Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Rank
Gemeente
:   Münsing, Die Gemeinde
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4698-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten'

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36. Der Ort Schallenkam wird erstmals Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Wann das erste Gotteshaus erbaut wurde, ist unbekannt. Die heute bestehende St.Kastulus-Kirche wurde 1678 errichtet, sie war bis zur Jahrhundertwende ein bekanntes Wallfahrtsziel und die reichste Kirche der Pfarrei Münsing. 'Wenn irgendwo in der Pfarrei etwas zu beschaffen war, kam man zu St. Kastulus betteln,' schreibt Jungmann im Holzhauser Heimatbuch. Seit langem aber ist das kirchliche Leben hier erloschen. Heute werden große Anstrengungen unternommen, um dieses kleine Juwel vor dem Ruin zu bewahren. (Foto: H. Rank.)

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37. Die Geschichte des heiligen Heinrich, der dem Ort am See den Namen gab, geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Hier soll erin einer kleinen, hölzernen Kapelle als Einsiedler gelebt haben, und hier soll er auch gestorben sein. 1324 wurde über seinem Grab, das durch viele Wunder verherrlicht war, eine steinerne Kirche errichtet. Um 1600 war das Heiligtum aberfast vergessen, bis Kloster Beuerberg Anfang des 17. Jahrhunderts die Wallfahrt wieder belebte und das mit solchem Erfolg, daß die Kirche vergrößert werden mußte. Bei feierlichen Anlässen seien Verkaufsbuden bis zum Wald aufgestellt worden, berichten Widnmann/Jungmann. Mit der Säkularisation 1803 ging dann die große Zeit des Wallfahrtsortes zu Ende. Die Fotografie zeigt St. Heinrich um 1940.

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38. Die Ansichtskarte zeigt Kirche und Gasthaus in St. Heinrich. In einer alten Überlieferung von 1528 wird dem 'Wegmann' von St. Heinrich ' ... das Schankrecht. _. wie von Alters Herkommen ist, bestättiget'. Der Wegmann ist der Wirt, der neben der Unterhaltung der Wege auch den Mesnerdienst in der Kirche zu versehen hatte. Das Wirtshaus gibt es wohl schon so lange, wie zum heiligen Heinrich gewallfahrtet wird. Den Namen Fischerrosl bekam es voretwa 100 Jahren. Der Dichter Maximilian Schmid, der in Ambach wohnte und auch dort gestorben ist, stand dafür Pate. Er hatte in seinen Starnbergersee-Geschichten das Leben eines urwüchsigen Fischerkindes, eben der 'Fischerrosl', geschildert. (Nach Widnmann/Jungmann, Heimatbuch Holzhausen.)

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39. Man könnte diese Postkarte von der Kirche in St. Heinrich für ein Ruinenbild aus dem Zweiten Weltkrieg halten. Am 27. Juli 1902 hatte nur das Chorgewölbe, den Altar schützend, Blitzschlag und Feuer überstanden. Der Wiederaufbau hätte die kleine Filialkirchengemeinde überfordert. Der damalige Pfarrer Behr von Seeshaupt klärte die strittige Baupflicht zugunsten St. Heinrichs und ermöglichte so die nötigen Mittel zu bekommen. Mit der hier abgebildeten Postkarte vom 6. Juli 1906 teilte eben dieser Pfarrer Behr dem Großvater des Autors dieser Zeilen mit, daß er ' ... nächsten Dienstag mit Viola erscheinen werde ... ', nämlich zum Quartett spielen.

40. Die ältesten Häuser Ambachs standen in der Nähe des Baches, im Gebiet der 'Au', wovon der Ort (Au in pah = Au am Bach) seinen Namen hat. Es waren dies die Kugelmühle, der heutige GasthofHuber und das alte Fischerhaus Hirn. Von da aus hat sich der Ort nach Süden entwickelt, so daß im 16. Jahrhundert die Häuser 'Zum Fischer' (heute Smidt), 'Zum Brosi' (heute Sommer), 'Seiz' (heute StrobI), 'Zum Fischmeister' (heute A. und S. BierbichIer) sowie das 'Weißhaus' (heute M. BierbichIer) nachzuweisen sind (Schramm Ambach 1200 Jahre, 1965). Im Katasterplan von 1811 finden wir bereits 13 Fischer- und Bauernhäuser entlang dem Seeufer sowie die Kugelmühle, Oberambach und Luigenkam. 1860 wurde von Leonhard Faustner - bezeichnenderweise wieder ein Kunstmaler - die erste Villa erbaut, der dann bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges noch zwanzig weitere folgten. Aus dieser Zeit stammt auch die nebenstehende Karte.

41. Auf dieser lavierten Bleistiftzeichnung von 1879 steht neben der alten Zeit schon die neue; neben das alte, gedrungene Fischerhaus hat sich - etwas hoch geraten - eine Villa geschoben. Das sogenannte 'Fischeranwesen' , nach Widnmann/Jungmann ein früher nach Eurasburg gehöriges Urbachfischlehen, läßt sich bis 1541 zurückverfolgen. Seit 1872 ist es im Besitz von Münchner Bürgern und steht heute noch. Links, die zweitälteste Villa in Ambach wurde 1866 von einem Ehepaar Weger errichtet, ging 1895 in den Besitz der Familie Schulze über und wurde 1985 durch einen Neubau ersetzt. (H. Herdtle, lavierte Bleistiftzeichnung. Links bez. 'Ambach a. Starnbergersee. Rechts H. Herdtle 1879.)

ûrnbecn am Sfarnberger See.

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42. 'Gasthof Fischmeister zum Bierbichler' steht über der Türe des Ambacher Gasthauses. Es zählt zu den ältesten Wirtschaften am See. Schon seit dem 13. Jahrhundert sind die Nutzer des Anwesens Fischmeister, d.h. sie waren die Fischaufkäufer für den Hof in München und gleichzeitig Polizei für Vergehen gegen die Fischordnung am oberen See. Ende des 18. Jahrhunderts setzte der kinderlose Fischmeister Augustin Mock seinen Knecht Kastulus BierbichIer zum Erben ein. Dessen Nachkommen besitzen heute noch das Anwesen. (Widnmann/Jungmann, Holzhausen). 'Es waren schöne Zeiten,' erinnerte sich Fräulein Anni Bierbichier, 'als in Ambach die kg!. Hoheiten öfters zu sehen waren. So kam König Max zu Pferde und wurde dann mit dem Dampfer 'Tristan' abgeholt. Der beliebte König Ludwig kam fast täglich durch, einmal vierspännig mit der Kaiserin von Rußland und auch auf seiner letzten Fahrt nach Berg, wo er dann wenig später den Tod fand.'

43. 'Ist unser prächtiges Schiff mit seinem Glanz und unseren Reisenden am Abend nach Starnberg entschwunden, so ist der Verkehr wie abgebrochen ... ' schreibt Waldemar Bonsels (siehe Einleitung). Diese Postkarte stammt etwa aus der Zeit, als er diese Zeilen schrieb. Das von Bonsels gepriesene Paradies hat viele bedeutende Menschen angezogen. So sei an den bayerischen Geschichtsschreiber Siegmund v. Riezler, an die Maler Kar! Spitzweg, Kar! v. Piloty und Gabriel v. Max, an den Dichter Maximilian Schmidt sowie aus neuerer Zeit an die Namen Wedekind, Regnier und Süskind erinnert. Frau Elly Knapp-Heuß schreibt in ihrem Buch 'Ausblick vom Münsterturm' , daß sie ihren Mann im Haus Brentano in Ambach, in dem der Naumann Kreis verkehrte, kennengelernt hat.

44. Den Gästen des Sanatoriums Wiedemann in Ambach wird diese etwas italienisch anmutende Villa bekannt vorkommen, auch wenn heute nur noch der Turm zu sehen ist. Sie entstand in mehreren Bauabschnitten, ein erster 1875 mit drei Räumen, in denen künstliche Blumen hergestellt wurden. Bei zwei Nachbesitzern wurde das Haus vergrößert, bekam seinen runden Turm und den Namen 'Waldschlößl'. 1919 von Kar! Wiedemann erworben, wurde es unter seinem Sohn Dr. Fritz Wiedemann zur 'Urzelle' des heutigen Sanatoriums.

45. Die Geschichte der Villa Voltz in Ambach reicht in die frühen siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zurück. 1892 erbte Dr. Albert Voltz das Anwesen von seinem Schwiegervater Fritz Schwörer und erweiterte den Park auf 34 Tagwerk. Bis 1910 wurden ein Blockhaus, eine Weiheranlage, ein Turm, eine Kegelbahn, ein Tennisplatz, ja ein richtiges, kleines Theater errichtet. So bildete das Anwesen bis zum Ersten Weltkrieg den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Ambacher Sommerfrische. Doch der Krieg bereitete ein jähes Ende. Das Theater wurde 1922 versetzt und zu einer Villa umgebaut. Der Besitz wurde 1926 der Stadt München gestiftet, die daraus ein Erholungsheim machte. (Nach Widnmann/Jungmann, Holzhausen und Mathias Hirn.)

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