Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6341-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1'

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49 Laußig, An der Mühle 1. Bockwindmühle. Um 1780 soll auf diesem Grundstück eine Bockwindmühle errichtet worden sein. Durch Einheirat in die Müllerfamilie Thieme kam 1883 die Mühle in den Besitz von Eduard Kräger (das Bild von 1906/07 zeigt ihn mit Familie). Seit 1933 Eigentümer, ließ dessen Sohn Bernhard 1936 alle Mahlwerke aus der Windmühle aus- und in Form einer Motormühle in ein Wirtschaftsgebäude einbauen. Die nun stark entlastete Windmühle brach 1943 daraufhin auseinander. Der Antrieb der Motormühle erfolgte anfangs durch einen Dieselmotor und ab 1 953 mittels Elektroenergie. Der Mühlbetrieb wurde bis

1 956 voll und sodann nur noch zur Schrotung betrieben und 1990 endgültig eingestellt. 1993 erfolgte durch Familie Kräger eine Restaurierung aller Mahlanlagen zu Schauzwecken.

SOLemsel, Hausnummer 62. Bockwindmühle. Eine erste urkundliche Erwähnung erfährt diese Bockwindmühle im [ahre 1632 im Besitz des Müllermeisters Urban Starcke. Letzter Müller wird 1907 der Windmüller Richard Meinhardt, der hier auf dem Gehöft mit seiner Frau Alma geborene Foehring neben einer kleinen Landwirtschaft auch eine Bäckerei betrieb. Nachdem 1939 die Witwe Berta Meinhardt geborene Müller, verwitwete Grube undWolfin Dingelstedt die Mühle geerbt hatte, wurde sie stillgelegt und 1940 abgebrochen. Allein das weit außerhalb der Ortslage Lemsel sich noch

befindende Gehöft kündet von der ehemaligen Bestimmung als Mühlhof. Die Aufnahme gibt die Situation im [ahre 1930 wieder.

51 Liemehna, Zschettgauer Straße. Turmwindmühle. Diese Mühle wurde, wie so viele andere ihrer Bauweise, wohl im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts errichtet. Ihr letzter privater Mühlenbetreiber war über mehrere Jahrzehnte der Müller Otto Werner. Noch 1952 nutzte er die Windenergie zum Mahlen. Die Wetterfahne mit den Initialen 'LPG 66' läßt erkennen, daß damals die örtliche LPG die Mühle nutzte und auch Maßnahmen zu ihrem Erhalt ausführte. In jenem [ahr erhielt die Mühle ein neues Dach aus Zinkblech; bei dieser Gelegenheit hat man wohl auch die Windflügel und die Windrose entfernt.

Um die Mühle einer Fremdnutzung zuführen zu können, entfernte man späterhin das gesamte Mühlinventar. Nach Jahren des Verfalls hat jetzt das über einhundert [ahre alte Mühlge-

bäude wieder eine Zukunft; es wird als Wohnhaus ausgebaut.

Dor(sfra#fI,

52 Lissa, Alte Salzstraße 1. Bockwindmühle. Gelegen an einem von der Straße von Klein Lissa nach Kölsa östlich abgehenden Weg. Erbaut wurde sie als kurfürstliche Mühle mit einem dazugehörigen Wohnhaus für den Pachtmüller. Im [ahre 1605 wurde sie dann aber den Anspännern [acob Barth und Veit Dabberstiel erblich im Rahmen eines Kaufes eingeräumt und ging damit in Privatbesitz über. Letzter Besitzer und hier arbeitender Müller war Bruno Kirchhof, der sie 1949 stilllegte und unmittelbar darauf abreißen ließ, da er in Groß Lissa gleichzeitig eine moderne Motormühle erbaut hatte. Das Gehöft wur-

de bereits 1909 an das Elektronetz angeschlossen, die Mühle selbst aber erst seit etwa 1 935 auch ersatzweise damit angetrieben. Mehl gemahlen wurde bis 1940, dann nur noch bis 1949 ge-

schrotet. Zum Mühlengehöft gehörte eine sechzig Morgen Land umfassende Landwirtschaft. Zur technischen Ausstattung gehörte ein Walzenstuhl, Mahl- und Schrotgang, Spitz-, Schäl-

und Mischmaschine. Das Bild zeigt die Mühle und Gehöft im [ahre 1917.

53 Löbnitz, Delitzseher Straße 28. Bockwindmühle. Im Ort hat es neben einer Schiffmühle an der Mulde wohl zumindest zeitweise drei Bockwindmühlen gegeben. Die früheste urkundliche Erwähnung erfährt ein Bockwindmühlenstandort in Löbnitz im [ahre 1576. Erbaut wurde diese Mühle um 1760, wobei der Sterz zum Wenden der Mühle mit 1813 datiert ist. Von den Erben des [ohann Carl Leine kauft 1831 für 2 000 Taler der Müllermeister Friedrich Wilhelm Krahnefeld die Bockwindmühle. Letzter damit bis 1 936 Mehl mahlender Müller wird dann schließlich 1 932 der aus Zwochau stammende Mül-

Ier Martin Döbler. Dabei ergab eine Tonne Getreide pro Tag bei vierziger Ausmahlung acht Zentner Mehl. Heute (1996) wird noch vom Müller Werner Döbler in der Mühle geschrotet. Die Mühleneinrichtung besteht noch aus einem Schrotgang und Haferquetsehe. Bis 1924 wurde ausschließlich mit Windkraft, dann mit Elektroantrieb gemahlen. Die Mühle ist als Einzeldenkmal unter Schutz gestellt und erhielt 1994 neue Ruten und Antriebsrad.

54 Mocherwitz. Bockwindmühle. Eine Bockwindmühle kam wohl erstmals im ausgehenden 16. [ahrhundert als landesherrliche Amtsmühle in kurfürstlichen Besitz. Der Standort war und ist auf der wüsten Ortsmark Gruppach. Erstmals ging im [ahre 1606 diese Mühle für 400 Gulden in den Besitz des bisherigen Pächters Bendix Heinze über. Nachdem der Müller Urban Starcke bereits 1632 die Windmühle in Lernsel und etwa zur gleichen Zeit auch die in Lissa besaß, kaufte er 1639 für 400 Gulden auch diese Windölmühle, die er auch unbeschadet über den Dreißigjährigen Krieg hin-

weg rettete. Über seinen Sohn und Enkel kam sie 1703 mit dem dabei gelegenen Wohnhaus an die Familie Höppner und später Städter, so daß diese Mühle auch über die Töchter über

300 [ahre in Familienbesitz verblieb. In den Tagen der

V ölkerschlacht brannte 1813 die Mühle nieder und war 1823 wieder an gleicher Stelle aufgebaut. Der letzte hier tätige Müller

wird 1949 Herbert Ihbe, der irn Iahre 1952 das Mahlen einstellte.

55 Mockrehna, Schildauer Straße 17. Turmwindmühle. 1883 erbaute Wilhelm Richter auf freiem Feld diese Mühle und vier [ahre später ein Wohnhaus dazu. Bis etwa 1923 betrieb man sie noch ausschließlich mit Windkraft, das heißt durch Windflügel sowie Windrose, welche die Mühle automatisch in den Wind drehte. Danach nutzt man diese Energiequelle in immer geringeren Maße, da ein Diesel- und 1943 ein Elektromotor eingebaut wurde. Eine völlige Umstellung der Mühle, von der Mehlproduktion auf die Futtermittelherstellung erfolgte 1960; in deren Folge wurde schrittweise die ge-

samte Mühltechnik ausgewechselt. Der Ausbau der Mahlsteine sowie Walzenstühle und der Umbau auf Hammermühlenbetrieb erfolgte 1 978. In der vierten Generation im Besitz, betreibt seit 1991 Volker Richter die Mühle.

56 Naundorf, Hauptstraße 23.Turmwindmühle. Im letzten Viertel des 1 9. [ahrhunderts wurde diese Mühle durch Walter Strauß errichtet. Die Müllerfamilie wohnte die ersten [ahre in der Mühle und errichtete um 1900 dazu ein Wohnhaus. Nach dem Tod des Müllers 1 950, betrieb die Mühle Gerhard [ahn (das Bild zeigt ihn 1 950 anläßlich seiner Hochzeit) als Pächter, bis er 1 952 den Betrieb einstellen mußte. Der Antrieb der Mahlwerke erfolgte bis dahin nur durch Windkraft, da das Grundstück erst 1 956 an das Stromnetz angeschlossen wurde. Auf Grund schwerer Orkanschäden im [ahr 1963 an den Antriebsteilen, aber insbesondere dem Mühl-

dach, verfiel die Mühle zusehends. Durch deren Verkauf im Iahr 1991 zum gefühlvollen Ausbau als Wohnhaus konnte die Mühle als landschaftsprägendes Element gerettet werden.

57 Paschwitz, Mühlweg 4. Turmwindmühle. Um 1848 soll auf dem Mühlberg eine Bockwindmühle errichtet worden sein. Da sie ein Raub der Flammen geworden war, ließ der Müller Ernst Starke 1883 an gleicher Stelle eine massive Turmwindmühle errichten. Ohne Windrose ausgestattet, muß die Mühle mit dem durch Handkraft zu betätigenden Innenkrühwerk im Wind gehalten werden. Vom Müller Alexander Schwarze (er hatte die Mühle von Franz Stoppe übernommen) erwarb

1 933 Ernst Friedemann die Mühle. 1938, 1946 und 1965 ließ er umfangreiche Umbauten ausführen. Nach einem Sturmschaden der Flügel 1968, wurde die

Mühle nur noch elektrisch betrieben. Seit 1975 führt Edgar Friedemann den kleinen Mühlbetrieb. Er ließ 1991/93 das Mühlgebäude sanieren und auch wieder mit Flügel versehen.

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58 Paupitzsch. Wassermühle. Die unweit des Dorfes am Ortsausgang nach Petersroda gelegene und vom angestauten Lober angetriebene Wassermühle war bis zum [ahre 1836 dem Rittergut Neuhaus zins- und frondienstpflichtig. Bis 1638 war hier Andreas Voigt Wassermüller, ging dann aber in die Naundorfer Wassermühle bei Schenkenberg. 1836 besaß sie der Müller Carl Weineck, der seine dem Rittergut zustehenden Mahldienste in Höhe von 2 100 Taler abgelöst hatte. Schließlich kaufte 1893 der Rittergutsbesitzer Friedrich Schirmer die Mühle zu seinem Gutsbesitz. Um 1918 kam die Mühle in den Besitz von Bäckermeister Hahn, der die Mühle von Wasserradantrieb aufTurbinenantrieb umstellte sowie

den Bäckereibetrieb vom aufgegebenen Windmühlengehöft hierher verlegte. Um 1935 wurde die Mühle ersatzweise auch mit Elektromotor betrieben, bis um 1947 aber auch noch mit Turbine. Mit der Erweiterung des Braunkohletagebaues wurde der Wasserantrieb stillgelegt und nur noch die Bäckerei betrieben. Das gesamte DorfPaupitzsch mußte 1 975/7 6 dem Braunkohlentagebau der Grube Goitzsche weichen und wurde abgebrochen. Die Abbildung zeigt die Mühle um 1950.

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