Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2

Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Manfred Wilde und Hans-Joachim Böttcher
Gemeente
:   Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen', Die
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6360-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die Mühlen der 'Mühlenregion Nordsachsen' in alten Ansichten Band 2'

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59 Sausedlitz. Wassermühle. Diese von der Leine angetriebene Wassermühle scheint erst nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden zu sein. Hervorgegangen soll der Mühlenstandort aus einer etwa 200 m entfernt liegenden Windmühle auf dem Sandberg sein, die dann abgebrochen und durch den Neubau einer Wassermühle ersetzt wurde. Im Iahre 1838 besaß diese 'Wasser-Wind- und OelMühle' hier im Dorf der Müller Friedrich August Seydel, die bis 1838 dem hiesigen Rittergut zinspflichtig war. Letzter hier arbeitender Müller und Besitzer war Fritz Petzoldt. Ausschießlich mit Wasser wurde bis 1918 der Müh-

lenantrieb betrieben, dann bei Bedarf auch unterstützt durch einen Elektromotor. Bis zuletzt wurde auch noch Mehl gemahlen und die Bäckereien unter anderem in Badrina und Wölkau

damit beliefert. Geschrotet wurde auch im Auftrag der LPG in Spröda und Hohenroda. Die technische Ausstattung bestand aus zwei doppelten Walzenstühlen, Schrotgang mit Steinen, Ha-

ferquetsche und Getreideschälmaschine. Die Abbildung zeigt das Mühlengehöft irn Iahre 1900, im Vordergrund die Familie des Müllers auf dem vereisten Mühlteich.

60 Schöna, Mockrehnaer Straße 49. Bockwindmühle 'Richter' . Von den drei ehemals im Ort vorhandenen Mühlen, einer Wassermühle am heute spärlich fließenden Schwarzen Graben sowie der Bockwindmühle 'Goldammer', blieb die Bockwindmühle 'Richter' als letzte bis etwa 1923 erhalten; die abgebildete Karte einer Winterlandschaft muß also zuvor entstanden sein. Der letzte Müller, Herr Richter, mußte die Mühle in der Inflationszeit verkaufen. Der Überlieferung nach erhielt er letztlich dafür nicht mehr wie ein Trinkgeld. Ihr neuer Besitzer, Herr Gottfried Zille, ließ die Mühle kurz nach dem Kauf abbre-

chen. EinzelneTeile von ihr wurden von dem Schönaer Mühlenbauer Herrn Karl Burghause eingelagert und fanden später in anderen Mühlen eine Wiederverwendung.

61 Selben, Zschortauer Straße 11. Bockwindmühle. Eine Mühle wird hier bereits im [ahre 1578 urkundlich erwähnt. Im 1 7. und 18. Jahrhundert war sie über viele Generationen im Besitz der Familie Röthel, dann bis hinein in die heutige Zeit in dem der Familie Weissmann. Mit der Mühle war eine kleine Landwirtschaft von 2 ha verbunden. Letzter, noch lebender, hier arbeitender Müller und Besitzer ist Werner Weissmann, der sein Handwerk in Beerendorf gelernt hatte. Die heute noch zu großen Teilen original erhaltene Mühle stammt noch aus dem [ahre 1753. Bis zum [ahre 1933 wurde noch mit

Windkraft gemahlen, dann aber die Flügel demontiert. Der Antrieb erfolgte zunächst mit einem DieselDeutzmotor, ab etwa dann

1 938 mit Elektromotor. Nachdem noch bis 1960 die Mühle als Lohn- und Umtauschmüllerei gearbeitet hatte, wurde noch bis 1996 in Nachbarschaftshilfe geschrotet. Von der Mühleneinrichtung gibt's heute noch der Mahlgang, Schrotgang, Walzenstühle, Reinigung, Wurfsichter, Quetsche und Schälmaschine für Graupen. Die Mühle (1996 noch ohne Flügel) ist als Einzeldenkmal unter Schutz gestellt.

62 Strelln, Dorfstraße 94. Bockwindmühle 'Mûller' . Die Datierung dieser Mühle ist ausnahmsweise einmal sehr leicht, da sie in ihrem Mehlbalken eine Inschrift mit den Namen der Bauherren sowie des Baujahres trägt: 'B.H.G. Lange - B.M. Gottfried Klinge 1839.' Der aus der Mühlenruine gestürzte Wellbalken mit doppeltem Kammrad läßt erkennen, daß die Mühle ursprünglich nur eines hatte. Das zweite trägt glücklicherweise die Inschrift '1890', so daß auch hier noch dieser wesentliche Mühlenumbau nachzuvollziehen ist. Der letzte Betreiber dieser Mühle war Herr Bernhard Müller. 1975 gestorben, schrotete er noch

bis Ende der fünfziger [ahre in der Mühle (das Foto zeigt sie 1961). Müllers kriegsversehrter Sohn Martin konnte leider nicht die Mühle instandhalten, so daß diese völlig verfiel.

63 Süptitz. Wassermühle. Bekannt ist dieser Ort vor allem durch die große Schlacht am 3. November 1760 im Siebenjährigen Krieg hier in der Nähe geworden, bei der die Armeen Sachsens und Preußens aufeinander trafen. Dabei wurde ein großerTeil der Ortschaft zerstört und wohl auch die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehende Wassermühle in Mitleidenschaft gezogen. Letzter Müller und gleichzeitiger Besitzer war bis 1945 der Müllermeister Kurt Ecknig, der sie 1931 vom Müllermeister Schenker erworben hatte. Nachdem sie nach 1945 bis um 1950 noch verpachtet in Betrieb blieb, wurde sie schließlich still-

gelegt. Bereits vor 1930 wurde die Mühle von einer Wasserturbine angetrieben, parallel dazu auch mit einem Diesel-, später auch Elektromotor. Im Nebenerwerb gehörte eine 15 Mor-

gen Land umfassende Landwirtschaft zum Gehöft. Im [ahre 1956 wurde nach der Stillegung hier von der Gemeinde ein Jugendheim errichtet, später auch eine Arztpraxis. Die Aufnahme

zeigt im Vordergrund das Wohnhaus vor dem um 1935 erfolgten Umbau und im Anschluß das Mühlengebäude.

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64 Vogelgesang, Straße der DSF 15. Wassermühle. Bereits irn Iahre 1567 wird Vogelgesang als Standort dieser Wassermühle genannt. Eben in diesem [ahr entstand im Rahmen einer Erbteilung der Familie v. Dommitzsch in Torgau aus dem Mühlengrundstück ein Freigut. Angetrieben wurde die Mühle vom Grünen Mühlgraben, wobei das hierzu gehörende Wasserrecht bis zur Kuhbrücke reichte, an welches dann das der Grünen Mühle anschloß. Im [ahre 1861 brannte die Mühle in Folge einer Mehlstaubexplosion ab, wurde dann besitzrechtlich vom Rittergut abgetrennt und wohl an den Müller Oskar

Apitz verkauft. Das alte Wohnhaus mit der ebenfalls strohgedeckten Mühle stand bis dahin traufseitig zur Straße etwa 30 m vom Straßemand zurückgesetzt. Noch im gleichenJahr wurde eine neue Mühle aufgebaut, die aber nur einen Schrot- und einen Mahlgang hatte. Letzter Müller und Besitzer war der 1954 verstorbene Müllermeister Paul Apitz. Die Mühle wurde im [ahre 1938 stillgelegt. Das 1861 erbaute, links zu sehende Mühlengebäude und das Wohnhaus sind noch 1996 vorhanden. Zum Mühlengehöft gehörte eine 30 Morgen Land umfassende Landwirtschaft.

65 Weltewitz, Wöllmener Straße. Bockwindmühle. Aus der Geschichte dieser, nach Aussage ihres letzten Müllers, um 1750 errichteten Mühle ist sehr wenig bekannt. In den zwanziger [ahren im Besitz van Wilhelm Fippel, war der letzte Müller der sie betrieb, Herr OUo Hillscher. Noch bis weit in die siebziger [ahre arbeitete er gelegentlich mit der Mühle. Das geschah damals allerdings nicht mehr mit Windkraft, sondern seit 1970 mit Elektroenergieantrieb. Nach dem Tod des Müllers 1986 fielen die Mühle und insbesondere das Mühlgrundstück mutwilliger Zerstörung anheim, so daß heute

die Bebauung als völlige Ruine und die Mühle als schwer geschädigt zu betrachten sind.

66 Werben, Lauesche Straße 93 in Delitzsch. Turmwindmühle. Nachdem im Iahre 1860 der Müllermeister Karl August Kirchhof vom Werbener Ortsschulzen [ohann August Heinze für 300Taler eine bisher unbebaute Feldfläche erworben hatte, erhielt er die baupolizeiliche Genehmigung zum Bau einer 'holländischen Windmühle' und eines dazugehörigen Gehöftes, die dann bereits im [anuar des folgenden [ahres fertiggestellt waren. Über einen sehr häufigen Besitzerwechsel in den folgenden Jahrzehnten wurde im Iahre 1939 der Müllermeister Max Passlack Besitzer und schließlich nach

dessen Tod dessen Erben. Stillgelegt wurde die Mühle um 1958, wobei sie bereits seit etwa 1 935 nur noch mit Elektromotor angetrieben wurde. Letzte Besitzerin und gleichzeitige Betreiberin war die Müllermeisterin Luise Paslak geborene Grünwald. Nachdem ihr ein Umbau der Mühle zu einem Wohnhaus von den Behörden versagt worden war, erfolgte 1962 der Abbruch. Die Abbildung zeigt die Mühle im [ahre 1920 als noch unverputzten Ziegelbau.

67 Wiedemar. Hallesche Straße 14. Bockwindmühle. Heute gelegen mitten im Gewerbegebiet von Wiedernar zwischen der Ortslage und der Autobahn. Erbaut wurde diese Bockwindmühle irn Iahre 1869 auf einem neu angelegten Mühlenstandort von einem Bauern Schulze für seinen Sohn. Der erste hier tätige Müller war der 1926 verstorbene Robert Schulze. Im [ahre 1880 soll die Mühle abgebrannt und durch einen folgenden Neubau ersetzt worden sein. Das landwirtschaftliche Gehöft und Wohnhaus wurden neben der Mühle erst im [ahre

1 92 0 erbaut. Bis dahin wohnten die Besitzer mitten

im Dorf. Die technische Ausstattung des Mühlenbetriebes bestand hierbei lediglich aus einem Walzenstuhl und einem Schrotgang. Letzter hier arbeitender Müller war Oskar Schul-

ze, der sie bis 1 952 betrieb. Der vollständige Abbruch der Mühle erfolgte 1990. Die Abbildung zeigt die Mühle und das Gehöft im [ahre 1928.

68 Wildenhain, Hauptstraße 30. Bockwindmühle, dörfliche Industriemühle. Auf dem Standplatz einer wegen schlechter Windlage 1901 nach Falkenberg/EIster verkauften Bockwindmühle wurde in jenem [ahr durch die Brüder Ernst und Julius Knöfel ein Sägewerk gegründet. 1907 baute Ernst Knöfel dazu noch eine kleine Motormühle. Ab

1 92 7 wurden beide Betriebe gemeinsam durch eine noch heute erhaltene Dampfmaschine angetrieben. Gebraucht gekauft, handelt es sich um eine 1907 gebaute stationäre Einzylinder - Naßdampf- Lokomobile mit Flachschieber - Expansionssteuerung. Ihre Leistung betrug fast 50 PS. Nach schwerem Brandschaden 1945, wurde das Sägewerk sowie die Mühle 1946/47 wieder aufgebaut.

Unter ihrem Besitzer Herrn Ernst Müller, ist in der Mühle bis 1960 gemahlen und geschrotet, danach noch gequetscht und bis 1990 geschrotet worden.

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