Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6341-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29 Gerbisdorf, Mühlenstraße 20. Bockwind- und Motormühle. Gelegen an der Straße von Gerbisdorf nach Radefeld. Bereits im [ahre 1622 befand sich hier der Standort einer Bockwindmühle und war zu diesem Zeitpunkt im Besitz des Müllermeisters Andreas Züllsauer. Nachdem im [ahre 1834/35 die Mühle abgebrannt war, wurde sie 1837 wieder aufgebaut. Seit 1 937 befand sie sich im alleinigen Besitz des Bäckermeisters Arthur Kohlmann in Gerbisdorf, der sie noch bis 1948/49 mit Wind betrieb und hier letzter Müller war. Bereits um 1900 war mit der Mühle eine Bäckerei kombiniert. Seit 1945 wurde aber nur noch geschrotet.Am 28.Juni 1963 brach während eines Sturmes der letzte Flügel an der Mühle ab. Um 1925 wurde neben

der Bockwindmühle eine moderne Motormühle errichtet und bis 1 935 mit Dieselmotor, dann mit Elektromotor betrieben. Letzter privat arbeitender Müller und Besitzer war dort der

Müller Gerhard Mähnert bis 1976, dann übernahm sie die LPG, deren Nachfolger sie noch heute (1996) betreibt. Das Foto zeigt um 1938 links die Motor- und rechts die Bockwindmühle.

???????? c

Mclcrtnühle und 8" k .

Rrlhur KohJm~t erel Gerbisdorr. nn

.I

30 Gertitz, Windmühlenweg 9. Bockwind- und Motormühle. Das aus Klinkern der Greppiner Werke erbaute Wohnhaus wurde bei der Mühle gelegen im [ahre 1903 vom Mühlenbesitzer Ernst Franke errichtet, er und dessen gesamte Familie starb an Typhus. Die Motormühle wurde um 1 92 0 vom Müller Kurt Heidrich zusammen mit seiner verwitweten Mutter in Gertitz aufgebaut. Das Foto zeigt die Motormühle um 1930 mit dem davor stehenden von Pferden zu ziehenden Brotwagen. Mit diesem wurde das in der zur Mühle gehörenden Bäckerei gebakkene Brot und anderes immer Mittwochs und Samstags nach Sterkwitz zum Verkauf gefahren.

31 Glesien, Landsberger Straße 32. Bock- und Paltrockwindmühle. Einer der drei im heutigen Dorf Glesien gelegenen Mühlenstandorte, an der Straße von Glesien nach Wiedemar auf der rechten Straßenseite. Hierbei handelt es sich wohl um den ältesten Mühlenstandort in der Gemeinde. Die letzte Bockwindmühle wurde inschriftlich irn Iahre 1864 erbaut. Um

1 932 wurde sie als Paltrockmühle mit fast ebenerdigen Laufkranz umgebaut und noch bis 1941 mit Wind betrieben, daneben bei Bedarf seit etwa 1 92 5 auch mit Elektromotor. Die Ruten wurden 1941 demontiert. Die technische Einrichtung bestand aus Walzenstuhl, Schrotgang,

Getreidereiniger, Elevator und einen außen angebrachten Sackaufzug. Gemahlen wurde ausschließlich für Bauern und für die zum Grundstück gehörende eigene Bäckerei. Die Mühle

selbst wurde bis zum [ahre 1 960 betrieben und schließlich im [ahre 1963 abgerissen. Letzter Müller und Besitzer war der 1982 verstorbene Müllermeister Kurt Müller. Zum Gehöft

gehörte eine kleine, vier Morgen Land umfassende, Landwirtschaft. Die Abbildung zeigt den baulichen Zustand um 1910.

32 Göritz, Lindenhayner Straße. Bockwindmühle. Kurz vor 1911 aufgenommen, zeigt das Bild den Müller Gustav WinkIer mit seiner Familie. Sein Nachfolger war Willi Pauli, für den die Mühle und kleine Landwirtschaft keine ausreichende Existenz mehr bot, so daß er sich 1 92 7 im Adreßbuch nur als Bäcker eintragen ließ. In einer Ausgabe solch eines Buches von 1934 war sein Nachfolger OUo Fischer wiederum mit einer Bäckerei und Mühle eingetragen. Er war der letzte Göritzer Müller, der allerdings kurz danach die Müllerei völlig aufgab und sich nur noch der Bäckerei widmete. Diesem Beruf gingen auch alle anderen in der Folge oftmals wechselnden

Grundstückbesitzer nach. Nach zweimaligem Blitzeinschlag wurde das verfallene Grundstück mit Mühle aufgegeben und Anfang der siebziger [ahre vollständig abgebrochen.

33 Görschlitz, Außenbesitz 1. Wassermühle. Schon vor 1750 existierend war diese Wassermühle eine Gründung des örtlichen Rittergutes. Wie so viele andere war auch diese Wassermühle am Anfang des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familie Schlobach. Wegen der geringen Wasserführung des die Mühle antreibenden Schwarzbaches war der Mühlenbetrieb damals nur in einem Viertel des [ahres möglich. Jeder der vorhandenen zwei Gänge wurde von einem eigenen Mühlrad angetrieben. Das war auch so bei dem einen vorhandenem Schneidegang. Die schlechte Wassersituation führte dazu, daß ab 1905 die Mühle durch eine Dampf-Lokomobile

angetrieben wurde. Nachdem der Mahlbetrieb schon lange eingestellt war, wurde 1 956 auch der Sägebetrieb wegen mangelden Bedarfes geschlossen.

34 Grebehna, Mühlenweg 1. Paltrockwindmühle. Gelegen an einem von der von Zwochau nach Grebehna führende Straße südlich abgehenden Weg. Hier war es der Müller Karl ZeidIer, der im [ahre 1858 für 450 Taler zwei Morgen Feld vom Gutsbesitzer [ohann Gottlieb Knötzsch kaufte und auf diesem Land die erste Bockwindmühle errichtete. Diese Mühle brannte 1904 nieder. Zwei [ahre später wurde eine in Rödgen gekaufte und demontierte Bockwindmühle hier wieder, nunmehr aber als Paltrockwindmühle, aufgebaut. Seit etwa 1930 lief sie ersatzweise bereits mit Dieselmotorantrieb, ab 1947 mit Elektromotor. Parallel wurde sie aber noch bis 1946 auch mit Wind betrieben, bis in einem Sturm die Flügel abbrachen. Endgültig

stillgelegt wurde die Mühle 1947/48 und später abgebrochen. Mit der Mühle war eine kleine Bäckerei und eine kleine Landwirtschaft mit 2 Y2 Morgen Land verbunden. Letzter hier selbst arbeitender Müller und Besitzer war Willy Juckeland. Die technische Ausstattung der Mühle bestand aus Walzenstuhl, Schrot-, Spitz- und Mahlgang und Schälmaschine als Reinigung. Das Foto aus demJahre 1928 zeigtim Vordergrund die Familie Reinhard Juckeland.

oor'

-;

35 Großwig, Torgauer Straße. Bockwindmühle. Diese Mühle steht auf einem sehr alten Mühlenstandort. Der Überlieferung nach soll dort eine schon im 16. Jahrhundert erbaute Mühle im 17. Jahrhundert durch Sturm zerstört und dann neu aufgebaut worden sein. Tatsache ist, daß schon auf der 1753 von Peter Schenk in Amsterdam gestochenen Karte der Ämter Liebenwerda und Schlieben die Mühle bzw. der Mühlenstandort eindeutig eingetragen ist. Der heutige Mühlbau entstand allerdings erst in den [ahren 1845 bis 1847, nachdem man die alte Mühle abgetragen hatte. Auch das gefällige Mansarddach der Mühle weist auf jene Zeit hin. Von der Müllerfamilie Hübner wurde diese Mühle in mehreren Generationen bis

1945, zuletzt von Albert Hübner, gewerblich betrieben. Auch danach erfolgte noch lange Zeit eine weitere nebenberufliche Nutzung der Mühle.

36 Gruna, Dorfstraße. Windrad. Um 1922 ließ in Gruna der Besitzer des örtlichen Rittergutes, Karl Friedrich Moritz Graf von Hohenthal aufHohenprießnitz und sein Gutspächter Max Vohland, ein Windrad errichten. Mitten im Dorf am Rittergutshof neben der Kirche stehend, prägte die gewaltige Stahlkonstruktion des Windradturmes das gesamte Dorfbild. Die radial auf einer horizontalen Achse angebrachten zahlreichen Flügel wurden mittels einer Windfahne stets am Wind gehalten. Mittels dieses Windrades, auch als amerikanisches Windrad, Windmotor oder Windturbine bezeichnet, wurde elektri-

sche Energie für den Gutshof produziert. Schon lange außer Dienst, trug man Anfang der fünfziger [ahre das Windrad ab. Auf der Grundlage eines unscharfen Fotos aus jener Zeit wurde die Zeichnung vom Maler V Pohlenz angefertigt.

37 Hohenprießnitz, Noitzscher Straße 28. Bockwindmühle. Die Ersterwähnung einer Windmühle an diesem Standort erfolgte

1 625. Am Ende des vorigen Jahrhunderts wurde die damalige Bockwindmühle nach einem Bankrott des letzten Windmüllers Wolkwitz vom Gräflich Hohenthal'schen Rittergut aufgekauft. Auf Grund ihres schlechten Bauzustandes wurde die Mühle 1901 (die Zeichnung ist von V Pohlenz nach einem kurz davor aufgenommenen heute vergilbten Foto angefertigt) auf Abbruch an einen Meister Thon verkauft. In dem Mühlengehöft betrieb man allerdings auch noch später-

hin eine kleine MotormühIe. Anfang des Jahrhunderts betrieb diese Oswald Renner und als letzter Müller bis 1964 dessen Sohn Alwin Renner.

38 Hohenroda, Krensitzer Straße 13. Bockwindmühle. Im [ahre 172 2 erbaute der aus Brinnis stammende Windmüllermeister Christoph Gottfried Leine die erste Windmühle hier in der Nähe des Dorfes. Dafür kaufte er von zwei Bauern des Dorfes je ein viertel Acker für einen Kaufpreis von 18 Gulden. Sie diente als ÖI- und Kornmühle. Die heute noch desolat vorhandene Mühle stammt im Kern aus dem Erbauungsjahr 1790. Von 1817 bis heute war sie über fünf Generationen im Besitz der Familie Fügner. Nachdem Hohenroda 1 913 an das Elektronetz angeschlossen wurde, hat man auch die Mühle auf Motorantrieb umgestellt, bis sie um 1958 endgültig stillgelegt war.

Heute (1996) ist nur noch ein ruinöserTorso von dieser Mühle erhalten. Das Ölbild von 1 92 2 zeigt die noch völlig intakte Mühle und das dazugehörige Gehöft.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek