Die Lüneburger Heide in alten Ansichten Band 2

Die Lüneburger Heide in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Ralf Busch
Gemeente
:   Lüneburger Heide, Die
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5550-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Lüneburger Heide in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Reiseschriftsteller des 18. und 19. Jahrhunderts haben die Heide bestenfalls passiert, Rühmliches fanden sie nicht zu berichten. Die Lüneburger Heide wurde spät entdeckt, am Ende des 19. Jahrhunderts hat die Volkskunde das ländliche Leben geschildert, dann aber nachhaltig der Schriftsteller Hermann Löns. Später hat Arno Schmidt hier seine Zettel geordnet, gegensätzlichere Positionen in der Literatur sind kaum denkbar, aber hier eben möglich in einer Landschaft, die aus ihrer Kargheit lebt und dennoch Hamburger Landschaftsmaler seit der Spätromantik anzog. Geformt von den Eiszeiten, besonders der Saale-Eiszeit der letzten, die vor 12 000 Jahren ihr Ende fand, läßt sie ein Stück Erdgeschichte erleben. Der einstigen Tundrenlandschaft spürt man noch heute bei Bodenteich nach, wo ein seltener Bestand der Zwergbirke erhalten blieb. Lange haben die Heidebauern ihre ursprüngliche Lebens- und

Wirtschaftsweise tradiert, Bräuche gepflegt und ein bescheidenes Dasein gefristet.

Spuren dieser Vergangenheit sind hier auffindbar geblieben, davon will dieses Album berichten. Nur am Rande sei gestreift, daß die Lüneburger Heide auch eine Kultur- und Kunstlandschaft ist, die mit ihren Residenzstädten Lüneburg und Celle bemerkenswert gut erhaltene Stadtbilder pflegt. Mehr noch berichten die Heideklöster , heute als evangelische Damenstifte lebendig und nicht nur museal genutzt, über mittelalterliche Kunst und Frömmigkeit in dieser Region. Aber weniger diese oder die Städte sollen Thema dieses Bandes sein, vielmehr die Landschaft und die bäuerliche Lebensweise, im wesentlichen aus dem Zentrum der Lüneburger Heide ausgewählt, das heute vornehmlich vom Naturschutzpark eingenommen wird, der mit ca. 200 Quadratkilometern eine verhältnismäßig geringe Aus-

dehnung aufweist, Welch Wandel in der Landschaft eingetreten ist, verdeutlichen zwei Zahlen: Vor hundert Jahren gab es noch rund 2 000 Quadratkilorneter offene Heidefläche, heute dagegen sind es gerade noch 100!

Die Landschaft hat also ihr Gesicht grundlegend gewandelt, ist heute intensiver landwirtschaftlich genutzt. Die Zeiten, da es hier mehr Birken als Menschen gab, sind lange verstrichen. Einschneidende Veränderungen brachte auch der 1936 angelegte Truppenübungsplatz Bergen-Hohne mit sich. Wie passend sind dazu die Worte, die Jeremias Gotthelf 1821 fand, als er von Celle nach Harburg reiste: 'Hier in dieser Wüste wäre Raum für die streitrüstigen Könige... In der Lüneburger Heide sollen sie dem Kampf ausfechten und keiner gezwungen sein, in demselben sein Leben einzusetzen, nur wer freiwillig ihnen folge, den mögen sie mitnehmen. Hier mögen sie kämpfen, bis einer überwun-

den liegt; aber daß keiner es wage, aus diesem Gehege zu brechen, er sei der Strafe aller Völker verfallen. Vermutlich würden die Fürsten bei diesen Bedingungen des Krieges auch weniger Lust dazu zeigen als jetzt, wo, wenn sie sich raufen, es nur um des Untertanen Wohle geht.'

Jens Immanuel Baggesen empfand 1789 die Heide anregender: 'Je weiter ich vorwärts in meiner Wüste kam, desto angenehmer und interessanter ward sie mir.'

Die hier ausgewählten Bilder sollen für sich sprechen, sie sind eigenständige Dokumente. Manches Bild konnte den Sammlungen des Hamburger Museums für Archäologie und die Geschichte Harburgs - Helms Museum - entnommen werden. Eindrucksvoll sind vor allem die Darstellungen aus der Arbeitswelt des Fotografen Wilhelm Carl-Mardorf und manche weitere Aufnahme entstammt dem Archiv des Verfassers.

1. Zeugen vorgeschichtlicher Besiedlung stellen in der Lüneburger Heide die Gräber der Steinzeit dar, die seit Mitte des 3. Jahrtausends vor unserer Zeit entstanden und einst viel zahlreicher erhalten waren. Die berühmteste Gruppe sind die Sieben Steinhäuser bei Fallingbostel, wo heute aber nur noch fünf Monumente erhalten sind, hier Grab A.

2. Grab C der Sieben Steinhäuser. Diese Steingräber - auch Megalithgräber genannt waren einst von Erdhügeln umschlossen und damit in ihrem Aussehen ganz anders als heute. Die Aufbringung der Decksteine stellte eine erhebliche Arbeitsleistung dar.

3. Der Deckstein von Grab B wird von einem einzigen großen Findling gebildet. Die randlieh senkrecht stehenden Steine begrenzten den einstigen Erdhügel.

4. Die Megalithgräber der Sieben Steinhäuser weisen Zugänge auf, von denen wir hier einen von innen nach außen betrachten. Diese Zugänge bezeugen, daß es sich um mehrfach benutzte Familienbegräbnisse handelte.

5. Lüneburg wurde von Markgraf Hermann Billung um 950 zur stärksten Befestigung Sachsens ausgebaut. Die Stadt wuchs durch die Saline, im Mittelalter einer der größten Industriebetriebe Europas. Das Selbstbewußtsein der Salzherren führte 1371 zur Zerstörung der Burg durch die Stadt, und damit endete Lüneburg als Residenz des gleichnamigen Fûrstentums. Am Sand sind Bürgerhäuser der Gotik- und Barockzeit sowie die gotische St.Johannis-Kirche Zeugen des einstigen Wohlstandes.

6. Das Lüneburger Kaufhaus mit barocker Fassade von 1741-1745 und davor der 1346 erstmals erwähnte Alte Kran, 1797 erneuert, der an die einstige Bedeutung der Hansestadt erinnert.

7. Ein einzigartiges Baudenkmal stellt das Lüneburger Rathaus dar, dessen Ausstattung sich im Verlauf der Jahrhunderte ständig ergänzte. Der Ratssaal ist seit 1331 der älteste Kern, ergänzt durch die Deckenausmalung von 1529.

8. Einer der intimsten Räume ist das spätgotische Alte Archiv mit seiner Einrichtung von 1521, Ausdruck einer systematisch geordneten Registratur.

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