Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Der Landkreis Regen in alten Ansichten

Auteur
:   Horst Sauer
Gemeente
:   Regen, Der Landkreis
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0807-2
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Der Landkreis Regen in alten Ansichten'

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69. Unendlich weit erstreeken sich die Wälder im Landstrich zwischen Arber und Dreitannenriegel, zwischen Schwarzeck und Vogelsang, zwischen Eschenberg und Riedelstein. Von den 98 025 Hektar Gesamtfläche, welche die ehemaligen Bezirksämter Viechtach und Regen 1890 aufzuweisen hatten, waren 57 279 Hektar mit Wald bedeckt, wobei die Fichten- und Tannenforste den größeren Anteil von 37616 Hektar ausmachten. 'Hoiz' nennt der Waldier den Wald, weil er für ihn Lebensraum war und ist. Die Glasmacher befeuerten mit Holz ihre Schmelzöfen. In äußersten Notlagen griff der Waldbauer auf sein Holz im Wald zurück. Und die Kinder der Taglöhner mußten sich mit dem Pflücken von Heidelbeeren und mit dem Suchen von Schwammerln ihr Schul- und Sonntagsgewand verdienen. Die Fotografie zeigt den Bliek vom Falkenstein zum Arber hinüber. Literatur: W. Götz, Geografischhistorisches Handbuch von Bayern. München, 1895-1898, S. 613 und S. 636.

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

70. Die Arberkapelle am Arbergipfel war ursprünglich eine Wallfahrtsstätte der Glasmacher zu ihrem Patron, dem heiligen Bartholomäus. Elisabeth von Hafenbrädl, die Glasherrin der Glashütte am Deffernik, hat dieses Bergkirchlein, welches zunächst aus Holz aufgezimmert war und vom Mettener Abt 1806 geweiht wurde, gestiftet. Die rauhe Witterung hat der Kapelle arg zugestzt und sie wurde innerhalb von hundertfünfzig Jahren viermal versetzt, Zur Bartholomäuskirchweih im August kamen alljährlich bis zum Ersten Weltkrieg zahlreiche Wallfahrer aus dem benachbarten Böhmerwald, aus dem Lamer und Zwieseler Winkel. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ die Wallfahrt nach und das Kirchlein verfiel. Auf der Postkarte ist die noch intakte Kapelle zu sehen. Text: Josef Kufner, Die Predigt des Waldes. 1972, S. 59/60.

Foto: Sammlung Johanna Höltl, Thyrnau.

71. Einem Baumriesen die gewünschte Fallrichtung aufzuzwingen, erfordert von den Holzhauern viel Geschick, Erfahrung und Gefühl. Sobald sich beim Umsagen die Zugsäge schwerer durchziehen läßt, heißt es harte Buchenkeile einzutreiben und an der gegenüberliegenden Seite eine Kerbe auszuhauen. Behutsam muß weitergesägt und immer wieder durch Nachschlagen der Keile die Fallrichtung ausgelotet werden. Absichtlich muß der Baum in die freie Lichtung fallen, um Schäden an den noch stehenden Bäumen zu vermeiden und um den Zutritt beim Aufarbeiten sowie das Wegräumen zu erleichtern.

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

72. Die Holzhauer blieben die ganze Woche über im Wald, übernachteten in ihren Blockhütten und kehrten erst am Samstag wieder zurück ins Dorf zu ihren Familien. Als Wochenverpflegung nahm sich jeder ein oder zwei Laib Brot mit, Speek, Eier und den von den Frauen vorgefertigten Holzhauersterz, ein mit Mehl gebundenes und mehrmals mit Butterschmalz angebackenes Kartoffelgericht, welches zu den Mahlzeiten am offenen Feuer in einer Pfanne aufgewärmt und verzehrt wurde. Literatur: P. Friedl, Die niederbayerische Kuch!. Grafenau, 1971, S. 19.

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

73. Sobald der Boden hart gefroren war und es genügend geschneit hatte, richteten die Waldarbeiter rund um den Arber, Falkenstein und Rachel die Ziehbahn her, um das während des Sommers in den entlegenen Waldteilen gefällte und aufgearbeitete Bloch-, Schleif- und Scheitholz mit dem Zugschlitten zu einem Stapelplatz zu befördern. Der steile, lange Anstieg zu den entfernten Lagerplätzen am Berg zehrte deshalb so sehr an den Kräften der Menschen, weil den Holzhauern nichts anderes übrigblieb, als selbst den schweren Zugschlitten hinaufzuziehen. Text: Der Bayerische Wald, Heft 10/1905, S. 231-234.

Foto: Anton Pech, Zwiesel.

74. Beim Aufladen der Blöcher wußten die Holzzieher geschickt mit dem Sapy umzugehen. Aber trotzdem war diese Arbeit eine rechte Schinderei, bei der drei bis fünf Mann tatkräftig zusamrnenhelfen mußten, um einen Zugschlitten voll beladen zu können, Mit eisernen Ketten wurden die Blöcher, das Schleif- oder Scheitholz zusammengeknebelt. Am Schlitten selbst war am rechten Horn eine Eisenkralle angebracht, welche der Holzzieher über einen armdieken Hartholzhebel als Bremse betätigte. An der Winterkleidung der Holzzieher fallen besonders die wollenen, bis an die Oberschenkel reichenden Schneestrümpfe und die festen, mit Nägeln beschlagenen Bergschuhe auf. Sie gehörten unbedingt zur Ausrüstung, da sie beim Aufstieg das Stapfen durch den Schnee erleichterten und bei der Abfahrt den Füßen beim Steuern des Schlittens festeren Halt boten. Das Bild stammt aus der Zeit um 1930 und entstand im Gebiet zwischen Schachtenbach und Regenhütte. Namentlich bekannt ist nur mehr noch Michael Stoiber, der am Bock des Zugschlittens sitzt. Literatur: vergleiche Nr. 73.

Foto: Familie Kaufmann, Regen.

75. Zwei schneidige Rösser und eine ganz respektable Fuhr Blöcher, die bares Geld einbrachten, erfreuten schon von jeher einen jeden Waldlerbauem. Das Bild wurde 1927 in der Nähe des Weilers Kothinghammer bei Bodenmais an der alten Straße nach Böbrach aufgenommen. Das erste Fuhrwerk gehörte dem Mailbauern (mit Schreibnamen Müller), das zweite Wertl Gang (Schaffer).

Foto und Auskunft: Stadtarchiv, Regen.

76. Die Gründerzeit entdeckte auch das Holz als wichtigen Rohstoff. Und obwohl das Tal des Großen Regen oberhalb Zwiesel bereits seit 1877 durch die Eisenbahn erschlossen war, wurde dennoch das eingeschlagene Holz getriftet, weil auf dem billigeren Wasserweg weitaus größere Mengen mit weniger Arbeitskräften als auf der Schiene befördert werden konnten. So wurden allein 1909 in dem verhältnismäßig kleinen Gebiet des Großen Regen oberhalb Zwiesel 58 407 Blöcher, 10568 Ster Schleif- und 9552 Ster Brennholz sowie 1 564 Ster Birkenprügel vertriftet. Die harte Arbeit der Trifter hat Anton Pech im Bilde festgehalten. Literatur: Der Bayerwald, Heft 3/1910, S. 78-80.

3wiese! i. b. W.

Hoizdrahtfabrikazion

77. Das Holzdrahthobeln war früher im Zwieseler Winkel eine einträgliche Heimarbeit. Möglichst astfreies Tannen- oder Fichtenholz wurde dabei verwendet. Mit einem Hobeleisen wurden die Holzdrähte aus dem Holz herausgehobelt. Die so gewonnenen Stäbe wurden zu Bündeln zusammengeschnürt und zum Trocknen aufgehängt. Die Weiterverarbeitung zu Fensterjalousien erfolgte fabrikationsmäßig in ZwieseL Die Ansichtskarte wurde um 1910 in den Zwieseler Kramerläden zu Verkaufe angeboten.

Foto: Sammlung Betty Jankowski, ZwieseL Auskunft: Max Pletl, Unternaglbach bei Kirchberg.

78. Das katastrophale Unwetter am 4. Juli 1929 hatte Häuser zerstört, Wälder verwüstet und den größten Teil der Ernte vernichtet. Allein in den poschingerischen Wäldern um Frauenau waren es 500 Hektar.

Foto: Anton Pech, Zwiesel, in der Sarnrnlung Friedrich Biller, Regen.

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