Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen, Der Landkreis
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0807-2
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Regen in alten Ansichten'

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39. Im Jahre 1883 wandte sich Lehrer Joseph Vogl aus Bayerischzell gegen den Verfall der überlieferten ländlichen Kleidung, und bald darauf setzte, ausgehend von Oberbayern, die Trachtenbewegung ein, die auch den Bayerischen Wald erfaßte. Hier abgebildet ist der Prackenbacher Trachtenverein. Es war leider nicht möglich, die abgebildete Tracht genau zu beschreiben und festzustellen, inwieweit sie der originalen bodenständigen Waldiertracht des frühen 19. Jahrhunderts entsprach. Literatur: Bayrisch Land - bayrisch Gwand. Traunstein, 1976.

Foto: Sammlung Hermann Popp, Viechtach.

40. Ab Stephanitag wird das Neue Jahr 'angeblasen'. Die Dorfmusikanten ziehen von Haus zu Haus, von Hof zu Hof, bringen ihr Ständchen dar und wünschen dem Hausherrn und seinen Leuten Glück und Segen im Neuen Jahr. Mit einem Geldstück werden die Musikanten entlohnt. Das Bild entstand um 1940 in Reienertsried bei Kirchberg im Wald.

Foto: Stadtarchiv, Regen.

41. Nach dem Gloria des Gründonnerstagsamtes, das in den Pfarreien gewöhnlich um neun Uhr in der Früh gefeiert wurde, mußten Orgel und Glocken zum Zeichen des Leidens und Sterbens Christi bis zur festlichen Auferstehungsfeier am späten Karsamstagnachmittag schweigen. An Tages- und Gottesdienstzeiten zu erinnern, war ungeschriebenes Recht und ernstzunehmende Aufgabe der Ratsenenbuben. Die Gotteszeller sind sich dieses wichtigen Auftrages voll bewußt. Stolz sind sie gerade durch den Klosterbogen gezogen, um ihres Amtes walten zu können. Einige von ihnen tragen die damals teilweise noch übliche 'Dreiviertel-Zwölf-Uhr-Hose' (auch 'Beilhose' genannt). Bis zum Karsamstag haben meistens immer alle ausgehalten mit dem Ratschen, denn die Belohnung in Form von ausgezogenen Krapfen, Zimtnudeln und Ostereiern wollte sich keiner entgehen lassen. 1932 entstand dieses Foto.

Foto: Sammlung Fritz Schosser, Gotteszell,

42. Nach dem grauen Winteralltag bot der Palmsonntag ein farbenfrohes Fest. In der Waldlerstube wurde die Palmgerte, die noch möglichst unverblühte Palmkätzchen haben mußte, geschmückt. Der obere Teil der Palmgerte wurde mit angeschnittenem buntem Papier umwunden und die Zweige mit farbigen Seidenbändern verziert. In das Gebinde beim Ansatz der Zweige wurden Wintergrün, ein Sträußl vom 'Sengbaum' und manchmal auch ein Apfel hineingesteckt. Es war der Stolz eines jeden Buben, eine möglichst lange Palmgerte tragen zu dürfen und bei der Palmmesse dem Nachbarn viele Bänder herunterzureißen. So mancher Pfarrer hatte damit sein Kreuz. Ein Büschel der geweihten Zweige kam hinter das Kreuz im Herrgottswinkel. Der Stamm der geweihten Palmgerte wurde in Stücke gesägt und gespalten. Ein SträußI 'Sengbaum', Wintergrün und Palmzweige wurden kreuzförmig in den Spalt gesteckt und am Kreuztag auf das Feld gebracht, um die heranwachsende Frucht zu segnen. Das Foto zeigt das Palmgertentragen in ZwieseL

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

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43. Nach den langen Wintertagen erwarteten die Waldlerbauern den Mai sehnsüchtig. Es gab wieder genügend Futter für das Vieh. Das Leben erwachte. In den Dörfern versammelte sich die Dorfgemeinschaft nach Einbruch der Dunkelheit zur Maiandacht. Der Stolz eines jeden Dorfes war aber der Maibaum. Beim Aufstellen wollte sich keiner ausschließen. Und beim Stehlen eines Maibaumes aus dem Nachbardorf wollte auch keine Bursche fehlen, denn ein gestohlener Baum mußte mit einern Faß Bier ausgelöst werden. Das vorgegebene Bild soll aus Bodenmais stammen.

Foto: Stadtarchiv, Regen.

44. Am Pranger- oder Kranzltag entfaltet schon seit jeher der Waldler seine ganze Liebe und Pracht zu seinem eucharistischen Herrgott, von dem er sich den Segen flir seine Feldfrüchte erbittet. Girlanden, weißblaue Fahnen und Fähnchen und kleine Kranzl aus frischen Fichtengrün schmücken die Fassaden der Häuser. Birken säumen den Prozessionsweg, der schon seit Jahrzehnten immer derselbe war und immer in der gleich strengen Ordnung eingehalten wurde. Nämlich vor dem Himmel (= Baldachin) hatten nacheinander die Schulmädchen und Buben, danach die Jungfrauen und Vereine sowie die Musikkapelle zu gehen. Hinter dem Himmel folgten die Honoratioren, die Männer und zum Schluß die Frauen. Die Segnung der Feldfrüchte bei den betreffenden Altären haben Böllerschüsse verkündigt. Ministranten begleiteten mit Schellen das Allerheiligste. Ein großer Korb voll Fronleichnamskränzchen wurde mitgetragen. Sie zierten das Jahr über die Wohnstuben und sollten Unheil von dem Haus abhalten. 'Fronleichnam 1922 in Zwiesel' ist dieses Foto betitelt.

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

45. In den meisten Orten des Landkreises ist das Pfingstbrauchtum schon vor Jahrzehnten erloschen und nur noch die älteren Leute können sich an den laubverhüllten Pfingstl erinnern, wie er am Pfingstsonntag vom 'Weiser' in Begleitung des 'Geiers' und einer Schar schellenbetückter Jungen durchs Dorf geführt wurde, bei jedem Haus in einem Spruch um Eier und einen Broeken Schmalz, der so groß wie ein Roßkopf sein sollte, bat und unter dem Lärrn der Schellen ausgelassen tanzte. Die Freude des Waldlers über den fruchtbringenden Sommer sollte wohl darin ausgedrückt werden. Eier und Schmalz wurden zu einem Gericht hergerichtet und im Hirtenhaus oder Dorfwirtshaus verzehrt. Das Bild stammt aus der Viechtacher Gegend.

Foto: Sammlung Hermann Popp, Viechtach.

46. Das 'Wolfauslassen' am Vorabend vor Martini war mit dem Lohngang des Hirten verbunden. Der Dorfhirte, der von Georgi bis Michaeli mit seinen Hüterbuben Schafe und Rinder auf der derfgemeindlichen Viehweide gehiitet hatte, verlangte den bei der 'Losung' vereinbarten Lohn von den Bauern. Dieser bestand neben der Nutzung des Hirtenhauses und der dazugehörigen Felder in einem pro Stück Vieh ausgehandelten Geldbetrag. einem Scheffel Korn (Roggen) und einem Viertel Hafer. Der Hirte ging mit seiner Schar von Hof zu Hof, schilderte in einem längeren Spruch seine schwere Hirtenarbeit und bat um den Lohn sowie auch darum, im nächsten Jahr das Amt wieder zu bekommen. Auf den Ruf 'Riaglts enk' begannen die Hüterbuben mit ihren Schellen kräftig zu lärmen und zu 'toppeln', das heißt mit den Peitschen zu knallen. Das Foto hat Hans Seidlmayer, München, in den dreißiger Jahren gemacht. Es zeigt den Hirten beim Aufsagen des Spruches,

Foto: Herbert Wolf, Brauchtumsarchiv Cham.

47. Über das 'Hirrnonhopsen' in St. Hermann bei Bischofsmais berichtet die Zeitschrift 'Der Bayerwald' (1918, Heft 1-2, S. 19-23) folgendes: Das 'Hirmonhopsen' selbst wird stets in der Weise gehandhabt, daß die jeweilige Person die Figur an einer gewissen Stelle mit kräftigem Griffe faßt, dreimal in die Hohe lüftet oder hopst und zum Schlusse küßt. Jeder, der das Bildnis hopst, weiht dem 'Hirmon' seine besonderen Anliegen. Der Bauer gedenkt dabei seiner Saaten und des Gedeihens seiner Rinder, denn der 'Hirmon' ist Schutzheiliger des Viehes und der Fluren; das junge Madehen bittet beim Hopsen den Heiligen um einen Mann, der Bursche um ein Weib. Die Aufnahme stammt aus der Zeit um 1930. Beim Abbruch des Bauernwirtshauses (Regen, Stadtplatz 16) hat Heimleiter Georg Weikl, Regen, die bereits angebrochene Glasplatte vom Bauschutt gerettet.

48. 'In den Pfarrhof gehen', hieß früher soviel wie seine Verlobung anzeigen und beim Pfarrer die Hochzeit bestellen. Mancher Bräutigam, wie der Schreiner Andrel aus Bruck bei Kirchdorf im Wald, hat da bei dieser Angelegenheit erstmals seine Braut gesehen, so sehr haben die Eltern und der Schmuser vorher das Heiraten unter sich ausgemacht. Wahrlich solche Ehen mußten auf Biegen und Brechen halten! Abgebildet ist der alte Böbracher Pfarrhof.

Foto: Sammlung der Familie Westermeier, Böbrach. Herr Adolf Stern hat dankenswerterweise das Foto besorgt.

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