Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6341-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1'

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9 Bad Düben, Alaunwerksweg. Schiffmühle 'Bergschiffmühle' . In einer Akte über einen Mühlenstreit erfolgte 1 748 die erste direkte Erwähnung der Mühle als: 'jetzo ganz neu erbaute Schiffmühle' . Besitzer war das nahe gelegene Alaunbergwerk. Unter wechselnden Pächtern und Besitzern wechselten die Mühlenstandorte; das Mühlgehöft stand immer oberhalb des Muldeurstromhanges. Nach einem Brand 1860 mußte die Mühle neu erbaut werden, wie auch 1905 das gesamte Mühlengehöft. Der Müller Griehl (auf dem Foto) ließ in diesem Zusammenhang in das Gehöft eine Mahleinrichtung einbauen.

Die Mahleinrichtung der Schiffmühle wurde entfernt und dort ein vom Mühlgetriebe angetriebener Gleichstromgenerator untergebracht. Mit der erzeugten Elektroenergie wurde über

eine Freileitung sodann die Mühle im Gehöft angetrieben.

10 Bad Düben, Alaunwerksweg. Schiffmühle 'Bergschiffmühle' . 1923 ließ Müller Griehl neben der Schiffmühle ein dreigeschossiges Mühlgebäude errichten. Die Drehung der Schaufelräder wurde über eine dreifache Zahnradübertragung, Riemenscheiben, einen langen Gurt und einer zehn Meter langen auf Betonpfählen gelagerten Transmissionswelle in die Mühle übertragen. Bis 1954 in diesem Zustand arbeitend, wurde durch ein Hochwasser der Wellenmechanismus zerstört. Danach mußten wieder durch den Generator die Mühlmaschinen angetrieben werden. Um der Zerstörung der Mühle nach dem Tod des Müllers vorzubeugen, zerlegte man die Mühle, brachte sie 1965 in das Gelände des Landschaftsmu-

seums Bad Düben, Neuhofstraße 3 und baute sie dort als Museumsstück neu auf. Das Mühlgebäude am Flußufer wurde zu Übungszwecken durch die Armee zerstört.

11 Badrina, Leipziger Straße 2. Wassermühle. Die bereits um 1400 als bestehend beschriebene und durch einen Nebenlauf der Leine angetriebene Wassermühle gehört mit zu den ältesten urkundlich genannten Anlagen dieser Art im ehemaligen Amt Delitzsch. Im [ahre 1638 wurde sie nach dem erfolgten Einfall schwedischer Söldnerverbände als ganz' ... vnbestellet vndt wüste .. .' beschrieben. Nachdem sie bald nach diesem Krieg wieder als Erbzinsgut des hiesigen Rittergutes aufgebaut war, wechselten sehr häufig die Besitzer. Dies geschah zwischen 1838 bis 1919 allein zwanzigmal. Im [ahre 1842 wurde sie beschrieben als ausgestattet mit zwei Mahlgängen, lieferte aber wegen Niedrigwasser jährlich nur 960 Scheffel Mehl.

Seit 1913 war die Wassermühle mit einer Bäckerei kombiniert, die der Besitzer Robert Schröter hier einrichtete. 1 92 8 wurde dann das Wasserrad stillgelegt und das Mahlwerk durch ei-

etwa 2 t), danach noch bis 1963 nur für seine eigene Bäckerei Mehl gemahlen hat. Heute befindet sich hier nur noch ein Bäckereibetrieb.

nen Elektromotor angetrieben, sowie die Wasserrechte an der Leine verkauft. Letzter Müller und gleichzeitiger Besitzer wurde 1 939 Otto Fischer, der bis 1 952 auch für Bauern (jährlich

12 Beerendorf, Nr. 64. Bockwindmühle. Dieser urkundlich irn Iahre 1686 erstmals erwähnte Mühlenstandort befand sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Müllermeisters Michael Leine. Sie war ursprünglich dem Rittergut im Dorf erbzinspflichtig. Die zuletzt bestehende und abgebildete Mühle wurde im [ahre 1808 neu erbaut. Im ausgehenden 19. [ahrhundert wurde die Mühle mit Hilfe von Walzen in ihrem Standort um etwa 50 m nach Richtung Westen versetzt. Der Windantrieb wurde 192 6 stillgelegt und das Mühlwerk bis um 1 936 mit einem Diesel-, dann mit einem Elektromotor ausgestattet. Die Flügel wurden

1 935 endgültig demontiert. Letzter Müller und Besitzer war Kurt Troitzsch, der auch eine kleine 5,77 ha Land

umfassende Landwirtschaft mit betrieb. Bis um 1 959 wurde noch geschrotet, dann aber die Mühle stillgelegt. Die technische Ausstattung bestand aus einem Schrot- und Mahlgang, Haferquetsche und Reinigung. Die Hof- und Stallgebäude wurden um 1900 neu erbaut. Die Mühle selbst wurde im [ahre 1965 abgerissen. Das Bild aus dem [ahre 1928 zeigt im Vordergrund (mit Pferd) den Müller RobertTroitzsch und oben aus dem Fenster schauend dessen Sohn und späterer Besitzer Kurt Troitzsch.

13 Benndorf, Rödgener Straße 8. Wassermühle. Bereits im [ahre 1349 hatte hier der Delitzscher Schultheiß Erhardus de Friburg die' ... molendinium in villa Bennendorf...'. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts besaß die Mühle Andreas Stock, ein Bruder des Naundorfer Müllers bei Sc henkenberg. Um 1880 erfolgt Neubau des Wohnhauses und Mühlgebäudes auf einer großen genieteten Eisenplatte, die auf acht Pfählen lagert. Gleichzeitig erfolgte die Ersetzung des von einem vom Lober abgezweigten Mühlbach angetriebenen hölzernen Wasserrades durch ein Eisernes. Betrieben wurde die Mühle selbst noch bis um 1955, dann lieferte eine Wasserturbine nur noch Strom. Letzter Besitzer vor der Stilllegung wurde 1949 der

Müller Paul Proske. 1963 wurde die gesamte Mühleinrichtung und das Wasserrad demontiert. Nachdem 1 964 durch Blitzschlag das Haus beschädigt war, wurde es darauf vollständig

abgerissen und durch einen Neubau des Wohnhauses ersetzt.

14 Biesen, Mühlweg. Bockwindmühle. Der Müllermeister Georg Kolbe war der 1 730 erste urkundlich bekannte Besitzer dieser Bockwindmühle, die wohl auch erst wenig früher erbaut worden war. Auch sie war bis zur Mitte des 1 9. Jahrhunderts dem hiesigen Rittergut erbzins- und frondienstpflichtig. Zwischen 1811 bis zum endgültigen Abriß der Ruine im [ahre 1970 befand sie sich nachweisbar im Besitz der Müllerfamilie Höppner. Betrieben wurde sie bis um 1955, dann aber aufgrund der sogenannten Kollektivierung in der Landwirtschaft und dem folgenden Auftragsrückgang stillgelegt und dann abgebrochen.

15 Brinnis, Lindenhayner Straße 4. Bockwindmühle. Mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges findet dieser Bockwindmühlenstandort, der sich damals im Besitz des Windmüllers Martin Leine befand, im [ahre 1635 seine urkundliche Erwähnung. Als Windölmühle wird sie 1819 beschrieben und verkörperte mit allem Inventar und Gehöft einen Wert von 2 450 Taler. Seit 1832 war sie im Besitz der Familie Frenkel und später Kräger. Das neuere zur Anlage gehörende Gehöft wurde inschriftlich im [ahre 1860 erbaut. Letzter Müllermeister und Besitzer wird um 1943 durch Einheiratung der 1989 verstorbene Herbert Sebastian.

Er betrieb die Mühle bis 1960 noch gewerblich, dann aber bis zu seinem Tod im Nebenerwerb noch zum Schroten. Im [ahre 1946 wurden die Ruten demontiert, der Antrieb mit einem

Elektromotor ausgestattet und die Mühle untermauert. Die technische Ausstattung bestand aus drei Walzenstühlen, mit denen auch geschrotet wurde, und einer Haferquetsche. Das

Mühlengebäude ist dem äußeren Anschein nach noch heute relativ intakt.

16 Brodau. Bockwindmühle. Bereits um 1 750 bestand hier die Windmühle und das Gehöft der Familie des Müllermeisters Thörmer. Zum Inventar der Mühle gehörend werden zu diesem Zeitpunkt aufgeführt: 1 Sackseil, 1 Handleine, 1 Brechstange, 2 Siebe,

2 Breit Billen, 1 Spitz Bille,

2 Beutel, 2 Aufschüttfässer und 1 Netzkasten, alles mit einem Wert von 480 Gulden. Zusammen mit dem Wohnhaus waren von der Mühle jährlich 21 Taler Erbzins an das Rittergut Brodau zu zahlen. Letzte Besitzerin war 1 92 7 Frau Martha

Selle geborene Bothfeld

(* 1891), die sie in diesem [ahr stillegte und bis dahin

ausschließlich für Bauern und nur mit Windkraft gemahlen hatte. Die Hauptursache der Stillegung war die Begründung einer modernen Motormühle in der Zschortauer Bäckerei, aber durch eine andere Familie. Abgebrochen wurde die Bockwindmühle im [ahre 1943.

17 Dahlenberg/Pleckmühle, Pleckmühle 4. Wassermühle. Bereits im [ahre 1534 wird diese vom angestauten Grenzbach angetriebene Mühle als Teil des Lehens für den Rittergutsbesitzer Adam Löser auf Leipnitz aufgeführt. Letzter hier tätiger Müller und Besitzer war der 1944 verstorbene, aus der Grüne Mühle stammende, Müllermeister Otto Helbig und nach seinem Tod dessen Witwe bis 1955, dann wurde sie stillgelegt. Beide hatten das Gehöft um 1930 vom Müller Friedrich Böhme geerbt. Angetrieben wurde die Mühle bis zuletzt ausschließlich mit einem oberschlächtigen hölzernen

Wasserrad. Zur technischen Ausstattung gehörte ein Walzenstuhl, Schrotgang, Haferquetsche und bis um 1940 auch eine Schneidemühle. Die Abbildung zeigt das oberschlächtige Wasserantriebsrad um 1 930.

18 Delitzsch/Stadtmühle, Rosenthal Nr. 2. Wassermühle. Bis zum [ahre 1411 befand sich der Standort der Stadtmühle am Pfortenplatz, der zu diesem Zeitpunkt noch Mühlteich war, bis sie dann nach außerhalb der Stadtmauer an den Standort Rosenthal Nr. 2 verlegt wurde. Zeitweise enthielt sie im 15. und 1 6. [ahrhundert auch eine Walkmühle. 1747 wurde die alte Mühle abgerissen und das Mühlhaus als Fachwerkbau neu errichtet. Das Mühlwerk bestand aus drei Gängen, zwei Wasserrädern, Griesmühle, Fachbaugerinne und Zubehör und wurde vom durch den Stadtgraben fließenden Loberarm angetrieben. Der Spannrahmen enthielt eingeschnitzt ein Stück Mühlenpoesie: 'So

schnell, gewaltig und behen de Läuft oft der Mensch zu seinem Ende'. Bis zum [ahre 1807 befand sie sich im Besitz der Stadt und war immer für die Dauer von drei bis sechs [ahren ver-

pachtet. Dann wurde sie verkauft. Bis 1904 war die Mühle in Betrieb und diente später nur noch als Wohnhaus, bis es im Winter 1983/84 vollständig abgebrochen wurde.

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