Das Siegerland in alten Ansichten

Das Siegerland in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Siegerland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1032-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Siegerland in alten Ansichten'

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9. Das ehemalige Jagdzimmer bildet eine Art Vestibül, deren Decke sich bemerkenswert wegen der Stukkaturen von Domenico Rosso aus dem Jahre 1661 hervorhebt, welche 1927 vom Bildhauer Spielmann aus Wiesbaden restauriert wurden. über der zum Ahnensaal flihrenden Tür sehen wir zwei ineinander verkämpfte Hirsche mit echten Geweihen. Nach Nordosten schließt sich der langgestreckte, die ganze Hofseite einnehmende Ahnensaal an, dessen Decke ebenfalls in Stuckbehandlung, mit Götterfiguren, Trophäen und Rankenwerk geschmückt ist. Hier findet sich auch das Bildnis der Margaretha von Hatzfe1dt (gestorben 1624) aus dem Jahre 1587, nach dem Monogramm von demselben Meister wie das vorgenannte Gemälde. In der Bibliothek erfreut uns ein Kamin mit schwarzer Marmorumrahmung, worin das Ehewappen von Hatzfeldt und von Kesselstatt (Graf Sebastian von Hatzfeldt, welcher sich 1685 mit Anna Ursula Elisabeth Freiin von Kesselstatt vermählte) erkennbar ist. Nordwestlich steht bei dem Ahnensaal die Kapelle mit schmalem, dreiseitigern Altarraum, der nach außen als Erker hervortritt, und mit prächtigem, wohl auch von Domenico Rosso hergestellten Stuckgewölbe ausgestattet ist. Eine Inschrift auf Pergament erinnert an den Aufenthalt des Nuntius Bartholomaeus Pacca auf dem Schloß (9. Oktober bis 4. November 1794) während dem er eine Pontifikalmesse in der Kapelle feierte. Vor der Südwestseite des Schlosses stand außerhalb des Wassergrabens ein nicht mehr vorhandenes zweigeschossiges Gebäude mit je einem vortretenden Flügel an den Enden der dem Schloß zugewandten Seite. Die großen Tore weisen auf Wirtschaftsgebäulichkeiten hin, im Obergeschoß waren es wohl Verwaltungs- und Dienerräume. An der Nordwestseite hat sich ein kleiner barocker Gartenpavillon mit barocker Haube erhalten, in den alten Gartenanlagen mit ihren Beeten und zu Pyramiden und Vasen geschnittenen Sträuchern befanden sich zu Ende des 16. Jahrhunderts zwei solcher Pavillons. Nach einer Inschrift über dem Portal der katholischen Grabkapelle der Fürstenfamilie, wurde diese 1701 von der Gräfm Anna Elisabeth errichtet und 1895 erweitert.

10. Die Südseite der Anlage beherrscht das nur wenig aus der Flucht der Umfassungsmauer vortretende Torgebäude, welches im Grundriß rechteckig ist und drei Geschosse mit geschweiftem achtseitigem Zeltdach und Uhrtürmchen hat. Der Torweg ist mit Schießscharten beiderseits besetzt und das alte Holztor mit Schlupfpforte und schlichtem Eisenbeschlag, ebenso das rückwärtige Holztor. Auf der Eingangsseite befindet sich an der Süd- und Westecke je ein Rundturm, den Eingang zur Vorburg beherrschend, unten mit Schießscharten, zweigeschossig, mit achtseitigen Kegeldächern, welche mit Zahlen in den Wetterfahnen auf die Jahre 1675 und 1678 datiert sind. Im Innern der Vorburg zeigt der Südwestflügel ein Geschoß aus Bruchsteinen mit Fugenputz; bei den beiden anderen Flügeln ist das Erdgeschoß aus unverputzten Bruchsteinen, das Obergeschoß in Fachwerk. Der nordwestliche Flügel mit je zwei hübschen Fachwerkerkern im Obergeschoß an der Innen- wie an der Außenseite. Auf dem einen Erker befindet sich eine Sonnenuhr des 18. Jahrhunderts. Der Eingang zur Vorburg zeigt eine ähnliche Portalrahmung wie am Torbau, wo sich auch hier noch die alten Holztore mit Schlupfpforten finden. Von der Vorburg führt dann eine Brücke in die nordöstlich gelegene, noch einmal von Wassergraben umgebene Hauptburg. Sie besteht aus drei zweigeschossigen Flügeln mit Mansardgeschossen, einem tiefen, auf der Nordwestseite und den auf seiner Südostseite anschließenden zwei schmäleren, alle drei einen Hof umgebend. An der Hofseite des Südwestflügels im Erdgeschoß ein mit drei korbbogigen Arkadenbögen auf Pfeilern mit Kämpfern geöffneter Gang. An den vier Ecken der Hauptburg tritt je ein zweigeschossiger Turm vor, bekrönt von barocker Haube mit Laterne. Die Türme sind in den unteren Geschossen rund, während das oberste beschieferte Geschoß, das die Mansarddächer der Flügelbauten fortsetzt, polygonal ist. Das Innere des Schlosses wurde im Jahre 1927 einer gründlichen Wiederherstellung unterzogen. Damals wurde vom Torweg aus ein neuer Eingang angelegt, durch den man in den Nordwestflügel hineingelangt.

11. Unmittelbar beim Schloßpark liegt die im 16. Jahrhundert von Johann von Seelbach erbaute Mühle, ein eingeschossiger Bau in verputztem Bruchstein, mit hohem Dachgeschoß in Fachwerk mit Satteldach. Von Crottorf ziehen wir nach Friesenhagen, dessen Kirche noch schöne Denkmale der von Hatzfeldt'schen Familie aufzuweisen hat. Kirche und Franziskanerkloster waren ein fromme Stiftung dieser Familie, doch scheint es, daß die Mönche es wohl mitunter an der respektvollen Achtung gegen ihren Landesherrn und Patron haben fehlen lassen, denn das Archivauf dem Schloß Schönstein bewahrt noch einige Akten betreffend die Mißhandlung des Grafen Melchior Gottfried von Hatzfeldt durch die franziskaner Mönche zu Friesenhagen, aus welchen sich ergibt, daß diese bei Gelegenheit einer Kirmes 1660 nicht gar säuberlich mit dem Herrn Grafen umgesprungen sind.

Die romanische Kirche war eine dreischiffige Basilika mit noch erhaltenem Westturm. Im Jahre 1740 wurde eine barocke Umgestaltung des Langhauses vorgenommen. 1751 wurde die Kirche durch einen Brand betroffen, dem die Glocken zum Opfer fielen; damals brannte auch der vorbarocke Helm des Turmes ab. Auf Bitten der von Hatzfeldt kamen Franziskaner von Limburg nach Friesenhagen. Sie hatten 1637 noch kein besonderes Klostergebäude. 1643 wurden neue Patres berufen, doch wird vom Neubau eines Klosters erst 1742 bis 1744 berichtet. Es handelte sich um ein langgestrecktes, zweistöckiges Gebäude aus Bruchstein von zehn Fensterachsen und mit zwei schlichten Türeingängen auf der Nordseite. Im Innern das Refektorium im Erdgeschoß, mit barocker stuckierter Decke. Die ehemalige Kapelle ist jetzt als Küsterwohnung eingerichtet, das Kloster dient als katholisches Pfarrhaus. Die Kapelle 'Annae matris' auf dem Blumenberg ist ein Bruchsteinbau wohl des 17. J ahrhunderts, ebenso wie die Kapelle 'Mariae dolorosae' bei Wildenburg.

Unser Bild zeigt die Dorfstraße in Friesenhagen, unter deren Häusern das Gebäude der fürstlichen Forstmetsterei (links) bemerkenswert ist; ein zweigeschossiger Putzbau des 18. Jahrhunderts, In der Sammlung des Herrn Forstmeisters Eggert befindet sich eine Anzahl Waffen und Rüstungen, darunter mehrere mittelalterliche Schwerter, Helme, Panzer, Degen, Gewehre und Pistolen, von denen eine des 17. Jahrhunderts mit eingelegten Jagdszenen in Elfenhein geschmückt ist,

12. Von Friesenhagen, dessen Revier verschiedene Gruben aufzuweisen hat, gelangen wir bald zu der äußerst romantisch gelegenen Ruine von Wildenburg, dem ein ärmliches Dorf überragenden Stammschlaß der Herren von Wildenburg. Die Veste erhob schon im 13. Jahrhundert ihre festen Mauern und Warten, denn 1239 wird Graf Gerardus de Wildenburg als Getreuer des Kölner Erzbischofs bezeichnet, der 1247 dem Grafen Adolf von Berg Lehnsgefolgschaft gelobt. Um 1380 war die Burg im Besitz von Hermann und Johann von Wildenburg, welche ihr Schloß und Land dem Erzbischof von Trier 'verbanden' und versprachen, nichts gegen das Erzstift zu unternehmen. Dasgleiche übermitteln 1411 auch J ohann und Hermann, die Söhne des vorgenannten Hermann, dem Erzbischof von Köln, wobei sie den Fall eines Streites zwischen dem Erzstift und dem Grafen von Sayn, ihrem Lehnsherrn, ausnehmen. Als das Geschlecht 1418 in männlicher Linie ausstarb, fielen Burg und die sich auf das Kirchspiel Friesenhagen erstreekende Herrschaft an die Erbtochter Jutta, späterhin an den Sohn Godhard aus deren Ehe mit Johann von Hatzfeldt, welcher 1420 mit einem von dem Grafen von Sayn eingesetzten Amtmann von Birgel als Herr der Wilden burg genannt wird. Die Veste kam dann in den Alleinbesitz von Hatzfeldt.

Napoleon gab im Jahre 1806 Joachim Murat die Anweisung die reichsunmittelbare Herrschaft mit Berg zu vereinigen und Wildenburg bildete einen Kanton in dem 1808 errichteten Siegdepartement des Großherzogturns Berg. Mit diesem kam es 1815 an Preußen, dessen König durch eine Kabinettsordre 1821 Schönstein und Wildenburg zu einer Standesherrschaft erhob. Besitzer der Veste ist Fürst Hermann von Hatzfeldt auf Schloß Crottorf. Die um 1830 noch unter Dach befindliche und bewohnte Burg ist in den späteren Jahrzehnten als Steinbruch benutzt worden, sodaß der größte Teil derselben heute Ruine ist. Der einstige Zustand läßt sich jedoch noch durch manch alte Ansicht (wie unser Gemälde von Eduard Wilhelm Pose 1840) erahnen. Es handelte sich um eine umfangreiche, auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Bergspom gelegene Anlage, welche den hier vorbeiführenden Hileweg, die spätere Eisenstraße, beherrschte.

13. Der Zufahrtsweg führt von dem Dorf Wildenburg, an der Südostseite des Berges beginnend, hinauf. Auf der ansteigenden Höhe lag ein nicht mehr vorhandener Eingang, von welchem an gleicher Seite des Weges eine gerade Mauer auf einen mit dem Obergeschoß erhaltenen Halbkreisturm aus unverputztem Bruchstein, mit rundbogigem Eingang auf der Nordwestseite und Schießscharten, führte, An der anderen Seite des Weges eine polygonal nach Nordwesten umbiegende Mauer eines Zwingers. Gegenüber dem Turm der Rest eines auf einer Mauer ruhenden rechteckigen Gebäudes, vormals die Kapelle enthaltend, in das von unten eine durch rundbogigen Eingang zugängliche; in die Mauer gelegte Treppe hinaufführt. Es muß sich dabei um ein Gebäude mit unregelmäßig angeordneten Fenstern und Mansarddach gehandelt haben, dessen Giebel über ein sich anschließendes Haus ragte, von welchem sich ein bescheidener Rest erhalten hat. An jenes schloß sich in gleicher Dachhöhe ein dritter massiver Bau an. Vor diesem letzteren war eine Durchfahrt in den Burgweg. Im Südwesten befindet sich der Rest eines runden Turmes mit Kamin und vermauerten Schießscharten. Die Turmmauer gelangt hier in ebensolche eines rechteckigen Zwingers, dessen Mauem noch weitgehend erhalten sind. Im Westen des Zwingers war unter teilweiser Verwendung desselben ein barockes Gebäude angefügt, Östlich vorn Zwinger liegt ein kleiner Hof mit jetzt geschlossenem Brunnen im östlichen Teil; an der Nordseite des Hofes führt ein rundbogiger Durchgang in den Burgweg und Rundturm an der Westseite, von wo eine Außenrnauer offenbar das ganze höhergelegene Areal der Burg umschloß. Von hier karn man zu einern an der Ostseite des Burgweges stehenden dreigeschossigen Gebäude, welches heute aber niedergelegt ist, ebensowenig sind hier die Reste eines weiteren Rundturmes auszumachen. Die Burg ist landeinwärts im Nordosten durch einen Graben geschützt. Etwas abseits davon erfreut uns eine Terrasse mit barockem Gartenhäuschen aus verschaltem Fachwerk. Bei den Mauerresten eines fünfseitigen Hofes, welcher einstmals Stallungen enthielt, sind auf dem abfallenden Berggelände im Süden und Westen weitere Terrassen erkennbar, welche offenbar für barocke Gartenanlagen bestimmt waren.

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