Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Rank
Gemeente
:   Münsing, Die Gemeinde
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4698-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten'

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27. Es wird weiturn keine Kirche geben, die ihre im Krieg geopferten Glocken sobald ersetzt bekam wie Degerndorf und das kam so:

Der berühmte Dichter Ernst Wiechert lebte seit 1936 auf dem Gagerthofbei Wolfratshausen. Noch während des Kriegs dem K.Z.Buchenwald entronnen, ging er als Verfehmter zu seinem Hof zurück. Dort besuchte ihn ein Gleichgesinnter, der Expositus Betzinger von Degerndorf. Diese Bekanntschaft und manches mehr haben den ostpreuBischen Protestanten veranlaBt, der katholischen Kirche in Degerndorf drei Glocken zu schenken, und er schrieb am 9.11.1946 an den Expositus unter anderem: 'Meinem Herzen steht Ihr Dorf besonders nahe ... weil Sie der erste waren, der in den Zeiten der Verleumdung zu meinem Haus kam; weil Ihr gutes Pfarrkind Maria seit Jahren für uns gearbeitet und gesorgt hat, weil Ihr Dorf den toten Amerikanern eine Stätte auf dem Friedhof gegeben hat und weil noch vieles andere gut gewesen ist, was Sie alle getan haben ... Mir aber wird es immer wie eine Krönung meines Lebenswerkes sein, wenn ich die Glocken über den Wald hinüber werde tönen hören.' Am 30. Oktober 1947 konnten die in der Schweiz gegossenen Glocken von Prälat Hartig aus München geweiht werden. (Foto und Angaben aus der Pfarrchronik von Degerndorf.)

28. Dieses Bild ist keine 'alte Ansicht' wie es das Büchlein verspricht. Es stammt aus dem Jahr 1987 und zeigt wie reizvoll und doch bescheiden sich ein modernes Haus zwischen alten, denkmalgeschützten Bauernhäusern ausnehmen kann. Es befindet sich am Südausgang von Degerndorf. Der Hof links heißt 'Kistler' und der gegenüberliegende ist der 'Heinzl'. Das Haus in der Mitte wurde 1977178 gebaut. Ohne die Entstehungszeit zu verleugnen oder ein Bauernhaus vorzutäuschen, genügt es doch modernen Ansprüchen und könnte kaum überzeugender in diesem Ensemble stehen. (Foto: H. Rank.)

29. In der Degerndorfer Chronik liest man über die Bolzwanger Kapelle folgenden Satz: 'Die Bolzwanger Kapelle wurde 1824 vom 'Mollbauern' Johann Gaar (heute SappI) und dem 'Pany' Alois Bolzmacher von der Ortsgemeinde BoJzwang käuflich erworben und neu errichtet.' Demnach muß es schon früher dort eine Kapelle gegeben haben, worauf auch der kleine, liebenswürdige Barockaltar schließen läßt. Bolzwang war eine Siedlung mit sechs Höfen: der 'Moll', der 'Pany' , der 'Moar', der 'Schmidtner', der 'Limrn' und der 'Kernzhof'. Die letzteren drei Höfe sind heute ausgesiedelt. Der alte verlassene Schmidtnerhof beherrscht aber immer noch als eindrucksvolle Hofruine das Ortsbild. (Foto: H. Rank.)

30. 'Portiunkula' in Holzhausen - das war für uns Kinder der dreißiger Jahre das Ereignis des Sommers. Im Holzhauser Heimatbuch erzählt darüber der 1925 verstorbene Maler Leopold Faustner wie folgt: Ich möchte noch eines schönen Festes gedenken, des Portiunkulaablasses am ersten Sonntag im August. 1) In aller Frühe schon fuhr der Fischmeister (Bierbichier von Ambach) mit Bier und Würsten, Leibln und Brezn zum Kirchplatz. Da waren Tische und Bänke ... und ein gemauerter Herd, auf welchem der große Wurstkessel über dem Feuer hing ... Bald kamen die Gäste. Die Frauen dunkel gekleidet mit seidenen, breiten Schürzen, die Pelzhauben auf dem Kopf, den Rosenkranz in den Händen. Dann die Miinner ... und die Jungfrauen. Von der Kirche heraus hört man Orgelmusik, die schöne Aussicht auf See und Wald, eine feierliche Stimmung. Nun wird Böller geschossen, die Prozession fängt an, sich zu gestalten. Voraus geht der Erzengel Michael, 2) ein kleiner Bub mit einem blauen Kaskett auf dem Kopf (eine Art Helm) und einem blauen, schlafrockartigen Kittel, jedenfalls aus der Zopfzeit stammend. Dann kommen die Iungfrauen mit Krönln und Kränzen. Sie tragen eine Marienstatue. Himmelhohe Fahnenstangen ... werden von Burschen getragen. Einer trägt die Fahne, er muß balancieren, zwei andere haben ihn beim Rockkragen und dirigieren ihn, damit er nicht das Gleichgewicht verliert. Dann kommt der Lehrer mit den Sängern und dann das Sanctissimum, unterm Himmel vom Pfarrer getragen, danach die Veteranen u.s. w. und zum Schluß die Weiber und wer halt mitgehen will. Wie sich der Zug mit der laut betenden Gemeinde durch die Felder windet, ein herrlicher, erhebender Anblick. Vor der alten Kirchhofmauer sind Stände mit Leckerbissen, süßen Herzen und Honig aufgebaut.

Letzteres war für uns Kinder natürlich ein Hauptanziehungspunkt.

1) Die Holzhauser Portiunkula Prozession hat nichts mit der Portiunkula Kirche bei Assisi über dem Bethaus des heiligen Franziskus und deren Ablass zu tun. Sie geht vielmehr auf die 1748 gegründete 'Unbefleckte-Empfängnis-Bruderschaft' zurück. Titularfest der Bruderschaft ist, wie aus dem Bruderschaftszettel hervorgeht: 'Allzeit der Sonntag nach dem Fest Maria Schnee im Monat August.'

2) Der Bub ist ein Überrest der früheren Prozession, als die Männer noch in blauen Bruderschaftskutten gekleidet waren und auch Husaren und Grenadiere mitgingen und als man neben dem segnenden Heiland noch einen Drachen durch die Fluren trug. (Angaben und Text aus Holzhauser Heimatbuch. )

31. Wie großartig Kirchenfahnen und -zeichen einen Raumeindruck erhöhen, ist an dieser Innenaufnahme der Holzhauser Kirche aus den dreißiger Jahren abzulesen. Leider mußte die Kirche nicht nur die Fahnen einbüßen, sondern auch die Treppe zur Kanzel, wohl um Raum zu schaffen. Auch das Speisgitter genügte nicht mehr den liturgischen Erfordernissen. Aber noch immer strahlt der Raum mit den Deckenbildern von Colombo Max in barocker Feierlichkeit. Übrigens standen die frühen Kirchen Holzhausens, die sicher Holzkirchen waren, nach neuesten Forsehungen (Dr. Benno Gantner) wahrscheinlich nicht auf dem heutigen Kirchberg, sondern unten in 'Pfäfflkam'. Erst 1420 wurde die gotische Kirche dort oben errichtet, und aus dieser Zeit dürfte auch die große Linde an der nördlichen Friedhofsmauer stammen. (Foto: Aldo Schoen 1936.)

32. Von Münsing kommend stand rechts am Dorfeingang Holzhausens bis 1964165 der alte 'Haberlhof' , der 'Beim Keil' hieß. Der Name kam von dem keilförmigen Grundstück und wurde später für die 'Keibichlstraße' übernommen. (Foto: Caroline Rösl, 1910.)

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Krämerei von Titus Schwaiger

33. Die Postkarte mit diesen drei Häusern in Holzhausen stammt aus der Zeit um 1925. Alle drei Häuser stehen noch, sind aber verändert. Auf der Postkarte hat der Altwirt seine Eingangstüre noch auf der Straßenseite, die Straße ist noch ungeteert und links steht der Müllerhof noch in der alten Form. Die Kramerei ist heute auf allen Seiten von Häusern umgeben, und es gibt sie als solche auch nicht mehr. Der Neuwirt hat angebaut und erweitert und wenn auch das Haus noch steht, so ist es doch kaum noch zu erkennen.

34. Im bayerischen Oberland wurde immer schon mit viel Begeisterung Theater gespielt. Diese Gruppe vor dem Altwirt in Holzhausen aus den zwanziger Jahren hat vermutlich ein Wildererstück gespielt. Die Personen sind in der stehenden Reihe von links: Der Landwirt Jos. Vogel, die Hansenbäuerin von Ambach, Agathe Gebhart, Michael Menzinger vorn Sichert (mit Hut), ein Fischergeselle vorn Hirn in Seeheim, Titus Schweiger, der Kramer und Schreiner in Holzhausen der das Stück in Szene gesetzt hat, Josef Kink, der Schreiner aus Ambach, Ludwig Geiger, der zum Hirmo nach Degerndorf geheiratet hat, Jakob Ertl aus Holzhausen, Michael Maier, ein Zögling beim Bolzmacher in Attenkam und ganz rechts Maria Haberl verheiratete Spindier . Links der erste Schütze ist der Lorenz Müller, der nächste ist unbekannt, dann folgt Maria Geiger, die 1987 verstorbene Wirtin vom Altwirt, Maria Baier verheiratete Huber in Ambach, Therese Holzer von der Kugelmühle, Georg Maler, Altwirtsohn (mit Vollbart) und Franz Melf, Knecht in Reichenkam, der später nach Degerndorf geheiratet hat.

35. Dieses lustige Mäderl-Quintett, aufgenommen etwa 1914, sind fünf der sieben Bolzmacher Kinder von Reichenkam. Links, die große, ist die Marie, heute Frau Walser beim Bromberger in Münsing. Daneben die Anni, die spätere Frau Bierbichler, die Fischmeisterin von Ambach, und rechts die Theresia, Resl genannt, heute die Frau Lettner vom Fischmeister in Tutzing. Davor sitzt links die Susanne, heute die Frau Vogel vom Schwabbauer in Holzhausen, und daneben die Elisabeth, die Liesl, als Jüngste, die heutige Frau Bäckermeister Riederauer in Degerndorf. Es fehlen der Michael Bolzmacher , der den Hof übernommen hat und 1972 gestorben ist, und die Jüngste, die Rosa, die Frau vom Schreinermeister Kink in Ambach. Die Mutter war eine geborene Sebald von Staudach. Sie starb schon mit 39 Jahren, und da mußte der Vater, der Michl Bolzmacher , seine sieben Kinder allein aufziehen. (Foto: Caroline Rösl.)

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