Dessau und der 'Alte Dessauer'

Dessau und der 'Alte Dessauer'

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6743-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau und der 'Alte Dessauer''

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29. Dessau ehrte den großen Sohnmit einem der schönstenDenkmäler der Stadt. Es wurde am 18.Juni 1890 auf dem Bahnhofsvorplatz, inmitten der gärtnerischen Anlage, heute Busbahnhof, feierlich enthüllt. Es war das einzige öffentliche Denkmal, das seiner Zeit für einen Juden in Deutschland errichtet wurde. Den Entwurf zu diesem sinnvollen Denkmallieferte der Berliner Bildhauer prof Heinz Hoffmeister. 1933 wurde es aus den Bahnhofsanlagen entfernt und zum israelitischen Friedhof in der Steneschen Straße transportiert. Dort wurde es am 9. November 1938 in der sogenannten Kristallnacht völlig zerstört. Moses Mendelssohn ist in Dessau unvergessen: durch die Benennung einer Straße im Norden der Stadt, eine Gedenktafel am Hause in der Askanischen Straße (jetzt Nummer 12), eine Büstenplastik, vom Bildhauer Gerhard Geyer gestaltet und 1979 im Stadtpark aufgestellt. Schließlich wurde am 1 O.Juni 1993 im LeipzigerTorhaus die Moses-Mendelssohn-Gesellschaft Dessau gegründet, die ihren Sitz im denkmalgerecht sanierten Bauhausgebäude im Mittelring 38 hat.

3 O. Im Mittelalter ist vor der alten Stadtmauer ein Hospital zur isolierten Unterbringung von an Seuchen erkrankten Bürgern eingerichtet worden. Eine kleine Kapelle, die am 2. April 1402 erstmals urkundlich erwähnt wird, wurde für das Siechenhaus erbaut. Beides wurde 15 12 erneuert und dabei St. Georg, dem Schutzheiligen der Aussätzigen, geweiht. Die baufällig gewordene Kapelle ließ Leopold 1. abreißen und durch einen Neubau im barocken Stil, die Georgenkirche, ersetzen. Am 11. April 1712 wurde der Grundstein für den Neubau mit elliptischem Grundriss gelegt, der 1715 eine neue Orgel erhielt. Die Jahreszahl 1715 befand sich auch in der Wetterfahne. Daraus ist zu schließen, dass derTurm bereits 1715 fertig gesellt war, während die Einweihung erst arn 24. August 17 17 erfolgte. In den Jahren 1813/14 (Befreiungskrieg des deutschen Volkes gegen die französische Fremdherrschaft) wurde die Kirche zweckentfremdet genutzt.

31. Die Georgenkirche wurde um 1820 durch Carlo Ignazio Pozzi (1766-1842) mit Anbauten erweitert und erhielt dadurch eine Kreuzform. Im Kirchenschiff und den beiden Emporen fanden nun bis zu 1200 Gottesdienstbesucher Platz. Am 7. März 1945 brannte die Kirche völlig aus; sie wurde in den Jahren 1961-1966 neu errichtet. Die Anbauten von 1820 wurden unter anderem zugunsten der Straßenerweiterung entfernt. Am 15. Mai 1966 wurde die Georgenkirche wieder eingeweiht. - Schon 1663 planten FürstJohann Georg H. und seine Gemahlin Henriette Catharina ein Waisenhaus zu errichten. Doch erst am 4. Mai 1697, also nach seinem Tode im November 1693, erfolgte in Anwesenheit der Fürstin die feierliche Grundsteinlegung in der Spittelgasse, in der späteren Hospitalstraße 61. Im Oktober 1698 war der zweigeschossige Bau mit drei Eingängen fertig. Am 1. November zogen nicht wie vorgesehen zehn, sondern zwölfWaisen ein. 1758 stieg die Zahl derWaisenkinder auf 24. Aus dem Waisenhaus wurde 1840 eine Armenschule.

32. Die Muldvorstadt entwickelte sich ab 1536 auf der östlichen Seite der Schloss- und Zerbster Straße. Die Straßenamen fehlten hier bis 1630, sie wurden dann zum Teil nach den Berufen der Bewohner gewählt: Bäckergasse, Fischergasse, Böttchergasse - auch die Kreuzgasse war dabei. Die Kreuzgasse verlief fast parallel zur Muldstraße. Es war eine Einbahnstraße von der Fischergasse nach der Breiten Straße mit nur 16 Häusern. Der Maurermeister Michel Herrklotzsch baute sich 1673 hier in der Kreuzgasse sein Haus. Es war ein 'zweigeschossiger Fachwerkbau, dessen oberes Stockwerk vorkragte, die Balkenköpfe gekehlt, die Füllkörper gekerbt, an den Stockwerkbalken Zahnschnitt. Über der Segmentbogentür ein Türsturz mit geschnitzter Rosette und Schuppenband und der Inschrift:

"Michel Herrklotzsch -Anno 1673"', beschrieb Dr. M. Harksen 1937 das Gebäude. Es stand mit der Hausnummer 10a an der Ecke zum Branntweingässchen, dem Durchgang zur Muldstraße.

33. Das Haus, das zuletzt der Klempnerfamilie FinzeI gehörte, wurde 1904 von der Stadt als Kulturdenkmal übernommen. Das alte Haus war unbewohnbar und baufällig. Die Stadt ließ es 1924 zuerst äußerlich in den alten Zustand bringen: das Dach wurde neu gedeckt, das Fachwerk blieb erhalten, die Fenster erhielten Butzenscheiben und an der Hausecke hing eine kunstvolle schmiedeeiserne Ampel, die als Straßenbeleuchtung diente. Viele dieser Arbeiten waren durch den Stadtbaurat Wilhelm Schmetzer (1876-1956) veranlasst worden. Später sorgte er auch mit der Hilfe Dessauer Handwerker und Künstler für die stilvolle Inneneinrichtung. So entstand ein repräsentables Gebäude, in dem der Bund bildender Künstler ein Heim gefunden hat. Es stellt sich die Frage, ob es je, selbst in den besten Jahren seiner Geschichte, so schön gewesen war. Am 7. März 1945 ging das alte Stadtviertel mit dieser malerischen Partie, ein Stück 'Alt-Dessau'. für immer verloren.

34. Die Erweiterung der Stadt nordwestlich der alten Ringmauer begann 1688 und fällt in die Regierungszeit von Johann Georg H., dem Vater des 'Alten Dessauer' . In der Zeit von 1692 bis 1809 nannte man sie 'Neustadt'. Es war die Gegend vom Neumarkt bis zur heutigen Ferdinand-von-SchillStraße. Der Neumarkt ging durch die neue Kavalierstraße verloren. Am 28. Juli 1688 erteilte Fürst Johann Georg H. der evangelisch-lutherischen Gemeinde die Erlaubnis zum Bau einer eigenen Kirche. Martin Grünberg (1655 -17 07) übernahm die Bauleitung und war auch bei der Grundsteinlegung am 11. August 1690 anwesend. Der Münzmeister Christoph Pflug schenkte der Gemeinde das Grundstück zum Bau der Kirche. Nach dem Tode Pflugs - er starb am 17. März 1693 - verzögerte sich der Bau. Auch Johann Georg H. verschied am 27. August 1693. Die Witwe Pflugs wollte nun der Kirche das Geld streitig machen. Schließlich wurde nach zwólf Iahren, am 2. Mai 1702, die St.-Johannis-Kirche endlich eingeweiht. Der Streit endete erst 1779 unter der Herrschaft des Fürsten Franz mit einem Vergleich. Abbildung vonJacobo Pozzi (1814-1897).

35. Der Turm der Johanniskirche, 1833 durch einen Sturm schwer beschädigt, erhielt 1834 bis 1838 seine jetzige Form. Vor der Johanniskirche befand sich um 1708, also zur Zeit des Fürsten Leopold 1., ein Teich, in den die Abwässer aus den Gossen geleitet wurden. Danach entstand an dieser Stelle der erste Schmuckplatz der Stadt, der ursprünglich der Neustadt als Marktplatz dienen sollte. Leopold 1. entschied schließlich 17 12 anders. Er lieB nun auf diesem Gelände den 'Neumarkt' gestalten - einen Platz, der zugleich Abschluss der zeitgleich entstandenen KavalierstraBe war. Bevor Fürst Franz (1740-1817) den Neumarkt später parkartig anlegen lieB, wurde er als Reitbahn genutzt. Der Bildband 'Dessau in alten Ansichten Band l ' zeigt den Neumarkt auf den Abbildungen 94-97. Diese Abbildung zeigt die Ostseite des Neumarktes mit den Häusern 13-9. Im Eckhaus Nummer 13 hatte der Apotheker Paul Kemma von 1897 bis 1902 die Einhorn-Apotheke. 1945 wurde der Stadtkern zerbombt. Nur das StraBenpflaster, das hinter dem 'Polysiusblock' liegt, erinnert an den ehemaligen Neumarkt.

36. Die Sandvorstadt und die Neustadt erhielten 1695 eigene Apotheken. Das Privilegium für die Neustadt wurde dem Apotheker Peter Wilhelm Werner im Februar 1695 von der Fürstin Henriette Catharina erteilt. Die Apotheke war im Hause Zerbster Straße 5 vor dem ZerbsterTor. Schon Fürst Leopold plante die Verbindung mit der Neustadt durch eine neue Gasse, die dann sein Sohn Erbprinz Leopold Maximilian anlegen ließ und die ab 1750 'N eue Kirchgasse' genannt wurde. Bald darauf erhielt sie den Namen Poststraße, weil die Post in das Haus der späteren EinhornApotheke, an der Ecke zum Neumarkt verlegt werden sollte, dann aber doch nicht verlegt wurde. Durch MedizinalassessorTheophil Pusch kam schließlich die Apotheke 1873 von der Zerbster Straße in das Eckhaus Neumarkt 13. Die Neustadt-Apotheke scheint die erste gewesen zu sein, die einen besonderen Namen angenommen hat. Das Einhorn - ein dem pferd ähnliches Fabeltier mit gewundenem Horn auf der Stirn - prangte vergoldet über dem Eingang. Die Abbildung zeigt die Apotheke zu der Zeit, als der Apotheker Otto Fraenkel von 1902 bis 1910 Inhaber war. Im Vordergrund ein Teil der parkartigen Anlage des Neumarktes.

37. Die einzige Straße rechts der Mulde, die 'Wasserstadt' , ließ Fürst Leopold 1. mit dem Erlass vom 10. März 1706 anlegen. Die Bedingungen für die Bauwilligen waren günstig. Sie erhielten nicht nur die Baustellen kostenlos, sondern auch fast alle Baustoffe. Außerdem sicherte der Fürst völlige Abgabenfreiheit für sechs Jahre zu. Zunächst entstanden kleinere Wohnstätten ohne Keller, die Unterkellerung war wegen des Wassers ausgeschlossen. Der Zugang zur Straße von der Muldbrücke her - hier von Max Korn (1862-1936) gezeichnet - bekam erst unter dem Fürsten Franz (1740-1817) durch den Bau von zwei symmetrischen Häusern ein stattliches Aussehen. Das Haus auf der Nordseite besaß zuletzt von 1843 bis 1885 der Regierungsbaurat Heinrich Vieth. Der Kommerzienrat Albert Meinert, der eine Tuchfabrik in der Fischergasse besaß, ließ hier 1886/87 die erste Villa errichten (Krötenhof - Klub derVolkssolidarität). Das rechte Haus schenkte Fürst Franz dem Major Karl von Berenhorst (1735-1804). Hier ließ 1906 die Baronin Margarete von Bodenhausen, eine geborene von Berenhorst, die Villa Wasserstadt 1, erbauen.

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38.Jede Zeit hat ihre Originale. Zur Zeit des Fürsten Leopold 1. gab es die 'Appelhanne'. Eine Zeichnung vom Dessauer Maler Max Korn (1863-1936) zeigt die 'Appelhanne' auf ihrem Stammplatz auf dem Großen Markt. Sie war ein wohlgenährtes Weib mit dem Schnäutzchen auf dem rechten Fleck. Auch Fürst Leopold 1. machte gelegentlich seinen Rundgang zu Fuß über den Markt. Er kam dazu, wie Hannchen eine Kundin, die einen Kohlkopf nach dem anderen begrapschte, zurechtwies: 'Na, woll'n Se nu sonrr'n Kopp oder sonrr'n Kopp?' Daraus soll der 'Dessauer Sonnenkopp' entstanden sein. Eine andere Quelle meint, dass sich diese Begebenheit mit Christoph Hobusch (1810-1866) zugetragen habe. - Das Haus im Hintergrund gehörte zur Schlossstraße 1. Es wurde um 1560 erbaut und war bis 1792 in fürstlichem Besitz. Hier eröffnete 1848 August Schreiter eine Gastwirtschaft. Fritz Herbst übernahm sie 1908 und gab ihr den Namen 'Zum Alten Dessauer'.

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