Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6360-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Einleitung

In Rahmen der Erfassung aller ehemals vorhandener Mühlen im Kreis Delitzsch sowie dem anschließenden Gebiet des KreisesTorgau-Oschatz bis zur Elbe, wurden über 200 Mühlen registriert. Die technische und historische Datenausbeute war bei den einzelnen Mühlen sehr unterschiedlich. Von etwa dreiviertel der Mühlen, die bis ins 20. [ahrhundert bestanden, konnten Bilddokumente ermittelt werden. Dadurch, wie auch durch die begrenzte Möglichkeit der Bilddarstellung in diesem, wie auch schon im Band I, ist natürlich keine vollständige Mühlenrepräsentation der 'Mühlenregion Nordsachsen' möglich. Für jeden Hinweis und die Zurverfügungstellung weiterer bildlicher Sachzeugen zur Vervollständigung der Mühlendokumentation sowie für die Erarbeitung eines eventuellen Band III dieser Reihe, sind die Autoren dankbar.

Nur mit wenigen Worten sind hier die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Mühlenerfassung aufGrund ihres Umfanges nicht darstellbar. Die ältesten Mühlenstandorte sind die landesherrlichen Wassermühlen in der Nähe von Torgau an der Elbe und von Eilenburg sowie Bad Düben an der Mulde. Später folgten Begründungen im Spätmittelalter auf Grund und Boden der Rittergüter an kleinen Bachläufen. Bockwindmühlen treten im Untersuchungsgebiet ertstmalig im 16. Jahrhundert in zunächst wenigen Einzelfällen auf, so

ertstmalig 1536 in Delitzseh. Erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden in zahlreichen Dörfern neue Windmühlenstandorte begründet, denen um 1840 in Folge der Separation der landwirtschaftlichen Nutzflächen und daraus resultierender Ertragssteigerungen weitere folgten. Den Abschluß dieserTechnologien bildeten danach bis um 1890 die neu erbauten steinernen Turmwindmühlen.

Eine kaum bekannte Form bildeten die an Ufern verankerten Schiffmühlen auf der Mulde und Elbe, die auf letzterer bereits um 1400 urkundlich genannt werden. Nach den bei allen Typen von Mühlen verarbeiteten Produkten und Erzeugnissen unterschied man Mahl-, Schneide-, Walk-, Papier-, ÖI-, Pulver-, Hirsestampf-, Hammer- und Seidenmühlen. Insbesondere an wasserreichen Flußläufen konnten mehrere dieserTechnologien gleichzeitig mittels mehrfachen Wasserantriebs genutzt werden. Es bestanden zum Beispiel 1767 im kursächsischen Amt Düben 2 Windmühlen, 3 Schiffmühlen und 12 Wassermühlen; im Amt Eilenburg 12 Windmühlen, 4 Schiffmühlen und 10 Wassermühlen; imAmtTorgau 23 Windmühlen, 24 Schiffmühlen und 44 Wassermühlen; imAmt Delitzsch (innerhalb des heute zu Sachsen gehörigen Gebietes) 43 Windmühlen, 1 Schiffmühle und 13 Wassermühlen.

Das Gebiet heute betrachtend ist der Mühlenbestand we-

sentllich geringer, aber im Verhältnis zu anderen Gebieten gesehen, trägt die Region den Namen 'Mühlenregion Nordsachsen' doch zu recht. Alle Mühlenfreunde sind aufgerufen für den Erhalt und die Rekonstruktion der verbliebenen Mühlen der Region einzutreten.

Für die Unterstützung unserer Arbeit möchten wir allen Mühlen- und Heimatfreunden, den Museen, Ortschronisten sowie dem 'Verein zur Förderung des ländlichen Raumes der Dübener Heide e.v', Träger des Aufbaues der Fremdenverkehrsregion 'Mühlenregion Nordsachsen' , unseren herzlichsten Dank aussprechen.

Mit dem alten Müllergruß 'Glûck zu',

Hans-Joachim Böttcher, Bad Düben Manfred Wilde, Delitzsch September 1996

1 Audenhain, Dorfstraße 73. Wassermühle 'Große'. Erstmals 1628 im Besitz von Daniel Große erwähnt, befindet sich diese Mühle noch heute im Besitz von dessen Nachkommen Helmut Große. Ehemals war sie Mahl- und Schneidemühle, die von zwei versetzt angeordneten oberschlächtigen Wasserrädern angetrieben wurde. Der Betrieb der Schneidemühle erfolgte bis etwa 1921; dann hat man sie abgebrochen. Die verbliebene Mahl- und Schrotmühle ist durch Paul Große in Funktion gehalten worden. Das erfolgte noch bis 1948/49 mit Wasserradantrieb (das Bild zeigt den Wasserzufluß), in den drei-

ßiger [ahren aber auch bei Bedarfmit einem Dieselmotor und seit um 19411942 mit Elektroantrieb. Mit dem Tod des Müllers

1 977 wurde das Gewerbe abgemeldet. Die Mühle mit

ihrer altertümlichen Technik blieb jedoch voll funktionsfähig erhalten.

2 Audenhain, Dorfstraße. Bockwindmühle 'Große'. Über die Ersterwähnung und die Besitzer dieser ehemals südöstlich von Oberaudenhain stehenden Mühle berichtet der folgende Zeitungsbeitrag von 192 7: 'Auf eine 3 OOjährige Ahnenreihe kann der Bauerund Mühlenbesitzer Paul Große zurückblicken. Im ersten Kirchbuche von Audenhain, das Pfarrer Kaspar Heidenreich im [ahre 1593 begonnen hatte, steht verzeichnet, daß der vorgenannte Pfarrer im [ahre 1628 nach der Beerdigung des Wind- und WassermülIers Daniel Großes Sohn in Oberaude (jetziges Oberaudenhain) während des Essens im Trauerhause da-

selbst plötzlich verstorben ist. Das Gut nebst Windund Wassermühle (die Windmühle ist vor einigen [ahren abgebrochen worden) befindet sich seit dieser Zeit ununterbrochen im Besitz der Familie Große.'

3 Audenhain, Dorfstraße 118. Wassermühle 'Schreiber' . Diese alte Mühle war ehemals, wie fast alle anderen Wassermühlen auch, eine Mahl- sowie Schneidemühle. Das kleine Gebäude auf der rechten Fotohälfte war die Schneidemühle, während links mit dem Wohnhaus verbunden sich die Mahlmühle befand; das mittelschlächtige Wasserrad war dazwischen angeordnet. Generationen ist diese alte Mühle im Besitz der Familie Schreiber gewesen. In unserem [ahrhundert waren das Gustav Schreiber, dann dessen Sohn Otto und zuletzt dessen Sohn Heinz Schreiber. Bis etwa 1960 betrieben, wurde das Grundstück in der Folge

derart umgebaut, daß es heute nicht mehr als Wassermühlengrundstück erkermbar ist. Das insbesondere auch, da der Mühlteich 1971 aufWunsch des letzten Müllers verfüllt wurde.

4 Audenhain, Dorfstraße 1 97. Bockwindmühle 'Richter'. Der Familienüberlieferung nach war es 1 92 5, als die damals von Wilhelmine Richter geführte Bockwindmühle den Flammen zum Opfer fiel. Das Bild ist ein amateurhaftes Aquarell, das vor dem Brand der Mühle von ihr angefertigt wurde. Sofort nach dem Unglück begann man mit dem Aufbau eines dreigeschossigen Motormühlengebäudes in dem man die Arbeit weiterführte. 1 92 8 trat Wilhelm Richter das Erbe seiner Mutter an; er führte die Mühle bis 1958. Dessen Sohn Walter betrieb danach nur noch zwei [ahre als selbständiger Lohn- und Handelsmüller die Motormühle. Die so-

dann erfolgte Übernahme der Mühle durch die LPG brachte es mit sich, daß diese auf die Mischfutterherstellung umgestellt wurde.

In dieser Betriebsart war die Mühle bis 1982 in Betrieb; in der Folge hat man die Mühleneinrichtung vollständig demontiert.

5 Authausen, Görschlitzer Straße 8. Bockwindmühle 'Ludwig'. Wohl auf dem Standort der schon 1619 erwähnten FreigutMühle, wurde diese Mühle 1713 errichtet. Die Müllerfamilien Kronbügel, Lehmann (diese Familie zeigt das Bild) und Schwarze gehörten zu den früheren Besitzern. Seit um 1900 wurde sie bei Bedarf durch einen Rohölmotor angetrieben, während 1943 ihre Elektrifizierung im Zusammenhang mit der Modernisierung der Vermahlungstechnik erfolgte. Seit Anfang der siebziger [ahre war unter dem letzten Müller Kurt Schwarze die Mühle nur noch gelegentlich zum Schroten in Betrieb. Seit 1981 im Besitz der Familie

Ludwig schroteten und quetschten auch noch diese vier [ahre mit der Mühle. Seit 1992 in Rekonstruktion befindlich, wurde sie auf Land der Gemeinde versetzt, die jetzt Mühlenbesitzer ist.

6 Bad Düben, Torgauer Straße 26. Wassermühle 'Neumûhle' . Bis in die jüngste Vergangenheit durch die LPG genutzt, ist diese Mühle trotz ihres Namens sehr alt. Schon vor 1620 stand auf dem Grundstück eine Pulvermühle, die vermutlich abbrannte. Das Mühlprivileg nutzend, wurde kurz nach 1688 die 'Neumûhle' erbaut. Ihre Geschichte ist gekennzeichnet durch Streitereien um das Wasserrecht mit der Stadtmühle sowie Brände. So wurde schon 1704 die Mühle unter Müller Merker ein Opfer der Flammen. 1844 legte ein Brand das gesamte Mühlgehöft mit Mahl- , Schneide- und ÖI-

mühle in Asche. Die Schneidemühle brannte 1861 endgültig nieder und wurde nicht wieder aufgebaut. Unter der Müllerfamilie

Born kam es 1888, 1904 und 1921 wiederum teilweise zu verheerenden Bränden.

7 Bad Düben, Parkstraße 1. Wassermühle 'Obermûhle'. Zum 1156 erstmalig erwähnten Ort 'Mûhldorf' gehörig, erfolgte die Ersterwähnung der Obermühle 1531. Um 1600 mit drei Gängen, mußten für die Mühle 72 Scheffel Korn und 240 Steuerschocke entrichtet werden. Seit 1708 besaß die Mühle auch für etwa 100 [ahre einen Schneidegang. Für etwa 15 0 [ahre, bis 1894, im Besitz von Familie Schneider, ließen diese noch eine Öl(bestand etwa 100 Jahre) sowie zwei kurzzeitig bestehende Walkmühlen einbauen. 1926 wurde die Obermühle, zu der auch eine große Landwirtschaft ge-

hörte, letztmalig modernisiert. Die beiden letzten Besitzer, Generaldirektor Schübner und ab 1946 Bauer Dalibor, verpachteten jeweils den Mühlbetrieb, der Ende der vierziger [ahre die

Arbeit einstellte. Die Zeichnung der Mühle wurde von einem Herrn Woitke 1965 angefertigt.

8 Bad Düben, Niedermühle 1, Wassermühle 'Niederrnûhle' . Diese zum Mühldorf zu rechnende Mühle wurde 1619 urkundlich ersterwähnt. In einer Getreiderechnung ist angeführt, daß die Mühle 36 Scheffel Korn zinste und seit 1604 zusätzlich 7Y2 Scheffel für einen unterschlächtigen Mahlgang. Der erste Mahlgang muß also oberschlächtig gewesen sein. Für 172 6 ist erwähnt, daß die Mühle drei Mahlgänge besaß sowie eine Ölmühle, und für 1785, daß sie auch eine seit langem unbrauchbare Walkmühle aufwies. Die letzten Mühlbetreiber waren Max Küster senior (das Bild zeigt ihn

und seine Frau) und ab 1949 Max Küster junior; unter letzterem erfolgte die Betriebseinstellung (zuletzt

nur noch Schrotung) Anfang der sechziger [ahre. Die Tradition in gewisser Hinsicht wahrend, befindet

sich jedoch noch heute die Bäckerei Paetsch in der Mühle.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek