Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten

Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten

Auteur
:   Wulf Krentzien
Gemeente
:   Sassnitz-Trelleborg, Die Linie
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6383-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Linie Sassnitz-Trelleborg in alten Ansichten'

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39 Wagen deck auf einem zweigleisigen Fährschiff der Linie Sassnitz- Trelleborg.

Die Sicherheit auf den Fährschiffen spielte schon bei ihrer Planung eine große Rolle. Zur Sicherung der Fahrzeuge während der Überfahrt sind mehrere von einander unabhängige Befestigungsysteme vorgesehen, die in Abhängigkeit vom Seegang genutzt werden. Zunächst werden die Wagenkästen über spezielle Kupplungshaken mit Schäkeln an beiden Seiten der Gleise verbunden. Die Kupplungen hängen hier in dem Gestell am Fuße der Deckstützen. Außerdem wird der Wagenkasten mit besonderen Stützen so gesichert, daß er bei Seegang nicht in den Federn schwingen kann. Diese ausfahrbaren Stützen sind auf diesem Bild zur Veranschaulichung rechts und links in Gleismitte aufgestellt worden. Die Wagen stehen während der Überfahrt

im angebremsten Zustand und sind mit Hemmschuhen gesichert. Bei extremen Seegang gibt es weitere Möglichkeiten. In der Anfangszeit war auch eine Befestigung an den Dächern vorgesehen. Bis auf die letzte Möglichkeit haben sich diese Sicherungsmaßnahmen bis heute bewährt.

40 Speisesaal J. und Il. Klasse des Fährschiffs Drottning Victoria.

Die schöne Einrichtung des Speisesaals I. und Ir. Klasse des Fährschiffs Drottning Victoria ist noch heute im Kongreßzentrum Treileborg zu bewundern. Wie auf dieser historischen Aufnahme zu sehen, kann man sich auch heute wieder in die Zeit des Dampffihr betriebes zurückversetzt fühlen. Es fehlt lediglich das Stampfen der Schiffsmaschine, das Rollen des Schiffes bei Seegang. Auch der Blick durch die Fenster zerstört eine perfekte Illusion. Nach Verschrottung des Schiffes in Y stad, 196 9, lagerten die Einrichtungsteile über dreißig Jahre im Keller des TreIleborger Rathauses, bis sie im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wieder aufgebaut werden konnten.

Die wohltuende Behaglichkeit dieser echten alten Tische, Stühle

und Wände läßt den Gedanken an die Vergangenheit freien Lauf Für die Bewahrung der ganzen Drottning Victoria ist die allumfassende Nostalgiewelle etwas zu spät gekommen!

41 Fährschiff Deutschland, Speisesaal J. und Il. Klasse.

'Bine imposante Treppe führt vom unteren Deck auf das Promenadendeck hinauf, das über dem Wagen- und Galeriedeck gelegen ist. Hier wohnen vorne unter der Brücke die Schiffsoffiziere worauf der Speisesaal 1. und H. Klasse folgt. In hellen Farben gehalten, mit großen Fenstern versehen, bietet er an kleinen TafeIn Platz für achtzig Personen und ungehindert können die Speisenden während des Essens das Panorama der Küste von Rügen oder des von Schiffen belebten Meeres beschauen. Ein geschützter Korridor auf der rechten Seite führt von da aus zu den weiter hinten gelegenen GeseIlschaftsräumen, Damensalon, Rauchsalon und den königlichen Kammern', schreibt Dr. Braun in der Zeit-schrift 'Meereskunde' (Basel, 1 9 1 2) .

42 Der Sassnitzer Hafenbahnhofmit Gleis- und Fähranlagen.

Bei diesem Foto sind die Urlauber-Attraktionen des Sassnitzer Hafenbahnhofs die Fähren und Fähranlagen in den Hintergrund gedrängt. Die Darstellung der Gleisanlagen aus der Perspektive des Stellwer kes ist deshal b bestimmt kein Lieblingsmotiv für Urlaubsgrußkarten gewesen. Dafür ist die seltene Karte ein begehrtes Motiv für Eisenbahnfreunde. Die Aufnahme stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Einige Gleisanlagen fehlen noch. Auch der Güterschuppen ist noch nicht vollständig ausgebaut. Mit den Namen der Fährschiffe nahm es die Postkartenredaktion nicht sehr genau. Jedenfalls ist das Fährschiff im linken Fährbecken ein schwedisches, zu erkennen an der Farbgebung der Schornsteine.

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43 Das schwedische Fährschiff Konung Gustavv. im Sassnitzer Hafen.

Die Unterzeichnung des Staatsvertrages zum Fährverkehr im Jahre 1908 und der Ehrgeiz der beiden Staatsbahnverwaltungen, den Verkehr schon 1909 zu eröffnen, führten zur Hektik und auch zu Provisorien. So wurde die Mittelzunge der Sassnitzer Fähranlage nur aus Holz errichtet. Gerade dieserTeil der Anlage hatte besonders bei Sturm und starker Strömung große Belastungen auszuhalten, wenn die Fährschiffe nicht immer sanft im Fährbecken anlegten.

Die Witterung wirkte sich auch nicht gerade positivauf die Konstruktion aus. So mußte Mitte der zwanziger Jahre die gesamte Mittelzunge massivaufgebaut werden. Unser Bild zeigt sie kurz nach der Eröffnung der Fährverbindung.

Während die Fährschiffe am Heck mit der Fährbrücke verbunden sind, werden sie am Bug durch Taue gehalten. Die unruhige Lage der Schiffe im Sassnitzer Hafen und das häufige Brechen der Taue führten zwischen 1910 und 1912 zu einer weiteren Verlängerung der Mole um 120 m.

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44 Teilansicht des Sassnitzer Fährhafens vor seinem. Umbau.

Zur Zeit dieser Luftaufnahme besteht die mittlere Zunge zwischen den beiden Fähranlagen noch vollständig aus Holz. Diese aufwendige Holzkonstruktion, die täglich mehrfach den Druck

und die Stöße der einlaufenden und durch Wind und Strömung manipulierten Fährschiffe aufnehmen mußte, wurde Mitte der zwanziger Jahre massiv ausgebaut. Dadurch entfiel der hohe Unterhaltungsaufwand an der Anlage, die 1908/09 aus Zeitmangel so gebaut wurde. Am oberen Bildrand in der Mitte ist an der Reserveliegestelle das Fährschiff Stralsund zu sehen, das ursprünglich auf der Linie Stralsund-Altefähr eingesetzt, hier als Schleppschiff und Dampfspender für die Fährschiffe diente, wenn die Kessel ausgewaschen wurden oder ein Schiff repariert werden

mußte. Links daneben liegen zwei Lastkähne für den Kreidetransport. Sie wurden bei der im Bild nicht mehr sichtbaren Kreideverladebrücke mit Seilbahnanschluß beladen. Die Kreide kam aus dem Tagebau Lancken.

45 Österreichische Lazarettzug auf dem Sassnitzer Hafenbahnhof.

Vergilbte Fotos der Schulchronik des Sassnitzer Ortsteils Lancken geben einen Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Zwischen 19 15 und 1918 wurden über Sassnitz und das neutrale Schweden Schwerstverwundete zwischen den kriegsführenden Ländern ausgetauscht. Der Bevölkerung des sonst von den Kriegswirren verschonten Badeortes wurden beim Anblick der von Krankheit und Entbehrung gezeichneten Menschen die Grausamkeit dieses mörderischen Kriege vor Augen geführt. Viele Nationalitäten waren auf den Transporten zu finden. Neben Deutschen, Österreichern, Tschechen, Russen usw. wurden auch Türken über diese Linie ausgetauscht. Gedenkstät ten für die, auf dem Transport

verstorbenen Soldaten, erinnern auf den Friedhöfen von Sassnitz und Trelleborg noch heute an diese Zeit.

46 Invalidenschiff der Trelleborg-Sassnitz- Route im Trelleborger Hafen.

Im Iahr 1915 einigten sich die Kriegsparteien über die Rückführung schwerstverletzter Kriegsgefangener. Schweden lag als neutraler Staat zwischen den kriegführenden Ländern.

Zu dieser Zeit gehörte Finnland noch zu Rußland. Deshalb fand die Übergabe der Rückkehrer in Haparanda an der Grenze zwischen Schweden und dem russischen Finnland statt. Die Lazarettzüge fuhren auf der Route Haparanda -Boden -StockholmTreIleborg und zurück. Zum Transport über die Ostsee wurden neben den Fährschiffen die Passagierschiffe der Svea AB, Birger Jarl und Aelous eingesetzt. Insgesamt wurden 62 000 Verwundete in 327 Transporten überführt. Das Bild zeigt den Dampfer Birqer Jarl im TreIleborger Hafen.

Deutschland dankte den schwedischen Krankenschwestern und Pflegern für den aufopferungsvollen Dienst an den Verwundeten mit einem Monument, das nahe des Fährhafens in TreIleborg aufgestellt ist.

47 Trelleborger Hafenpartie.

Dieses so friedliche Panoramabild vom TreIleborger Hafen stammt auch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Der Fährverkehr lief in dieser Zeit weiter. Es gab aber einige Unterbrechungen zu Kriegsbeginn und während des Krieges wegen U-Bootgefahr. Die deutschen Fähren dienten zeitweise militärischen Zwecken, blieben aber nach Kriegsende van den Ablieferungsbestimmungen des VersailIer Vertrages verschont. Schweden hatte angemahnt, daß die Fähren als Eisenbahntransportfahrzeuge deklariert werden. Da solche Fahrzeuge im Vertragstext nicht berücksichtigt waren, entfiel die Ablieferung.

Das Bild zeigt ein schwedisches Fährschiffund das Invalidenschiff Aelous, Beide Schiffe haben die schwedischen Farben am Rumpf als N eutralitätskennzeichen.

Trälleborg, Hamnparti.

48 Der Sassnitzer Fährhafen um 1930.

Ein Fährschiff wird von einer Lokomotive der Baureihe 74 bedient. Ein sich immer wiederholendes Ereignis, das inzwischen als Touristenattraktion zum Sassnitzer Hafenalltag gehört. Trotzdem hat sich in der Zeit nach

192 0 vieles verändert. Die Landzunge zwischen den beiden Fähranlagen ist massivausgebaut und ein einstöckiges Fachwerkempfangsgebäude errichtet worden. Das war notwendig, weil nicht mehr alle Reisenden in Kurswagen, die direkt auf die Fähre fuhren, befördert wurden. Deshalb brauchte man Warteräume und Möglichkeiten für die Zoll- und Paßkontrolle.

Der Schnellzug aus Berlin steht am neu erbauten Bahnsteig. Der PKW weist auf den beginnenden Autoverkehr über die Fährlinie hin. Auf den Dampffähren durf-

ten die Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen nur so viel Benzin im Tank haben, wie es für das Befahren der Fähre nötig war.

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