Dessau und der 'Alte Dessauer'

Dessau und der 'Alte Dessauer'

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6743-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau und der 'Alte Dessauer''

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9. FürstJohann Georg lI.ließ 1682 den Kleinen Markt kunstgerecht mit bunten Steinen pflastern und vor dem alten Rathaus einen Brunnen errichten. Auch die Bürgersteige in den Straßen wurden angelegt. Eine Marktordnung wurde im Oktober 1691 erlassen. Der Brunnen wurde als 'Wasserkunst' bezeichnet, weil die Kunst darin bestand, das Muldewasser von der Mühle zum Markt zu befördern. Ernst Meier beschreibt diesen Brunnen so: 'Der Denkmalsbrunnen hatte ein achteckiges Sandsteinbecken, zu dem drei Stufen hinaufführten. In der Mitte befand sich eine Säule, an der sich wasserspeiende Bären befanden. Auf der Säule stand eine weibliche Figur, die die Gerechtigkeit mitverbundenenAugen symbolisierte. In der einen Hand trug sie das Schwert und in der anderen dieWaage.'

150 Jahre lang hatte diese Gerechtigkeit, die im Volksmund 'Die Jungfer' hieß, hier gestanden und wurde mit der Zeit zur 'alten Jungfer'. Eine Zeichnung von Rudolf Beck zeigt den Brunnen mit Marktbetrieb (ein Ausschnitt nach 1720). Gegenüber das Pfeifferhaus mit dem Portal von 1691.

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--- 10. Der Stahlstich vonJacobo Pozzi (1814-1897) zeigt den Kleinen Markt mit der Säulenhalle, hinter der sich das 'Kleine Schlösschen' der Herzogin von Radzivill versteckt. Fürst Leopold 1. ließ es um 1710 für seine jung verwitwete Schwester Marie Eleonore von Radzivill (1671-1 756), die in Warschau gelebt hatte, im Barockstil erbauen. Es entstand ein zweigeschossiger Fachwerkbau mit Flügelstümpfen, in dem Leopolds Lieblingsschwester bis zu ihrem Tode 1756 wohnte. Dem Schlösschen wurde 1827 eine Säulenhalle mit korinthischen Säulen vom abgetragenen Drehberg bei Wörlitz vorgesetzt.Am 29. April18 3 6 wurde die Wasserfontäne in Betrieb genommen, bei der aber eine Pumpe eingebaut wurde. Das turmartige Gebäude im Hintergrund ist das Palais Hilda, um 1760 erbaut. Das große Haus hinter der Wassersäule ist das Palais Waldersee, 1 792 -17 9 5 errichtet, später Mädchen-Mittelschule, heute Stadtbibliothek. Das Schlösschen, die Säulenhalle und die 'Wasserkunst' wurden 1866/67 abgerissen. Andere Quellen nennen unterschiedliche Abläufe.

11. In der Zerbster Straße, am Ende des Kleinen Marktes, hatte Rudolf Föhse 1668 die Apotheke von seiner Mutter übernommen. Der 26-jährige Apotheker kaufte später das linke Nachbarhaus mit dem 'Gasthof zum Weißen Roß' dazu, rechts gab es seit 1641 die Apotheke. Hier wurde im Jahre 1687 die Böhmische Straße angelegt. Für den Durchbruch musste Föhse einen Teil seines Grundstückes abgeben. So wurde die Apotheke zum südlichen Eckhaus Zerbster und Böhmische Straße. Dem Ehepaar Föhse wurde hier am 22. März 1677 eine Tochter geboren, die drei Tage später bei der Taufe den Namen Anna-Luise erhielt. Hier wuchs sie als Kind mit vier Geschwistern auf Sie wurde die Jugendliebe des Prinzen Leopold 1. Die Abbildung zeigt das Gemälde von Hermann Prell: 'Der junge Dessauer begrüßt seine Anna-Luise vor der Föhsischen Apotheke', ein Ölbild von1888. Die alte Apotheke wurde 1720 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der die Nummer 56 in der Zerbster Straße erhielt.

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12. Im Jahre 1341 wurde das erste fürstliche Schloss als Burg von den fürstlichen BrüdernAlbrecht H. und Waldemar 1. erbaut. Es hatte die Form des späteren Schlosses, war aber mit Graben und Wall umgeben. Der große Schloss- und Stadtbrand von 1467 vernichtete es wieder, es hatte 126 Jahre gestanden. Ein neuer Westflügel wurde um 1530 unter Fürst Johann erbaut. Er war ein Meisterwerk der deutschen Frührenaissance. Anlass wird die Hochzeit des Fürsten mit Margarete von Brandenburg gewesen sein. Dieser Flügel wurde später als Johannbau bezeichnet. Name und Bau haben sich bis heute erhalten. Der Nordflügel wurde zwischen 1551 und 1561 geschaffen, 1571 wurden Um- undAusbauten vorgenommen. Die Zeichnung von Rudolf Beck (18 11-1892) zeigt das Herzogliche Schloss mit der Nordfront im Vordergrund.

13. Unter Fürst Joachim Ernst (1536-1586) setzte in den Jahren zwischen 1572 und 1583 eine großzügige Schlossbautätigkeit ein, die den Süd- und Ostflügel neu entstehen ließ. Die aufgesetzten Ziergiebel waren der Hauptschmuck des Schlosses, es sollen rund dreißig Stück gewesen sein. Auch der Nordflügel mit seiner Galerie hatte auf jeder Seite sechs Ziergiebel. Der Eingang zum Schloss führte durch den Nordflügel. Den Westflügel (Iohannbau) vervollkommnete Ludwig Binder 1531-1533 durch Vorlegung eines sechseckigen Turmes, der auf viereckigem Podest (Altan) steht. Er hat eine steinerne Wendeltreppe und schräge Fenster. Im oberen Teil des Turmes befand sich die Schlossuhr. Die Zeichnung von RudolfBeck zeigt den Schlosshof mit dem West-und Nordflügel. Beck war kein ausgebildeter Künstler, sondern der Sohn des bekannten Dessauer HofmalersJohann Heinrich Beck (1788-1875), dessen Hauptwerk die schöne Decke im Konzertsaal des einstigen Hoftheaters war. Von ihm erhielt der talentierte Sohn rechzeitig Zeichenunterricht.

14. 'Pürst loachim Ernst bezog mit der fürstlichen Familie am 5. Februar 1583 dies von ihm zum großenTeil neu erbaute Schloss.' (Schwanberger) Die Baumeister waren zu jener Zeit GrafRochus von Lynar und Peter Niuron. Fürst Leopold I. ließ im Iahr 1708 den Nordflügel abreißen. Der Blick in den Schlosshof vom Schlossplatz war nun frei. Der offene Schlosshofwurde anschließend mit allerlei Schmuckelementen ausgestattet. Nach dem Abriss des NordflügeIs wurde dem Nordgiebel des Johannbaus zusätzlicher Schmuck aufgesetzt, der sich aus Halbkreisen und Kreissegmenten, die mit Kugeln besetzt sind, zeigt. Das Wappen Kaiser Karls V mit der Jahreszahl 1530 findet sich zwischen den Mittelfenstern. In der Südostecke des Hofes stand ein sechseckiger Turm (Kupferturm) , durch den man in die oberen Etagen gelangte. Der obere Teil des Turmes war mit einem Altan versehen, auf dem sich Säulen befanden, die die gedoppelte Haube trugen. Von hier gab es eine gute Aussicht nach allen Seiten.

15. Das Schloss hat im Laufe der Jahrhunderte manche bauliche Veränderung erlebt. Fürst Leopold Maximilian, der zweite Sohn des' Alten Dessauers' , wollte das Schloss 1748 um- und neu bauen lassen. Die Entwürfe für den Süd- und OstflügeI, die fast einem Neubau gleichkamen, lieferte Freiherr von Knobelsdorff DerTod des Fürsten unterbrach 1751, nach nur vierjähriger Regierungszeit, den Bau. Sein ältester Sohn, der am 20. Juni 1699 geborene Erbprinz Wilhelm Gustav, war bereits am 16. Dezember 1737 an Pocken verstorben. Erwurde am 16.Juni 1738 in der Fürstengruft der Schloss- undStadtkirche beigesetzt. Die Giebelaufbauten am Westflügel wurden 1812/13 zu einem Stockwerk verbunden - das erforderte auch ein neues Dach. Unter Herzog Leopold Friedrich wurde 1836/37 das Schloss überholt. Der Stahlstich von Jacobo Pozzi (1814-1897) zeigtdasSchlossum 1850.

DESSAU

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16. Als 1867 alle Bauten vom Kleinen Markt abgetragen wurden, verlegte man das Bassin des Spring brunnens zum Schlosshof Ein neues Wasserspiel entstand mit einer großen Brunnenfigur. Sie war eine Nachbildung des berühmten 'Triton' von Lorenzo Bernini in Rom. Der DessauerTriton bläst ein Muschelhorn und ist als griechischer Meergott halb Mensch halb Delphin. Eine wesentliche Verschönerung hat das Schloss 1871-1874 unter Herzog Friedrich 1. (1831-1904) mit der Errichtung des Vorbaues am SüdflügeI, einem als 'Vorlegeschlösschen' bezeichneten Treppenhaus, erfahren. Den Entwurflieferten RudolfNormann (1806-1882) und Gustav Richter (1825-1879). Einen weiteren Schmuck erhielt das Schloss 1875 durch das von Gottfried Polysius (?-188 6) geschaffene Schlosshofgitter. Das handgeschmiedete Gitter verband die unterschiedlichen Baukörper des Ost- und WestflügeIs. Die äußere Form des Schlosses blieb so bis 1945 erhalten. Durch Kriegseinwirkung wurde das Schloss sehr beschädigt. Der Johannbau brannte aus und wurde ab 1989 rekonstruiert. Die übrigen Teile wurden in der Zeit bis 1958 abgetragen.

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17. Ein Blick über die Mulde zeigt den Süd- und Ostflügel des Herzoglichen Schlosses mit dem Kupferturm. Das rechte Gebäude ist die Herzogliche Mühle, die es schon gab, bevor die Stadt 1230 zum ersten Mal erwähnt wurde. Da die Mühle mit Wasserkraft angetrieben wurde, ist es wahrscheinlich, dass das 'Gestänge' (Muldewehr von 170 Metern Länge) so alt ist wie die Mühle. Das Gestänge regulierte den Wasserstand durch Vorsetzen der Stangen und Eichenbohlen. Es diente dreierlei Zwecken: als Stauwerk, als Fußgängerbrücke und dem Lachsfang. Mühle und Gestänge wurden 1945 zerstört und später abgetragen. Im September 1990 wurde das neue 74 Meter lange Muldewehr geflutet. DieseAnsichtskarte, um 1900 vom Verlag Wilhelm Herrmann, Dessau, herausgegeben, ist eine ganz besondere: es ist eine Karte mit Nachteffekt. Hält man sie gegen das Licht, scheint der Mond durch die Wolken, die Fenster sind erleuchtet, das Ganze spiegelt sich im Wasser der Mulde. Mit der Bezeichnung 'METEOR' besaß die Karte Gebrauchsmusterschutz.

18. Von holländischen Baumeistern ließ Fürst Leopold auf der Südseite des Großen Marktes 1708/09 die 'neue Kanzlei' errichten. Sie bildete mit der Nordseite des Eckhauses Steinstraße 68 eine einheitliche Front. Das stattliche Gebäude wurde in Formen des holländischen Barockklassizismus erbaut. In der Chronik von Bernhard Heese (1872-1965) ist zu lesen: 'Bis Ianuar 1875 war es zugleich Sitz des Oberlandesgerichtes, des Steueramtes, der Regierungskalkulatur und des Bauamtes' . Als 1875 das Regierungsgebäude (Behördenhaus) in der Friedrichstraße fertig war, wurde die 'neue Kanzlei' frei und die Herzogliche Vermögensverwaltung und die Hofkammer zogen ein. Unter dem Namen 'Hofkamrner ' war das Gebäude bis zur Zerstörung 1945 bekannt. Erst 1985 wurde an dieser Stelle das fünfetagige Haus der Kombinatsleitung des VEB Bauingenieurkombinats errichtet.

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