Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten

Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten

Auteur
:   Wulf Krentzien
Gemeente
:   Sassnitz-Trelleborg, Die Linie
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6383-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Einleitung

Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 kamen Vorpommern und die Insel Rügen unter die Hoheit des Königreichs Schweden. Um die neuen Gebiete besser verwalten zu können, beschloß im Jahre 1662 eine schwedisch königliche Kommission Postyachten von Ystad zu den schwedischen Gebieten an der deutschen Ostseeküste einzusetzen. Im Sommer des Jahres 1664 begann mit der Postyacht Lilla Jägaren der Seepostdienst zwischen Y stad und Stralsund. Hiermit entstand der bis heute traditionelle Liniendienst zwischen Häfen Vorpommerns/Rügens und Schweden als Vorläufer der heutigen Linie Sassnitz- TreIleborg.

Nach 1679 wurde die Poststation auf der Halbinsel Bug eingerichtet und so auch die Insel Rügen erstmals in den schwedischen Postverkehr mit einbezogen.

Als im Jahre 1815 Neu Vorpommern und Rügen zu Preußen kamen, beschlossen die Regierungen Schwedens und Preußens den Postschiffsverkehr zwischen beiden Ländern auch weiterhin aufrechtzuerhalten. Mit dem Einsatz des schwedischen Postdampfers Constitutionen auf der Postschiffslinie Stralsund-Ystad begann auf der Ostsee das Zeitalter der Dampfschiffahrt. Wegen der oft schwierigen Zufahrt zum Stralsunder Hafen, beschlossen beide Postverwaltungen ab 1827 bis auf weiteres den Postdampferverkehr von Ystad zum Hafen Wieck bei Greifswald zu leiten. Nachdem Stralsund 1864 Eisenbahnanschlußbekommen hatte, wurde die Postdampferlinie Stralsund-Malmö in Betrieb genommen. Die schwedische StadtTrelleborg hatte nach mehreren hundertjahren Streit mit dem mächtigen Malmö im Iahre 1861 sein Stadtrecht zurückgewonnen. Noch im gleichenjahr wurde hier eine Hafenaktiengesellschaft gegründet. TreIleborg erhielt 1875 Anschluß an das schwedische Eisenbahnnetz. 1889 begann vor Sassnitz der Bau eines Fischerei- und Schutzhafens. Sassnitz erhielt im Jahre 1891 Eisen-

bahnanschluß. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, den Verkehr zwischen Schweden und Deutschland auf dem kürzesten Weg über die Ostsee zwischen den Häfen Sassnitz undTrelleborg zu bedenken. Erste Pläne zur Schaffung einer Postdampferlinie Sassnitz- TreIleborg wurden durch eine Testfahrt des Raddampfers Freya am 3. Juni 1891 unterstützt.

Die Inbetriebnahme der neuen Linie verzögerte sich, weil die Eisenbahnstrecke der Malmö- Trelleborg-Järnväg über Vellinge nicht internationalen Anforderungen entsprach. Erst durch den Bau der Malmö-Kontinentens Järnväg war der Weg frei für den internationalen Verkehr ab TreIleborg. Am 1. Mai 1897 eröffneten der preußische Eisenbahnminister von Thielen und der schwedische Innenminister Krusenstjerna die Postdampferlinie Sassnitz- TreIleborg feierlich. Betreiber der Linie sind die Reedereien Bräunlich, Stettin und Sverige Kontinenten, Stockholm. Schon 1899 gab es in Schweden Vorstellungen zur Schaffung einer Eisenbahnfährverbindung Sassnitz- Trelleborg. Am 7. Mai 1908 erschien der Staatsvertrag zwischen Schweden und Deutschland über die Schaffung einer Eisenbahnfährverbindung Sassnitz- Trelleborg im Gesetzblatt.

Im Beisein des schwedischen Königs und des deutschen Kaisers wurde die Eisenbahnfährverbindung am 6. Juli 1909 eröffnet. Die Konstruktion von Fähren und Fähranlagen setzte Maßstäbe im internationalen Fährverkehr. Im Ersten Weltkrieg diente die Linie Sassnitz- Trelleborg zum Austausch von schwerstverwundeten Kriegsgefangenen der kriegsführenden Staaten.

Am 12. Dezember 1933 begann der elektrische Zugbetrieb zwischen Trelleborg und Malmö. Die Eröffnung des Rügendamms am 6. Oktober 1936 sorgte für eine weitere Verbesserung des Verkehrsweges nach Schweden über Sassnitz- Trelleborg. Die Durchlaßfähigkeit der Eisenbahn-

brücke von zirka 145 Zügen pro Tag bietet bis heute noch Reserven für den Eisenbahntransitverkehr.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Fährverkehr mit Einschränkungen bis zum November 1944 weitergeführt. Wegen großer Kriegsschäden an den Rügendammbrücken, konnte der Fährverkehr erst im Jahre 1947 mit schwedischen Fährschiffen wieder aufgenommn werden.

Am 27. April 1958 nahm das neue schwedische Fährschiff TreIleborg seinen Dienst auf Wieder setzte die Linie Sassnitz- Trelleborg Maßstäbe für den Fährverkehr. Die Irelleborq gehörte zu den ersten Fährschiffen mit einem separaten Autodeck und besaß neuartige Stabilisatoren. Mit diesem Schiffbegann das Zeitalter der Großfähren im Ostseeraum! Der heutige König Karl Gustav von Schweden besuchte als Kind die Trelleborg auf der Bauwerft.

Zum 5 o. Jahrestag der Eröffnung der Eisenbahnfährverbindung SassnitzTrelleborg nahm die Deutsche Reichsbahn das Eisenbahnfährschiff Sassnitz in Betrieb. In den Jahren bis 1989 blieb der Personenverkehr auf der Linie, bedingt durch die Reisebeschränkungen für DDR-Bürger und unangenehme Kontrollen für Ausländer, in kleinem Rahmen. Der Güterverkehr erreichte trotz wachsender Konkurrenz bald den Vorkriegsstand. Um diese Anforderungen zu erfüllen, beschafften die Bahnverwaltungen SJ und DR immer größere und leistungsfähigere Fährschiffe. Im Iahre 1989 wurden fast 5 000 000 t über den kürzesten Weg nach Schweden in Güterwagen und LKW befördert.

Im November 1989 durften erstmals auch die Bewohner der DDR problemlos nach Schweden reisen. Eine Fahrt mit der Fähre gehört seitdem zu den beliebten Touristenattraktionen der Insel Rügen.

Die Deutsche Fährgesellschaft Ostsee (DFO) wird 1994 als Betreiber der deutschen Fährschiffe gegründet. Die Gesellschaft betreibt heute

die Linien Putgarden-Rödby, Rostock-Gedser, Sassnitz- Trelleborg und Sassnitz-Rönne. Die schwedischen Schiffe werden bis Ende 1996 von Svey Ferry bereedert.

Nach hundert Jahren Linienverkehr vom Sassnitzer Stadthafen nach Trelleborg ist es vorgesehen, daß ab 8. Ianuar 1998 die Abfahrten in den neuen Fährhafen Sassnitz Mukran verlagert werden. Durch diese Verlagerung auf deutscher Seite wird der Sassnitzer Stadthafen in den kommenden Jahren ein anderes Gesicht bekommen. Im Schatten der entstehenden Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö wird sich auch der Hafen von Trelleborg verändern, um sich der kommenden Konkurrenz stellen zu können. Dadurch werden bald nicht nur Ereignisse zur Geschichte. Auch heute noch vorhandene, oft lange genutzte Anlagen, Schiffe und Gebäude werden bald nur noch aufBildern, in Filmen und Videos zu sehen sein.

Dieses Buch soll an die Entwicklung der Fährhäfen Sassnitz und Trelleborg innerhalb von hundert Jahren erinnern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Zeit vor 1959. Es war nicht möglich, alle Schiffe und die Anlagen in ihrem sich oft verändernden Zustand in der 100jährigen Geschichte der Linie, darzustellen.

1 Die Postdampferlinie Stralsund - Malmö als Vorläufer der Sassnitz- Trelleborg- Linie.

Mit dem Einsatz des schwedischen Postdampfers Constitutionen auf der Postschiffslinie StralsundYstad begann am 1. Mai 1824 auf der Ostsee das Zeitalter der Dampfschiffahrt.Ab 1825 nahm der PreußischeAdler seinen Dienst auf Mit nunmehr zwei Schiffen konnte der Postdampfschiffsverkehr kontinuierlich durchgeführt werden. Der schwedische Raddampfer aus Holz hatte eine Länge von 90 Fuß und war mit einer 55 PS starken Maschine ausgerüstet. Das preußische Schiffbesaß eine Maschinenleistung von knapp 50 PS. Durch den Einsatz dieser Schiffe konnte der Brieflauf von Stralsund nach Y stad von acht Tagen aufvierundzwanzig Stunden gesenkt werden. Die Vorteile der neuen Technik waren deutlich zu erkennen. Das Bild zeigt ein Modell des Postdampfers Constitutionen, das dem Postmuseum, Stockholm, gehört.

2 Die schwierige Zufahrt zum Stralsunder Hafen wegen Versandung und Niedrigwasser führte dazu, daß beide Postschiffe oft nicht auslaufen konnten oder mehrfach aufGrund liefen, obwohl sie schon einen sehr flachen Kiel hatten. Deshalb suchte das Generalpostamt in Berlin nach einen anderen preußischen Abfahrtshafen. Trotz heftiger Proteste aus Stralsund, entschlossen sich beide Postverwaltungen, ab 1827 bis auf weiteres den Postdampferverkehr von Ystad zum Hafen Wieck bei Greifswald zu leiten. Nachdem Stralsund 1864 Eisenbahnanschluß bekommen hatte und die Zufahrt zum Hafen verbessert war, wurde die Postdampferlinie Stralsund-Malmö in Betrieb genommen und ab

6 trnlf unb -'lnltnij-io~tll~ßgt.

lilie ".rt~.""f.<fIilf' "

"Oscar" ?? ~ "StIR Sturl

I.' ??????? 1. IIIId bit 31. IIII.~ cc.:

???? l ?? lr ?? ~: !tiiAlidI bei !t.R'II ?? h."' . ??? 1III.1m6: !tii.qll<fl 8 U~. 50 Mln. "braU.

Heinrich Israel, Oarl Siebe,

.??.??.?. "...... 4,,, ?? n ?? 'II.

1. Mai 1865 täglich in beiden Richtungen befahren. Die Betriebszeit ging von Mai bis zum Spätherbst. Da die Rentabilität der Postdampferlinie den Postverwaltungen Sorgen bereitete, wurde ein Vertrag mit dem Stralsunder Reeder Israël zur Betrei -

bung der Postschiffslinie mit dem Dampfer Oskar abgeschlossen. 1883 übernahm die Reederei auch den Dampfer Sten Sture. Die Annonce stammt aus der Stralsunder Zeitung um 1870. Der hier genannte Postdampfer Oskar kam im Herbst 1897 auch

noch auf der Sassnitz- TreIleborg Linie zum Einsatz, als umfangreiche Preiselbeertransporte in Richtung Deutschland zusätzliche Fahrten erforderlich machten. Das Bild zeigt den Postdampfer Sten Sture im Stralsunder Hafen.

3 Salonschnelldampfer Freya.

Am3.Juni 1891 fuhrderRaddampfer Freya versuchsweise von Sassnitz nach Trelleborg. Die mitreisenden schwedischen und deutschen Verkehrsexperten waren sehr überrascht, daß das Schiff trotz unruhiger See in etwas mehr als vier Stunden den Zielhafen Trelleborg erreichte. Knapp einen Monat später traf auf dem BahnhofSassnitz der erste Zug ein. Die Idee, die Expresslinie Berlin -Stockholm über Sassnitz und Trelleborg zu schaffen, konnte in die Tat umgesetzt werden. Den Raddampfer Freya hatte die Reederei Bräunlich, Stettin, 1890 aus Hamburg erworben. Er war bis 1929 fast vierzig Jahre in rügenschen Gewässern eingesetzt.

Selonschnelldarnpfer "freia".

4 Schwedischer Besuch in Sassnitz,1893.

FünfJahre bevor die SassnitzLinie eröffnet werden konnte, besuchte erstmalig eine große Gruppe TreIleborger die Orte Sassnitz und Crampas, um persönliche Kontakte zu knüpfen und um sich mit den örtlichen Bedingungen für die künftige Verkehrsverbindung vertraut zu machen. Die TreIleborger charterten zu dieser Fahrt den Dampfer ]yden, der außerhalb des Hafens ankerte.

5 Der Trelleborger Hafen im jahre 1895.

Von dem Schornstein der Zuckerfabrik aus hatte man eine gute Sicht auf den gesamten Hafen. Eingeschlossen von der Ost- und Westmale war ein geschütztes Hafenbecken entstanden, in das in der Mitte eine lange Pier ragte, die heute von der TT-UNE genutzt wird. Die Sassnitz-Linie wird sich ab 1897 im östlichen Teil des

Hafenbeckens ansiedeln. Im Frachtverkehr dominierten noch die Segelschiffe. Das Dampfschiff an der Mittelpier gehört wahrscheinlich der Svea-AB, die Liniendienst an der schwedischen Ostküste betrieb. Interessant auf diesem Bild ist auch die Darstellung der Altstadt von TreIleborg. Die hauptsächlich einstöckigen Häusern werden erst nach der Jahrhundertwende verschwinden. Die Stadt versuchte dann in kurzer

Zeit ein städtisches, dem internationalen Verkehr angemessenes, Aussehen zu bekommen.

6 Der Raddampfer Kronprinz Friedrich Wîlhelm im Sassnitzer Hafen.

Der Raddampfer Kronprim Friedrich Wilhelm der Bräunlich Reederei, Stettin, befuhr seit 1878 die Saisonlinie Stettin -Sassnitz Reede. An den Wochenenden im Juli und August waren Fahrten von

Sassnitz nach Rönne auf der dänischen Insel Bornhalm vorgesehen. Der Bornholmdienst ist daher die älteste ab Sassnitz bis heute betriebene SchiffahrtIinie. Als der Sassnitzer Hafen 189 1 betriebsbereit war, gehörte der Kronprinz Friedrich Wilhelm zu den ersten Schiffen, die hier regelmäßig anlegten.

Die Mole bestand damals noch aus lose gestapelten GranitfindIingen, die von pfahlreihen gesichert waren. Begehbar war sie durch einen provisorischen Bohlenweg auf den Steinen.

7 Ein Gruß aus Sassnitz, 1897.

Das große Schiff an der Mole ist wahrscheinlich der BräunlichRaddampfer Der Kaiser, ein schon 1855 in England gebautes Schiff, das die Reederei 1876 vom Baltisehen Lloyd, Stettin, erworben hatte. Der Raddampfer wurde gelegentlich auch im Verkehr zwisehen Stettin und Rügen eingesetzt.

Die Verlandung an der Sassnitzer Hafenmole hat gerade erst begonnen. Man sieht links deutlich die Schutzmauer an der Strandpromenade. Im Bild erkennt man oben rechts, daß die Einfahrt zwischen Mole und der Inselmole bereits geschlossen ist. Das war notwendig, um eine ruhige Lage der Postdampfer bei Sturm zu erreichen.

8 Eröffnungsplakat der Postdampferlinie Sassnitz- Trelleborg.

Die Linie war von Anfang an sehr beliebt. Durch die Verkürzung der Reisezeit zwischen Deutschland und Skandinavien wurde besonders der Tourismus gefördert. Nicht zuletzt die intensive Werbung, wie durch dieses Plakat, sorgte für den Erfolg der Trelleborg-Linie.

Vor dem beeindruckenden Panorama der Jasmunder Kreideküste mit dem Königsstuhl präsentiert der Künstler Willy Stöwer den deutschen Postdampfer Imperator und den schwedischen Postdampfer Rex als Errungenschaft der modernen Technik des zu Ende gehenden 19. Jahrhunderts. Die 'Neueste Postlinie StockholmBerlin' verkürzt die Reisezeit zwischen beiden Hauptstädten auf 2 7 Stunden. Abbildungen der Schlösser von Berlin und Stock-

holm sollen symbolisieren, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Schweden durch diese Verbindung noch enger geworden sind. Die Fjordlandschaft auf dem unteren Teil des Plakats wirbt in Deutschland für Reisen nach Norwegen über die ganzjährige Verbindung Sassnitz- TreIleborg.

täglich via Sassnitz.

TreIIeborg.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2017 Uitgeverij Europese Bibliotheek