Das Städtedreieck Maxhütte-Haidhof - Burglengenfeld - Teublitz in alten Ansichten

Das Städtedreieck Maxhütte-Haidhof - Burglengenfeld - Teublitz in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Wolfgang Schöberl
Gemeente
:   Maxhutte-Haidhof-Burglengenfeld-Teublitz, Das Städtedreieck
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1323-6
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Das Städtedreieck Maxhütte-Haidhof - Burglengenfeld - Teublitz in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Städtedreieck nennt man die drei Städte Burglengenfeld, Maxhütte-Haidhof und Teublitz, die zwischen den Flüssen Naab und Regen und den Städten Regensburg und Schwandorf auf engem Raum beieinanderliegen und die auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet viele Gemeinsamkeiten besitzen. Im Städtedreieck wohnen im Jahr 1980 rund 25 000 Einwohner, das ist etwa 115 der Bevölkerung des Landkreises Schwandorf. Wer das Städtedreieck beschreiben möchte, sollte die einführende Betrachtung mit dem kleinen Ort Premberg beginnen (54).

Mit seiner Vergangenheit streift ein Hauch Weltgeschichte unseren Raum. Der Ort lag im 9. Jahrhundert an der Ostgrenze des karolingischen Frankenreiches und wird in der Grenzverordnung Kaiser Karls des Großen vom Jahr 805 als Haupthandels- und Grenzort gegen die Slawen genannt. In Premberg berührte eine bedeutende Fernstraße die Naab. Die von Westen kommenden Waren wurden hier auf Naabkähne verladen und weiter zur Donau transportiert. Im umgekehrter Richtung wurden die aus dem Südosten kommenden Waren in Premberg zur weiteren Beförderung auf die Straße umgeladen. Der Ort war jahrhundertelang eine wichtige 'Ladestatt'.

Als Prembergs Bedeutung sank, bauten die Grafen von Lengenfeld die ausgedehnteste Burganlage der Oberpfalz (6). Die Burglengenfelder Grafen wurden bald von den Wittelsbachern beerbt, die den Ort kurzfristig zu einer Art zweiten Hauptstadt von Bayern machten, als sie die Burg zum Sitz eines Vitztumamtes erhoben. Später wurde Burglengenfeld Teil des Fürstentums Neuburg, dessen Herzog Philipp 1535 bis 1541 in Burglengenfeld residierte. Im 16. Jahrhundert steigt die Bedeutung des Marktes. Er liegt an der belebten Straße, die von Regensburg nach Leipzig und Prag führte und ist beliebte Rast- und Umspannstation. Für die zahlreichen Wirtshäuser bauten die Bürger damals eine der größten Eiskelleranlagen Bayerns (7). 1542 erheben die Neuburger Fürsten den Markt zur Stadt und die Bürger unterstreichen

deren Bedeutung durch den Bau eines machtigen Rathauses (9).

In den kommenden zweieinhalb Jahrhunderten berichten die Chronisten zwar mehr von Kriegen und 'Pestilenzen' als von politischen oder wirtschaftlichen Erfolgen, doch fällt gerade in diese Zeit der Bau der bedeutenden Schlösser im Städtedreieck. In Teublitz und Pirkensee entstehen Barockschlösser, in Münchshofen ein Renaissanceschloß und in Dietldorf das Schloß eines italienischen Baumeisters (50). Sie alle werden Mittelpunkt einer Hofmark.

Der Zeitraum, den unsere Bilder beschreiben, hat noch etwas von jener Epoche. Ende des 19. Jahrhunderts sind in Burglengenfeld noch die baulichen Strukturen des Mittelalters zu erkennen (4). Die Städte sind noch architektonische Ensembles (5). Noch sind sie verschont von den Wunden, die ihnen bald der Verkehr und der neue Wohnkomfort schlagen wird. Die Dörfer haben ihre gewachsenen Schwerpunkte: in den Hofmarken das Schloß, die Kirche und den Pfarrhof (50). Weltliche und kirchliche Obrigkeit sind optisch gesehen unangefochtene Autoritäten. Das Dorf ist noch Dorf und nicht Siedlung und die Natur gefährdet die technischen Errungenschaften des Menschen und nicht umgekehrt (36). Die Straßen gehören noch den Menschen und nicht dem Verkehr (11). Der Mensch, der heute als 'Mensen ohne Hand' beschrieben wird, weil seine unmittelbare Sinneswahrnehmung zunehmend eingeschränkt wird.. hatte damals noch näheren Kontakt zu Natur und Material. Denken wir an das Barfußlaufen der Kinder (90), an das Klappern der Leiterwagen über das Pflaster (9), an das Wasserholen am Pumpbrunnen, an das Heraussägen der Eisblöcke aus der Naab (37), an das Fahren im offenen Wagen (84), an die Getreide- und Viehmärkte (15) und an den regelmäßigen Besuch der vielen Werkstätten. Allerdings sollten wir bedenken, daß solche in unserem Sinn idyllische Zeiten weitgehend mit Enge, Schmutz und Armut erkauft werden mußten.

Im gleichen 19. Jahrhundert wird auf wirtschaftlichem

Gebiet der Umsturz dieser Zeit vorbereitet. Nachdem in Burglengenfeld die Versuche mit einer Leder- und einer Flintensteinfabrik gescheitert waren, wurde 1853 das Eisenwerk Maximilianshütte gegründet, das von ungeheurer Bedeutung für den hiesigen Arbeitsmarkt werden sollte (20). 1860 wird Haidhof an das Bahnnetz angeschlossen (45), 1899 erhält Burglengenfeld seinen Lokalbahnanschluß (22) und 1914 entsteht in dieser Stadt ein Portlandzementwerk (21). Mit dem Ausbau der Industrie in Maxhütte und Burglengenfeld holt auch Teublitz auf. Es stellt vielen Großbetrieben Grund zur Verfügung und die meisten Teublitzer gehen auch in diesen Betrieben zur Arbeit. Diese ganze Aufwärtsentwicklung im Städtedreieck erhielt 1972 einen schweren Rückschlag, als, begleitet von bedeutendem Ämterverlust, der Landkreis Burglengenfeld aufgelöst und in den Großlandkreis Schwandorf eingegliedert wurde.

Der industrielle Aufbau brachte einschneidende Veränderungen. Diese zeigen sich in unserem Gebiet besonders deutlich, da hier die neuen Betriebe dicht angesiedelt wurden. An vielen Bauernhöfen im Städtedreieck läßt sich genau verfolgen, wie die Landwirtschaft, ursprünglich einzige Lebensgrundlage, schrittweise aufgegeben wird (67). Nicht nur der Großbauer (84) auch der Häusler war auf seinem Hof ein freier Mann (55). Doch diese Freiheit zählt jetzt nicht mehr. Der junge Bauer wird Fabrikarbeiter, auch wenn er unter teilweise härtesten Bedingungen arbeitet (76), mancher nimmt in Kauf, daß er so früh aufbrechen muß und so spät nach Hause kommt, daß er an Wochentagen seine Kinder nur noch schlafend sieht. Er erfüllt sein Soll auf dem Weg zur Verstädterung des Landes. Verstädterung hieß Technisierung. Die Technik aber ist auf den kleinen Höfen unrentabel und so stellt sich immer öfter die Frage 'Bauer oder Arbeiter? ' Die wachsenden Arbeitersiedlungen sprechen eine deutliche Sprache. Die Technisierung erschüttert auch die jahrhundertelang gewachsene Grundlage der städtischen Handwerker und Geschäftsleute. Ihre Wertarbeit ist immer weniger gefragt.

Über das erste Auto in Burglengenfeld (17) hat man vielleicht gelacht, aber ihm gehörte die Zukunft, weil es aus der Fabrik kam. Wo ist die selbstsichere Würde der Handwerksmeister geblieben, der Schuhmacher- und Kaminkehrermeister (3) oder gar die des Wagnermeisters Peter Hubmeier, der wie ein Patriarch wirkt (89).

Ihre Würde stammt noch aus jener Zeit, die dem Bürger gehörte (2). Geachtet war, wer etwas darstellte, wer etwas war. Um 1900 sind wir auf dern Weg zur demokratischen Gesellschaft, zur 'Zeit des Volkes', Amt, Rang und Würde treten zurück, wer etwas kann, wird anerkannt. Das Volk spürt es; viele wollen sich hervortun, der Zulauf zu den Vereinen steigt sprunghaft.

Die neue Einstellung wird besonders deutlich am Beispiel der Frau. Zwischen den Frauen auf den Bildern 82 und 81liegen Welten. Hier die arbeitende, dienende, unvorteilhaft gekleidete Hausfrau und Bäuerin, dort die sportliche, gesellschaftlich orientierte Bürgerin. Hier die Schürze als Syrnbol der Arbeit, dort der Sport als Teil einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung.

Das gesellschaftliche Beisammensein rückt immer mehr in den Vordergrund; im Sport (78), beim Wandern (112),beim Tanzen (109), beim Baden (114), beim Theaterspielen (105), im Vereinsleben allgemein (39). Ich glaube, in diesem Punkt können wir, als weitgehend fernsehabhängige Gesellschaft, von der damaligen Zeit lernen. Unser Bildband, der eine Dokumentation jener Zeit ist, soll dazu beitragen und helfen, sie besser zu verstehen.

Bei der Zusammenstellung des Buches bin ich von sehr vielen Bürgern des Städtedreiecks in großartiger Weise unterstützt worden, durch Bereitstellen ihrer Bilder und durch wertvolle Hinweise bei den Bildtexten. Ich möchte an dieser Stelle allen, die mir in irgend einer Weise geholfen haben, herzlich danken.

1. Beginnen wir unsere Betrachtung des Städtedreiecks zwischen 1880 und 1930 mit Burglengenfeld, jener über vierhundert Jahre alten Stadt, die den Mittelpunkt des Städtedreiecks bildet. Burglengenfeld liegt an der Naab, reizvoll eingebettet zwischen Burgberg und Kreuzberg, Um 1900 ging es hier noch recht wenig städtisch zu; fast alle Bürger betrieben nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Vom Brunnberg aus sieht man hier den Brunnmüller (Lautenschlager) beim eggen.

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2. Dieses Bild wurde kurz vor der Jahrhundertwende in Burglengenfeld aufgenommen. Obwohl wir das Bild sogar in der Zeitung veröffentlichten, konnten wir über die Personen kaum etwas erfahren. Wahrscheinlich handelt es sich um den Burglengenfelder Bürgerverein. Festzustehen scheint nur, daß die Herren Hubrnaier (Bürgerrneister 1905-1919), Haertle und Ulrich auf dem Bild zu sehen sind. Auf jeden Fall haben wir es hier mit den wichtigen Persönlichkeiten der Stadt Burglengenfeld um 1900 zu tun, mit Handwerkern, Kaufleuten und Amtspersonen.

3. Am 1. Oktober 1924 wurde der rechtskundige Bürgermeister Dr. Ferdinand Fleischmann in Burglengenfeld in sein Amt eingeführt. Aus diesem Anlaß wurde dieses Bild des Stadtrates auf den Stufen des Rathauses gemacht. Von links Amtsgerichtsrat Simon, Metzgermeister Alois Frank, Landwirt Josef Koller (am Graben), Kar! Krimmei, Johann Kuhn, Josef Steiner, Bezirksoberamtmann Paul Köttnitz, Mühlenbesitzer Xaver Daßberger, Stadtschreiber Karl Reuther, Bürgermeister Dr. Fleischmann, (Arntszeit 1924-1945), Rentamtsdiener Hans Eigl, Andreas Stöckl, Josef Schellerer, Kaminkehrermeister Josef Deigl (Bürgermeister 1919-1924), Bäckermeister Peter Kammerer (Bürgermeister 1887-1894), Jakob Koller, Schuhmachermeister Michael Seidl und, vor dem schönen Briefkasten, Schreinermeister Josef Schoierer. Stadtrat Hans Karl war nicht anwesend. Foto: 1.10.1924.

4. Dieses Bild aus dem spaten 19. Jahrhundert (um 1890) zeigt deutlich, in welch strategisch beherrschender Lage einst die Burg Lengenfeld gebaut wurde. Der Burgberg ist, im Gegensatz zum heutigen Zustand, kaum bewachsen und bebaut. Links, an der Burgmauer beginnend, ist der jetzt fast ganz verfallene Eselsweg zu erkennen. Auf ihm konnte, zwischen zwei schützenden Mauern, Material verschiedenster Art von der Stadt zur Burg geschafft werden. Die Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert (damals Marktmauer), ist noch deutlich als Bruchsteinmauer zu erkennen. Zu ihr gehörten einst fünf Tore mit Türrnen: das Kellertor, das Brückentor, das Schwandorfer Tor, das Klingentor und das Obere Tor.

5. Burglengenfeld erlebte seinen Höhepunkt im 16. Jahrhundert, als die von Regensburg kommende Straße nach Schwandorf, die weiter nach Nürnberg, Leipzig oder Prag führte, durch Burglengenfeld gelegt wurde. Gewöhnliche Eil- und Extraposten. Stafettenreiter, Reisende aus allen Ständen und aus aller Herren Länder zu Fuß, zu Pferd und mit Kutsche, berittene Handlungsdiener bzw. Kaufleute sowie 25 bis 30 sechs- und achtspiinnige Fuhrmannswagen mit Kaufmannsgiitern aller Art beladen, waren eine tägliche Erscheinung... Da alle Fuhrwerke einen längeren oder kürzeren Aufenthalt nahmen, weil Burglengenfeld eine Um- und Vorspannstation war, so reichten oft die sämtlichen Pferde der Stadt ... nicht aus und mußte die Umgebung zur Aushilfe herangezogen werden. Daß unter solchen Verhältnissen hier viel Geld sitzen gebtieben ist, braucht wohl nicht näher erörtert zu werden ... Ja, das waren in der Tat noch goldene Zeiten. (Paul Dietrich, 'Beiträge zur Geschichte der Stadt Burglengenfeld', 1895.)

6. Die Burg Lengenfeld ist von der Ausdehnung her die größte Burg der Oberpfalz. Die vollständig erhaltene Burgmauer umschließt eine Fläche von 2,4 Hektar. Um das Jahr 1000 bauten die Grafen von Lengenfeld - Hopfenhohe - Pettenderf die erste Anlage. 1119 erbten die Wittelsbacher Burg und Grafschaft Lengenfeld. 1255 wird die Burg Mittelpunkt eines Vitztumamtes, aus dem bald das 'gewaltige Landgericht auf dem Nordgau' wird. Im 19. Jahrhundert wollte die Stadt die Burg kaufen, es kam jedoch zu keiner Einigung, Daraufhin begann ihre systematische Zerstörung. Die Wertgegenstände wurden verkauft und die Steine der meisten Innenbanten zu Neubauten verwendet. Heute erfüllt die Burg wieder einen gesellschaftlichen Zweck, sie beherbergt ein Pflegeheim. Foto: 1929.

7. Die 48 Bierkeller zwischen Naab und Kreuzberg (früher Geisberg) sind ein Wahrzeichen der Stadt und in ihrer Anzahl wohl einmalig in Bayern. Die Keller aus dem 16. Jahrhundert sind nicht in den Berg hinein, sondern teilweise zweistöckig davor gebaut worden und besitzen, soweit erhalten, schöne alte Gewölbe. Im alten Burglengenfeld wurden die Keller mit dieken Eisblöcken aus der Naab gefüllt, außerdem darin Bier und andere Nahrungsmittel kühl gehalten. Die große Zahl der Keller unterstreicht Burglengenfelds frühere Bedeutung als Stadt der Brauereien und Gasthäuser. Foto: um 1920.

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1 8. Der Pfälzerhof, das Gasthaus aus dem 15. Jahrhundert, mit seinem gotischen Treppengiebel, ist nach dem Rathaus das schönste Haus der Stadt Burglengenfeld. Zusammen mit der 'Post' war es auch das vornehmste Gasthaus. Im zweiten Stock befand sich ein Saal, in dem große Bälle stattfanden. Durch das Tor sieht man gerade einen Reisewagen einfahren. Diese Tore waren für den alten Burglengenfelder Marktplatz typisch, fast jedes Haus hatte einen solchen Zugang zum Hof. Der Hausname des Pfälzerhofs war 'beim Valta'. Foto urn 1890.

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