Der Landkreis Lindau in alten Ansichten

Der Landkreis Lindau in alten Ansichten

Auteur
:   Werner Dobras und Dr. C. Spuler
Gemeente
:   Lindau, Der Landkreis
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1392-2
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Lindau in alten Ansichten'

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VORWORT

Mit der Mediatisierung der Stadt und der Säkularisation des Damenstiftes im Jahre 1802 war beider Bedeutung verloren beziehungsweise aufgehoben. Die äußeren und inneren Gerichte der Reichsstadt Lindau, aus denen zum Teil der heutige Landkreis besteht, wurden selbständige Gemeinden. Mit dem Frieden von Preßburg im Jahre 1805 kam das bislang österreichische Westallgäu, ein anderer Bestandteil des jetzigen Kreisgebietes, zusammen mit Lindau an das (1806 gewordene) Königreich Bayern. 1862 wurden die beiden Landgerichte Lindau und Weiler zum Bezirksamt Lindau, aus dem später das Landratsamt entstand, zusammengeschlossen. Eine neue Einheit war geschaffen. Heute hat das Landratsamt Lindau seinen Sitz in den übriggebliebenen Bauten des einst so stolzen Damenstiftes.

Als vor etwa 110 Jahren - es war am 25. Juni 1870 die erste Postkarte verschickt wurde, hatte zwar das Inselgebiet, sieht man von den inzwischen erfolgten Aufschüttungen ab, fast seine heutige Größe und Ge-

stalt. Anders sah es hingegen draußen auf dem Lande aus. Wie sehr haben sich die Dörfer, aber auch das auf dem Festland liegende Stadtgebiet seither verändert. Rege Bautätigkeit fast allerorten, gerade in den letzten Jahrzehnten, hat zu ihrer Vergrößerung, Veränderung, manchmal auch ihrer Verschandelung beigetragen. Kunst und Kultur vertragen nicht immer einen dieken Geldbeutel. Unsere Vorfahren haben das bereits einmal erlebt, als zur Barockzeit die Klöster reich genug waren, alte, jahrtausendalte Bauten abzubrechen und an ihre Stelle Modernes zu setzen. Natürlich freuen wir uns heute, gerade im Süddeutschen, über den reichen Barock, aber verloren ging damals dadurch eben auch Vieles. Auf der Insel selbst konnte schon wegen der topographischen Verhältnisse nicht allzu viel geschehen, wenn natürlich auch hier Einiges gesündigt wurde. Die ansteigenden Einwohnerzahlen mußten freilich zu einer Ausweitung führen. Nach einer Volkszählung im Jahre 1875 hatte der Landkreis 24677 Einwohner, das ist die Zahl der Bürger,

die heute allein in der Stadt Lindau lebt.

Als Vorlage für diesen Bildband - alte Postkarten und auch ein paar Fotografien aus dem letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts bis in die dreißiger Jahre unseres Säkulums - dienten zum Großteil Bilder aus meiner eigenen Landkreis-Sarnmlung. Auf Leihgeber war ich trotzdem angewiesen. Ich habe daher zu danken dem Landratsamt Lindau, den Damen Stettner, den Herren Josef Brinz, Scheffau; Willy Hüber, Wasserburg; Dieter Engelhardt, Lindau; Michael Piplak, Lindau; Georg Rehm, Hergensweiler; Ludwig Scheller, Weiler; und Alfred Schrniedinger, Wasserburg. Gedankt sei aber auch allen, die mir Angaben zu den Vorlagen machen konnten. Wer selbst Postkarten sammelt weiß, wie schwer und teuer es heutzutage ist, noch eine komplette Sammlung zusammenzustellen. Das ist auch der Grund, warum man vielleicht an der einen oder anderen Stelle einen Ort vermißt, der durchaus berechtigt hier vorgestellt sein sollte. Als Mangel mag auch dem einen oder anderen erscheinen, daß die

Texte zu den Bildern manchmal etwas allgemein gehalten sind. Trotz Befragungen verschiedener Kenner kamen nicht immer übereinstimmende Ergebnisse heraus, weswegen ich dort, wo eine Klärung nicht möglich war, lieber auf nähere Angaben verzichtete. Daß sich trotzdem der eine oder andere Fehler eingeschlichen haben wird, möge man verzeihen. Man müßte den Landkreis schon wie seine eigene Hosentasche kennen, wollte man hier hundertprozentig sicher sein. Bernüht habe ich mich jedenfalls um objektive Darstellung.

Möge das Büchlein eine reizvolle Beschäftigung mit dem Landkreis, wie er einmal war, sein. Möge es darüber hinaus dazu anregen, selbst Ausschau nach alten Ansichten zu halten; sie werden immer seltener. Lindau, den 7. Februar 1981

Werner Dobras

Lindau im Bodensee
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~ 1. Bei dieser gemalten farbigen Postkarte aus dem ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts - geschrieben wurde sie 1911 - ging es dem Verleger wohl mehr darum, uns die Bergwelt der Umgebung Lindaus zu zeigen, denn die Insel selbst ist darauf etwas klein ausgefallen. Von links nach rechts werden uns da vorgestellt: Pfänder, Künzelspitze, Lorena, Kanisfluh, Dreischwestern, Scesaplana, Hoher Kasten und Kamor. Wie herrlich aber mußte es sich damals erst im Lindauer Hinterland, so wie es uns der Künstler hier im Vordergrund darstellt, wandern lassen! Heute ist dort alles verbaut.

Das Westallgäu aus der Vogelschau 11.

2. In das Landkreisgebiet läßt uns die Postkarte 'Das Westallgäu aus der Vogelschau' einen Bliek tun. Es fehlen dabei freilich die nördlichen Teile des Kreises, wie etwa Gestratz, Simmerberg, Ellhofen und so weiter. Dafür geht das Auge über die Bahnlinie Lindau-Röthenbach - noch heute die Strecke, die der Zug nach München fährt -, Scheidegg, Lindenberg und Weiler hinunter über österreichisches Gebiet - den Pfänder, den Hirschberg und Sulzberg - durchs Rheintal bis in die Schweiz zum eigentlichen Berg des Bodensees, dem Altmann mitdem Säntis, und nach Süden bis zur Scesaplana. Das Entstehungsdatum dieser eigentlich zeitlosen farbigen Karte konnte nicht festgestellt werden.

3. Etwa im Jahre 1905 wurde die farbige Postkarte vom östlichen Bodensee, dem Obersee, gemalt. Im Hintergrund finden wir links die Allgäuer Alpen und rechts die Berge des Bregenzer Waldes. Hinter der Bucht von Bregenz steigt der 1 063 Meter hohe Pfänder auf, der im Süden (rechts) in den Gebhardsberg ausläuft, der heute eine aussichtsträchtige Gaststätte auf seinem Rücken trägt. Links am Pfänderrücken ist sogar die Ruggburg als Ruine erkennbar, die 1452 von den Lindauern eingenommen und zerstört wurde. Zwischen Lochau und Lindau sehen wir die Leiblach in den See fließen. Der Hafen von Fussach, ganz rechts im Bild, gehörte früher dem Lindauer Damenstift. Das Kloster Mehrerau, unterhalb Bregenz, war lange eines der bedeutendsten Klöster am See. Lindau und Bad Schachen sind die beiden Orte auf der Karte, die zum Lindauer Kreisgebiet gehören.

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Gruss vom Bodensee

4. Mit einer Luftbild-Aufnahme aus dem Jahre 1938 soll der Lindauer Teil dieses Landkreis-Büchleins eingeleitet werden. Glaubt man auf den ersten Bliek, so gut wie keine Veränderungen zwischen damals und heute feststellen zu können, irrt man doch sehr. Längst fehlt beispielsweise der hier noch gezeigte und 1978 abgebrochene Lokschuppen rechts im Bild. Vor der Sängerhalle, links unten, steht noch die einstige Exerzierhalle und vom erst 1950 erbauten Spielkasino ist natürlich noch nichts zu entdecken. Es fehlt auch noch der neue Seeparkplatz nördlich der Luitpoldkaserne. Nicht einmal ein halbes Jahrhundert ist seit dem Entstehen der Luftbild-Aufnahme vergangen, wie verändert aber hat sich Lindau seither auch in seiner topographischen Gestalt!

J:indau im ,Bodensee

5. Im Jahre 1908 wurde diese Luftaufnahme vom Lindauer Hafen und dem Inselgebiet aufgenommen und verschickt. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man auch hier die Veränderungen, die ein dreiviertel Jahrhundert zwangsläufig mit sich bringt. So ist das alte Zollhaus in der Mitte des Bildes längst abgebrochen worden und an der Stelle, die über dem Kopf des Bayerischen Löwens liegt, stehen seit etwa 1910 hintereinander Finanz- und Zollamt. Und lange schon besucht kein Schaufelraddampfer mehr den Lindauer Hafen, der 1856 erbaut worden war.

6. Lindau vom Flugzeug aus gesehen, das läßt uns diese in Braunton gehaltene Postkarte erleben. Die Aufnahme wurde wohl in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre gemacht. Wir sehen nämlich darauf noch das alte Landtor, das 1927 abgebrochen wurde, und andererseits fehlt die 1924 eingeweihte Sängerhalle oberhalb des Tores. Natürlich fehlt auch noch der in den siebziger Jahren angelegte Seeparkplatz und das 1950 in Betrieb genommene Spielkasino sowie der dort aufgeschüttete Platz (vorne rechts). Schlecht zu erkennen ist die Bahngleisanlage, die bis zum Hafen lief, wo die Eisenbahnwaggons auf die Schiffe geschoben wurden und den Weg in die gegenüberliegende Schweiz antraten.

7. In den dreißiger Jahren wurde die Aufnahme vom Zeppelin 'Hindenburg' gemacht, als er gerade den Lindauer Hafen überflog. Wäre nicht das Hakenkreuz auf dem Luftschiff angebracht, die Aufnahme könnte ebenso gut erst in unserer Jahren entstanden sein, denn am Lindauer Hafen und der Vorarlberger Bergwelt im Hintergrund hat sich bis heute nichts verandert. Allenfals würden die störenden Hochäuser von Bregenz ins Auge fallen. Am 9. Juni 1909 wurde Graf Ferdinand von Zeppelin 'wegen Erfindung lenkbarer Luftschiffe' Ehrenbürger von Lindau. Man benannte damals auch nach ihm eine Straße und Wiese. Die Straße führt diesen Namen auch heute noch. Der frühere Lindauer Stadtarchivar Walter Dumcke war lange Zeit Funkoffizier auf solch einem Luftschiff.

K 4844 Lindau und die Alpen

8. Ob sich die Feinglätterin in St. Gallen, an die diese Postkarte gerichtet war, gefreut hat, als der Postbote sie ihr zustellte? Wenn es am Ufer des Bodensees schon Frühling ist, wie auf diesem Bild von der Insel Lindau, hat es oben in St. Gallen oft noch Schnee und winterliche Temperaturen, wie man auch leicht an der hier gezeigten Bergwelt sehen kann. Am auffallendsten zwischen damals und heute ist das auf der Karte noch fehlende Seeparkstück vor der Luitpoldkaserne, rechts im Bild. Es kam erst in den siebziger Jahren hinzu. Weitere Einzelheiten sind auf der Postkarte nicht auszumachen.

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