Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten

Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten

Auteur
:   Erich Hessing
Gemeente
:   Lüneburg, Der Landkreis
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2131-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Lüneburg in alten Ansichten'

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49. Die Bleekeder sprachen von dem alten Fachwerkbau in der Zollstraße als dem 'Maidenlager' , weil in der Hitlerzeit dort weiblicher Arbeitsdienst untergebracht war. Ursprünglich war das Haus als Zollgebäude errichtet worden. Denn bis tief in das 19. Jahrhundert hinein war die Elbe Zollausland. In späterer Zeit war hier vorübergehend ein Forstamt untergebracht. Zuletzt diente das Gebäude als Jugendheim. Nach seinem Abriß wurde an dieser Stelle ein Wohnhaus errichtet.

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Marktplatz

50. Durch die Breite Straße in Bleekede führten bis zum Ersten Weltkrieg die Gleise der Kleinbahn. Im Hintergrund biegen sie vor der rechts liegenden Apotheke des Dr. Busch in die Friedrich-Kücken-Straße ein, die damals noch Kleine Straße hieß. Linkerhand sieht man neben 'G.C. Napp's Gesellschaftshaus' (jetzt Parkrestaurant) die Häuser der Kürschner Wallmann und Finger, dazwischen das Konfektionshaus Kalle (jetzt Supermarkt). Dort, wo heute dicht an dicht Autos parken, luden damals vor der Gastwirtschaft noch Tische und Stühle zum erholsamen Verweilen ein.

51. Im Jahre 1895 bekam der Landkreis Bleekede (siehe am Anfang dieses Buches) seine eigene Kleinbahnlinie, die in Ostwestrichtung quer durch das Kreisgebiet führte. An den Endpunkten in Dahlenburg und in Echem gab sie den Reisenden Anschluß an die Staatsbahnen. Ihre Spurweite betrug nur 75 Zentimeter. Nach und nach wurde der Betrieb wegen Unrentabilität eingestellt, zuletzt 1921 der Verkehr zwischen Bleekede und Dahlenburg. Das Bahnhofsgebäude am Ostausgang von Bleekede (unser Foto) dient seitdem als Wohnhaus für Eisenbahnerfamilien. Bereits seit 1904 gab es - zunächst von 'Karze Anschluß', später von Bleekede aus - auch eine Schmalspurverbindung nach Lüneburg, die im Ersten Weltkrieg auf Normalspur umgestellt wurde. Die Personenbeförderung wurde hier 1977 von Omnibussen übernommen.

Bleekede a. Eibe.

Am Kückendenkmal mit Schule.

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52. Auf einer Straßenkreuzung hatte der 1810 in Bleekede geborene Komponist Friedrich Kücken sein Denkmal gefunden. Schon mit fünfzehn Jahren hat er seinen Heimatort verlassen und ist niemals wieder in Bleekede gewesen, wo er als der Sohn des Scharfrichters (letzte Hinrichtung 1834) keine Freunde hatte. Die zum Volkslied gewordene innige Weise 'Ach, wie ist's möglich dann' und das früher von den Kindern gesungene 'Wer will unter die Soldaten' haben ihn bekannt gemacht. Dort, wo bis 1972 Kückens alte Schule stand (der Fachwerkbau im Hintergrund), erhebt sich heute eine neue Kreissparkasse. Davor hat das aus Verkehrsgründen verlegte Denkmal einen geeigneteren Standort gefunden. Die Eichen wurden gefällt.

53. Der Schutz der herzoglichen Burg in Bleekede war im Mittelalter den adligen Burgmannen anvertraut. Zum Lohn erhielten sie eine der Burg benachbarte Hofstelle mit Haus und Ländereien als abgabenfreies Lehen. Als die Zeiten friedlicher geworden waren, verpachteten sie ihre Höfe und verließen die Burg, zu deren Schutz sie nicht mehr gebraucht wurden. Die Schloßstraße, in der die meisten Häuser dieses Ursprungs sind, hieß deshalb vor wenigen Jahrzehnten noch 'Burglehn'. Eines der letzten dieser Burglehnhäuser (dieses Bild), bis dahin im Besitz der Familie von Preuße in Hannover und von dem Schlosser Richard Brunk bewohnt, wich vor einigen Jahren der Arztpraxis des DI. Gustav Reimers.

54. Noch ist die heute nach Geheimrat Brandes, einem Ehrenbürger Bleckedes, benannte Straße eine schlichte Werderstraße, da haben sich vor dem Haus des Stellmachers Zirnmermann ein paar Nachbarfamilien zu einem Gruppenfoto zusammengefunden. Die Männer haben das Werkzeug aus der Hand gelegt, die Frauen ihre weißgestärkte Sonntagsschürze umgebunden. Links steht das Ehepaar Zimmermann, daneben Bierverleger Steinfeld mit Frau. Die übrigen lassen sich nicht mehr identifizieren. Im Hintergrund sieht man das zweistöckige Haus des Malermeisters Schütte, das einmal die Inschrift trug: 'Hier wird gemalt mit Pinsel und mit Kleister von Harry Schütte, Malermeister' . Dahinter gibt sich das niedrigere Steinfeld'sche Haus zu erkennen.

Bleekede

Beim 51 JÜ'geo.

55. 'Beim St. Jürgen', dem inzwischen abgerissenen Altenwohnheim St. Georg, hatte einmal Fischer Fritz Rehbein sein Haus. Der Beruf des Mannes gibt sich an den großen, vor dem Hause aufgestellten Aalkörben zu erkennen. Das höhere Haus im Hintergrund ist ein Rauchhaus für die Zubereitung des Fanges. Damals wurden unter anderern auch noch Neunaugen gefangen und geräuchert. Im Ersten Weltkrieg brannte Fischer Rehbeins Anwesen ab. Bleekedes letzter Berufsfischer, Wilhelm Heimlich, ertrank 1959 in der Elbe.

56. Die Bleekeder Elbfähre diente in erster Linie nicht dem Fernverkehr, sondern der einheimischen Landwirtschaft. Die Bleekeder Landwirte waren auf sie angewiesen, um ihre Wiesen und Weiden am anderen Elbufer erreichen zu können. In der Zeit der Heumahd und des Grummet stauten sich drüben an der Fährstelle die schwerbeladenen Wagen. Einen nach dem anderen brachte sie der von einer Barkasse gelenkte breite Prahm des Fährmanns Heinrich Rehbein über das Wasser. Die Zonengrenzziehung hob von heute auf morgen die engen menschlichen Bindungen zwischen Bleekede und Altwendischthun an diesem und Neubleckede und Neuwendischthun an jenem Ufer auf und fügte der Bleekeder Landwirtschaft schweren Schaden zu.

57. Mit dem stolzen Besitzer eines sogenannten Jeetzelkahns von nur sechs Tonnen Tragfähigkeit begarm 1875 die Bleekeder Elbschiffahrt. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Bleekede schon etwa zehn Schiffseigner. Die Größe der betriebenen Kähne wuchs ständig. Im Jahre 1895 wurde der Bleekeder Hafen ausgebaut, der den Schiffen als Eisschutz sehr willkommen war. Im Winter 1904/1905 lagen hier nicht weniger als fünfundsechzig Kähne. Die Verladetätigkeit, wie sie unser Bild aus den zwanziger Jahren zeigt, ist allerdings seit der Zonengrenzziehung auf ein Minimum zurückgegangen. Aber immer noch fahren Bleekeder Motorkähne auf den bundesdeutschen und mitteleuropäischen Wasserstraßen.

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I

58. Es klingt 'lögenhaftig to vertelln' und ist doch nichts als die Wahrheit, daß vor hundert Jahren mitten im Strombett der Elbe eine armdicke Kette lag, achthundert Kilometer lang von Hamburg bis nach Böhmen hinein, und daß an dieser Kette qualmende Schleppraddampfer sich 'entlanggehangelt' haben, mit vollbeladenen Lastkähnen hinter sich. Wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens - die Kette mußte vom Bug zum Heek über das ganze Schiff geführt werden - hatten diese Schleppdampfer schnell den Spitznamen 'Plätteisen' weg. Durch das laute Klappern der Kette kündigten sie sich kilometerweit vorher an. Ab 1895 wurde die Kettenschiffahrt etappenweise eingestellt.

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