Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Rank
Gemeente
:   Münsing, Die Gemeinde
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4698-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Gemeinde Münsing in alten Ansichten'

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55. Das ist eine mißliche Lage, in der sich das Motorschiff 'Leoni' hier befindet. Ein Weststurm hat das Boot im Februar 1935 in Ammerland vor dem Sailergrundstück an Land gesetzt. Die 'Leoni' wurde 1926 in Regensburg auf der HitzIer Werft als schraubengetriebenes Schiff erbaut. Sie war über alles 21.30 m lang und 3.50 m. breit und konnte 90 Personen befördern. 1971 kam sie wieder nach Regensburg, wo sie für den Visconti-Film über das Leben Ludwig Il. zum königlichen Dampfschiff 'Tristan' umgebaut wurde. Nachdem die entsprechenden Szenen abgedreht waren, wurde das Schiff 1972 an den Traunsee verkauft und mit neuen Aufbauten versehen, wo es heute noch unter dem Namen 'Grünberg' verkehrt. (Nach Angaben von A. Berleb, Hechendorf.)

56. Die Besiedelung und Bebauung des Uferhanges zwischen Ambach und Ammerland setzte mit der Jahrhundertwende ein. Genau 1900 wurde das Haus Seeheim Nr. 1 von Michael Reiser aus Ambach erbaut, der somit als Gründer Seeheims gelten kann. Das hier abgebilde te Hauswurde 1901 van Dr. R. Schreiber errichtet.

57. Im Jahre 1905 hatte sich Wilhelm Löwith, der bekannte Maler der Kardinäle und der Rokokozeit, in Seeheim angesiedelt und das auf der Postkarte abgebildete Haus gebaut. In den dreißiger Jahren erwarb das Anwesen der Arzt Dr. Rupp aus Chemnitz, der an das Gartentor die sinnigen - vielleicht politisch gemeinten - Buchstaben 'MILAMA' anbringen ließ.

58. 'Sechs Feuerstellen' soll Ammerland vor 1850 gehabt haben, nämlich die vier Fischer vom 'Seefeldt': Fischerhausl, Fischermichl, Hoffischer und Schmauz, sowie das Schuster- und das Schneiderhäusl, außerdem das alte Schloß aus dem 16. Jahrhundert und das im 17. Jahrhundert erbaute neue Schloß mit den beiden Zwiebeltürmen. Da sind wir eigentlich schon bei acht Feuerstellen und genau genommen waren's neun, denn da gab es noch beim Schloß das sogenannte Beneficiatenhaus, das damals allerdings schon keinen Beneficiaten mehr, sondern eine kleine Schankwirtschaft beherbergte. 1847 oder bald danach wurde das Häusl wegen Baufälligkeit dem Grafen Pocci zum Abbruch überlassen, denn der Schloßbesitz war Lehen und daher Eigentum des Königs. Der Grafhat vermutlich den Abbruch gern und bald durchgeführt, schon um die Störung durch die Wirtschaft in seiner Nähe loszuwerden. Ammerland aber besteht schon seit frühester Zeit aus vier Streusiedlungen. Östlich der Häuser am See auf den Höhenrücken liegen Ried, Wimpasing und Staudach. Während letzteres seine Struktur durch die Jahrhunderte bis heute bewahrt hat, sind die anderen Ortsteile die am stärksten durch Besiedelung und Bebauung veränderten Gebiete der ganzen Gemeinde Münsing. Das Ried bestand aus vier Höfen: Dem 'Waldl' , dem 'Essigheiß' , dem 'Schwärz' und dem 'Hausl'. Heute sind alle vier verschwunden. Die Gründe wurden von den jeweiligen Schloßherren nach und nach erworben.

In Wimpasing standen ebenfalls vier Höfe: 'Der Kloiber', der 'Maxler' , der 'Sterz' und der 'Wimpasinger'. Die drei Letzteren betreiben heute noch Landwirtschaft. Der Sterz ist nach Weipertshausen umgesiedelt, der 'Maxler' und der 'Wimpasinger' sind noch am alten Platz. Der 'Kloiber' allerdings wurde aufgelöst. Er besaß um 1850 noch etwa 120 Tagwerk Grund (ca. 43 ha).

Nebenstehende Karte zeigt die Einteilung der Felder nach dem ersten Katasterplan von 1810. Die schwarz eingezeichneten Häuser stellen die Besiedelung etwa um 1865 dar. Deutlich sind die vier Hofgruppen zu unterscheiden. Aber auch die ersten Villen stehen bereits unten am See. Bezeichnenderweise war der erste Villenbesitzer ein Maler namens Poppel. Er hatte 1856 das heutige Dinkelacker-Holch-Haus errichtet. Die Zahlen in den Kreisen sind die alten Hausnummern, denen auch die Zahlen in den Feldern zuzuordnen sind. Die vielen kleinen Vierecke stellen die jetzige Besiedelung dar. Heute sind es etwa 240 Häuser. Die strichpunktierte Linie umgrenzt die Felder der vier Wimpasinger Bauern, wie sie um 1810 verteilt waren. So kann heute jeder Bewohner feststellen, ob er zum Beispiel zum Ried gehört oder ob er ein Wimpasinger ist. Allerdings rechnet man heute die Streifengrundstücke an der Münsinger Straße und die etwas isolierten Gründe im Nordwesten zu Ammerland.

59. Das zauberhafte, kleine Aquarell des Grafen Franz von Pocci, des berühmten Kasperlgrafen, zeigt eine sommerliche Heuernte auf den Uferhöhen hinter dem Schloß. Obwohl die schwarz/weiß Abbildung nur ungenügend den Reiz des Orginals wiedergeben kann, zeigt sie doch die Großzügigkeit der unverbauten Landschaft mit dem schönen Bliek über den See hinweg auf die Berge, wie er sich im vergangenen Jahrhundert darbot. Rechts vor dem Schloß ist das Dach der sogenannten Villa zu sehen, die ja eigentlich das alte Schloßgebäude ist. Die Häuser weiter links sind der 'FischermichI' und vermutlich ein Schuppen vom Schmauz. (Heißt heute meist Schmaunz.) Der Hügel dürfte der Kapellenberg sein und die Waldkulisse dahinter ist schon der Stauderwald zur Martinshöhe hinauf. (Franz v. Pocci, aquarellierte Bleistiftzeichnung auf weißem Papier, unsigniert und undatiert 35/13 ,5 cm. )

60. So soll der Kalkmeiler ausgesehen haben, der vom Wimpasinger Bauern am Ammerlander Ufer betrieben wurde. Der Meilerhügel ist heute noch zu sehen. Er steht mit einer Föhre bestanden da, wo der Bach zwischen Schreiner Wagner und dem Haus DinkelackerHolch in den See mündet. Der Maler Griehl hat eine Rekonstruktion versucht und in die Dinkelacker Chronik gezeichnet mit folgendem Gedicht: Wo heut bei Stotz (Stotz war der Schwiegervatervon Pau! Dinkelacker und hatdas Haüs 1875 erworben) der Föhrenhügel steht am Strande/vor 100 Jahr der Wimpasinger Kalk im Ofen brannte.IIrie Ufersteine, nur soweit sie kalkiger Natur.lim Einbaum man hierher einst fuhr. / Der Bauer brannte Kalk daraus,/der Fischer baute draus sein Haus. (A. Griehl- Lavierte Bleistiftzeichnung - signiert A. GriehI1930-30/20cm.)

61. Diese Zeichnung des Grafen Pocci ist nur bezeichnet ' Amerlnd 119 60', aberwelche Kapelle das ist, steht nicht dabei. Bei genauerer Betrachtung wird aber bald klar, daß es die SchloßkapeIle sein muß. Dies bestätigt auch eine Zeichnung von Adolf Steinheil aus dem Jahr 1872173. Auf den Weningstichen, die Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden sind, ziert noch eine Zwiebel das kleine Türrnchen. Aber nach 1800 scheint das Gut im Besitz des Herrn v. Lenggrießer stark heruntergekommen zu sein. Da wird auch der Dachreiter seine nette Zwiebel verloren haben und als Ersatz ein einfaches, billigeres Satteldacherl bekommen haben. Erst viel später ist dann der heutige, neubarocke Turm aufgesetzt worden. (Franz v. Pocci - SchloßkapeIle , leicht aquarellierte Bleistiftzeichnung. Bezeichnet links unten 'Amld 11960', rechts unten 'Amrind 1/9 60' - 30/23 cm.)

62. Das sind die Vorfahren vom Fischer Hirn in Ammerland, dem Schmauz. Der Künstler, der diese reizenden Erinnerungen gezeichnet hat, hieß Paul Barfus, wohl auch einer der Maler, denen es unsere schöne Landschaft angetan hatte. Das Bild der Frau ist 1878 entstanden und stellt die Urgroßmutter des jetzigen Hausherrn dar. Sie hieß Magdalena und war eine geborene Melf vom Mandier in Pischetsried. Sie hat die schöne Biberhaube der Fischertracht auf dem Kopf, und natürlich hatte sie das 'guate Gwand' für den Maler angelegt. Er ist ihr Sohn, also der Großvater des heutigen Hirn und wurde acht Jahre später konterfeit. Er trägt den Rindslederschurz, 'Fürhaut' genannt, wie ihn die Fischer zur Arbeit brauchten. (Paul Barfus, zwei Bleistiftzeichnungen auf Pappe, links: Josef Hirn, signiert und datiert 18. Juli 1886; rechts: Magdalena Hirn, signiert und datiert 21. Juli 1878 je 18123 cm.)

63. Im Jahre 1869 kam Adolf Steinheil, der Sohn des berühmten Physikers Kar! August Steinheil, mit seiner Familie nach Ammer!and zur Sommerfrische. Zwei Jahre später wurde er hier ansässig und begann alle Häuser des Ortes und der Umgebung zu zeichnen. Das Ergebnis war ein Album mit 40 reizenden, im besten Sinn des Wortes dilettantischen Zeichnungen, die für uns heute äußerst wertvoll sind. Das hier abgebildete Blatt ist bezeichnet: 'Homolatsch - v. Seutter 1871.' Homolatsch war der Spießgeselle der Adele Spitzeder , jener Hochstaplerin, die mit ihrer Dachauer Bank mit überhöhten Zinsen den Bauern das Geld aus der Tasche loekte. Als es zur unausweichlichen Pleite kam, erwarb der seinerzeit berühmte Maler Gabriel v. Max das Haus Homolatsch. Das rechts abgebildete Anwesen der Emilie v. Seutter ging 1879 in den Besitz des Geheimen Kommerzienrats Dr. Gustav v. Siegle über, des Urgroßvaters des heutigen Besitzers. Als 1884 der Münchner Architekt Emanuel v. Seidl das Haus umbaute und erweiterte, wurde ins Grundbuch eingetragen: 'Landhaus mit Badezimmer,' offenbar damals ein unglaublicher Luxus. (Adolf Steinheil- Bleistiftzeichnung auf Papier, bezeichnet: Homolatsch - v. Seutter 1871. 31122 cm, im Besitz der Familie Steinheil- Voit.)

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