Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Rank
Gemeente
:   Münsing, Die Gemeinde
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4698-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten'

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46. Die Ambacher und Holzhauser Burschen hatten vor dem letzten Krieg und auch noch 1951 und 1952 Seefeste mit Fischerstechen veranstaltet und konnten sich dabei auf eine gute Tradition berufen, denn der 'Goldene Königspokal' des Luitpoldstechens in Starnberg -1907 vom Prinzregenten gestiftet - wurde zweimal von Mathias Hirn sen. , mit seinem Vater Franz als Widenruderer , und einmal von Mathias Hirn jun. gewonnen und befindet sich heute im Besitz der Fischerfamilie Hirn in Ambach.

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47. Seit alten Zeiten wurde das Holz aus den Wäldern des Ostufers nach Starnberg in die Sägemühle stakend geflößt. Um die Jahrhundertwende führte zum Beispiel der Fischerrnichel von Ammerland - er hieß Hans-Jörg und schrieb sich Böck - den Karniffelwald von St. Heinrich nach Starnberg. Bei gutem Wetter dauerte eine solche Fahrt zwei Tage von früh bis spät. Bis zu 100 Stämme waren zusammengebunden. Kam schlechtes Wetter auf, mußte das Floß auf Land gesetzt und konnte nur mit viel Mühe wieder flott gemacht werden. Bei überraschendem Sturm konnte es passieren, daß das Floß auseinanderbrach und die Stämme dann in mühevoller, tagelanger Arbeit wieder eingesammelt und neu gebunden werden mußten.

48. Früher wurde die Personen- und Lastbeförderung von den Fischern durchgeführt. Im Lauf der Jahre nahm ihnen die Dampfschiffahrt dieses Zubrot. Aber der Schwerlastverkehr , wenn man das so nennen will, wurde noch bis zur Jahrhundertwende durch die Lastkähne der Fischer, die 'Fahren', wahrgenommen. Auf diesem Bild handelt es sich um ein Flachboot von ganz respektabler Größe und Ladefähigkeit. Diese Fahren wurden so schwer beladen, daß die Bordkante nur knapp über dem Wasserspiegellag. Das hat bei aufkommendem Sturm manchem Fischer das Leben gekostet. So sind um 1900 die alte Hoffischerin und ein Zimmermann aus Seeshaupt, die schwer mit Dachplatten beladen von Tutzing herüberkamen, 300 m vor dem Kinkufer in Ammerland bei einem aufkommenden 'Zwerchwind' - so nannten die Fischer den häufigen und strengen N/W Wind - gekentert und beide ertrunken. Das eichene Schiff liegt noch auf dem Seegrund. (Aquarell von Joh. Gottfried Steffan, datiert I1.IV.1892, Text nach Angaben von Jos. Hirn, Ammerland.)

49. Bei diesem Bild handelt es sich um ein Ölgemälde aus dem Jahr 1876, ebenfalls von dem Maler Johann Gottfried Steffan, einem gebürtigen Schweizer, der viele Jahre in München tätig war. Dargestellt ist wieder ein Fahren, zu groß für die Hütte, aber so kann der Mast stehenbleiben. Der Lage von Peißenberg und Karpfenwinkel nach zu schließen, liegt das Schiff nördlich vom Schloß in Ammerland und gehört dem Hoffischer. Deutlich zu sehen ist die Bugschnecke, die allerdings etwas hinter einer Art einfachem Schanzkleid aus Brettern, mit dem das überkommende Wasser abgehalten werden sollte, verschwindet. (Joh. Gottfr. Steffan, Ölbild datiert: 29.6.7631/21 cm.)

50. Der Fahren, der hier um 1908 vor dem Biersteg in Ammerland liegt, dort wo heute die Wasserwacht ihr Bootshaus hat, ist, wie in der Dinkelacker Chronik berichtet wird, der große Fahren vom Fischermichl. Er hieß im Volksmund 'Josefine'. Fischermichl scheint also noch einen zweiten, kleineren gehabt zu haben. Dies dürfte die letzte Aufnahme der Josefine sein, sie ist 1908 vor der Seeburg gestrandet.

51. Das Bild wurde 1925 aufgenommen. Im Sengboot (Seng kommt von Sege und die Sege war das Zugnetz) steht der Fischermeister Josef Hirn, der 'Schmauz' aus Ammerland. Der Widenruderer ist sein Bruder Johann. Das Boot wurde von Walser in Garatshausen gebaut und greift mit seinen steilen Bordwänden, im Gegensatz zu den damals üblichen Bretterbooten, auf die Form der alten Einbäume zurück. Der Fischer konnte sich darin beim Auslegen des Zugnetzes besser einstemmen. Rechts an der Bordwand hängen Beschwerungssteine für das große Netz. Links vom Fischer ist der sogenannte Biderling zu sehen, ein Schwimmkörper in Form eines kleinen Fäßchens. Er mußte den 'Ber', ein sackförmiges großes Netz, in dem sich beim Herausziehen die Fische sammelten, in der richtigen Höhe halten. Die Aufnahme hält den Moment fest, da der Fischer den Anker gesetzt hat und nun das Ankerseil, das gleichzeitig das Netz hält, über das Heek führt, um dann das Zugnetz zu setzen. Übrigens ruderte der Widenruderer nur bei der Arbeit mit zwei Rudern. Bei der Aus- und Heimfahrt verwendete er ein Ruder, und zwar in Fahrtrichtung gesehen das rechte, wobei der Fischer hinten links mit dem Kurzruder steuerte. Der Ausdruck 'Widen' bedeutet nach Schmeller (Bayerisches Wörterbuch) ein aus Staudenästen gedrehtes Band, hier also verwendet als Halterungsring für das Ruder. (Nach Angaben von Josef Hirn, Ammerland. )

52. Im Jahre 1851ließ der bekannte Baurat Himbsel den ersten Raddampfer am Starnbergersee, damals auch Würmsee geheißen, zu Wasser. Er hieß 'Maximilian'. Ihm folgten noch vier weitere, einer immer schöner, größer und schneller als der Vorgänger. Zunächst lief 1872 der 'Ludwig' von Stapel, der allerdings nur wenig größer als der 'Maximilian' war. 1878 aber kam die 'Bavaria', 1886 die 'Wittelsbach' und schließlich das größte und schnellste und wohl auch schönste Schiff, der 'Luitpold'. Es fehlt in dieser Liste das 1857 in Dienst gestellte königliche Schiff, der 'Tristan' , der kleinste unter den Raddampfern am See. Auf unserer Postkarte haben wir die Würmseeflotte etwa um 1930 vereinigt, der 'Maximilian' war damals schon seit 35 Jahren verschrottet. Oben links sehen Sie den 'Ludwig', darunter die 'Bavaria', oben rechts die 'Wittelsbach' und darunter den 'Luitpold'.

53. Wenn Waldemar Bonsels schreibt ( s. Vorwort) 'der Starnbergersee sei der festlichste der bayerisehen Seen,' so haben dazu die Dampfschiffe ein Gutteil beigetragen. Gerade der dritte RaddampIer, die 'Bavaria', wurde nach den Vorstellungen der Aktionäre der Dampfschiffahrtsgesellschaft und des Architekten Lorenz Gedon ein schwimmender Rennaissancepalast. Eine riesige, goldene Buglaterne und ein gewaltiger, Fahnen tragender Löwe auf dem erhöhten Achterdeck gaben dem Schiff die festliche Silhouette. Das Vorgängerschiff 'Ludwig' konnte 300 Personen befördern, die 'Bavaria' aber 1000. 1878 vom Stapel gelaufen, mußte sie in den Revolutionsjahren den Löwen, der heute an der Starnberger Promenade steht, und auch die große Laterne einbüßen. Auf unserer Postkarte ist sie schon mit einem Steuerhaus vor dem Kamin ausgerüstet. Sie war noch immer ein schönes Schift, als sie 1940 abgewrackt wurde. Das kleine Bild zeigt die alte 'Bavaria' 1910 am Ammerlander Steg. (Historische Angaben: W. v. Gaessler/A. Lemberg. 'Bucentaur mit Dampfrnaschine', Jahrbuch 1983, S.l1, Förderverein Südbayr. Schiffahrtsmuseum Starnberg.)

54. Im Jahre 1890 lief wieder ein Salondampfer vom Stapel. Er erhielt nach dem damaligen Prinzregenten den Namen 'Luitpold'. Auch er war eine technische Weiterentwicklung. Er hatte eine Länge von 55,30 m und ein Fassungsvermögen von 1 200 Fahrgästen, genausoviel wie das heute verkehrende Motorschiff 'Seeshaupt' . Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 26,50 km/h, und damit war er noch 1/2 km/h schneller als die 'Seeshaupt' . Vor allem aber war so ein weiteres Prunkschiff entstanden mit goldenen, reich verzierten, schmiedeeisernen Geländern und den großen, bayerischen Wappen auf den Radkästen. 1919 hielt man es für nötig, das Schiff in 'München' umzutaufen. Im Volksmund wurde es aber wegen seines roten Anstrichs 'Blutwurscht' genannt. 1955 wurde dieses technische Denkmal der Gründerzeit abgewrackt. (Technische Angaben nach 'Geschichte der Schiffahrt auf dem Starnbergersee' von Ludwig Rank.)

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