Dessau und der 'Alte Dessauer'

Dessau und der 'Alte Dessauer'

Auteur
:   Rudi Huhn
Gemeente
:   Dessau
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6743-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dessau und der 'Alte Dessauer''

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49. In der alten Schlossstraße stand das schönste Althaus in Holzfachwerk mit steilem Dach und zwei Speicherböden. 1671 wurde es vom Landrentmeister Bernhard Herre erbaut. Es hatte vorspringende Etagen mit reich geschnitztem Gebälk. Mehrfach wechselten die Besitzer, bis der Braumeister Friedrich Dambacher durch Heirat 1829 in den Besitz des Hauses kam. Hier richtete er die erste Bierstube in Dessau, Schlossstraße 12, ein. Er braute das erste gute Lagerbier, das sogenannte Bamberger. Stammgäste waren bei Dambacher die bejahrten Bürger. Das Anwesen ist leider im Iahr 1883 zusammen mit der Brauerei bei einem großen Brand zerstört worden. Dieser Brand vom 3 O. Juni zerstörte die Häuser Nummer 11 bis 14 in der Schlossstraße. Damals gehörten sie dem Brauereibesitzer Gustav Korn.

5 O. Das westliche 'Budenkopfhaus' zur Zerbster Straße, damals noch 'Kirchgasse', wurde 1692 begonnnen und 1694 fertig gestellt. Rechts der Eingang in die lang gestreckte Wandelhalle mit den 13 Arkaden (Bogenreihen) , links das Geschäft von Zigarren-Richter. Den Zwischenraum von der Schloss- und Stadtkirche zu St. Marien und dem 'Budenkopfhaus' wollte Fürst Leopold 1. schließen, um den Einblick in den Hofraum der 'Buderi' zu verdecken. Der Fürst überließ dazu dem Stadtmusikus Peter Augusti 1712 die freie Stätte nebst Bauholz zum Bau eines Hauses. Der letzte Besitzer dieses Hauses warvon 1919 bis 1945 die Familie Buemann. Im Erdgeschoss hatte Franz Günther sein Friseurgeschäft und Friedrich Rauchfuß eine Schuhmacherei. Ein gleiches Haus, jedoch ohne Schaufenster, steht auf der Ostseite der 'Buderi' in der Schlossstraße.

5 1. Das nächste Haus, links von der Kirche, wurde auf dem ehemaligen Marienkirchhof errichtet. Etwa 1710 ordnete Fürst Leopold 1. hier die Bebauung an. Erbauer des 1711 errichteten Hauses war der Juwelier Johann Georg Köhler. 1811 baute der Regierungsrat Friedrich Christoph Zabeler das Haus um. 1896 kaufte es der Schlossermeister Kar! Köckert und übereignete es seiner Tochter, als sie den Uhrmacher Fritz Seelmann heiratete. Köckert sorgte dafür, dass die untere Etage in Läden umgebaut wurde. Um diese Zeit entstanden auch Kunstschmiedearbeiten am Haus. Über dem Eingang wurde ein eiserner Adler und eine Fahnenstange angebracht. In dem nun 'Seelmannschen Haus' nutzte Fritz Seelmann einen Laden als Uhrengeschäft mit einer Sammlung alter Uhren im Schaufenster. Im zweiten Geschäft, in dem erst Kar! Köckert Geldschränke verkaufte, wurde eine Porzellan- und Kunsthandlung eingerichtet. Das Haus überstand den Krieg und sollte als 'Hochzeitshaus' (Standesamt) restauriert werden. Doch daraus wurde nichts. 1981 wurde es für den Erweiterungsbau des Rathauses abgerissen.

Oit }tmalitnftiftung (t~tm. p~îlant~fopin).

52. Auch Prinz Dietrich (1702-1769), der dritte Sohn des 'Alten Dessauer' sollte, wie schon Eugen und Moritz, ein Palais bekommen. Dazu wurde die Zerbster Straße ausersehen. Von zwei benachbarten Häusern kaufte Fürst Leopold 1. 1740 das eine und Prinz Dietrich das andere Haus. 1752 wurde das Palais in klassizistischem Stil erbaut, also erst nach demTode von Fürst Leopold 1. vollendet. Links vom Gebäude befindet sich ein Mauerteil mit einerToreinfahrt. Oberhalb der Mauer stehen die Figuren Herkules und drei antike Krieger. Alles ist samt der Skulpturen 1995/96 durch Kopien ersetzt worden. Die Baumeister der drei Palais sind unbekannt. Nach dem Tode Dietrichs ging das Palais in den Besitz von Fürst Franz über, der es dem Philanthropinum 1774 zur Verfügung stellte. Nach dem Eingehen der Anstalt nahm er es 1793 zurück und übergab es im gleichenjahr an Prinzessin Henriette Amalie (1720-1 793), die mit ihrem Vermögen die Fürstliche Amalienstiftung gründete. Henriette Amalie war das zehnte Kind des' Alten Dessauer' . Sie zog Ende September 1 793 in das Palais, wo sie am 5. Dezember 1 793 verstarb. Das Dietrichsche Palais wurde nun Sitz der Amalienstiftung. (Die Sammlungen blieben bis 192 7.)

53. Vor dem Durchbruch von der Zerbster Straße zur Neustadt (Neumarkt, Johannisstraße ) bestand nur ein kleines Gässchen, die 'Neue Kirchgasse'. Das abgebildete Gebäude ließ Fürst Dietrich 1758/60 als 'Jagdsaal' erbauen, der durch Nebenräume und einen Turm ergänzt wurde. Er nutzte dazu die Fundamente des ehemaligen Kühnausehen Tores von 1701, denn an dieser Stelle kreuzte die 1711 abgebrochene Stadtmauer die Neue Kirchgasse, die erst um 1750 den Namen Poststraße erhielt. Von 1777 bis 1793 wurden die Räume durch das von Johann Bernhard Basedow (1724-1790) gegründete Philanthropinum (Schule der Menschenfreundlichkeit) belegt. Von 1806 bis zum Neubau der Katholischen Kirche (1854-1857) wurde es von den Katholiken als Gotteshaus genutzt.Anschließend war es die Kapelle des Amalienstiftes. 1921-192 3 baute die Sparkasse nach Plänen des Architekten Kurt Elster (1892-1954) an dieser Stelle ein modernes Verwaltungsgebäude.

54. Mit der Entwicklung derVorstädte wurde die alte Stadtmauer hinderlich. Fürst Leopold 1. erließ am 19. März 1712 ein Patent für den Aufbau einer neuen Stadtmauer. Es war eine Akzisemauer (Steuermauer ), die keine Schutz- oder Verteidigungsfunktion mehr hatte. Die Sandvorstand entwickelte sich im Süden ab 1534, die Straßen wurden 1694 benannt. Dazu gehörten: Steinstraße, Leipziger Straße, Spittelgasse, Judengasse (Schulstraße) und andere. Leopolds Mauer begann an der Mulde und lief zur Leipziger Straße. Im Süden der Leipziger Straße wurde 1713 das Leipziger Tor aufgestellt. Es war später der Eingang zur Großhandelsgesellschaft für Textilwaren. Durch das Tor erhielt die Straße einen wirkungsvollen Abschluss. Die Aufnahme vom 28. August 1863 von Gustav Völkerling zeigt das geschlossene Tor von der Stadtseite. Links die Mauer des israelitischen Friedhofes, der seit seiner Anlage im Iahr 1686 unverändert auch heute noch seiner Bestimmung dient.

55. Nur ein paar Schritte vom alten LeipzigerTor nach rechts war man in der Neuen Straße. So hieß die Straße, die Fürst Franz als Verlängerung der Kavalierstraße ab 1760 anlegen ließ. Die Straße wurde zu Ehren des Fürsten am 14. Oktober 178 ° in Franzstraße umbenannt. Zunächst endete die Franzstraße am Rondell, das 1781 angelegt wurde. Heute erinnern die alten Platanen, die rechts und links der Straße im Halbkreis stehen, und zwei Torhäuser von 1828 an das ehemalige Rondell. Das Rondell verschwand, als die Straße 1925 begradigt wurde. Ganz in der Nähe gibt es die Straße 'Am Rondell'. Das Südende der Franzstraße stieß gegen die Stadtmauer, die Fürst Franz mit diesem provisorischen Tor 1791 öffnete. Das Tor, das an Bedeutung verlor, stand bis etwa 1822/23. Die Abbildung, eine Zeichnung von RudolfBeck, zeigt das Tor und rechts den Erdmannsdorffuau von 1766-1770, der als 'Armen- undArbeitshaus' das erste und einzige Haus in einer noch unbebauten Gegend nahe der Stadtmauer war. Für Strolche und Verbrecher waren im Keller Gefängniszellen eingebaut.

56. Die Stadttore wechselten die Namen, den Standort und die Form. Doch kein Stadttor hat so oft den Standort gewechselt, wie das LeipzigerTor. Das erste südlicheTor war das StenischeTor in der Steinstraße. Später (1713) wurde im Süden der Leipziger Straße ein LeipzigerTor aufgestellt. Fürst Franz öffnete 1791 die Mauer mit einem provisorischen Tor in der Franzstraße, etwa in Höhe der Einmündung von der Leipziger Straße. So entstand die Verlängerung der Franzstraße - und an dieser Verlängerung entstand Dessaus erstes Industrieviertel. Am Ende der Franzstraße ließ nun Herzog Leopold Friedrich (1794-1871), der eine besondere Vorliebe für Stadttore hatte, ein weiteres LeipzigerTor mit zwei flankierenden dorischen Tempelgebäuden errichten. Die Abbildung, ein Foto von Gustav Völkerling 1883, zeigt das Tor von der Feldseite. Die beiden Torhäuser entstanden 1826/27 nach Plänen von Carlo Ignazio Pozzi (1766-1842) unter Verwendung des Materials vom abgerissenen Drehberg bei Griesen. Diese Bauten erlebte Fürst Franz, der am 9. August 1817 verstorben ist, nicht mehr. Das LeipzigerTor und die Torschreiberhäuser waren nach Gründung des Deutschen Zollvereins schon 1834 bedeutungslos geworden.

57. Die beiden Torhäuser am südlichen Ende der Franzstraße standen sich 62 Jahre gegenüber. Das westliche Torhaus blieb uns bis heute erhalten. Es stand später als Eckhaus Franzstraße / Mauerstraße. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es im Torhaus eine Tischlerei und ein Kurzwarengeschäft. Zusätzlich richtete hier die Deutsche Post ihr zweites Postamt ein. Im Auftrag der Stadt Dessau wurde das Torhaus im Iahre 1987 rekonstruiert. Ab 1988 war es dann Domizil des Kulturbundes, es fanden Ausstellungen und andere Veranstaltungen statt.

Das östlicheTorhaus kaufte 1889 die Berlin-Anhaltische-Maschinenbau-Aktien-Gesellschaft (BAMAG) und ließ es abreißen. Die BAMAG-Eisengießerei schob sich bis zur Ecke vor und weit in die Stenesche Straße hinein. Der HofmarschallAuer von Herrenkirchen hatte eine besondere Leidenschaft: er sammelte historische Bauten und Werke. Deshalb kaufte er das Material des östlichen Torhauses und ließ es in seinem Privatpark als Gartenhaus in der Franzstraße 15, am Rondell, wieder aufbauen. Hier wurde es am 7. März 1945 durch Luftangriff zerstört.

58. Vom LeipzigerTor lief die Stadtmauer durch die Mauerstraße, die damals ' An der Mauer' hieß, nach dem Askanischen Tor. Die Mauer hatte auf beiden Seiten eine Fahrstraße. Die Bebauung erfolgte nach

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