Die Insel Poel in alten Ansichten Band 3

Die Insel Poel in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Jürgen Pump
Gemeente
:   Poel, Die Insel
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6194-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Insel Poel in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Das kleine Paradies, die Insel Poel

'Dei kamen ut Dütschland', sagten die Alten früher auf der Insel Poel an der Küste Mecklenburgs, in der Wismarbucht. Dieser Ausspruch stammt aus der Zeit, da Poel noch schwedisch war und Besuch vom Festland übersetzte. War an Sonntagen der Dampfer voll besetzt, so schleppte er oft auch Schuten hinter sich her, um all die fröhlichen Menschen zum 'kleinen Paradies' zu befördern. Und man betrachtete jeden Fremden als willkommenen Gast. Auch wenn die jungen Männer den Inselschönen verliebte Blicke zuwarfen. Dann gab es eben eine Tracht Prügel und erledigt war die Angelegenheit. Aber auch untereinander beglich man Rechnungen, wenn einmal im jahr sich alles im Hauptort in Kirchdorfim September zum 'Poelet Markt' traf Dann war was los, da wackelte wahrhaftig die Wand. Schon auf dem Wege dorthin herrschte gehobene Stimmung. Und am Hafen und in der Vorstraße dudelten Drehorgeln, Buden standen überall herum und der billige Jakob verkaufte sogar Unmengen 'echte' Brüsseler Spitzen zum Spottpreis. Die Poeler wollten ihn darum oft verprügeln, doch riefen sie in den meisten Fällen: 'Lat em läben!' Es gab ja auch genügend andere Rechnungen zu begleichen, die man sich eigens für diesen Tag aufbewahrt hatte.

Es ließe sich noch sehr viel über das Inselleben, seinem Völkchen, über Sagen und Märchen und unzählige Anekdoten er-

zählen. Seine lange Geschichte aber ist von einem evvigen Auf und Ab gekennzeichnet, und doch ist Poel ein Juwel an Mecklenburgs Küste.

Kein Wunder also, wenn mit plattdeutschen Worten das Gefühl zur Insel so ausgedrückt wird:

'Mien Seel hängt an di, du stilles Land. Du bewahrst mi Rauh WI Fräden. Mien einzigst Glück an dei Waterkant. Dien Nam' is m'r Hart mi schrdbea'

Neugier

Wen wunderts, wenn die Neugier auf dieses schöne Fleckchen Erde in der Wismarbucht in uns geweckt ist.

Es soll uns aber nicht in erster Unie das Angebot von Witwe Rüter zum Ende des 19. [ahrhunderts interessieren, die neben Räucherfisch auch den 'Pöler Kopfkohl' am Hafen in Wismar feilbot. Noch soll uns die Aussage eines Zeitgenossen aus früherer Zeit von unserer geplanten Poelreise abhalten, der von den Poelern folgendes zu berichten weiß: 'Bisher habe er, wenn er auf Pöl gewesen sei, bei den Bauern einliegen müssen; da schreien die Kühe, da blöken die Schafe, da quieken die Schweine, da schreie alles zusammen und lärme durcheinander, daß Niemand hören kónne: auch müsse der Strohdächer wegen immer

Feuersgefahr befürchtet werden'.

Eine nicht gerade verlockende offerte für die Insel.

Da lassen wir uns doch eher den naiven Kartengruß eines Gastes gefallen, der im Überschwang seiner Urlaubsfreude an die Seinigen zu Hause schrieb:

'Ihr lieben Hinterbliebenen!

Schade, daß Ihr nicht bei mir sein könnt auf der Insel Poel. Ich wette, daß Euch die Landschaft hier auch gefallen würde. Besonders nett sind die Ureinwohner hier, die man auch "Mecklenburger" nennt!'

Ein herzliches Dankeschön allen Poelern, die mir bei meinen Nachforschungen hilfreich zur Seite standen. Dank auch Herrn Reinhold Fraederich und den Eheleuten Christa und Joachim Saegebarth. Besonderen Dank gilt Herrn Iörgen Weihs, der mit den sehr wertvollen Dokumenten Nr. 40, 41 und 42 zum Gelingen dieses Bandes beitrug.

Literaturhinweis:

Die Insel Poel und ihr Heimatmuseum von 1 987 Bäderprospekt der Insel Poel von 1954/5 5

'Das Poeler Inselblatt'

'Beitrage zur Poeler Familienkunde' von GustavWillgeroth

Sicher mit Erleichterung entdeckten die Reisenden im jahre 1931 diesen Fahrplan am Bahnhof in Wismar, der ihnen eine problemlose Fahrt zur Insel Poel ermöglichte. Den Leuten mit allzu nervösem Magen, denen allein der Gedanke an eine stürmische Überfahrt mit Seckrankheit die Schweißperlen auf die Stirn trieben, war dies eine glückliche Alternative.

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2 Während andere Reisende, am Wismarer Bahnhof angekommen, lieber den sicheren Landweg mit einem Bus der Marke Büssing von der Reichspost wählen, reizt uns der Seeweg hinüber zum PoeIer Eiland doch mehr. Die Möglichkeit, motorisiert nach Poel zu gelangen, bestand erst seit dem Jahre 192 9, nachdem die maroden Poeler Holzbrücken ein [ahr zuvor abgerissen wurden und der Poeler Damm erneuert war. Die Post beförderte ab diesem Zeitpunkt nicht nur die Postsendungen, sondern auch Fahrgäste. Auf diesem Foto Mitte der dreißiger [ahre besteigen Fahrgäste den Bus, die aber nicht nur nach Poel mit diesem Fahrzeug gelangen

konnten. Auch sogenannte Stichfahrten zur Poststelle Blowatz wurden durchgeführt. Zum Leidwesen der Blowatzer, wenn wieder mal der Bus überfüllt war. Die Blowatzer äußerten dann

schon mal ihren Unmut lautstark mit den Worten: 'Wat hebben dei Peuler in' Bus tau säuken? Dei sallen tauseihn, dat sei mit ehr'n Damper nah Hus kamen!'

3 UnserWeg führt uns durch das Wassertor zum Wismarer Hafen, und wir sind beeindruckt von diesem gotischen Bauwerk, daß im [ahre 1450 erbaut wurde. Der dem Hafen zugekehrte Giebel erhielt seine heutige Gestalt um 1600. Den alten Namen Hellepforte erwähnt noch das Wismarer Stadtbuch von 1680. Die an der Südseite des Spiegelbergs zwischen Grützmacherstraße und Lohberg gelegenen Häuser werden in diesem Buch mit 'für der Helleport oder Hillepfort' bezeichnet. Einen Seiteneingang besitzt dieses Tor nicht mehr. Die Pforte, die zum Einlassen der Fußgänger diente, befand sich in dem einen der beiden Torflügel. Unser Blick geht

zurück durch den Spitzbogen auf die Straße 'Spiegelberg' . Die erste Seitenstraße rechts hinter dem Tor ist der Lohberg, die zweite die Grützmacherstraße. Im Hintergrund schaut man auf die Segelmacherei Richard Weinrebe, Spiegelberg 55. Dieses Foto entstand um das [ahr 1930 herum.

4 Wir haben uns für unsere Seereise bereits vorbereitet. Eine Veröffentlichung aus dem 'MecklenburgerTagesblatt' vom 12, August 1 932 hat uns neugierig gemacht. Wir müssen nur entscheiden, welche Dampferverbindung wir zur Überfahrt nach Poel wählen. Nehmen wir den Dampfer 'Insel Poel' oder den Dampfer 'Seeadler I'? Beide werden von der Poeler Reederei Peter & Paul Steinhagen betrieben.

Doch Kapitän Peter Steinhagens einladendes Lächeln macht die Wahlleicht. Wir treten die Überfahrt mit der 'Insel Poel' an.

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5 Ob nun Znfall oder auch nicht, mit fröhlichen Blasmusikklängen werden wir im Wismarer Hafen auf die Reise zur Insel Poel geschickt. Und wir reisen nicht allein. Gendarm Arno Friemann und der Niendorfer Wind-Müller Ernst Metelmann gehen mit aufSeetour. Im Hintergrund rechts erkennen wir ein Pferdefuhrwerk mit Briketts, die möglicherweise auch für den Betrieb des PoeIer Dampfers und als Heizmaterial auf Poel gedacht waren.

6 Doch etwas Geduld wird uns noch abverlangt, bevor wir in See stechen. Denn Kapitän Peter Steinhagen ist noch mit dem Verstauen der Fracht beschäftigt. Wenn auch in erster Linie mit den Dampfschiffen Personen befördert wurden, so vernachlässigte man beim Baderverkehr Poel- Wismar und retour nicht den Frachttransport. Von den Insulanern beauftragt, schaffte dann Kapitän Peter Steinhagen die in Wismar gekauften Dinge für den täglichen Bedarf im Auftrag der Poeler zur Insel herüber.

So erhielt Steinhagen für das [ahr 1914 vom Schuhmachermeister Johannes Winkelmann mehrmals den Auftrag, Materialien für sein Handwerk zu transpertieren. Und auch sperrige Güter fehlten auf diesem Frachtbrief nicht. So sehen wir unter anderen auf dieser Rechnung vom 1.

[anuar 191 5 neben Leder, daß auch eine Bettstelle den Seeweg nach Poel angetreten hatte. Aber auch eine Kanne Öl sowie 25 Zentner Briketts schaukelten zur Insel. Helene Steinhagen, die Gattin des Kapitäns, bestätigte den Erhalt des Betrages von 15,63 RM am 25. Februar 1915.

7 'Mit Volldampf voraus.' Zwar kein sehr gutes Foto, doch ein gelungener Schnappschuß allemal. Der Schornstein der 'Insel Poel' beweist, daß Maschinist Hückstädt nicht mit Kohlen spart. Und Steuermann Willi Baumann hat den Kurs Insel Poel fest entschlossen vor Augen. Und wieder tritt Ende der zwanziger [ahre eine Ladung Landratten eine Fahrt nach 'Übersee' an.

8 Wir passieren das altehrwürdige Baumhaus im Wismarer Alten Hafen. Es wird als 'hauß auffm Bohrri' erstmals im Iahre 1628 erwähnt. Und zwar wurde damals von ihm gesagt, ' ... es sei hinderlich gewesen, als ein draußen liegendes feindliches Schiff vom Großen Wasserthor aus beschossen werden sollte'. Und ein 'Bohmschlüter' (Baumschließer) begegnet uns dann später in der 'Acciseordnung' von 1584. 'Das jetzige Baumhaus', so heißt es in einer Schrift um die [ahrhundertwende, 'starnmt aus der zweiten Hälfte des 18. [ahrhunderts. Das Haus trägt seinen Namen nach dem Baum, der den Seeleuten die Hafeneinfahrt zum Alten Hafen des

Nachts versperrte.' DerVerfasser dieser Schrift betont weiter hierzu: 'Wann der Baum, den wir uns in derselben Weise zu denken haben, wie die Schlagbäume an den Landstraßen, abgeschafft ist, kann

ich nicht sagen. Als Dr. Thomas Nugent 1766 Wismar besuchte, wurde er noch Nachts geschlossen.' Eine Aufnahme, die der damalige Fotograf etwa Ende der zwanziger jahre gemacht haben mag.

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