die reichgeschnitzten Chorstühle und der Abtsitz. Siebzehn Altäre schmücken die Kirche, deren Äußeres einfach und ernst gehalten ist. Der Zisterzienserorden hat seine Klostersitze meist glücklich gewählt und sich durch Gehorsamkeit, Keuschheit und Demut, Fleiß und Arbeitsarnkeit ausgezeichnet.

Unser Bild: Vom Torweg in Crottorf führt eine zweite Brücke über den inneren Wassergraben in die Vorburg, welche jetzt als Wohnung der Dienerschaft, sowie für Ställe und Remisen hergerichtet ist.

8. Wer nur irgend Sinn für das Wildromantische hat, sich einige Stunden des wechselreichsten Weges nicht verdrießen läßt, dem raten wir von Schönstein aus zu einem Ausflug in die Herrschaft Wildenburg. Bei der Station Wissen gelangen wir über die Sieg und können hier entweder der Straße landeinwärts folgen oder die dem Fluß zueilenden Bächlein als Wegweiser nehmen. Bergauf, bergab, führt uns der Weg durch stille Waldeinsamkeit, wo nur der Specht geschäftig arbeitet, unser Tritt Hirsch und Reh aufscheucht, wo uns in anmutigen Wiesengründen die Rinnsale die Mährchen des Waldes erzählen, in den Sommermonaten bis spät in den Herbst eine reiche Flora blüht.

Der Hof Crottorf war zu Ende des 13. Jahrhunderts im Besitz der von Seelbach, genannt von Krutdorf, einem Zweig der in dem sogenannten 'Freien Grund' beheirnateten von Seelbach, einer Adelsgenossenschaft. Der Hof war ein Lehen von Wildenburg. Bei seiner Heirat mit Katharina von Hatzfeldt im Jahre 1424 erlangte Christian von Seelbach die Aufhebung der Lehnseigenschaft. Sein Enkel Johann erbaute das Schloß Crottorf und da er 1563 starb, ist dessen Errichtung um die Mitte des 16. Jahrhunderts anzusetzen. Die Tochter Katharina brachte dasselbe ihrem Gatten Wilhelm von Hatzfeldt, Herrn zu Wildenburg (gestorben 1569) zu. Es ist seitdem in Hatzfeldt'schem Besitz geblieben. Gothard lIl. von Hatzfeldt begründete die Linie zu Crottorf, die 1635 in den Reichsgrafenstand und 1748 in den Reichsfürstenstand erhoben wurde. Als diese 1794 mit Fürst Franz Friedrich Cajetan ausstarb, beerbten ihn die Linien von Hatzfeldt zu Werther-Schönstein und zu Wildenburg-Weisweiler. Das zwischen bewaldeten Höhen im Wissertal malerisch gelegene Schloß ist eine Wasserburg, deren äußere Gräben und Umfassungsmauern ungefähr die Form eines Rechtecks haben, das sich von Südwesten nach Nordosten erstreckt. Die alte Umfassungsmauer hatte auf der Innenseite Blendarkaden mit Schießscharten und einen gedeckten Wehrgang; in ihrem Verlauf standen fünf ungewöhnlich groß dargestellte Rundtürme mit Schießscharten und Rundbogenfries. Ein Teil der an der Westseite stehenden Mauer wurde im Jahre 1935 wegen Baufälligkeit niedergelegt und in der alten Form wieder aufgebaut.

Unsere Bilder zeigen Hermann von Hatzfeldt (gestorben 1600) und seine Gattin Margarethe, nach im Jahre 1587 von dem Künstler Herrnann tom Ring (1521-1599) angefertigten Gernälden.

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