Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen, Der Landkreis
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0807-2
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Regen in alten Ansichten'

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29. Die Schachten sind gereutete Weideflächen im Grenzkammgebirge zwischen Arber, Falkenstein, Rachel und Lusen. Nur Jungrinder und Ochsen, das Galtvieh also, wurden auf die Schachten getrieben. Jede Herde wurde ausgetrieben und gegen Ende August/Anfang September je nachdem, wie die Witterung war und das Weidegras wuchs, kehrten die Hirten zurück ins heimatliche Dorf. Auf dem vorliegenden Bild ist eine Viehherde auf dem Ruckowitzschachten zu sehen. Es fällt der Bliek hinüber zum Arber. Der Ruckowitzschachten selbst wurde von 1613 bis 1962 von den Bauern aus dem Markt Zwiesel, den Dörfern K1autzenbach und Lindberg weidewirtschaftlich genutzt. Literatur: Ingeborg Seyfert, Die Schachten des Bayerischen Waldes, Grafenau, 1975.

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

30. Der Geologe und Volkskundler Georg Priehäußer, welcher sich mit leidenschaftlicher Begeisterung den Bayerischen Wald erwanderte und ihn mit wissenschaftlicher Akribie erforschte, beschreibt im Heimatbuch der Waldstadt Zwiesel (Band Il, S. 121) die Behausung der Hirten auf den Schachten, wie folgt: Die beiden Hirten benützten als Unterkunft eine niedere, mit Rinden gedeckte Blockhütte aus rohen Baumstämmen, in der Mitte eine erhöhte Feuerstelle aus Stetnblocken und beiderseits in gleicher Höhe je eine Schlafstelle aus Fichtenprügeln mit 'Reisch' (Seegras) oder Laubstreu zu bequemerem Liegen überdeckt. In einem kleinen angebauten Stall durfte jeder der beiden Hirten zwei Milchziegen halten, aber nicht mehr. Von Zeit zu Zeit schauten die Bauern nach dem Vieh und versorgten die Hirten mit Schmalz, Mehl und Brot. Das Foto befindet sich im Stadtarchiv Regen und wurde von Anton Pech aus Zwiesel vor 1910 angefertigt.

31. Die Regener Ochsenmärkte waren berühmt und fanden an elf übers Jahr verteilten Markttagen statt. Aufgetrieben wurden Gang- und Schlachtochsen. Die jungen, zweijährigen Gangochsen verhandelten meistens die Bauern unter sich, um sie für den eigenen Betrieb als Zugochsen abzurichten. Die fetten, älteren Schlachtochsen wurden von Händlern und Metzgern aufgekauft, die nicht selten bis aus Nürnberg, Regensburg und München angereist kamen. Der Kauf wurde durch Handschlag besiegelt und der Käufer hatte nach dem Markt dem Verkäufer noch den Leitkauf, meist ein oder zwei Maß braunes Bier zu zahlen. Verkaufte Ochsen wurden an den Hinterschenkeln mit blauer Ölkreide gekennzeichnet. Der Markt endete gegen elf-halb zwölf Uhr. Die Wirtshäuser um den Markt herum waren brechend voll. Foto: Stadtarchiv, Regen.

32. Das alte Regener Rathaus wurde im Juni 1872 wegen Baufälligkeit von der Regener Feuerwehr abgerissen. Es stand mitten auf dem Marktplatz, etwa an der Stelle, wo der heutige Marienbrunnen steht, jedoch ein wenig an die Bachseite herangerückt. In welchem Jahrhundert der zweigeschossige Bau mit Schopfwalmdach und Zwiebelturm erbaut wurde, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Die Ansicht Regens von Hans Donauer im Antiquarium der Münchner Residenz jedenfalls zeigt aber, daß das Regener Rathaus in seiner Grundformation, so wie es die vorliegende Fotografie vorweist, bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts bestanden haben muß. Das Rathaus ist geschmückt. Eine unversehrt gebliebene Glasplatte ermöglichte das Bild.

Foto: Sammlung Otto Huber, Regen.

33. Nur noch die älteren Regener werden sich an den Schmiedemeister Franz Xaver Kronschnabl, den Pfleggassenschmied, erinnern können. Die Freude, gute, gediegene Handwerksarbeit geleistet und zufriedene Kunden zu haben, waren für ihn der schönste Lohn. Die Regener Ackerbürger erwarteten es von ihm auch nicht anders. Im alten Marktflecken Regen lebte und arbeitete man halt von Mensch zu Mensch,

Foto: Rosa Kronschnabl, Regen.

panorama vom 'R,iedberg.

34. Der königliche Kommerzienrat Josef Rodenstock kaufte 1898 das sechs Tagwerk große Gelände des Breinbauernhofes und errichtete darauf 1899 ein Zweigwerk seiner optischen Fabriken. 1899 waren zirka neunzig Arbeiter beschäftigt, 1913 schon dreihundert. Das stille, beschaulige Regen, das durch den Zustrom fremder Arbeiter die Moral der Einheimischen gefährdet sah, Armenlasten befürchtete und deshalb um die Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder Industrieansiedlungen ablehnte, war nun zum Industrieort geworden. Arbeit und Brot für viele, die sich sonst als Knechte und Mägde hätten verdingen mussen, waren ins Land gekommen. Im Vordergrund das Zweigwerk, dahinter der Marktflecken Regen! Literatur: R. Karl, Stadt Regen. Grafenau, 1967, S. 303-307.

Foto: Stadtarchiv, Regen.

35. Josef Rodenstock (1846-1932) wußte, was Not und Armut bedeuteten, als sein Vater die Stellung als Direktor einer Textilfabrik in Hildebrandshausen im thüringischen Eichsfeld infolge der Stillegung des Werkes verlor. Als 14jähriger mußte er durch Taglöhnerarbeit und Hausierhandel die Familie miternähren. Daraus wollte er sich befreien und lernte und las und konstruierte technische Geräte wie einen Metalltachometer für Bierwürze oder eine patentierte Wasserwaage für Bauhandwerker oder die erste Brillenfassung aus Golddoublé. Die Erfindung und fabrikmäßige Herstellung der Diaphragrna-Brillengläser brachten ihm den Durchbruch. 1882 wurde in Würzburg das erste Fabrikgebäude errichtet. Es folgten 1886 die optischen Werke in München, 1899 in Regen und 1915 in Zwiesel. Bei seinen täglichen Betriebsrundgängen drehte er selbst tropfende Wasserhähne zu, ließ jeden krummen Nagel aufheben und wieder gerade klopfen. Er war so sparsam, daß er auf seinen Bahnreisen nur immer die 3. Klasse benutzte.

Foto und Auskunft: Archiv G. Rodenstock, München.

36. Im Häuserbuch der Stadt Regen, das Bezirksamtmann DI. Otto Bundscherer in den zwanziger Jahren verfaßt hat, wird das Bezirksamt als ein modernes Amtsgebäude bezeichnet, das 1913 am Platze der abgebrochenen Brauerei und Gastwirtschaft 'Zum Obergraßl' errichtet worden ist. Die Architektur des Gebäudes, die Raumaufteilung im Innern und die wohldurchdachte, dezent gegliederte Fassade beweisen, daß die damaligen Bauherren und Architekten wohl Sinn für eine geschmackvolle Neugestaltung gehabt haben. Der Fassadenstuck, besonders an den Zwerchgiebeln, weist reine Jugendstilelernente auf. Seit 1972 ist das abgebildete Amtsgebäude das Landratsamt des Großlandkreises Regen, der sich aus den ehernaligen Landkreisen beziehungsweise Bezirksämtern Regen und Viechtach zusarnrnensetzt. Das Foto stammt aus den zwanziger Jahren.

Foto und Literatur: Stadtarchiv, Regen.

37. Um 1930 war Xaver Ert! im Martkf1ecken Regen Nachtwächter. Ausgerüstet mit 'Lutern' und Hellebarde hatte er die Ruhestörer zurechtzuweisen, ausbrechendes Feuer zu melden und Diebe aufzuspüren. Später übernahm er das Amt des Flurwächters.

Foto: Sammlung Georg Weikl, Regen. Auskunft:

Michael Kopp, Regen.

38. Die Burg Weißenstein ist noch als Ruine ein markanter Bau, da sie in weitem Umkreis das Regener Land beherrscht. Der Pfahl, jener bizarre, glasharte Felsenkamm aus weißem, kristallinischem Quarz, erreicht hier seine höchste Erhebung, nämlich 765 Meter. Und gerade diesen Punkt haben sich die Grafen von Bogen ausgesucht, als sie im 12. Jahrhundert den Ministerialensitz Weißenstein errichteten. Doch 1242 schon kam die Burg auf dem Erbwege nach dem Erlöschen des Bogener Grafengeschlechtes an Herzog OUo Il. von Bayern. Die Nachkommen Ottos belehnten mit der Burg und der dazugehörigen Pflege die Degenberger. Nach dem Aussterben der Degenberger fiel im Jahre 1602 Weißenstein wieder an den wittelsbachischen Landesherrn. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört und 1742 stürzte die Südseite ein. Im Torturm, welcher rechts im Bilde zu sehen ist, lebte der baltische Dichter Siegfried von Vegesack von 1917 bis zu seinem Tode im Jahre 1974. (Text: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands (Bayern). Stuttgart, 1974, S. 804.)

Foto: Stadtarchiv, Regen.

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