Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten

Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten

Auteur
:   Erich Hessing
Gemeente
:   Lüneburg, Der Landkreis
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2131-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

39. Bei einem großen Brand am 23. April1821 ging fast ganz Artlenburg in Flammen auf. Auch Kirche und Kirchturm brannten aus. Im Jahre 1827 war die Kirche wiederaufgebaut, 1833 auch der Kirchturm. Gegenüber der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, aus der unser Bild stammt, hat sich bis heute einiges an dem Gotteshaus verändert. Am Turm ist eine mittelalterliche Öffnung im Mauerwerk wiederentdeckt und geöffnet worden. Am Sakristeianbau sind die Fenster denen des Längsschiffes angeglichen, und rechts davon hat man eine Leichenhalle angefügt. Dabei wurden auch kleinere Schäden beseitigt, die 1945 beim Kampf um den Elbübergang entstanden waren. Es lag nahe, diese Kirche am Elbstrom dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Schiffer und Fischer, zu weihen.

40. Hinter den auf der um 1910 gemachten Aufnahme sichtbaren Häusern - das linke wurde inzwischen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt - lag die Fährstelle Artlenburgs. Von den Bernsteinkaufleuten in grauer Vorzeit über den Salzhandel im Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit ist hier der Verkehr hinüber und herüber gegangen. Der Fährbetrieb hörte auf, als wenige Kilometer stromauf die neue Honstorf-Lauenburger Straßen- und Eisenbahnbrücke eröffnet worden war. Der Vergangenheit gehören auch der Ewer und das Heuschiff an, die in Ufernähe vertäut liegen. Artlenburger Bauern und Händler fuhren damit bis Hamburg.

v Spórcken-Denkma'

Amtshaus

Partie en der Eibe

Artlenburg a. d. Eibe.

41. Quer über die Giebelfront wirbt das Kaufhaus C.F. Lesczinsky in Artlenburg für sein weites Angebot. Man schreibt das Jahr 1910. Bis hin zu den damals üblichen Petroleumhängelampen, die der Bliek in das Schaufenster zeigt, scheint in dem großen Geschäft alles für den Elbmarschbewohner Erforderliche vorhanden zu sein. Zusammen mit seinen Angestellten zeigt sich der stolze Besitzer, kenntlich an weißer Jacke und Uhrkette, neben der Ladentür.

42. Zwei sommerlich gekleidete Kinder stehen auf dem Deich. Im Hintergrund lugt ein reetgedecktes Fachwerkhaus hervor. Das friedliche Bild läßt nicht ahnen, mit welchem Bangen die Bewohner des Hauses bei Hochwasser das Steigen der Flut verfolgen. 'Vör Kriegsgefohr un Wadersnot', so lautet manche alte Hausinschrift, 'bewohr uns gnädig, Herre Gott'. Erst als im 13. Jahrhundert durch friesische und niederländische Siedler systematisch mit dem Deichbau begonnen worden war, konnte das Wiesen- und Ackerland bis unmittelbar an die Elbe ausgedehnt werden.

43. Noch hat das Maschinenzeitalter in der Landwirtschaft nicht oder kaum begonnen. Irgendwo in der Lüneburger Elbmarsch kehrt man gegen Abend von der Arbeitauf dem Felde zurück. Zufrieden mit dem Geschafften schmaucht der Mann an seiner Pfeife. Die Frauen, die sich mit der Harke über das frischgemähte Gras hergemacht haben, tragen noch den Strohhut und das Kopftuch, die sie gegen die sengenden Sonnenstrahlen geschützt haben. Die Füße steeken in derben Arbeitspantoffeln. Trotz der nicht leichten Arbeit ist den freundlichen, lachenden Gesichtern nichts von Überbeanspruchung und Erschöpfung anzumerken.

~ 'I i

< c

o

Lr--~

J .

44. Beim ersten Bliek auf die Ansichtskarte, mit der ein Bleekeder die Absendung eines Korbes Pflaumen ankündigt, meint man einen Gruß aus dem mondänen Baden-Baden vor sich zu haben. Heute seht der Pavillon mit den Säulenimitationen verloren inmitten von Hintergärten. Geblieben ist die Erinnerung an längstvergangene Sonntage, an denen Kapellmeister Brandt und seine Musiker, alle mit Zylinderhüten, den Gästen in 'Reimers Concertgarten' aufspielten, dessen Gasthof (links oben) auf dem nächsten Bilde besser betrachtet werden kann.

Reirner's Gasthaus

sru» eus lJfI!GU!DI!

r_r.UJl'·l"lu:g 4.11 !., ... ,m.,) lhrfl'tel

45. Im Schmuck der Fahnen und Girlanden präsentiert sich Reimers Gasthaus 1909 zur 700-Jahrfeier der Elbstadt Bleckede. Herzog Wilhelm, der Sohn Heinrichs des Löwen, gilt als ihr Gründer. Eine Urkunde vom 28. August 1209 verkündet seinen Entschluß, dort, wo sich heute Bleekede befindet, einen wichtigen Handelsmittelpunkt zu schaffen, der zu Ehren seines Vaters den Namen 'Löwenstadt' tragen solle. Auch wenn sich die großen Erwartungen des Gründers nicht erfüllt haben, so ist Bleekede doch mit Recht stolz auf seine bis ins Mittelalter zurückreichende Stadtgeschichte.

46. Am 21. April 1945 wurde Bleekede von einer englischen Elitetruppe im Sturm genommen. Dabei fielen fünfzig deutsche und siebzehn englische Soldaten und außerdem zehn Zivilpersonen. Vierzig Häuser gingen in Flammen auf. Als sichtbare Erinnerung an jene schreckliche Stunden zeigte der Turm der St. Jakobikirche noch über ein Jahrzehnt die Wunden, die ihm das englische Granatfeuer versetzt hatte (auf unserem Foto am rechten Bildrand oben). Die bereits 1272 bezeugte Kirche Bleekedes ist 1765 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt worden. Die wertvollen Einrichtungsgegenstände - Kanzel, Taufstein, Triumphkreuz und anderes - blieben glücklicherweise erhalten.

47. Die hier abgebildete alte Bleekeder Superintendentur war das dritte Pfarrhaus an dieser Stelle. Das 1666 nach einem Brande neuerrichtete Gebäude mußte schon 1742 wegen Baufälligkeit durch einen Neubau abgelöst werden, den unser Bild zeigt. Nach 225 Jahren war 1967 auch seine Stunde gekommen. Aus der Pfarre zu Bleekede war 1816 eine Superintendentur mit allen Kirchengemeinden des nachmaligen Landkreises Bleekede geworden. Für die unter dem Zwang der Zonengrenzziehung ausgeschiedenen rechtselbischen Gemeinden Neuhaus und Stapel kamen 1966/1967 Artlenburg, St. Dionys, Echem, Hittbergen, Reinstorf-Thomasburg und Scharnebeek zum Kirchenkreis Bleckede.

Gruss aus Bieckede.

Zo]] tras e.

û9¤RO'S a:.STK,l.US.

48. Eine ländliche Idylle aus der Bleekeder Zollstraße. Schlachterrneister Gabel hat ein Stück Schlachtvieh erworben und läßt es durch seinen Gesellen nach Hause treiben, von jung und alt vor 'Oberg's Gasthaus' neugierig bestaunt. Währenddessen unterhält sich der Meister (mit weißer Schürze) mit seinem Freund und Mitbürger Banse. Im Hintergrund links zeigt sich das stattliche Kantorhaus. Ihm gegenüber (hier nicht sichtbar) lag das alte Zollhaus, nach dem die Straße heute noch ihren Namen führt (siehe Nummer 49). Unsere Ansichtskarte wurde kurz vor dem Ersten Weltkrieg geschrieben.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek