Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6341-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 1'

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59 Pressel, Windmühlenweg. Bockwindmühle 'Brand' . Diese Mühle stand außerhalb des Ortes auf dem Galgenberg, ohne ein in unmittelbarer Nähe befindliches Mühlgehöft. Der Überlieferung nach wurde sie um 1850 durch Umversetzung einer Mühle aus dem Raum Delitzsch errichtet. Ehemals im Besitz der Müller Säurich und Heinrich gewesen, erbte der letzte Müller Rudolf Brandt die Mühle 1936 von seinem Vater August. Ganz allein betrieb Müller Brandt bis

1 950 die Mühle. Erleichtert wurde seineArbeit nur dadurch, daß die Mühle ehemals auch durch einen Dieselmotor angetrieben werden konnte und seit etwa 1930 durch einen Elektromotor. In einem Sturm schwer beschädigt, wurde die Bockwindmühle

(das Bild zeigt sie 1968) 1976 abgetragen.

60 Pressen, Behlitzer Straße 1. Bockwindmühle. Mit ihrer ehemals typischen Mansarddachform dürfte diese Mühle wohl, wie eine Reihe anderer Mühlen dieser Bauform, der Zeit um 1840 bis 1850 zuzuordnen sein. Anfang des lO.Jahrhunderts war der Mühlenbesitzer Max Murche. Nach dessen frühen Tod heiratete die Witwe den Müller Willi Ohmann, so daß dieser seit Anfang der dreißiger bis weit in die siebziger [ahre die Mühle betrieb (das Foto zeigt die Mühle 1972, als sie noch betrieben wurde). Nachgewiesener Maßen erfolgte das noch bis 1 95 1 gelegentlich mit Windenergie, später dann nur noch mit Elektroantrieb. In den letzten Jahren wurde mit der Mühle allerdings nur

noch geschrotet. Am 5. Dezember 1990, um 1 Uhr, brach die schon rein äußerlich sehr desolate Mühle mit lautem Getöse in sich zusammen; ihre Holzteile verfeuerte man.

61 Reibitz, Teichstraße 16. Wassermühle. Diese zum damaligen Zeitpunkt zweigängige und von der angestauten Leine angetriebene Wassermühle wurde irn Iahre 1677 vom Rittergutsbesitzer Vitzthum von Eckstädt aufKlein Wölkau als gleichzeitigen Besitzer dieses Dorfes Reibitz erbaut. Im [ahre 1777 wird ein Gottfried Hofmann als Eigentumswassermüller hier genannt. Bis zum [ahre

1841 war sie auch dem hiesigen Rittergut zinspflichtig und befand sich im Besitz des Müllers FriedrichAugust Otto. Bis zur Zinsablösung hatte der jedesmalige Besitzer dieser Mühle jährlich 62 Scheffel Korn als Zins an das Rittergut zu zahlen. Bis um 1965 wurde die Mühle wohl ausschließ-

lich mit einem Wasserrad, gespeist durch den vom großen Teich abgehenden Mühlbach, angetrieben. Das letzte Wasserrad war aus Eisen, dann wurde aufElektroantrieb umgestellt. Der

letzte hier tätige Müller wird um 1970 ein Herr Wendland aus Badrina, der diese Mühle für die LPG zum Schroten noch bis 1980 betrieb. Dann wurde sie stillgelegt. Der Mühlgra-

ben wurde vollständig verfüllt und ist nicht mehr erkennbar.

62 Schenkenberg, Delitzscher Straße. Wassermühle. Die vom Lober angetriebene Wassermühle wird 1450 erstmals urkundlich erwähnt. Das mit der Mühle verbundene Fachwerkwohnhaus wurde im [ahre

1 771 errichtet und dient heute noch als Wohnhaus. Nachdem der Ort und die Mühle 1 913 an das Elektronetz angeschlossen waren, wurde auch das Mühlwerk damit angetrieben. Das Wasserrad verfiel, die Mühle selbst stellte 1 964 ihren Betrieb ein.

63 Seelhausen, Gehöft Nummer 34. Bockwindmühle. Die hier in der Nähe des Dorfes gelegene Mühle wurdeimJahre 1847 errichtet. Sie stand zwischen den nach Paupitzsch und Laue führenden Straßen. Letzter Müller und Besitzer war der 1870 in Seelhausen gebürtige Müllermeister Louis Parthey. Während eines Sturmes im [ahre 1912, wurde die Mühle vom Bock abgehoben und rollte etwa 500 m weit in Richtung des Dorfes Laue. Nach dieser Zerstörung wurde hier im Ort keine Mühle mehr aufgebaut und betrieben. Zum Mühlengehöft gehörte eine vierzig Morgen Land umfassende Landwirtschaft.

Das Foto zeigt die Müllerfamilie Parthey im [ahre 1909. Der gesamte Ort mußte 1986 dem Braunkohlentagebau der Grube Goitzsche weichen und wurde abgebrochen.

64 Spröda, Dübener Straße. Bockwindmühle. Hier war im [ahre 1717 der Windmüller [ohann Christoph Schmidt Besitzer. Er verließ aber in diesem [ahr die Mühle und ging nach Delitzsch. Noch im [ahre 1948 war sie mit Flügeln versehen. Nachdem auch

sie durch die Kollektivierung in der Landwirtschaft ihre Existenzgrundlage verloren hatte, wurde sie um 1969 endgültig abgebrochen. Das nordwestlich vom Dorf etwa 300 m entfernt abseits liegende Gehöft bildet den traurigen Rest einer langen Tradition.

65 Sprotta, Dorfstraße 40. Bockwindmühle. Der Lossaer Pachtmüller [ohann David Hofmann kaufte im [ahr 1754 vom Sprottaer Erbrichtergut ein Acker Feld für 50 Gulden. Nachdem ihm von der Thallwitzer Gerichtsherrschaft gegen Übernahme eines Erbzinses die Konzession für eine Windmühle erteilt worden war, begann er mit dem Bau. Unmittelbar darauf erhob der kurfürstliche Förster Große in Doberschütz Einspruch, indem er behauptete, durch diese in der Wildbahn geplante Windmühle würde, wie durch ein Gespenst, die Hochjagd für den Kurfürsten schwer geschädigt. Erst 1765 durfte

der Mühlbau beendet werden. Schon 1779 wurde sie aber durch einen Sturm umgeworfen. 1895 besaß diese Mühle Richard Höpner, der sie bis weit ins 20. Jahrhundert betrieb. Zuletzt an Paul Seifert verpachtet, brach man die Mühle in den sechziger [ahren ab.

66 Tiefensee, Dorfstraße 73. Bockwindmühle. 1885 erwarb Gustav Pötzsch das Bockwindmühlengrundstück Wend. Wenige [ahre danach ging diese Mühle durch Brandstiftung verlustig. Müller Pötzsch erwarb darum aus Delitzsch, von der Elberitzer Mark, die 1847 durch Ernst Gotthelf Troitzsch errichtete Bockwindmühle zum Umversetzen. 192 6 ließ Gustav Pötzsch (das Foto zeigt ihn mit Familie) einen langsam laufenden Dieselmotor zum Mühlenantrieb installieren; unter seinem Schwiegersohn Otto Lorenz wurde 1940 sodann ein Elektromotor eingebaut. Nach dem Tod des Müllers Lorenz

1 95 1, betrieb dessen Tochter Maritta Sommerfeld die Mühle noch zwei [ahre;

dann wurde sie stillgelegt. Nach einem fast völligen Verfall ist die Mühle 1992/94 durch Fred und Michaela Sommerfeld zu Schauzwecken rekonstruiert worden.

67 Trossin, Dahlenberger Straße 1. Wassermühle. Ehemals zum örtlichen Rittergut gehörig wurde die Mühle erstmalig 1553 erwähnt. Die heutigen Gebäude (so wie sie auch das ältere Foto zeigt) errichtete 1908 Familie Richter. Zu jener Zeit trieben noch zwei Wasserräder die Mahlwerke an. Seit 1923 erfolgte das über eine Wasserturbine und später zunehmend durch Elektroenergie. Seit

1 93 1 im Besitz der Familie Lerche, modernisierte diese in zwei Generationen die Mühle entsprechend den Erfordernissen. Nebenher wurde bis 1951 Brot gebakken und in einem Ladengeschäft neben anderen Lebensmitteln verkauft. Seit 1988 ist Mühlenbesitzer Herr Uwe Rühlmann. Er

modernisierte den Mühlenbetrieb und nahm unter anderem auch die Produktion von Mühlenerzeugnissen ökologischen Getreideanbaus ins Erzeugnisprogramm auf.

68 Wedelwitz, Am Bach 6. Wassermühle. Diese sehr alte Mühle gehörte 1852 der Frau des Mehlhändlers und Bäckers Kohlisch. 1880 erwarb die Mühle der Müller August Spott. Zu jener Zeit hatte die Mühle ein Wasserrad sowie einen Mahlgang; der durch den Bach Knatter angestaute damalige kleine Mühlteich erlaubte keine weiteren Antriebsanlagen. In den dreißiger [ahren aufDieselantrieb umgestellt, erfolgte Anfang der vierziger [ahre die generelle Umstellung auf Elektroenergieantrieb. Bis 1961 betrieb die Mühle Richard Spott, den das Bild mit seiner Frau Linna zeigt. Als im gleichen [ahr deren Sohn Arno den Betrieb übernahm, mußte er sofort in die LPG eintreten. Im [ahr

1959 aufMischfutterherstellung umgestellt, baute die LPG die Mühle aus und nutzte sie bis 1990. Das Inventar wurde sofort danach ausgebaut.

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