Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen, Der Landkreis
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0807-2
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Regen in alten Ansichten'

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Çruss aus l(uhmannsjelden.

59. Am 25. August 1894 verwüstete ein verheerendes Feuer, welches im Stadel des Wagnerrneisters Metzger ausbrach, 51 Firste, darunter 21 Wohnhäuser. Es war ein heißer Sommertag und viele Ruhmannsfeldener arbeiteten auf ihren Feldern. Bis sie gegen die Flammen ankämpfen konnten, hatten diese bereits Hab und Gut vernichtet. Jahrzehntelang sprachen die Marktburger von diesern Unglück und rätselten über die Ursachen. Das Foto stammt noch aus dem Jahre 1893 und zeigt Ruhmannsfelden vor dem großen Brandunglück. Der Kaufmann Michael Sixl hat diese Fotografie verlegt und als Ansichtskarte verkauft. Literatur: A. Högn, Geschichte von Ruhmannsfelden. Regensburg 1949, S. 27.

Foto: Michael Rankl, Regen.

60. Mit Fleiß und Sorgfalt übte Blaudruckermeister Alois FIOmholzer in Ruhmannsfelden sein Handwerk aus. Seit 1648 betreibt seine Familie dieses Handwerk, davon seit 1821 im Markte Ruhmannsfelden. Viel künstlerischen Geschrnack und eine ruhige Hand verlangt dieses Handwerk und es blühte auch, als überall noch im Landkreis Flachs, der sogenannte 'Hoar', angebaut wurde. Das Foto stammt aus den dreißiger Jahren und zeigt Alois Fromholzer, wie er gerade den zuvor in die Papp eingetauchten Model dem rohen Leinentuch aufsetzt. Die Muster auf den Modeln setzten sich aus verschiedenen Streublurnenrnotiven zusammen.

Foto und Auskunft: Sammlung Josef Fromholzer, Regen.

61. Sobald die Papp trocken war, erfolgte das Färben des Leinen in der Küpe, in welche es, auf einem Rahmen aufgehängt, zirka eine Viertelstunde lang hineingetaucht wurde. Ebenso lange wurde es wieder aus der Küpe herausgezogen und dieser Vorgang wiederholte sich so oft, bis der Färber meinte, daß der behandelte Grund des Leinen genügend stark eingefärbt sei. Das aufgedruckte Muster aber war von der Papp abgedeckt worden. Nach dem Trocknen wurde die Papp erntfernt, das Leinen noch etwas gestärkt und gemangelt. Das ausgesparte Muster hob sich dann vorn blauen Grund ab. Als Farbstoff wurde Indigo verwendet. Abgebildet ist Blaudruckermeister Alois Fromholzer beim Einfärben,

Foto und Auskunft: Sammlung Josef Fromholzer, Regen.

62. Das Wallfahrtskirchlein Osterbrünnl bei Ruhmannsfelden wurde 1813 erbaut. Noch um die Jahrhundertwende waren die Wände dieser Kapelle mit Opfergaben und Votivtafeln bedeckt. Die neben dem Kirchlein entspringende Quelle wird vorn gläubigen Volk für heilkräftig gehalten. Die Trassenführung der am 26. Oktober 1890 eröffneten Lokalbahn Gotteszell-Viechtach ist in der Mitte des Bildes zu sehen. Literatur: Der Bayerische Wald. 1905, Heft 6, S. 132-133.

Foto: Landesamt für Denkmalpflege, München.

63. Die Säkularisation am 24. März 1803 hat die Zisterzienserabtei Gotteszell, welche 1286 von Aldersbach aus mit Mönchen besiedelt wurde, übel zugerichtet. Schubkarrenweise wurden Inventar und Bücher verschleudert. Eine Ladung kostete nur 24 Kreuzer. Das Klosterarehiv landete teilweise auf dem Misthaufen. Um einzelne Gebäude wurde gefeilscht, die weiträumige Klosteranlage in Einzelparzellen aufgeteilt. Zu allem Unglück brach auch noch am 22. Juli 1830 im ehemaligen Kloster ein Brand aus, der sehr schnell auf die Kirche übergriff. Der brennende Dachreiter stürzte ein und durchschlug das Langhaus der Kirche. Zunächst nur notdürftig wieder aufgebaut, wurde das Gotteshaus 1889 restauriert. Bauamtsaktuar Friedrich Büttner aus Landshut hat auf Bitten des Pfarrers Mathias Hirsch das vorliegende Foto 1892 angefertigt. Die Spuren der Zertrümmerung des Gesamtbesitzes sind darauf deutlich zu sehen. Literatur: M. Hartig, Die niederbayrische Klöster. München 1939, S. 168-176.

Foto: Sammlung Fritz Schosser, Gotteszell.

64. Jeden Sommer seit 1887 kam der königliche Geheimrat Anton Eber! zur Sommerfrische nach Gotteszell. Im gastlichen Bräuhaus ließ es sich gut leben, und die alten Gemäuer sowie die kunstreiche Kirche mögen in ihm wohl die Neugierde und Begeisterung geweckt haben, ihre Vergangenheit und die ihrer Bauherrn zu erforschen. Mit Eifer und wissenschaftlicher Gründlichkeit betrieb er seine Archivstudien. Und als Ergebnis seines Bemühens konnte 1935 die 'Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters Gotteszell im Bayerischen Wald' bei Nothaft in Deggendorf gedruckt werden. Doch das hervorragend gute Urteil der Fachwelt über sein Werk konnte er nicht mehr hören und lesen. Er starb am 25. Juli 1931 im Alter von vierundneunzig Jahren. Auf dem Gotteszeiler Friedhof liegt er begraben.

Foto und Auskunft: Fritz Schosser, Gotteszeil.

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4 65. Auf König und Kaiser und die Errungenschaften der Technik, besonders der geballten Kraft des Dampfes waren die Bürger stolz. Die Eisenbahn florierte und die Herren Bahnbeamten waren zu respektieren. Die Regener freuten sich, als ihnen die am 16. September 1877 eröffnete Bahnlinie Plattling-Ludwigsthal den Anschluß an die Welt brachte. Den Viechtachern aber verwehrte der Staat diesen Vorzug, Sie mußten sich selbst auf die Füße stellen. Am Mittwoch, dem 2. Mai 1888 mittags um zwölf Uhr wurde in der Ett1'schen Brauerei zu Teisnach eine Aktiengesellschaft gegründet, die den Bau der Lokalbahn Gotteszell-Viechtach betrieb. Rund 1 400000 Mark mußten an Baukosten finanziert werden. Die Viechtacher schafften es. Bereits am 27. Oktober 1890 wurde die erste Probefahrt auf der 25 Kilometern langen Seitenbahn durchgeführt, Die Aufnahme zeigt die Station Gotteszell im Jahre 1902.

Foto und Auskunft: Sammlung Fritz Schosser, Gotteszell.

66. Die Viechtacher Filiale Achslach wurde im 17. und 18. Jahrhundert von den Gotteszeller Zisterzienser Mönchen seelsorglich betreut. Der Aufstieg des Ortes begann, als Achslach 1823 zum Pfarrdorf erhoben und Mittelpunkt von 22 Orten und Einöden wurde, die 1890 insgesamt 1022 Einwohner zählten. 1833 wurden Chor und Langhaus der hier abgebildeten Pfarrkirche errichtet. Fünfzig Jahre später wurde die Kirche renoviert. Der hell gekennzeichnete Weg zur Kirche führt an dem Kramerladen des Bauern Jackl, der neben seinem Kolonialwarengeschäftl auch noch mit Beeren, Pilzen und Vieh handelte, vorbei. Die Ansichtskarte entstand um 1930.

Auskunft und Foto: Sammlung Fritz Schosser, Gotteszell

waldhaus (696 m )

mi; dem Falkenstein (1315 m). ·(Bayr. Wald.)

....

67. Als 1863 Hofrat Maximilian Schmidt, der Dichter des Bayerwaldes im 19. Jahrhundert, von König Max Il. zur Audienz empfangen wurde, fragte ihn der Regent: 'Kennen Sie den Urwald am Falkenstein? Ich habe bestimmt, daß dort für alle Zeiten kein Baum gefällt werden darf.' Doch bis die Worte des Königs verwirklicht wurden, vergingen noch Jahrzehnte. Die Gründerzeit hatte nur allzugut das Holz als ertragreichen Rohstoff entdeckt, den es zu nutzen gab. Erst 1913/1914 wies die bayerische Staatsforstverwaltung die Urwaldbestände am Arber, Falkenstein und Rachel als Naturschutzgebiete aus. Der Wert des Waldes als ewiges Geschenk ward erkannt. Literatur: Aufzeichnungen des Anton Pech in der Sammlung von Friedelinde Rosenberg, Zwiesel.

Foto: Maria Sommer, Regen.

68. Das Höllbachgspreng erstreckt sich am südöstlichen Hang des Großen Falkenstein und ist 51,3 Hektar groß. Josef Blau, der in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts den Böhmer- und Bayerwald mehrmals durchwandert hat, berichtet darüber folgendes: Hier liegen alte Baumleichen (Rahnen) zwischen mächtigen Gneistrümmem in einem wilden Urwaldgewirr. Alles, Steinblöcke und Wa/driesen, ist überwuchert von ûppigen Jungwald und machtigen Farnen, belebt durch fallendes und gurgelndes Wasser. Anton Pech hat um 1910 das Foto gemacht. Literatur: J. Blau, Wanderbuch für den Böhrnerund Bayerwald. Pilsen o.J., S. 107.

Foto: Stadtarchiv, Regen.

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