Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten

Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten

Auteur
:   Wulf Krentzien
Gemeente
:   Sassnitz-Trelleborg, Die Linie
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6383-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten'

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29 Der Sassnitzer Fährhafen kurz vor seiner Fertigstellung.

Am 7. Mai 1908 erschien der Vertrag zur Schaffung einer Dampffährverbindung SassnitzTrelleborg in den deutschen Gesetzblättern. Jetzt mußte in beiden Häfen eine für heutige

Verhältnisse unglaubliche Leistung vollbracht werden: Die Abschlußprojektierung und der Bau der Fähranlagen sowie der Fährschiffe innerhalb eines Jahres bis zum geplanten Eröffnungstermin im Juli 1909. Das Foto zeigt den Fährhafen Sassnitz kurz nach seiner Inbetriebnahme. Das spätere

Kohlelager und große Teile des Rangierbahnhofs fehlen noch. Der gesamte Boden von der Postdampferanlegestelle bis zur neuen Westmale mußte kurzfristig aufgeschüttet werden. Das Fährschiff Deutschland liegt an der Reserveliegestelle. Hier wurden notwendige Wartungsarbeiten,

wie das periodische Auswaschen des Kessels, durchgeführt. Im Hintergrund belegen je ein schwedisches und ein deutsches Trajekt die Fähranlagen.

30 Der Sassnitzer Fährhafen vor seiner Einweihung.

Nach seinem Stapellauf am 17. Februar 1909 konnte das Fährschiff Deutschland am 15. Juni 1909 in Dienst gestellt werden. Zu diesem Zeitpunkt war erst eine der beiden Fähranlagen betriebsbereit. Der Betrachter sollte dieses Bild mit einer Lupe betrachten und versuchen, das Leben und Treiben auf der Baustelle zu deuten. Vielleicht kann er sehen, daß die Geschäftigkeit des Bauens für wenige Augenblicke aufgehört hat. Alles konzentriert sich auf die Stelle zwischen dem Torbogen der Fährbrücke und dem Heck der Fähre Deutschland! Es ist immer eine spannende Frage, wenn erstmalig eine Eisenbahnfähre in ihr Fährbett einläuft: Paßt die Brücke, passen die Schienenenden an Land mit denen auf dem Schiff zusammen?

Noch viel Arbeit bleibt für die nicht einmal zwanzig Tage bis

zur Eröffnung des Betriebs auf der Fährlinie. Auch die Verlängerung der Mole ist noch nicht abgeschlossen. Später wird der Leuchtturm, der hier oberhalb der Kommandobrücke des Schiffes zu sehen ist, auf einem fahrbaren Gestell zur neuen Molenspitze transportiert werden.

Ssssnttz. rteten mit Tlajecranlage und Elsenbahn-Doppelschlauben osmottënre .Deutscnlend",

t.mte.: Sas.nitz-T,elleborg. .

31 Bau der Fähranlagen in Trelleborg.

Das erste Halbjahr 1909 waren für den Hafen und die Eisenbahn in Trelleborg sehr hektisch. Neben den Fähranlagen mußte der BahnhofTrelleborg Ángfärjestation gebaut werden. Die Malmö-Kontinent-Järnväg (MKontJ) ging in das Eigentum der Schwedischen Staatsbahn, SJ, über.

Der Granit- und Kreideuntergrund des Hafenbeckens zwang zu einer besonderen Bautechnologie für die Fährbecken: Die Fläche des künftigen Fährbeckens wurde mit einer Spundwand umgeben und das Wasser ausgepumpt. In einer trockenen, offenen Baugrube konnte das Material abgetragen werden.

32 Die Eröffnung der Eisenbahnfährverbindung in Sassnitz am 6. Juli 1909.

Die Feierlichkeiten hatten schon am 5. Juli mit einem Dinner im Schloß Dwasieden begonnen, woran einhundert geladene

Gäste teilnahmen, unter ihnen der deutsche Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach und der schwedische Innenminister Graf Hamilton. Am frühen Vormittag des 6. Juli traf der schwedische König an Bord des Panzerschiffs Oscar H. auf der Reede von Sassnitz ein, wo er dem deutschen Kaiser einen Besuch auf der Yacht Hohenwllern abstattete, dem ein Gegenbesuch folgte. Inzwischen war auf der Reede das schwedische Fährschiff Drottning Victoria mit weiteren Gästen eingetroffen. Um 11 Uhr begannen die Feierlichkeiten auf dem Achterdeck des Fährschiffes Deutschland, wo die Mo-

narchen auf zwei Thronsesseln Platz genommen hatten. Der Minister der öffentlichen Arbeiten von Breitenbach hielt die Festansprache, in der er den Verkehr als den Gradmesser der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes bezeichnete. Es folgte ein Essen auf der Hohenwllern und dem Fähr-

schiffDeutschland. Um li, 3 Uhr setzte sich das schwedische Fährschiff Drottning Victoria langsam in Bewegung, gefolgt von der Deutschland und den schwedischen Panzerschiffen. 1 1, 4 Uhr lichtete die Hohenzollern die Anker und folgte den voranfahrenden Fahrzeugen in Richtung TreIleborg,

schrieb das Rügensche Kreis- und Anzeigenblatt. Das Foto zeigt das Schloß Dwasieden, in dem die Feierlichkeiten am 5.Juli 1909 stattfanden.

33 Die Einweihung der Eisenbahnfahrverbindung war Trelleborgs größterTag.

Das Foto zeigt den Trelleborger Hafen mit der einfahrenden DrottningVictoria, die mit dem König Gustav VanBord um 7 Uhr abends den Heimathafen erreichte. Das Schiffund seine hochrangigen Passagiere begrüßten ungefähr 15 OOOTrelleborgerund die Bevölkerung aus der Umgebung. Eine viertel Stunde nachdem die Deutschland angekommen war, donnerte ein Salut der schwedischen Kriegsschiffe über den Hafen. Er verkündete die Ankunft der Yacht Hohenzollern, auf der der deutsche Kaiser Wilhelm H. Trelleborg erreichte. Die Feierlichkeiten konnten beginnen. Eine Dampfbarkasse brachte ihn zur Mittelzunge, wo ihn der schwedische König erwartete. Hier war ein Pavillon errichtet, den das Staatswappen mit den drei Kronen schmückte.

Trelleborg.

34 Die Einweihungsrede hielt der schwedische Innenminister Graf Hamilton. Anschließend gab König Gustav V ein Essen an Bord des Panzerschiffs Oscar H. für die hochrangigen Gäste. Am Ende der Festlichkeiten teilte der Kommandant des deutschen Depeschenschiffs Sleipner überraschend mit, daß der Seegang auf der Reede so zugenommen hat, daß man es nicht wagen kann, das Leben des Kaisers aufs Spiel zu setzen, wenn man ihn mit dem Boot an Bord der HohenwIIern bringt. Nun war guter Rat teuer! Ein Extrazug nach Malmö wurde organisiert und die Sleipner sowie die HohenwIIern gingen mit voller fahrt auch dort hin. So bekam auch Malmö etwas ab von den Einweihungsfeiern zur Eröffnung der Eisenbahnfährverbindung nach Sassnitz, schreibt Kapitän Ericsson in seinen Erinnerungen.

rel eDorg. Konung- Gustar oen

ompaniet.

35 Kapitän Delfs, Kapitän der Deutschland.

Kapitän Friedel Delfs war der erste Kapitän des Fährschiffs Deutschland. Er begleitete das Schiff von der Bauaufsicht bei der Vulcan-Werft, Stettin, über die Auswahl der Besatzung, die Erprobung und Indienststellung bis zur Aufnahme des fahrplanmäßigen Betriebs. Als erfahrener Kapitän auf den Postdampfern der Reederei Bräunlich hatte Delfs Erfahrungen im Verkehr zwischen Sassnitz und TreIleborg gesammelt und galt auch deshalb für die Königlich Preußische Eisenbahnverwaltung als Fachmann für die hier zu bewältigenden Aufgaben. Allerdings hielt es Kapitän Delfs nicht lange beim Fährdienst. Er ärgerte sich zu

sehr über den Bürokratismus, dem er sich als Beamter zu unterwerfen hatte. Es störte ihn die Tat-

sache, daß das Schiff, wie ein Zug auf ein Pfeifsignal der Bahnhofsaufsicht abzufahren hatte, aber besonders über eine Forderung, die die Pünktlichkeit über die Sicherheit im Fährverkehr stellte. Aus diesem Grund ging er bald wieder zurück zu den Stettiner Reedereien Bräunlich und Grie-

bel. Seine Nachfolge auf der Deutschland trat Kapitän Thesenvitz an.

Fährschiff "Deutschland" am Quai in Sassnitz

36 Drei Kapitäne am Sassnitzer Hafen,1959.

Am 6.Juli 1959 zumjubiläum fünfzig Jahre Eisenbahnfährlinie Sassnitz- TreIleborg trafen sie sich wieder. Die drei Kapitäne, Kapitän Ljungberg im Bild links, Kapitän Ericsson im Bild in der Mitte und Kapitän Thesenvitz, rechts, sind viele Jahre zwischen Sassnitz und TreIleborg gefahren. Kapitän Ericsson war seit 1901 dabei, begann seinen Dienst auf dem Postdampfer Nordstern und fuhr dann viele Jahre als Kapitän der Drottning Victoria. Seinen Aufzeichnungen verdanken wir viele Informationen zur Geschichte des Fährverkehrs. Kapitän Thesenvitz sah 1908 die DrottningVictoria auf der Bauwerft liegen, als er bei der Hamburg-AmerikaLinie Dienst tat. Damals wußte er noch nicht, daß er kurze Zeit später auf dem Schwesterschiff Deutschland anheuern und diesem

Schiff als Kapitän fast 37 Jahre die Treue halten würde.

Auch seine Berichte zeugen von der großen Einsatzbereitschaft und derVerbundenheit der Fährschiffer mit ihrem Beruf und dem Stolz auf ihre Schiffe.

37 Schwer war die Arbeit der Heizer im Zeitalter der Dampfschiffahrt. So auch auf dem Fährschiff Preußen. Bei spärlicher Beleuchtung und großer Hitze mußten die Heizer den Dampf für die zwei Dampfmaschinen mit je 2 5 00 PS auch unter extremen Witterungsbedingungen zur Verfügung stellen. Die Antriebsmaschinen waren zwei Dreizylinder-Dreifach - Expansi onsDampfmaschinen, die auf zwei Propeller wirkten und dem Schiff eine Geschwindigkeit von

16,5 kn verliehen.

381m Maschinenraum der Drottning Victoria.

Maschinencheflngström der Drottning Victoria präsentiert seinen Maschinenleitstand. Rechts, oberhalb von Herrn Ingström, ist der Maschinentelegraph zu sehen. Mit ihm werden die Nachrichten durch ein Zeigersignal von der Brücke übermittelt und im Gegenzug bestätigt. An den Uhren und Manometern kann die Funktion des komplizierten Systems von Kesseln, Rohrleitungen, Dampfmaschinen und Pumpen kontrolliert und gesteuert werden. Die DrottningVictoria besaß zwei Dreizylinder-Dreifach-Expansionsdampfmaschinen von Swan & Hunter. Die Dampfkessel lieferte ebenfalls die Bauwerft. Die Leistung der Antriebsanlage betrug 4 600 PS/3 386 kW Damit wurde eine Dienstgeschwindigkeit von 16 kn erreicht.

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