Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6341-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1'

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Einleitung

Mühlen waren über Jahrhunderte der InbegrifffürTechnik, menschlichen Erfindergeist, für Nahrung - ja, für Leben überhaupt. In fast jedem Dorf sowie jeder Stadt waren Mühlen zu finden und das oftmals in einer beeindruckend großen Anzahl sowie in der unterschiedlichsten Nutzungsart. Schon seit Generationen wird das Ende dieser Wind- und Wassermühlen beschworen. Verwunderlich ist das nicht, denn Mühlen waren immer ein Spiegelbild der Entwicklung der Produktivkräfte. Demzufolge mußten sie also auch dieser Entwicklung, die sie in früher Zeit ja entscheidend mitbestimmt haben, letztlich weichen. Eine in Arbeit befindliche Dokumentation über alle ehemals in den [ahrhunderten in Nordsachsen vorhandenen Mühlen brachte erstaunliche und zum Teil erschreckende Erkenntnisse. Das allerdings nicht nur über die große Anzahl der vergangenen Mühlen, sondern auch der mangelnden Dokumentation über diese, sowie der VergeBlichkeit der Menschen darüber. Für viele Mühlen kam so das Interesse der Bearbeiter zu spät. Aber die Erfassungsarbeit brachte auch erfreuliche Erkenntnisse. So, daß Mühlen immer noch das Interesse der Menschen wachrufen. In jüngerer Zeit allerdings wegen ihrer altertümlichen Technik, ihren Traditionen sowie der von vielen in ihnen nachgespürten Romantik, einer längst vergangenen Zeit. Heute ist schon längst über die Grenzen von

Nordsachsen weit hinaus bekannt, daß diese Region immer noch eine der mühlenreichsten ganz Deutschlands ist. Die Aktivitäten zumAufbau der Fremdenverkehrsregion 'Mûhlenregion Nordsachsen' zeigen in dieser Hinsicht ihre Erfolge. Der Unterstützung dieser großartigen Initiative soll die Erarbeitung der Mühlendokumentation dienen sowie daraus resultierend auch dieses Buch. In Anbetracht des doch beträchtlichen Alters der meisten der darin befindlichen Bilder und daß diese kaum von professionellen Fotogra-

fen aufgenommen wurden, läßt ihre Bildqualität in unseren allzusehr verwöhnten Augen oft zu wünschen übrig. Ihre Aussagekraft leidet darunter jedoch kaum, noch dazu, da sie zudem oftmals auch das jeweils einzige erhaltene historische Bild der Mühle sind. Die dargestellten Mühlen sind nur ein kleiner Teil der ehemals existierenden, wie auch nicht alle der noch vorhandenen Mühlen im Buch ihren Platz finden konnten. Es wurde vielmehr Wert darauf gelegt, daß eine Breitendarstellung von Mühlen für die ganze Mühlenregion erfolgt. Im Zuge der Weiterführung der Erfassungsarbeiten ist geplant diesem Band einen zweiten folgen zu lassen. Dafür wird um die Unterstützung aller Mühlenfreunde durch die Bereitstellung von Informationen über die Mühlen und von Abbildungen gebeten. Für die Mühlenregion gilt, nicht nur die noch existierenden Mühlen für die

kommenden Generationen weiterhin zu erhalten, sondern auch die Erinnerung an die schon vergangenen Mühlen wachzuhalten.

Für die Unterstützung unserer bisherigen Arbeit möchten wir allen Mühlen- und Heimatfreunden, den Ortschronisten sowie insbesondere dem 'Verein zur Förderung des ländlichen Raumes der Dübener Heide e.v', Träger des Aufbaues der 'Mühlenregion Nordsachsen' , unseren herzlichsten Dank aussprechen.

Allen Mühlenfreunden ein 'Glûck zu'

Manfred Wilde, Delitzsch und Hans-Joachim Böttcher, Bad Düben August 1996

1 Audenhain, Dorfstraße 206. Paltrockwindmühle. Erstmalig im [ahr 1751 erwähnt, war diese Mühle damals noch eine Bockwindmühle. Nach Überlieferung zerstörte 1850 ein Blitzschlag die Flügel mit der Rutenwelle, die dadurch erneuert werden mußten. Der entscheidende Umbau der Bockwindmühle (die Abbildung zeigt die Mühle noch in diesem Zustand) zur Paltrockmühle erfolgte 1 938 durch Müller Helmut Ebbecke. Der Umbau wurde von der Firma Schenke, Falkenberg/Elster, ausgeführt. Durch diese Maßnahme wurde nicht nur mehr Platz in der Mühle gewonnen, auch war es in der Folgezeit dadurch möglich, die tech-

nische Mühlenausrüstung zu modernisieren. Letztlich hatte es nun natürlich auch der Müller leichter die Mühle in den Wind zu drehen, da das nun mit Windrose automatisch erfolgte.

2 Audenhain, Dorfstraße 206. Paltrockwindmühle. Vier [ahre nach deren Umbau (das Bild zeigt die Mühle etwa 1942) erfolgte eine weitere Modernisierung durch Einbau eines Merzflachsichters. 1 950 wurden sodann Walzenstühle installiert. Die erhöhte Mahlleistung machte es erforderlich, daß 1 956 an der Mühle zwei seitliche Silozellen angebaut wurden. Als letzte größere technische Veränderung baute man 1972 eine Hammermühlenanlage ein. Während ursprünglich gewerblich die Lohnmüllerei betrieben wurde, kam von 1946 bis 1969 noch die Handelsmüllerei dazu. Bis 1962 schrotete man zumeist mit Windkraft, dann zerstörte ein Sturm die Ruten sowie Windrose. In vierter Generation im Besitz von Rein-

hard Ebbecke, restaurierte dieser 1991/93 die Mühle völlig und betreibt sie zu Schauzwecken.

3 Authausen, Görschlitzer Straße 7. Bockwindmühle 'Fiehri' . Diese Mühle wurde 1846/48 vom Müller Martin errichtet. Aus dem Besitz von dessen Nachkommen erwarb sie 1903 Müller Knöfel. Den Namen führt die Mühle nach Elfriede Fiehn, da sie diese 1960 von ihrem Vater erbte und mit ihrem Mann Hans (das Bild zeigt ihn) betrieb. Eine Erneuerung der Mühle erfolgte 1940 als man die Mahltechnik inklusive des Weizenstuhles erneuerte. Nach Gründung der LPG des Ortes wurde hauptsächlich für diese Roggen- und Weizenmehl gemahlen. Zuletzt nur noch in immer geringer werdenden Umfang schrotend, drehten sich die Mahlwerke 1 975 zum letzten Mal. Nachdem man schon 1968 die Mühle abbrechen woll-

te, wurde 1992 mit ihrer Rekonstruktion begonnen. Dazu versetzte man sie um siebzig Meter auf Land der Gemeinde, in deren Besitz sie nun ist.

4 Bad Düben, Am Lauch 1. Wassermühle 'Stadtmiihle'. 1681 erstmalig als kurfürstliche Amtsschneidemühle erwähnt, wurde die Mühle wohl kurz zuvor erbaut. Zuerst verpachtet, erwarb 1688 Gottfried Sacher die Mühle. Sie wurde 1 689 durch eine Walkmühle erweitert, 1697 durch eine Mahlmühle und unter Sachers Sohn Christian kam 1708 noch eine Ölmühle dazu. Im Zuge einer Mühlenerneuerung 1886 erhielt diese auch eine Turbine. Nachdem die Walk- und später die Ölmühle ausgebaut worden waren, legte man 1914 die 'Brettmühle' still. Müller Artur Felgner (die Graphik von H. Schiebel von um 1947 zeigt ihn

und Tochter Irmgard) baute 1947 zwei neueTurbinen ein, mit denen auch heute noch dessen Enkel Peter Schüßler zu gewerblichem Zweck die Mühle bei genügend hohem Wasserstand antreibt.

5 Bad Düben. SchiffmühIe T. 1 715/2 0 errichtete der Müller Gottfried Wagner am Wellauner Damm die erste Schiffmühle mit Gehöft. Dem Müller Gottlob Paul wurde dieses 1 771 durch ein Hochwasser zerstört und danach neu erbaut. Pauls Sohn hatte einen Rechtsstreit, da er 181 6 fremdes Bier 'eingelegt' hat. Ab 1844 bis 1872 wechselten dreizehnmal die Mühlenbesitzer. In letzterem [ahr erwarb sie ein Hanisch, der nebenher noch das Gerbergewerbe betrieb. Der letzte Müllenbetreiber war Müller Birke; unter ihm wurde 1925 die Mühle durch Brandstiftung (wohl des Müllers) völlig zerstört. Das eigentliche Mühlgrund-

stück (Gerberstraße 3) brachman 1977 ab.Vereinzelte Pfàhle des alten Mühlenstreichzaunes werden bei Niedrigwasser jedoch noch heute in der Mulde sichtbar.

Otto's Eeàerfabrik

6 Bad Düben. SchiffmühIe 'II'. 1719 lieB der Müller Paul Rudolph mit dem Bau dieser Mahl- und Holzschneidemühle beginnen;

1 72 1 fing der Windmüller Christoph Voigt als Pächter an mit ihr zu arbeiten. Durch Standortwechsel verursachte der Müller mehrere Rechtsstreitigkeiten. 26 Taler 6 Groschen Erbzins ins Amt sowie die Kapitalzinsen und Unterhaltungskosten waren wohl für die Müller zu viel, so daB oft die Besitzer und Pächter wechselten. Die Situation besserte sich vermutlich auch nicht dadurch, daB wie 1730 erwähnt 'ein tüchtig Branntweinzeug mit Hut und Röhren, auch Kühl- und MöschefaB' zu ihr gehörte.

Mühlenuntergänge, wie 1739 gleich zweimal, werden die Situation verschärft haben. Der Pächter Hoffmann war 1 742 so arm, daß er sogar eine Bettelerlaubnis erhielt.

7 Bad Düben. SchiffmühIe 'II'. Nach einer Zerstörung der Weiche und Uferbefestigung 1 774, rückte der Müller Gottlieb Peeger flußoberwärts der Schiffmühle 1. Trotz einer erhöhten Zinsbelastung war der Platz anscheinend nicht schlecht, so daß er 1 775 dort auch ein Mühlengehöft errichtete. Dem SchiffmülIer David Schirmer versenkte ein Widersacher 1855 die Mühle, indem er das Hausschiff anbohrte; der Müller hatte dadurch einen großen Schaden. Der letzte Mühleninhaber war Reinhold Rost. Plötzlich auftretender Eisgang zerstörte 1896 die Mühle völlig (das Bild Nr. 6 zeigt unter anderen ihn und Bauer

Graß kurz zuvor). Das auf dem Foto abgebildete Mühlenwohnhaus (Gerberstraße 5) brach man 1984 ab.

8 Bad Düben. SchiffmühIe 'III'. 1828 verlegte der Müller Gottlob Wagner, von einem unbekannten Ort, diese Schiffmühle in das Muldeknie am Wellauner Damm (heute Gerberstraße 4). Zwischen 1839 und 1859 wechselten sechsmal die Besitzer. Seit 1859 war die Mühle im Besitz der Familie Kronbügel. Als 1893 ein Laufbrett brach, ertrank ein Mühlknappe, während der Müller Wilhelm Kronbügel in die Mühlenradschaufeln geriet und so schwer verletzt wurde, daß er daran starb. Seine Witwe mit elf Kindern betrieb die Mühle weiter. Als diese 1894 durch Eisgang stark geschädigt wurde, mußte die Frau aufgeben und den

Besitz ihrem Hauptgläubiger überlassen. Die Mühle wurde nicht mehr hergerichtet. Das alte Mühlwohnhaus (Bildhintergrund) trug man 1973 im Zusammenhang mit einem Neubau ab.

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