Dessau und der 'Alte Dessauer'

Dessau und der 'Alte Dessauer'

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6743-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Dessau und der 'Alte Dessauer''

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

19. Das große Eckhaus vom Großen Markt zur Steinstraße wurde schon 1694 von dem holländischen Baumeister Gabriel Baguereth begonnen. Dieser verkauft es 17 00 an den Kammerkonsulent Geyß, der das Privilegium zum Ausschank von Spirituosen, Kaffee, Tee und Schokolade vom 'Alten Dessauer' erhielt. Geyß gab seiner Gastwirtschaft den Namen 'Zum Holland' und ließ sie durch Pächter bewirtschaften. Die Besitzer wechselten mehrfach, bis 1788 die französische Emigrantenfamilie Chapon in den Besitz kam. Hier im 'Holland' verkehrten und kauften die wohlhabenden Bürger - es war eine Gastwirtschaft und ein Materialwarengeschäft. Fast 100 Jahre blieb es im Besitz der Familie. - Die Gebrüder Friedrich und Kar! Chapon hinterließen der Stadt Dessau eine Stiftung mit einer größeren Geldsumme. Zur Erinnerung daran wurde 1886 die frühere landstraße in Chaponstraße umbenannt und 1888 die dritte Volksschule als Chaponschule eingeweiht. Der 'Holland' ging 1885 in herzoglichen Besitz über und wurde mit der Hofkammer vereinigt.

2 O. Der alte Stadtkern war um 1200 eine fast quadratische Anlage mit einer Hauptstraße in N ord-Südrichtung. Ihr Eintritt und Ausgang war durch Graben, Wal!, Mauer und Tore geschützt. Erstmals wurde 1385 für die Stadt Dessau die Stadtmauer erwähnt. DerVerlauf der Mauer ungefähr: Vom Schloss zum Stenischen Tor, Fürstenstraße (Friedrich-NaumannStraße), bog dann nach Norden ab und lief hinter den Häusern der Wal!straße, damals Hintergasse, und der Langen Gasse, damals Hirtengasse genannt, weiter auf dem Terrain der Mittelstraße und Poststraße, die natürlich damals noch nicht vorhanden waren, bis zum ZerbsterTor, Zerbster Straße. Von dort ging sie durch die Gärten zwischen Zerbster Straße und Flössergasse bis zum Mildtor und fast in gerader Richtung wieder zum Schloss. Als erstes Stadttor wird das Stenische Tor 1402 erwähnt, es wird auch als 'Sandtor ' bezeichnet. Auf demAusschnitt vom bekannten Kupferstich von Merian um 1650, der die Stadt vom Süden her zeigt, steht das Tor links von der Stadt- und Schlosskirche zu St. Marien.

liMe]

(rol dc n c r lleutetr

21. Das Stenische Tor, das 1639 noch einen neuen Turm erhielt, hatte vier Renaissancegiebel und wurde von einem Dachreiter gekrönt. Fürst Leopold I.ließ diesesTor 1708 abbrechen. Später stand an gleicher Stelle das Hotel 'Goldener Beutel', das zur seit 1534 entstehenden Steinstraße gehörte. Das Nachbarhaus der Torbude, Steinstraße 3, kaufte 1743 der Beutlermeister Martin Christian Halbrock, der Lakai der Herzogin von RadzivilI war. Halbroek erhielt 1746 vom Fürsten Leopold das Privileg, einen Gasthof gründen und unterhalten zu dürfen. Das später an der Stelle der Torbude errichtete Haus wurde 1807 vom damaligen Wirt des 'Beutel', Gustav Stange, dazugekauft. Auf beiden Grundstücken entstand 1835 ein stattlicher Neubau, im Bild links, der bis 1926 als dreigeschossiges Eckhaus zur Fürstenstraße, ab 1947 Friedrich-Naumann-Straße, stand und das Hotel 'Goldener Beutel' beherbergte. Zwischen 1926 und 1928 wurde das Gebäude um drei Etagen aufgestockt.

22. Das Lustgartentor gehört mit dem erhaltenen Rest der Backsteinmauer zur ersten Stadtmauer. Es war der Eingang zum Lustgarten, der 1648 zum ersten Mal erwähnt und als fürstliche Reitbahn genutzt wurde. Den Zustand bis 1945 schufFürst Franz 1775. Es hieß auch Mühl- und Schlosstor, weil es der direkte Weg vom Schloss zur Mühle war, die vor der Stadtmauer an der Mulde stand. Sie entwickelte sich gleichzeitig mit der Stadt. Bis 1748 trug die Mauer einen gedeckten Gang vom Schloss zur Marienkirche. Sie stand vom Schloss (OstflügeI) bis zur Neuen Wache und begrenzte den Schlossplatz auf der Ostseite. Die starken pfeiler tragen je einen Blumenkorb aus Sandstein und hatten auf der Schlossseite eine Gaslaterne, die zu den ersten in Dessau zählte, und am 1. Oktober 1856 erstmals angesteckt wurde. Die beiden gewölbten Durchgänge für Fußgänger wurden erst 1875 angelegt. Auf der Mauer standen acht Sandsteinfiguren, die die vier Elemente und die vier Iahreszeiten symbolisierten. Es ist das einzige und älteste noch vorhandeneTor, das nie den Standort gewechselt hat.

23. Den Zugang zur Altstadt gestatteten drei Tore, das Stenische, das Zerbster und das Muldtor. Alle drei Stadttore wurden schon 1488 erwähnt. Im Pestjahr 1683 war das ZerbsterTor durch eine Bürgerwache besetzt. Eine Zeichnung von Rudolf Beck zeigt das ZerbsterTor (Feldseite), auch Elbtor genannt, das in der Zerbster Straße stand.Aus heutiger Sicht stand es zwischen derWissenschaftlichen Bibliothek der Anhaltischen Landesbücherei und dem Kristallpalast. Das Gebäude der Landesbücherei wurde erst in den Jahren von 1747 bis 1752 als Palais Dietrich erbaut. Der Kristallpalast entstand 1795 bis 1797, ursprünglich als Wohnhaus des Reisemarschalls Franz Anton Salvator von Branconi. Den Namen 'Kristallpalast' erhielt das Gebäude erst 1904. Das Tor wurde 1711 abgerissen und 1713 wurde am nördlichen Ende der Zerbster Straße ein neues Tor errichtet.

24.Am Eingang zur Muldstraße vom Kleinen Markt her stand das Muldtor, früher auch Mildtor genannt, weil die Mulde früher Milde hieß. Es öffnete oder schloss die Zufahrt zur Muldbrücke. Im Torturm befand sich der 'Glaser", das Ratsgefängnis. Nach der Stadtansicht in Beckmanns 'Historie des FürstentumsAnhalt' von 1710 hatte das Muldtor einen spitzen Turm mit angedeuteten Renaissance-Giebeln. RudolfBeck, der das Tor nicht aus eigener Anschauung kannte, ließ mit der Federzeichnung seiner Phantasie freien Lauf Sie zeigt das Tor und den Markt mit den Krambuden zwischen Rathaus und Schlossstraße. Daneben wurde noch die pforte an der ehemaligen Mittelstraße (vom Rathaus-Center überbaut) erwähnt. Später wurde sie 'Totenpforte' genannt, weil sie zum Gottesacker führte. Seit 1536 entstand vor dem Muldtor eine neues Viertel, aus dem sich die Breite Straße, Kreuzgasse, Böhmische Gasse und andere entwickelten. Das Muldtor wurde 1712 überflüssig, da die neue Stadtmauer unter Einbeziehung der Muldvorstadt errichtet wurde.

25. Durch den Bau der neuen Stadtmauer ab 1712 erfolgte die Verlegung des Muldtores auf die Insel zwischen den beiden Muldbrücken, wo sich bereits der Brückenzoll befand. Hier einAusschnitt aus Beckmanns Chronik 1710, der die Ostseite der Stadt zeigt. Diese Brücken standen hintereinander. Die im Vordergrund führte über die Mulde, die hintere über den Mühlkanal. Zwischen beiden Brücken gab es eine Sandsteintreppe, die zu einer kleinen Halbinsel führte. Sie war gärtnerisch gestaltet und mit Ruhebänken versehen. Der mit einer geschweiften Kuppelhaube gekrönte Torturm musste beim Neubau der Brücke 1796/97 weichen. DieseAnlage kaufte der Fürstliche Lakai Reinicke und ließ sie auf dem 'Wall' wieder aufbauen, wo sie bis 1974 stand. Als die neue Brücke am 29. Juni 1 797 eingeweiht wurde, waren zwei neue Torhäuser am Ostende der Brücke fast fertig. Es waren nach Plänen von Erdmannsdorff auf quadratischem Grundriss erbaute symmetrische Häuschen.

Links eines der Ackerhofhäuser Leipzlger st·raße.

26. Vor den Toren der Stadt bildeten sich Vorstädte. Die 'Sandvorstadt' ab 1534 vor dem Stenischen Tor, die 'Muldvorstadt' ab 1536 und ab 1688 die 'N eustadt' (Johannisstraße/N eumarkt). Durch das Stenische Tor erreichte man zwei Ausfallstraßen. Die eine, die heutige Askanische Straße, bog nach Westen ab. Sie war sehr schmal, deshalb auch 'Mosigkauer Steig' genannt. Die andere nach Süden war die Leipziger Straße - sie war die bedeutendere. Die Fürstin Henriette Catharina, die Mutter des' Alten Dessauer' , legte 1694 die Straßennamen für die Sandvorstadt fest. Dazu gehörten Steinstraße, Leipziger Straße undjudenstraße (Schulstraße) . Die Steinstraße und der vordereTeil der Leipziger Straße wurden durch drei platzartige Erweiterungen unterbrochen. Unweit vom Stenischen Tor erweiterte sich die Steinstraße zum 'Sandvorstädter Markt'. Es folgte der 'Mittelkreis' , auf dem die Steinstraße endete. Am Treffpunkt der Georgenstraße mit der Leipziger Straße lag der dritte Platz. Dieser wurde im Volksmund wegen der an ihm liegenden Gastwirtschaft 'Zur Unke' der Unkenplatz genannt.

27. Am 'Mittelkreis' begann die Leipziger Straße und reichte zunächst bis zur 'Schóppe' (Wasserentnahmestelle) . Hier schöpften die Hausfrauen das Wasser für die große Wäsche. Damals war das Muldewasser noch klar und von grünlicher Färbung. Die Sandvorstadt war überwiegend eine Gegend der 'kleinen Leute'. Es gab also keine architektonischen Schönheiten. Nach der Verlängerung der Leipziger Straße 1713/14 bis zum ersten LeipzigerTor, später die Einfahrt zu einem Fabrikgrundstück, gewann die Straße an Bedeutung. Beide Seiten waren mit Wohnhäusern besetzt. Auf der Muldseite waren die Gehöfte der Ackerbauern, auf der anderen Seite die für Handwerker. Die Bauweise war aufbeiden Seiten einheitlich: zurückliegende Hauseingänge, die Wohnräume sprangen etwas vor. Die siebenAckerhöfe, vom 'Alten Dessauer' angelegt, hatten seitlich eine Toreinfahrt. Von diesen blieb nur einer bis zur Zerstörung 1945 erhalten. Die Abbildung, eine Aufnahme von GustavVölkerling von 1864, zeigt das Ende der Leipziger Straße mit dem alten LeipzigerTor von 1712.

28. Auf der Nordseite, Spittelgasse 10, ab 187 ° Askanische Straße, wohnte die jüdische Familie Mende!. Der Familie wurde am 6. September 1729 ein Sohn Moses geboren, der sich als Kind 'Moses Dessau' nannte und später als 'Moses Mendelssohn' bekanntwurde. Er ging mit 14 Jahren zu Fuß nach Berlin. Um in die Stadt zu gelangen, musste er durch das RosenthalerTor gehen; es war das einzige für Juden zugelassene Tor. Bei seinem ehemaligen Lehrer, dem Rabbiner David Fränkel, fand er Unterkunft. Mit 33 Jahren heiratete Moses Mendelssohn Froment Gugenheim, die er in Hamburg kennengelernt hatte. Im Laufe der Ehe sind neun Kinder geboren worden. Der Philosoph und Schriftsteller wohnte mit seiner Familie in Berlin, Spandauer Straße 68. Nach Dessau kehrte er nicht zurück. Er starb am 4. Ianuar 1786 durch einen Schlaganfall in Berlin und wurde auf dem dortigen jüdischen Friedhof, der 1672 gegründet wurde, beigesetzt. Die Abbildung zeigt das geschmückte Geburtshaus anlässlich seines 150. Geburtstages am 6. September 1879.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek