Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2

Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Jürgen Pump
Gemeente
:   Poel, Die Insel
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5875-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Insel Poel in alten Ansichten Band 2'

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59. Die PoeIer Postangestellten stellten sich im Jahre 1925 dem Fotografen vor dem Postgebäude, das heute noch den gleichen Zwecken dient. Bereit, mit dem Karren die Post zum Kirchdorfer Hafen zu schaffen. Denn noch gab es den Kraftomnibus nicht, und der Dampfer 'Insel Poel' besorgte in bewährter Weise den Weitertransport. Es sind auf dieser Abbildung von rechts: Reinhard Gössel, Erika Nicolai, Wilhelm Wiebke, Elisabeth Schröder (sie führte nach dem Tod ihres Bruders Johannes die Poststelle weiter), August Wilken, Johannes Nehls und Albert Steinhagen. Ab 1929 brauchten die Postleute dann nicht mehr zum Hafen mit ihrer Last. Man brachte die Post nun zur Pension Frieda und Ernst Lange am Markt. Dort war die Haltestelle der Kraftpost, an der alles vom Fahrer des Busses übergeben und übernommen wurde.

60. Der Fahrer dieses stolzen Kraftomnibusses der Marke Kormik wartet auf seine Fahrgäste im Jahre 1929. Es ist Heinrich Voss, der außer dem Personenverkehr auch die Post nach Poel zu befördern halte. Hier ist es der Stellplatz in Wismar. Die Fahrzeit von der Insel Poel und zurück verkürzte sich erheblich, so daß manch' PoeIer lieber auf dem Landwegzum Festland reiste. Neben Zeitungen, Briefen und Paketen wurden natürlich auch sperrige Güter transportiert. Bis zu 3,5 Zentner (175 kg) Dachlast konnte geladen werden. Für normale Gepäckstücke mußte der Reisende 25 Pfennig bezahlen. Ein Kinderwagen allerdings kostete bereits eine Reichsmark. Ungewöhnlich ist das seitlich angebrachte Kennzeichen am hinteren Teil des Fahrzeuges. Dieser Omnibus trug die Nummer RP 3857. An der Frontscheibe links erkennen wir eine Zwei-Klang-Ballonhupe. Der helle Fleck hinter der Leiter neben Heinrich Voss ist der Einwurfschlitz für Postsachen.

61. An die Versorgung der Poeier Außendörfer dachte man schon zu Beginn unseres Jahrhunderts. Denn auf Schusters Rappen über die schlechten Poeier Wege zum Hauptort Kirchdorf zu gelangen, das machte das Einkaufen nicht gerade zum Vergnügen. So sorgten also notgedrungen die Bäcker für das 'täglich' Brot, indem sie ihre frischen Backwaren mit Pferd und Wagen zum Kunden kutschierten. Hier sehen wir auf diesem Foto aus dem Jahre 1930 den Bäcker Heinrich Groth im Alter von 28 Jahren in der Scheeper- Drift auf dem Weg von Kaltenhof nach Vorwerk. Noch heute sprechen ihn die Einheimischen liebevoll mit 'Heiner-Bäcker' an. Heinrich Groth betrieb gemeinsam mit seinem Bruder Walter die Bäckerei und Konditorei am Markt in Kirchdorf, die zuvor Bäcker Wileken geführt hatte. Nachdem Walter später eine Wasserrnühle in dem DorfRütung bei Grevesmühlen betrieb, übernahmdann Heinrich die Bäckerei von Beyer in der Kickelbergstraße.

62. Sicher zur Freude aller Poeler Kinder machte die Firma 'Kornfranck', die auch auf der Insel Poel ihren Malzkaffee vertrieb, Fotos von den kleinen Kunden. Diesen Werbegag hatte man sich ausgedacht, um Käufer anzulocken. Die Kinder wurden in der Gruppe mit einer 'Kornfranck- Tüte' in der Hand fotografiert. Sie erhielten dann später als Aufmerksamkeit ein Bild geschenkt. Die Idee zeigte Wirkung, denn das Fotografieren war zu diesen Zeiten keine alltägliche Angelegenheit. Dieses Foto aus dem Jahre 1929 entstand vor der Bäckerei Wileken in Kirchdorf, am Marktplatz. Die Reichspost weist auf einem Schild oberhalb des Briefkastens links im Bild daraufhin, Anschrift und Marke nicht zu vergessen.

63. Die Nase kaufte im Jahre 1930 mit bei Helene und Johann Cords. Aber nicht nur die Wohlgerüche von echtem Bohnenkaffee, Pralinen, Lübecker Marzipan und Apfelsinen loekten die Poeler Einwohner in die heutige Wismarsche Straße 26 in Kirchdorf. Auch die freundliche Bedienung bewegte so manchen Insulaner, sich in dieser Filiale von Thams und Garfs das Nötigste für den täglichen Bedarf zu besorgen. 'Lene Tann' und 'Unkel Jehann' boten auch Waren für den etwas diekeren Geldbeutel. Doch auch Kinder waren dort häufig Gast, die bereits für einen Pfennig einen Sahnebonbon erhielten. Beliebt und erschwinglich war bei jedermann das 'Adeborbrot' , eine getrocknete Südfrucht des Affenbrotbaumes. Im Laden warb die Tabakfirma Brinkmann für guten Umsatz. Mit folgendem Spruch animierte man die Raucher: 'Hab Sonne im Herzen,! die Pfeife im Mund.! Rauch reinen Tabak,! dann bleibst du gesund.'

64. Diese Konsumverkaufsstelle in der heutigen MitteIstraße existierte seit dem Jahre 1920. Der ehemalige Seemann Friedrich Baurnann, der mit Großseglern und Dampfschiffen sogar das berüchtigte Kap Hoorn umrundete, führte dieses Geschäft bis 1945. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er dann von 1945 bis 1949 Bürgermeister der Gemeinde Insel Poel. Erwähnenswert ist, daß in Baumanns Amtszeit das Straßenpflaster in der heutigen Thälmannstraße, der Kickelbergstraße und der MitteIstraße gelegt wurde. Eine kleine Kuriosität soll nicht unerwähnt bleiben. Das Schild an der Vorderfront des Ladens wies einen Schreibfehler auf. Das Wort 'Warenverteilungs(s)telle' hatte der Schildermaler versehentlich mit nur einem 's' geschrieben. Auf dem Foto von 1928 sehen wir von links Hilde Völter, eine Tochter des Gastwirtes Hans Völter; Anneliese Baumann, Tochter von Friedrich; Friedrich Baumann mit Hund Pollo zwischen den Beinen; Erna Gössel, Frau des Briefträgers Reinhard Gössel, und Anna Baumann. Frau von Friedrich.

65. Bei näherer Betrachtung dieses Bildes erkennen wir rechts neben der Haustür das Firmenschild des Wismarer Schlachters Ernst Levetzow, der diese kleine Zweigstelle in der heutigen Kirchdorfer Kickelbergstraße betrieb. Es war die Büdnerei 25, in der Wilhelm und Marie Baumann lebten. Während Wilhelm Baumann die Erfrischungshalle am Kirchdorfer Hafen führte, sorgte Marie mit dem Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren für das leibliche Wohl der Insulaner. Wurstwaren waren ständig zu bekommen. Fleisch allerdings mußte bestellt werden, das dann mit dem Poeier Dampfer den Seeweg zur Insel antrat. Um Verwechslungen zu vermeiden, hatte man jedes Päckchen mit einem Namen versehen. Auf diesem Foto aus dem Jahre 1925 erkennen wir von links: Ilse Nausch, Marie Baumann, hinten Hans Bünger, Magarete Baumann und Willi Baumann. Die beiden Kinder sind von links Elfriede Baumann und Wilhelm Baumann.

66. Diese Darstellung aus dem Jahre 1915 zeigt den Kaufmann Heinrich Stange in der damaligen Vorstraße (heute Wismarsche Straße) vor seinem Laden. Neben Stange sehen wir auf diesem Foto seine Frau Berta geborene Kalsow und ein Dienstmädchen. Nachdem Heinrich Stange sich zur Ruhe gesetzt hatte, bewirtschaftete ein Heinrich Gagzow dieses Geschäft bis Mitte der dreißiger Jahre weiter. Später betrieb dann kurzzeitig ein Hermann sein kleines Frisörgeschäft in dem stillgelegten Kaufladen, bis dann Hanna Burrneister (Eis-Hanna genannt) im Jahre 1941 in dieses Haus zog. Sie führte dort von 1949 bis 1989 ein Eisgeschäft. Die Vorderfront dieses Hauses wurde im Jahre 1951 von dem Stover Baumeister Scharf erneuert. Neben der deutlichen Maggi-Werbung und einigen Auslagen im rechten Fenster erkennen wir, allerdings nur mit der Lupe, im mittleren Fenster unten die Werbung 'Kathreiners Malzkaffee' und darüber das Angebot 'Verkauf von Badekarten'. Über der Haustür ist halbverdeckt der Namenszug Heinrich Stange zu sehen.

67. Dieses Gebäude existiert heute nicht mehr, nachdem es den Flammen in den dreißiger Jahren zum Opfer fiel. Es stand auf dem heutigen 'Scheibelschen' Grundstück, das zur damaligen Zeit Hans Wikken als Büdner bewohnte. Wikken betrieb neben der Landwirtschaft auch ein kleines Fuhrgeschäft. Allgemein sprach man nur vom 'Kauhbuern'. Ob er von seinem Spitznamen wußte, ist nicht verbürgt. Eine typische Redewendung aber ist heute noch in aller Munde bei den Alteingesessenen. Wo er ging und stand, immer hörte man die Worte: 'Los, los! Man tau, man tau! Wat kosten mi dei Pierd!' Auf diesem Foto aus dem Jahre 1929 sehen wir vor seiner Büdnerei von links Hans Wikken, seine Töchter Hanna und Meta sowie seine Frau Meta geborene Stange. Die dritte Tochter Anneliese ist nicht auf dem Bild.

68. Am Bau der beiden Kurhäuser am Schwarzen Busch hatte der Büdner und Fuhrunternehmer Hans Wileken großen Anteil. Er schaffte zu Beginn unseres Jahrhunderts für den Bauherren Fanter und später auch für das zweite Kurhaus, rechts im Bild, den nötigen Kies zur Baustelle. Doch auch Sommerfrischler kutschierte er zum Strand. Hier auf diesem Foto Ende der zwanziger Jahre ist Hans Wileken gerade mit Gästen vor den beiden Knrhäusern eingetroffen. Hinter Wileken sehen wir seine Frau Meta mit pompösem Hut, einer Leidenschaft von ihr.

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