Dassow in alten Ansichten

Dassow in alten Ansichten

Auteur
:   Eckart Redersborg
Gemeente
:   Dassow
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5592-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dassow in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Als einer der ältesten urkundlich erwähnten Orte im Nordwesten Mecklenburgs gilt Dassow. Es wird angenommen, daß es sich bei dem 968 genarmten Derithsewe um Dassow handelt, ebenso 1022 bei der slawischen Feste 'castrurn Derithsewe', die vermutlich 1066 zerstört wurde.

Als Kaiser Friedrich I. ('Barbarossa ') Lübeck 1188 neue Privilegien zuerkannte, erhielt diese Stadt auch Rechte über die Terra Dartsowe (Land Dassow), aus denen sich ein jahrhundertelanger Streit zwischen Lübeck und den mecklenburgischen Landesherren über die Rechte auf dem Dassower See entwickelte, der zu Ungunsten Mecklenburgs und damit Dassows endete. Dies wurde aber im besonderen Maße erst nach 1945 mit der Grenzziehung im Verlauf der Uferlinie des Dassower Sees deutlich.

Der seit 1158 genannte und in unterschiedlicher Form geschriebene slawische Name 'Dartsowe' steht in der deutschen Sprache für 'Dornenstrauch, Ort des Dornenstrauchs'. Als die Gemeindevertretung am 28. September 1928 den Beschluß für ein Dassower Ortswappen faßte, wählte sie dafür einen Dornenstrauch, der ein offenes Tor versperrte. Stadttore hat Dassow nie besessen, aber zwischen 1952 und 1989 blieb Dassow Ortsfremden in Folge der Sperrzonenvorschriften an der innerdeutschen Grenze verschlossen. Betrachten wir deshalb diesen Dornenstrauch lieber als Rosenstock, der die Gäste des Ortes begrüßt.

Dassow war zunächst ein slawisches Dorf, das nach der deutschen Kolonisationsperiode seinen dörflichen Charakter behielt, auch wenn es bereits 1451 als 'oppidum' genannt wurde, also ein Städtchen mit geringen Rechten gewesen sein könnte. Die Kirche entstand ab 1237, gemauert aus Ziegelsteinen im sogenannten wendischen Verband und behauenen Granitblöcken. Sie wies zunächst einen hohen Turm auf.

1261 zerstörten Lübecker und Mecklenburger gemeinsam die sagenumwobene Raubritterburg im Dassower See. Lübeck

duldete im weiten Umkreis keine Gefährdung seiner Handelswege.

Jahrhundertelang wirkten sich feudale Grundherrschaften hemmend für Dassow aus. Die Brüder Markward und Detlev von Parken tin erlangten am 19. Februar 1301 durch Kauf von Fürst Heinrich dem Jüngeren von Mecklenburg die Herrschaft über Dassow. Sie nahmen im benachbarten Lütgenhof ihren Wohnsitz und galten bis 1746 als die eigentlichen Herren von Dassow.

Die Kirche und der größte Teil der übrigen Gebäude des Ortes fielen am 13. September 1632 einer Feuersbrunst zum Opfer. Auch 1723 wurde Dassow mehr oder weniger eingeäschert. Jahrhundertelang war Dassow für den Landhandel zwischen Lübeck und mecklenburgischen Küstenstädten bedeutsam, weil hier eine Brücke über die Stepenitz führte. Handwerker und Gastwirte profitierten von diesem Landhandel, Fischer nutzten die Stepenitz und den Dassower See. Der größte Teil der Dassower lebte von der Landwirtschaft, 1785 wurden 49 'Ackersleute' erwähnt.

Aus der wirtschaftlichen Entwicklung heraus erhielt Dassow 1628 erstmalig seine Anerkennung als Flecken, der eine Marktgerechtigkeit besaß. Der Brauch, einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen, hielt sich bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts. Am ersten Dienstag des Monats November loekte der Jahrmarkt die Einwohner der umliegenden Orte nach Dassow.

Die Parkentins protestierten damals gegen diese Marktgerechtigkeit und setzten sich durch, doch hundert Jahre später erfolgte eine erneute Anerkennung als Flecken, wiederum erwiesen sich die Parkentins als die Stärkeren, doch die mecklenburgische Regierung sprach fortan von ihrem 'Flecken oder Städtlein Dassow' . Dabei blieb es.

1746 verkauften die Parkentins ihre Besitzungen an die Freiherren von Eyben, die damit zu den neuen Herren über

Dassow wurden.

Erstmals fand Dassow 1768 als 'Postort' Erwähnung und galt damit als 'Grenzpostort', Jenseits der Uferlinie von Stepenitz und Dassower See begann ' Ausland',

1816 erwarben die Herren von Paepke die Besitzungen derer von Eyben. Auch sie wohnten in Lütgenhof, wo sie sich 1839 das Schloß erbauen ließen.

Ab 1829 erfolgte die Regulierung und Separation der Feldmark des Fleckens Dassow. 1857 erhielt der Flecken eine Grund- und Gemeindesteuerordnung und eine gewisse Selbständigkeit, vertreten durch den Ortsvorstand. Die Gutsobrigkeit ernannte und besoldete den Ortsdirigenten, einen Juristen. Zwei Ortsvorsteher und sechs Deputierte wählten die Einwohner. Schule und Kirche blieben großherzogliches Patronat. Der Großherzog besaß Oberhoheitsrecht. Dassow war also nicht rein ritterschaftlich, aber bis 1910 den Edlen Herren von Paepke erbuntertänig. Damals wurde Dassow mit dern Pachtgut Vorwerk gegen den Holmer Wald getauscht, ein Tausch zwischen dem Landesherrn und dem bisherigen Grundherrn.

Die Bedeutung Dassows für Handel und Gewerbe verstärkte sich in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, besonders unter dem Einfluß der Familie Callies, die ab 1812 eine rege Handelstätigkeit entwickelte, dabei die Vorteile der Wasserwege über den Dassower See nutzend, und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Speicheranlagen an der Stepenitzmündung errichten ließ.

Seit 1847 war Dassow über eine feste Chaussee mit Wismar und Lübeck verbunden, wovon auf der Schwanbecker Seite ein Ganzmeilenstein mit der Aufschrift 'V Meilen von Wismar' zeugt.

Die wirtschaftliche Entwicklung führte zur sozialen Differenzierung innerhalb Dassows. Die Fischer und 'Ackersleute' wohnten am unteren bzw. oberen Ende der Lübecker Straße,

Gastwirte und Kaufleute beherrschten den hochgelegenen Ortskern, das Handwerk siedelte sich in anderen Straßenzügen an. Mit Neu-Vorwerk entstand eine ausgedehnte HäusIer- und Büdnersiedlung. Dieses selbständige Dorfwar ca. ein Jahrhundert durch den damaligen Mühlenteich von Dassow getrennt. Am 12.113. November 1872 richtete das verheerende Sturmhochwasser Schäden im unteren Teil der Lübekker Straße an. Betroffen waren vor allem weniger bemittelte Leute, deren Häuser mit ihren eingestürzten Wänden einen schauerlichen Anblick boten.

Den größten Schaden mußte die Firma Callies registrieren. Korn, Zement und Holz im Werte von mehr als 2 000 Reichstalern wurden vernichtet. Drei Hochwassermarken zeugten am Schwanbecker Siechenhaus, am Calliesschen Speicher und am 'Gefängnis' (Lübecker Straß 9) von dieser Katastrophe, heute ist keine mehr vorhanden.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Dassow in kleinstädtischer Weise. Gastwirtschaften luden zur Einkehr ein. 1890 erhielt Dassow ein städtisch anmutendes Postarnt. 1901 eine Molkerei. Am 30. September 1905 verkehrte letztmalig eine Postkutsche nach Schönberg, mit dem folgenden Tag besaß Dassow Anschluß an das deutsche Eisenbahnnetz, ab 1912 brannte elektrisches Licht.

Auch die Bevölkerung gab sich städtisch. Schon 1874 führte man ein Schutzenfest durch und feierte einen Schützenkönig. Seit 1903 besitzt Dassow eine eigene Feuerwehr, die im November 1993 ihren 90. Geburtstag beging und damit zu den ältesten Wehren des heutigen Kreises Grevesmühlen gehört. Gesangvereine, wie die 'Liedertafel' oder der Männergesangverein, boten sich Konkurrenz. Vereine entfalteten ein reges kulturelles Leben.

Gern nutzte man mittwochs den 'Theaterzug' , die letzte Zugverbindung nach und von Schönberg mit Anschluß nach Lübeek zum Besuch des dortigen Theaters. Besonders feierte

man das Heimatfest am 1. und 2. Juli 1933, dem sich am 3. und 4. Juli 1933 das Schützenfest anschloß. Es war schon beeindruckend, was Dassow mit seinen damals knapp 1 450 Einwohnern sprichwörtlich auf die Beine brachte. Den Höhepunkt bildete der große historische Festumzug am Sonntag, dem 2. Juli 1933. In verschiedenen 'Bildern' gestaltete man die deutsche Geschichte nach, unter anderem Germanenzeit, Kaiser Barbarossa, Franzosenzeit und Reichsgründung, veranschaulichte die eigene Ortsgeschichte, unter anderem Wappen, Raubritter, 'Tod von Dassow', Postwesen, Feuerwehr und Turnverein, und stellte sich mit Gewerbezweigen vor, unter anderem Fischergenossenschaft und Handwerkerinnungen. In jedem älteren Dassower Haushalt finden sich noch heute Fotos von diesem Festumzug, die auch in diesem Buch nicht fehlen.

Bedeutsam war 1932 die Ansiedlung von 14 Bauern auf der Dornäne Vorwerk-Hof und die Eingliederung Vorwerks. Am 1. April 1938 erhielt Dassow seine Stadtrechte.

Am Ende dieser Entwicklung bot die Stadt ein gepflegtes Aussehen. Die Verlängerung der Eisenbahnlinie nach Pötenitz und der Ausbau der Siedlung zu einem neuen Stadtviertel wirkten sich positivauf die Stadt aus. Der Zweite Weltkrieg verhinderte weitere Erfolge.

Nach 1945 begann für Dassow eine der schmerzlichsten Etappen, bedingt durch die Teilung Deutschlands und die Lage im Sperrgebiet. Familien, die über Generationen in Dassow ansässig waren, wurden zwangsevakuiert bzw. verließen von sich aus ihre alte Heimat. Seit dem 11. August 1961 war den Fischern der Fischfang auf dem Dassower See verwehrt, ab Mitte 1978 versperrte selbst eine drei Meter hohe Mauer den Bliek auf den Dassower See.

Altes verfiel mehr und mehr, diese Spuren sind gegenwärtig sehr deutlich. 1947 wurde die Eisenbahnlinie Vorwerk-Pötenitz demontiert. 1952 die Strecke Vorwerk-Dassow-Schönberg. Im Lütgenhofer Schloß war zunächst (1945-1947) ein

Kinderheim untergebracht, dann nutzte eine Fachschule für Landwirtschaft das schöne Haus, ehe es ab 1960 zu einem Objekt der Nationalen Volksarmee degradierte. Schloß und der ursprünglich sehr schöne Park verwahrlosten völlig.

Neues entstand, zum Beispiel Wohnhäuser an der Lütgenhofer Straße, Kinderkrippen und Kindergärten, die Schule an der Rudolf-Breitscheid-Straße (1965); das Nebenwerk des VEB 'Diamant' Bekleidungsindustrie Grevesmühlen sorgte für über zweihundert Arbeitsplätze. Das Wasserwerk (1960) sicherte den städtischen Wasserbedarf, das Schwimmbad (1978) erfreute besonders die Jugend. Mit dem Bau der Urngehungsstraße der B 105 (1960) konnte der Ortskern verkehrsmäßig entlastet werden.

Mit dem 9. November 1989 brach eine neue Zeit fur Dassow an. Der Jubel über die Grenzöffnung und den Fall der Mauer verstummte bald unter dem Eindruck auftretender sozialer Probleme, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen sind. Dassow knüpfte wieder alte Beziehungen, der See öffnete sich den Einwohnern, die Dreiherrenbrücke war dem zunehmenden Verkehr nur noch durch ihre Rekonstruktion 1990/91 gewachsen, im ehemaligen 'Todesstreifen' entstand mit dem 'Penny-Markt' der erste Supermarkt des damaligen Kreises Grevesmühlen. Als erster Ort des Kreises richtete Dassowein Gewerbegebiet ein, das den Einwohnern am Holmer Berg neue Arbeitsplätze bietet. Umfangreiche Baumaßnahmen veränderten das Aussehen der Straßen im Ortskern.

Dank gilt jenen Dassowern, die mit Bild und Rat zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben. Viel SpaB beim Lesen und möglichst viele Anregungen für die Neugestaltung Dassows und des kulturellen Lebens in der Stadt!

Eekart Redersborg

1. Diese prachtvolle, farbige Ansichtskarte 'Gruß aus Dassow' ist mit den mecklenburgisehen Landesfarben blau-gelb-rot umrandet. Sie zeigt rechts oben das mecklenburgische Wappen in der siebenfeldrigen Form, das von den Wappentieren Stier und Greif gehalten wird. Von der Ostseite Dassows blickt man über die damalige Moorweide hinweg auf die auf dem Hügel gelegenen Straßenzüge des Ortskerns.

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2. Bliek auf Dassow von Westen. Am Ortseingang dominierten die Speicher und Schuppen der Firma Callies. Den Ort überragte seit Jahrhunderten die Kirche. Sie diente den Fischern auf dem Dassower See als Landmarke.

3. Dassower Ansichtskarten erschienen um 1900 im Verlag von E. Gerke, so auch diese mit fünf Ansichten. Sie zeigt die Hotels 'Zum weißen Schwan' und 'Callies Gasthof' (oben) sowie 'Kaiserhof' (unten), die Ansicht von Westen auf Dassow und den Hafen mit den Calliesschen Speichern sowie die Post (rechts). Die Karte verschickte Kaufmann CarlLudwig Callies.

4. Drei typische Gebäude bestimmten jahrzehntelang vor und nach 1900 das Bild von Dassow. Es waren die weithin sichtbare Kirche, hier mit der sogenannten 'Kaisereiche' , in Dassow wohl mehr als 'Bismarckeiche' bekannt, das Schloß Lütgenhof und der große Getreidespeicher der Firma Christian Callies am westlichen Ortseingang.

5. Diese am 10. August 1898 abgestempelte Karte 'Gruß aus Dassow' verdeutlicht vor allem das Aussehen von Straßen des Fleckens Dassow: Oben und unten jeweils die Mühlenstraße, in der Mitte der Hafen und eine Gesamtansicht, rechts der Gasthof Callies.

6. Geradlinig führt die Lübecker Straße durch den Ort nach Westen. Im Vordergrund sind die großen Gebäude der Dassower Bauern sichtbar, am Ortsausgang, dem sogenannten Dösch-End (Dorsch), wohnten die Fischer. Dahinter breitet sich der Dassower See großflächig aus, auf den Lübeck seit 1188 Besitzansprüche geltend machte. Die große Insel trägt seit langer Zeit den Namen 'Plönswerder'.

7. Zu den wichtigsten Gewerbetreibenden Dassows gehörten 1914 neben 20 Händlern, 13 Schuhmachern und 13 Wirtsleuten auch 15 Fischer, die eine Fischergenossenschaft bildeten. Die Fischerei lag vor allem in den Händen von mehreren Jürß-, Lohff- und Ohlertfamilien, Das Foto aus dem Jahre 1910 zeigt die Dassower Fischergenossenschaft mit insgesamt 22 Mitgliedern, unter ihnen auch zwei Volkstorfer Fischer, Willy Jürß hielt seinerzeit die Innungsfahne.

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