Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6360-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2'

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29 Görschlitz, Dorfstraße 48. Bockwindmühle.An diesem sehr alten Mühlenstandort wurde schon vor 1750 eine Mühle erwähnt. Überliefert hat sich für das [ahr 1846 der Name des Pachtwindmüllers Christian Linke. Unter C. Wittig wurde die Mühle 1881 mit einem Mahl- und einem Spitzgang neu erbaut. Ab 1908 betrieb der damalige Besitzer Carl Weichert zusätzlich zur Mühle eine Bäkkerei. So hielt es auch sein Nachfolger ab 192 9, der Bäckermeister Gerlach. Nachdem 1952 die Bockwindmühle abgetragen wurde, schrotete Meister Gerlach noch bis um 1960 zur Nachbarschaftshilfe in einer Scheune weiter. Hauptberuflich betrieb er

allerdings bis 1965 mit Hilfe seiner Frau eine Lohnbäckerei, in der er Brot und Brötchen herstellte und auch zum Teil selbst an den Kunden auslieferte.

3 0 Großwig/Niederoder Feldmühle. Wassermühle. Sie befindet sich etwa 400 m südwestlich der geschlossenen Ortslage, hinter dem Bad. Sie entstand wohl erst in den Folgejahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg als Gründung des hiesigen Rittergutes. Ein im Gehöft noch erhaltener Stein zeigt die Jahreszahl 1773 und weist damit auf das Erbauungsjahr des zuletzt noch erhaltenen Mühlenkomplexes hin. Nachdem im [ahre 1905 der Müller August Geißler zunächst die Mühle vom Rittergut gepachtet hatte, konnte er sie schließlich 1907 käuflich erwerben. Sie umfaßte eine Mahl-

und eine Schneidemühle. Nachdem die Letztere um

1 92 0 stillgelegt war, betrieb man noch bis 1945 die Mahlmühle. Aufgrund des zuletzt schlechten Zustandes der Mühlentechnik

wurde sie schließlich aber ganz stillgelegt. Der Antrieb erfolgte bis dahin ausschließlich durch ein oberschlächtiges Wasserrad mit einer Leistung von 7 PS.

31 Großwig/Obermühle. Haus Nr. 26.Wassermühle. Gelegen an der Ortsdurchfahrt der Bundesstraße, rechts von Weidenhain kommend. Bereits um 1850 war sie im Besitz der Familie Barthel und bis dahin dem hiesigen Rittergut lehn- und zinspflichtig. Im [ahre 1942 fand die letzte Erneuerung des Mühlrades statt. Nach den restriktiven Maßnahmen der Kollektivierung der Landwirtschaft konnte nach 1960 nur noch für den Eigenbedarf geschrotet werden. Während eines schweren Umwetters am 20. Juli 1965 wurden der Wasserlauf und das Wasserrad so schwer beschädigt, daß darauf die Mühle

stillgelegt werden mußte. Die technische Ausstattung bestand bis dahin nur aus einem Mahl- und einem Schrotgang, der Antrieb auf der Basis eines oberschlächtigen Wasserrades. Die Ab-

bildung zeigt im Vordergrund den angestauten Mühlteich mit dem Mühlengehöft im Hintergrund.

32 Gruna, DorfstraBe 9. Schiffmühle. 1460 in einem Lehnbrief für die von Spiegel erstmals erwähnt, änderte die Schiffmühle mehrmals ihren Standplatz. In der jüngeren Zeit machte die Mühle 1 92 1 von sich reden. Auf Grund schweren Brandschadens lieB der Müller diese zu einem Zwitter zwischen Schiffund Wassermühle umbauen. Die Mahlwerke ordnete man in einem Schuppen am Ufer an, auf dem auch das Getriebe und die eine Seite des Wellrades ihr Lager erhielten, während die andere Seite weiterhin auf einem verankerten Schiffrumpf auflag. Schon 192 7 wurde diese Antriebsart unter dem Müller Wilhelm Albrecht

wieder zerstört. Die Gebäude am Ufer baute man danach zu einer kleinen dörflichen Industriemühle aus. Müller Edmund Brenne betrieb diese bis in die Zeit der LPG-GrÜndungen.

33 Hayna, Haynaer Weg 12. Bockwindmühle. Gelegen südlich vom Dorf an einem Weg nach Radefeld. Im [ahre 1839 kaufte der Müller [ohann Christoph Meissner für 100 Taler 1 Morgen Feld von einem Haynaer Bauern und erbaute die erste Mühle im Dorf. Das heute noch bestehende Wohnhaus wurde zusammen mit einer neuen Bäckerei im [ahre 1896 errichtet. 192 7 befand sich der gesamte besitz in der Hand von Hermann Schröter. Nach dessen Tod wurde die Mühle 1 932 stillgelegt, war aber bis zuletzt ausschließlich mit Wind betrieben. Die Bäckerei war noch bis 1 952 in Betrieb. Die Mühle selbst wurde 1965 abgerissen, in

dieser Zeit auch die Stallund Bäckereigebäude. Die Abbildung zeigt den Zustand um 1935.

34 Hohenprießnitz, ehemals auf der Mulde unterhalb des Lusthausberges. Schiffmühle. Erstmalig wurde diese Mühle 1584 unter dem Müller Paul Saupe erwähnt. Für 1625 ist sodann ein Schiffmüller Valten Eulenburgk überliefert und für die [ahre um 1816 August Ruhmer. Wohl zu seiner Zeit - es war 181 9 - wurde die Schiffmühle während eines Hochwassers weggerissen. Wie so manche andere Schiffmühle war auch diese nicht nur den Gefährdungen durch Hochwasser und Eisgang ausgesetzt, sondern auch durch Feuer; so berichtet das Hohenprießnitzer Dokumentenbuch auch von einem Brand dieser Mühle. Im Besitz des Gräflich Hohenthalschen Rittergutes ist die Schiffmühle

unter dem Müller Oswald Renner im [ahre 1906 untergegangen. Das zugehörige Schiffmühlengehöft brach man kurz nach 1980 ab.

35 Kletzen, Dübener Straße 1. Bockwindmühle. Dieser Mühlenstandort wurde vom Müllermeister [ohann Gottfried Richter im [ahre 1748 begründet, von dem bei jedesmaligen Besitzerwechsel 7 Gulden Lehngeld zu zahlen waren. Nach verschiedenen Besitzerwechseln erwarb sie mit dem Gehöft der aus Kreuma stammende Käsereibesitzer Karl Kunze. Letzter Müller und Besitzer war der 1962 verstorbene Müllermeister Walter Kunze. Mit ausschließlich nur Wind wurde die Mühle bis 1940 betrieben, dann wurde sie wegen des Krieges bis 1945 stillgelegt. Ein transportabler Dieselmotor wurde als Antrieb noch 1945 eingebaut, der wiederum 1948 durch einen stationären ersetzt wur-

de. Betrieben wurde die Mühle bis 1959 und schließlich 1961 abgebrochen. Die technische Einrichtung bestand aus Walzenstuhl, Schrotgang,

Haferquetsche und Elevator. Die zum Mühlengehöft gehörende Landwirtschaft umfaßte 4 ha Eigenturnsland. Das Aquarell zeigt den Besitz um 1 92 O.

36 Klitzschmar. Bockwindmühle. Auf der Gemarkung dieses Dorfes standen zwei Windmühlen und eine jüngere motorgetriebene Industriemühle. Der an der Straße von Landberg nach Kölsa gelegene Standort wurde um 1750 eingerichtet, wobei diese Bockwindmühle in den ersten [ahrzehnten ausschließlich verpachtet war. Erster namentlich bekannter hier arbeitender Müllermeister war 1 759 der aus Lissa stammende Pachtmüller Johann Christoph Lange. Bis zumJahre 1809 hatte der Müller [ohann Friedrich Schmidt diese auf PlöneKölsa-Mark gelegene Mühle gepachtet. Dannn kauft er

sie mit Wohnhaus vom vorherigen Besitzer [ohann Gottfried Schladitz in Schladitz. 1858 kommt sie in den Besitz der Familie Bley, die hier bis 1 92 5 auf dem Mühlengehöft auch eine Bäckerei und Landwirtschaft mit 30 Morgen Land betrieb. Letzter Müller war der Bauer Oswald Bley, der die bis zuletzt mit Wind betriebene zweigängige Mühle 1 935 stillegte und schließlich 1938 abbrechen ließ.

37 Kospa, Dorfstraße 18. Bockwindmühle. Sie dürfte wohl um 1840-1850 errichtet worden sein. Ab 1878 im Besitz des Müllers und Bäckers Gustav Kunze, betrieb sie davor sein Vater bzw. Stiefvater Fr. Eckardt. 1905 klagte Kunze: 'Frûher waren andere Zeiten. Zu meines Vaters Zeiten und als ich die Mühle übernahm 1878 da gab es viel zu schroten. Jetzt seit einigen [ahren ist hier eine Schrotmühle in der Genossenschaftsbäckerei. Wo sie alles zusammen schroten, sogar für Nichtmitglieder und auch nach außenhalb.' Später im Besitz von Martin Schöley, folgte ihm in der Nachkriegszeit als letzter

Betreiber Kurt Eichhorn. Er modernisierte nochmals um 1958 die Mühle, entfernte die Flügel (das Foto wurde kurz zuvor aufgenommen) und betrieb mit Elektroenergie die Mühle bis Ende der sechziger [ahre. Um 1980 wurde sie abgebrochen.

38 Krippehna, W ölkauer Straße. Bockwindmühle 'Freygang'. Weit außerhalb, südwestlich vom Ort gelegen, ist dieses ein sehr alter Mühlenstandort. Weit über 100 [ahre, bis zu ihrer Betriebseinstellung, war diese Mühle im Besitz der Familie Freygang; dadurch erhielt sie ihren Namen. Da das Grundstück bis in die fünfziger [ahre ohne Strom blieb, betrieb der Müller Alfred Freygang bis zu seinem Tod in jenen Jahren die Mühle nur mit Windkraft. Seine einzigeTochter Isolde, eine gelernte Müllerin, versuchte den Mühlenbetrieb noch einige Zeit aufrecht zu erhalten. Die zu jener Zeit durchgesetzten LPG-Gründungen, die generell in der

leistungsstarken Naundorfer Mühle (Steubelner Straße) mahlen ließen, zwangen Isolde Freygang zur Aufgabe des Mühlenbetriebes. Anfang der sechziger [ahre stürzte die alte Mühle um.

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