Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2

Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Jürgen Pump
Gemeente
:   Poel, Die Insel
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5875-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2'

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49. Es war der Hamburger Professor Dietrich, der im Jahre 1910 die kleine flache Insel Langenwerder vor der Ortschaft Gol1witz zu wissenschaftlichen Zwecken entdeckte. Und er war es auch, dem es als Ornithologe gelang, die mecklenburgische Regierung für den Vogelschutz dort zu interessieren. Hierzu benötigte man aber einen Vogelwärter. Fischer Joehen Schwartz war es dann, der dieses Amt aufopferungsvoll als erster versah. Und er ist noch heute als der 'Meiwenkönig' (Möwenkönig) den älteren Einheimischen bekannt. Seine gefiederten Freunde hatten alle einen plattdeutschen Namen. So hießen zum Beispiel die Vögel 'Klimperdüker', 'Tülüht', 'Krushahn', 'Pielstart' oder 'Klashahn'. Hier auf diesem Foto Ende der zwanziger Jahre sehen wir nach Schwartz den zweiten Vogelwärter Gustav Gagzow in seinem typischen Aufzug mit Zigarre und seinem mit Möwendreck beschmutzten Strohhut. Ohne 'Rührei' zu machen, sammelte er wie sein Vorgänger Schwartz mit geübtem Schritt die Möweneier. Er starb im Jahre 1951.

50. Wir sehen hier auf diesem Foto den Vogelwärter Gustav Gagzow mit seiner Frau Berta im Jahre 1928 auf der Vogelschutzinsel Langenwerder. Es hat sich gelohnt, denn der Ziehwagen ist halb gefüllt mit Möweneiern. Übrigens nannte Gustav (Gusch) Gagzow seine Frau Berta 'Melkfiek', während alle anderen Dorfbewohner sie mit 'Berta-Stien' ansprachen. Man erzählte auch, daß sie sich in ihrem Bett gerne im Spiegel besah, der über dem Fußende hing. Nachdem man eine provisorische Hütte Iür die Tagesunterkunft des Wärters zur Verfügung gestellt hatte. stiftete die Zuckerfabrik Wismar später einen Bienenwagen als Wohnunterkunft, wie hier auf dem Bild erkermbar ist. Die Zuckerfabrik, vertreten durch Direktor Meyer. war aus dem Grund der Schädlingsbekämpfung sehr an dern Schutz der Möwen interessiert. Man verhinderte Engerlingsschäden beim Zuckerrübenanbau mit dem Erhalt der Möwenkolonie.

51. Beschwerlich war schon der Beruf des Landbriefträgers in alten Zeiten. Über aufgeweichte Landwege zu Fuß oder wie hier mit dem Fahrrad mußte Reinhard Gössel bei Wind und Wetter seinem Broterwerb nachgehen. Wir sehen ihn hier am Gol1witzer Teich im Jahre 1928. Zwar scheint an diesem Tag die Sonne, wie sein Schattenbild zeigt, doch der Weg in Richtung Kirchdorf lädt nicht gerade zu einem Wettrennen ein. Im Hintergrund erkennen wir den Hof des Landwirtes Beyer.

52. Vermutlich entstand diese Aufnahme vom Jahr 1928 im Saal des Gartenrestaurants Völter. Sie stellt die Mitglieder des Poeier Männergesangsvereins dar. Auf dem Schild wird uns mitgeteilt, daß es sich hier um die 'Nachfeier vom Stiftungsfest 1928 Liebe, Sang und Wein' handelt. Zu sehen sind auf diesem Foto folgende Personen: Lehrer Wilhelm Karberg, Hanna Wilcken, Anneliese Wileken. Herman Sievert mit Frau und den beiden Töchtern, Alma Schiller, Tochter des Schmiedes Johannes; Gerda und Fritz Kuhlmann, Anna und Hermann Trost, Lehrer Fritz Sigglow, Tankmar Mahncke mit Frau, Magdalene Mirow, Otto Metelmann mit Frau, August und Betty Rebien, Hanna Steinhagen, Rektor Paul Falck mit Frau, Gendarm Nehring, Lehrer Otto Mirow und Brieftrager Wilhelm Wiebke.

53. Nachdem die kleine Schule in der heutigen ThälmannstraBe gegenüber der Einmündung der Mittelstraße in Kirchdorf in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr den Ansprüchen gewachsen war, beschlossen die Gemeindevertreter im Jahre 1883 den Bau einer neuen Schule. Wie aus den Gemeindeprotokollen von 1883 zu entnehmen ist, benötigte man zwei Häuslerplätze für den Bau und einen Häuslerplatz für den Lehrergarten. Der Architekt Krunzwig entwarf hierfür den Plan. Als Baujahr können wir heute noch am Ostgiebel dieses Schulgebäudes die Jahreszahl1884 ablesen. Als erster unterrichtete vermutlich der Lehrer Hensan in dieser Schule. Es folgten Karberg und Schildt. Auf diesem Foto um 1930 etwa präsentiert sich hier die mit Wein bewachsene Südfront der heute noch als 'Schildt-Schule' bekarmten Einrichtung, Vor dem Haus stellten sich von links die beiden Söhne Karbergs, Jürgen und Hans-Ulrich, dem Fotografen.

54. Daß es auf der Insel Poel immer große und kräftige 'Kerle' gab, ist allgemein bekannt. Doch trauen wir unseren Augen nicht, als der gebürtige Poeier Emil Naucke mit seinem 467 Pfund Lebendgewicht, freundlich herübergrüßend, im Jahre 1898 auf einer Postkarte des Weges radelt. Wir sehen hier den dicksten Mann Deutschlands, der als gelernter Bäcker vor der Jahrhundertwende nur so mit den Mehlsäcken Fangball gespielt haben soll. Einer Zeitungsnotiz aus dem Jahre 1900 zufolge hat Emil Naucke als Neugeborener bereits 17 Pfund gewogen. Mit vierzehn Jahren präsentierte er dann seine Kraftkünste in einem Hamburger Zirkus auf dem Heiligengeistfeld. 212 Pfund stemmte er zum Erstaunen der Zuschauer mit einer Hand. Und ganz Deutschland summte vor der Jahrhundertwende das 'Naucke-Lied': 'Ich hab' den dicksten, ich hab' den dicksten Mann der Welt gesehen .. .'

55. Emil Naucke wurde im Jahre 1855 auf der Insel Poel geboren. Seine Mutter war eine geborene Hafften, sein Vater betrieb in der Grünen Straße 41 in Wismar eine Tabakwarenhandlung. Ihr Sohn Emil erreichte 1,70 Meter Körpergröße und soll bei seinem 467 Pfund Körpergewicht nicht einmal fettleibig gewesen sein. Sensationslüsterne Schreiberlinge ließen ihn später sogar 622 Pfund wiegen. Nach der Bäckerlehre schloß er sich schnell einer Artistengruppe an und trat als Ringer auf. Er kämpfte gegen die stärksten Männer und legte sie allesamt auf die Schultern. Seine Anhänger haben ihn während der Wettkämpfe immer mit den Worten angespornt: 'Naucke, hall di!' Nachdem er ein eigenes Variété in Hamburg betrieb, erfreute er ständig das Publikum als Kraftmensch mit einem 'Liliputaner ' zusammen. Mit humorvoller Fahrradakrobatik dieser gegensätzlichen Figuren sollen diese beiden dann wahre Lachsalven ausgelöst haben. Im Jahre 1900 starb Emil Naucke. Dieses Foto zeigt ihn etwa im vierzigsten Lebensjahr.

56. Es war schon nicht alltäglich, wenn man in den zwanziger Jahren hochherrschaftlich mit dem Automobil vorfuhr. Auf diesem Foto scheint jedenfalls ein betuchter Kunde des Kirchdorfer Schuhmachermeisters Johannes Winkelmann vorgefahren zu sein. Wir erkennen von rechts den Meister Johannes Winkelmann, seine Frau Marie, einen Vertreter (Reisender), den Sohn Richard und einen Lehrling. Der Sohn Richard führte später das Schuhrnachergeschäft weiter.

57. Automobilistenkonnte schon einmal der Kraftstoff ausgehen, wenn sie die Insel Poel bereisten. Kein Problem aber im Jahre 1930, denn Marie Wikken, Tochter des Schmiedes Ludwig Hafften, sorgte mit ihrer Kirchdorfer Shell-Tankstellc in der Vorstraße (heute Wismarsche Straße) für Nachschub. Im Hintergrund links erkennen wir den Schmiedemeister Ludwig Hafften vor seinem Wohnhaus. Daneben, in der Haustüröffnung stehend, die Töchter Else und Liesbeth Hafften.

58. Daß die Insel Poel in ihrer abgeschiedenen Lage ohne feste Verbindung zum Festland oft übel dran war, bewies die mangelnde ärztliche Hilfe zu Großvaters Zeiten. Erst das Schicksal eines Poeier Kindes, das an Diphterie starb, bewegte den PoeIer Heinrich Vieth dazu, sein Wohnhaus irn heutigen Möwenweg im Jahre 1898 als 'Vieth'sche Stiftung' Ärzten als Praxis und Wohnsitz zur Verfügung zu stellen. Einer der InselÄrzte war unter anderen der volksverbundene Dr. med. Rudolf Spiegelberg. der von 1918 bis 1941 die Insulaner aufopferungsvoll versorgte. Wie wir auf diesem Foto aus damaliger Zeit sehen können, legte der Doktor bei seiner Arbeit keinen gesteigerten Wert auf Äußerlichkeiten. Regenschirm, Krückstock, Hut und ein fast ausgedienter Mantel mit einem Strick als Gürtel gehörtcn zum täglichen Erscheinungsbild. Rudolf Spiegelberg starb irn Jahre 1952, im Alter von 61 Jahren.

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