Das Siegerland in alten Ansichten

Das Siegerland in alten Ansichten

Auteur
:   Thomas Leginger
Gemeente
:   Siegerland, Das
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1032-7
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Siegerland in alten Ansichten'

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19. In den Kriegsjahren tauchte eine Menge Diebesbanden auf, die raubend und plündernd durch das Land zog und in der allgemeinen Unordnung und Verwirrung ihr Handwerk ungefährdet treiben konnte; es war die Blütezeit des schwarzen Peters und des Schinderhannes. In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1798 fiel eine solche Bande in der Stärke von fünfzig Mann in Daaden ein, Diese Raubgesellen waren alle in modische Röcke gekleidet, trugen runde und dreieckige Hüte und waren mit Schießwerkzeug wohl bewaffnet. Unter einem beständigen Feuer aus sogenannten Sackpuffern, einer Art Pistolen, drangen sie zuerst auf das ausgestorbene Haus des Bergrats Reusch, sodann in das gegenüberliegende des Schulzen Meyer. Ein von der Schicht heimkehrender Bergmann Huhn, der den Bewohnern zu Hilfe kommen wollte, wurde durch die rechte Schulter geschossen, der Nachtwächter, um ihm am Hilferufen zu hindern, geknebelt, und jeder Zugang zum Ort mit bewaffneter Mannschaft besetzt. Ein Pferd, sowie eine Dirne, die sich in ihrem Gefolg befand, hielt in der Nähe. Ein Teil der Spießgesellen verfehlte das von ihrem Spion bezeichnete Haus des Rothgerbers Abel, und stürmte in das von dem geknebelten Nachtwächter Held absichtlich als das gesuchte Haus bezeichnete, ausgestorben und leer stehende Anwesen des Bergrats. Die Türen wurden mit Bauholz eingerannt, eine Stube nach der anderen untersucht, kein Mensch gefunden, auch an Kisten, Möbeln und Gerätschaften war nichts zu erblicken, da das Gebäude vollständig unbewohnt war. Die Räuber indeß beschlossen, auf gut Glück in das gegenüberliegende Haus einzubrechen. Das erforderte große Anstrengungen, denn Schultheiß Meyer leistete hartnäckigen Widerstand, der letztlich doch vergeblich war. Nachdem die Räuber die ihnen entgegengestellten Hindernisse überwunden hatten, stöberten sie im Scheine von Wachslichtern, welche die Bande bei sich führte, nach den wertvollen Sachen des Eigentümers, während einige andere diesen nebst seinen Hausgenossen knebelte und in Banden legte. Nachdem die Gauner eine Summe von 900 Gulden zusammengemaust, und sich mit vielen wertvollen Effekten beladen hatten, zogen sie schnell von dannen, den Weg nach Kirburg einschlagend.

Unser Bild: Partie bei der Mühle in Emmerzhausen.

20. Etwa 25 bis 30 Mann dieser Diebesschaar, die nach ihren verschiedenen Sprachen zu urteilen (sie redeten deutsch, französisch und englisch) aus aller Herren Länder zusammen gewürfelt war, wurde bald darauf im Nassauischen aufgegriffen und in das Gefängnis nach Dillenburg abgeführt. Der Vorfall rief im ganzen Land eine ungeheure Aufregung hervor. An allen Orten wurden die Wachen verstärkt, in den Städten die Torwachen wieder eingeführt und die Fremdenpolizeiverfügung besonders scharf gehandhabt.

Die Steinchesmühle (unser Bild) war eine herrschaftliche Mühle, der Müller als Pächter, die Mahlgäste gebannt (verpflichtet, nur dort ihr Korn mahlen zu lassen). Der Landesherr erhielt die Pacht, des Müllers Entlohnung war ein kleiner Teil der zum Mahlen angelieferten Frucht. Pächter im Jahre 1636 war Johann Grahen zu Daaden, von dem im Pachtbrief ehrliche Arbeit, christlicher Lebenswandel, Instandhaltung der Mühle, jährlich acht Malter Frucht und ein fett Muhlenschwein verlangt wird. 1640 wurde das Anwesen an Adam Pauschert aus Derschen verpachtet. Ab 1. Januar 1688 ist es der 'Untertan Enge1bert Cra', mit welchem der 'Geheimbe Rat und Oberarntmann von Schütz' den Leihkontrakt in fünfzehn Artikeln abschließt. Er soll zehn Jahre gelten. 1765 wird als Pächter auf Zeit Johann Anton Schnell zu Daaden genannt und die Zeitpacht soll in Erbpacht umgewandelt werden. Als Erbpächter bietet sich der Mahlknecht in der Altenkircher Mühl, ein J ohann Müller, ledigen Standes, doch erscheint sein Angebot von 152 Gulden, 100 Gulden Kaution und 4 Malter Korn als jährliche Pacht selbst der Herrschaft zu hoch. Johann Schnell dagegen ist vorsichtiger und lehnt es ab, mehr als bisher (137 Gulden, 4 Malter Korn und 82 Gulden Kaution) zu zahlen. Am 6. Dezember 1765 bietet er gegen Theiß Crah von Daaden, unterliegt aber und Crah ist neuer Zeitpächter für sechs Jahre. Als dieser schon 1768 stirbt, kann die Witwe die Mühle bis zum Jahresende behalten. Ihr Bruder, Johann Engel Pfeiffer, wird neuer Müller, Johann Schnell hat wieder das Nachsehen. Am 18. Dezember 1771 geht die Mühle in Erbpacht an die gebannten Orte Derschen, Mauden und Emmerzhausen, welches 18 Jahre später von dem Vertrag zurücktritt und am 12. März 1853 erscheint die Gemeinde Derschen als alleiniger Eigenttimer und blieb es bis heute.

21. über Berg und Tal, haben wir nach anderthalb Stunden die merkwürdige Basaltkuppe erreicht, wo noch im Jahre 1912 der Basalt gebroehen wurde. Hier endigt die Dader Gerechtigkeit bei dem sogenannten Hohenseelbachskopf, welcher oben breit und mit Gebüsch bewachsen, worauf auch ein schöner in Felsen gehauener Springbrunnen steht, so etwa zehn Lachter tief .. berichtet der Amtsaktuar von seinem Besuch daselbst. In den Zeiten, von denen überlieferung und Geschichte schweigt, hat sich diese Erhebung, den Grauwackenschiefer durchbrechend, emporgetürmt, und ihre schlanken Basaltsäulen tönen wie riesige Äolsharfen in tiefergreifendem Klang, wenn der Wind oder gar Sturm um dieselben streift.

Auf dem Hohenseelbach drohte vor Jahrhunderten die Stammveste der weitverbreiteten Familie von Seelbach, deren Herren dort wild hausten. Der Oberherrlichkeit der Grafen von Nassau und Sayn spottend, trieben sie nach allen Richtungen hin die ärgste Wegelagerei, schatzten und plünderten. Am Schlimmsten trieb es aber zur Zeit Kaiser Karls IV. (1346-1378) und des Erzbischofs von Trier, Baldewin von Lützelburg (1307-1354), einer der ihren, der sich Gottes Freund und aller Welt Feind nannte. Der Erzbischof übernahm es, die Raubritter in seiner Erzdiözese zu bändigen, ihre Burgen zu brechen. Belagerte er eine Burg so ließ er sofort vor derselben einen hohen Galgen errichten, den Raubrittern anzeigend, welches Schicksal ihrer harrte, sodaß viele die Belagerung nicht abwarteten, sondern ihr Heil in der Flucht suchten. So soll es auch mit Hohenseelbach geschehen sein, welches 1350 vom Bischof verlassen gefunden und zerstört wurde. Nach Andern währte die Belagerung aber ein ganzes Jahr und der Ritter brüstete sich frech Eher wird die Buche im Burghof zur Steinsäule als daß der Erzbischof die Veste erobert! Doch siehe, am nächsten Tag war die Buche zu Stein erstarrt. Da sah man das Ende der Burg gekommen. Die Frau Anna erbat sich deshalb vom Bischof die Gunst, mit ihrem Brautschatz abziehen zu dürfen. Der Bischof, welcher dachte, es handele sich um irgend ein Kleinod, gewährte diese Bitte und mußte sie mit ihrem Ehegemahl auf der Schulter passieren lassen. Sie zogen nach Zeppenfeld, wo die Familie noch viele Jahre gelebt, und hat vor ihrem Haus als Zeichen der Rettung den Stamm der versteinerten Buche aufstellen lassen.

Unser Bild zeigt die Bau- und Möbelschreinerei Adolph Äpfelbach in Betzdorf.

22. Man fand noch im Jahre 1837 in der Nähe des Hohenseelbachskopfes beim Nachforschen nach Braunkohlen in bröcklichem Basalt aufrechtstehende fossile Holzstämme, die man für Buchenholz erkannte. Die Ruinen der alten Burg, welche 1798 noch teilweise zu sehen waren, sind jetzt ganz verschwunden. Der späte Wanderer sieht aber, so erzählt die Sage, bei nächtlicher Weile einen stattlichen Burgbau auf der Kuppe. Eine gewaltige Heerschar stünnt hoch zu Roß, den Ritter und seine treue Gemahlin an der Spitze, den Burgberg hinan. Sie suchen die frischbelaubte Buche vor dem Burgtor, finden aber die steinerne - und mit Sturmgewimmer ist der ganze Spuk verschwunden.

Folgen wir dem Amtsaktuar nach Friedewald, welches binnen seinen Mauem liegt und hat zwei Tore, das Ober und Unter Tor, 35 Räuche, viel Feld, wenig Wiesen, fiinf kleine gemeine Wälder; es fließen zwei Flüsse daselbst, als nämlich auf jeder Seite des Fleckens einer, davon einer die Germerßbach, der andere die Lochbach genannt wird. Ersterer hat Forellen, letzterer aber Forellen und Krebse dabei, die Einwohner ernähren sich von Ackerbau und Viehzucht; hat eine aparte Mühle, über welcher nach Daden zu ein kleines herrschaftliches Wäldchen, die Mühlhardt genannt, gelegen, so gnädigster Herrschaft zusteht, und bei welcher zwei herrschaftliche Weiher. Kleestück und Mühlweyer genannt; hat eine Kapelle und Kirchhof Das Schloß Friedewald liegt oben am Flecken binnen seinen Mauern, das eigentliche Schloß steht ganz allein, ist von Stein durch und durch gebaut, hat verschiedene und viele Gemächer, so aber, weilen es nicht bewohnt worden, in unvollkommenen Stande, auf beiden Seiten gehen zwei steineme Treppen durchaus, und oben auf der einen Seite des Daches soll ein Fischbehälter gestanden haben, sodaß Wasser darin aufgefangen. Neben diesem Hauptschloß sind von beiden Seite der Länge wie auch der einen Seite der Breite einige Stuben und Gemächer aufgefiihrt, wovon den einen Flügel nach Daden zu jedesmal der zeitliché Beamte, den zweiten Flügel aber sonsten iemand ex gratia Serenissimi bewohnt, vor jetzo aber ledig steht. Das Tor welches äußerlich mit einem eisernen Gegitter verwahrt, schließt der dazu bestellte und im Schloß lebende Burgvogt sowohl als auch die Tore des Fleckens.

Unser Bild zeigt den Ritter von Friedewald.

23. Vor dem herrschaftlichen Schloß sind zwei Gärten, als der Lust- und Gemûsegarten, wie auch Baumgarten, ingleichen hat sansten bei dem Schloß ein Viehhof gestanden. wozu verschiedene Güter gehort, mit der Zeit aber und in sonderheit unter der Regierung Johann Wilhelm Herzogen zu Sachsen ist sotaner Hof an einige Einwohner des Amtes Friedewald vererbzinst worden.

Im Jahre 1324 hatte Gottfried von Sayn von Kaiser Ludwig dem Bayer die Erlaubnis zum Bau einer Burg erhalten. 1367 stellte Graf Johann seine Grafschaft und seines Landes 'Festen, Burgen und Städte', unter denen auch 'Fridewalt' erscheint, 'in die Gewalt' des Erzbischofs von Trier. Bei der Teilung des Erbes zwischen den Brüdern Johann und Sebastian im Jahre 1555, fiel das Haus mit dem Flecken letzterem zu. Das Hauptgebäude wurde von Graf Heinrich IV. errichtet; auf die Bauzeit weisen die Jahreszahlen 1580 (am Kellergewölbe) und 1582 (an zwei Kaminen) hin. 1609 ließ GrafWilhelm III. Verstärkungs- und Erweiterungsbauten vornehmen. Als die Gräfin Luise Juliane 1637 das Schloß bewohnte, mußte dieses 'repariert und gebessert' werden. In die Flügelbauten siedelte 1799 das Dadener Gericht über. Auch in preußischer Zeit diente das Schloß zunächst der Justizverwaltung, und zwar als Sitz des Kreisgerichtes und das Hauptgebäude wurde als Gefängnis und Registratur verwendet. Nachdem das Gericht jenes 1865 geräumt hatte, bezog ein Förster bis 1876 den Nordflügel. Die von Osten aus zugängliche Burg umschloß mit ihren Umfassungsmauern ein sich von Osten nach Westen erstreckendes ungefáhres Rechteck, an dessen Ecken je ein Turm stand. Der südöstliche Turm, früher 'Uhrturm' genannt, ist viergeschossig, derselbe im Innern vier Meter mißt bei einer Mauerstärke von 1,30 Metern, und in jedem Geschoß sich drei Schießscharten befinden. 1885 erwarb Fürst Alexander das Schloß, restaurierte es und ließ es vergrößern. 1895 wurde das Tor mit einer Darstellung des Reichsadlers geschmückt. Im Innern des Hauses befindet sich ein großer, ursprünglich durch beide Geschosse gehender, heute nur auf das untere Geschoß beschränkter Saal. In der nördlich an dieser Halle liegenden Bibliothek überrascht uns ein schöner Renaissancekamin, wo beidseits des Sayn'schen Wappens Adam und Eva, ein Löwe im Sprung und der Vogel Greif stehen.

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