Dessau - Mildensee damals und heute

Dessau - Mildensee damals und heute

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6528-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau - Mildensee damals und heute'

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39 Die Betonbrücke von 1931, die rechts und links mit einem eisernen Geländer versehen war, wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges in fahrlässiger Weise gesprengt. Es wurde nicht einmal geprüft, ob sich noch Menschen auf der Brücke befanden. So flog der zum Volkssturm eingezogene Oberingenieur Walter Holle aus Rinteln mit der Brücke in die Luft und fand den Tod. Holle war Leiter des Volkssturmes in Mildensee. Eine Behelfsbrücke führte mit einer Rechtskurve vom 'Scholitzer Hof' (Klub der Werktätigen) über den See nach Dellnau.

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40 Die Behelfsbrücke aus Holz, hier ein Foto aus dem [ahre 1955, stand bis zur Einweihung der heutigen Brücke im Iahre 1969.ImHintergrund wieder das Gebäude des 'Scholitzer Holes'. Aus Sicherheitsgründen fuhren die Omnibusse leer über diese Brücke. Die Fahrgäste mußten aussteigen und die Brücke zu Fuß überqueren.

41 Der Scholitzer See wurde 1992 abschnittsweise entschlammt. Dabei wurden die Fundamente der im Oktober 1969 eingeweihten hochwassersicheren Brücke sichtbar. Bei normalem Wasserstand sind diese 'Stelzen' nicht zu sehen. Unweit der Brücke, zum Napoleonsturm hin, wurde diese Gelegenheit genutzt, um die Was ser- undAbwasserleitungen in den Grund des Sees zu legen.

Gleichzeitig hat man auch die Fundamente der alten Brücke entfernt, die am 21. April 1945 vom Volkssturm gesprengt wurde.

42 Das Wahrzeichen von Mildensee ist der "Iurrn der acht Winde' , im Volksmund:

Napoleonsturm. Er wurde 1809-1812 ursprünglich als Mausoleum für Fürst Franz (1740-1817) von Carlo IgnazioPozzi (1766-1842) auf einem künstlichen Hügel erbaut. Der achteckige Turm gilt als Nachbildung des Athener 'Tempels der acht Winde'. Fürst Franz, im Volksmund 'Varer Franz' genannt, ließ eine Büste von Napoleon aufstellen, die aber in den 1860er [ahren spurlos verschwunden ist. Am 21. Oktober 1906 wurde Napoleon vom Fürsten Franz in Dessau begrüßt. Zum zweiten und letzten Mal kam Napoleon am 11. Juli 1813 nach Dessau. DerTurm ist als Einzeldenkmal im Denkmalverzeichnis aufgeführt.

43 Fürst Franz fand neben seiner Gemahlin Louise in der Walderseer Kirche seine letzte Ruhestätte. DerTurm verlor damit die ihm zugedachte Funktion und wurde in den

1 87 Oer [ahren von der Wasserwirtschaft zur Unterbringung von Hochwassergeräten genutzt. Mit der Aufbahrung von Gauleiter Wilhelm Friedrich Loeper am 26. Oktober 1935 im Turm wurde dieser doch noch zum Mausoleum. Für zehn [ahre war der Napoleonsturm nun 'Loeperturrn'. 1945 wurde Loeper auf dem Friedhof in Mildensee beigesetzt. Seitdem steht derTurm wieder als Napoleonsturm der Wasserbauverwaltung zur Verfügung.

44 Hier ein Blick vom Napoleonsturm auf den Anger am Scholitzer See. Alljährlich wurden hier zu DDR-Zeiten Volksfeste abgehalten. Zu Pfingsten gab es das traditionelle Ringreiten mit Schauvorführungen. Im September gab es mit dem Bauernmarkt drei tolle Tage rund um den Napoleonsturm. Das Turmuntergeschoß wurde zum Weinkeller umfunktioniert und bei Blasmusik konnte man sich die Erbsensuppe oder die Portion 'Ochse am Spieß',

100 Grammfür 1,50 Mark, schmecken lassen. Viele Verkaufsstände rundeten das Bild ab.

45 Vom 2. bis 4. September 1988 gab es den 15. Mildenseer Bauernmarkt. Von [ahr zu [ahr steigerte sich der Besucherstrom nach Mildensee. 1985 gab es einen Rekord mit 50000 Gästen. Alle Straßen im Ort und abgeerntete Felder wurden zum Parkplatz. Vielfältige kulturelle und kulinarische Genüsse wurden angeboten. Hier ein Foto vom Hobby- und Trödelmarkt, der sich noch weit nach Pötnitz hinzog.

46 Der östliche Teil Dessaus wurde in früheren [ahrhunderten oft von schlimmen Hochwassern überrascht. Im Sommer 1 S 7 3 waren der Markt und Teile der Stadt überschwemmt. Fürst Leopold 1., der' Alte Dessauer' (1676-1747), sorgte für den Hochwasserschutz, ließ Dämme anlegen. Beim letzten großen Hochwasser 19 S4 wurde der Scholitzer See, ein Altwasser der 262 Kilometer langen Mulde, zu einem reißenden Fluß. Am Sonntag, dem 1 1. Juli wurden Frauen und Kinder aus Mildensee und Waldersee evakuiert. Gleichzeitig wurde auch das Vieh aus beiden Orten abtransportiert. Durch einen Dammbruch bei Bitterfeld blieb Mildensee Schlimmeres erspart. Das Foto zeigt das Hochwasser von 197 S.

47 Der Weg durch die Aue von Pötnitz nach Scholitz wurde bei jedem Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen. Ernst Gülzow (1911-1992) vom Poetenwall, sorgte dafür, daß der Weg wieder in Ordnung gebracht und gepflegt wurde. Anfang der sechziger [ahre sorgte er auch für die Beleuchtung des Weges. Dabei wurde auch der Name 'Poetenpfad' geboren. Am Rande dieses Weges, der 1991 für Fußgänger und Radfahrer befestigt wurde, steht die über dreihundert [ahre alte 'Hochwassereiche' . Sie zeigt bei einem Brusthöhenumfang von 4,95 Metern den 1,52 Meter hohen Wasserstand vom 12. Juli 1954 mit einer Hochwassermarke an. In und um Dessau gibt es mehrere Hochwassermarken aus verschiedenen [ahren. Am Napoleonsturm ist eine von 1909 angebracht.

48 Der Förster Christoph Schneider eröffnete 1 704 eine Schenke, die sein Sohn Georg bis 1 7 S4 führte. In diesem [ahr heiratete Leopold Jänicke ein, erwarb den Besitz und gab der Schenke den Namen 'Gasthof zum Grünen Blitz'. Von Christoph Heckert wurde die Schenke um 1800 in 'Gasthof des schönen Blickes' umgetauft. Als aber 1812 der Napoleonsturm gebaut wurde, war es mit dem schönen Blick auf den Scholitzer See und die Aue vorbei. Dieser Gruß aus Dellnau stammt vom Verlag Seidig, Oranienbaum, und wurde 1913 verschickt.

Gasthof aum Bllx

SIIIII

Napoleonslurm mit Scholllur·BrOch

Gruß aus Dellnau

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