Die neue Stadt Warstein in alten Ansichten

Die neue Stadt Warstein in alten Ansichten

Auteur
:   Josef Rubarth
Gemeente
:   Warstein, Die neue Stadt
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3363-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Die neue Stadt Warstein in alten Ansichten'

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ZUMGELEIT

Die heutige Stadt Warstein wurde durch die Gemeindereform von 1975 geschaffen. Zu ihr gehören aus dem ehemaligen Amt Warstein die Städte Warstein, Belecke, Hirschberg, das Kirchspiel St. Margaretha Mülheim mit den Gemeinden Mülheim, Sichtigvor und Waldhausen und die Gemeinde Allagen mit den Ortsteilen Allagen, Niederbergheim, Oberbergheim, Westendorf und Haarhöfe. Vom Amt Rüthen kamen die Gemeinde Suttrop und der Wohnplatz DrewerHeide hinzu. Warstein (1276) und Belecke (1296) wurden als befestigte Städte von den Kölner Erzbischöfen und Kurfürsten zum Schutz des Kurkölnischen Sauerlandes gegen die benachbarten Grafen von Arnsberg und das Fürstbistum Paderborn gegründet. Hirschberg war zunächst eine Burg der Arnsberger Grafen, 1308 erhielt die Ansiedlung Stadtrecht und kam 1368 mit der Grafschaft Arnsberg zum Kurfürstentum Köln.

Die Gemeinde Mülheim war seit 1266 eine Kommende des Deutschen Ritterordens und gehörte zur Ordensprovinz (Ballei) Westfalen, zu der unter anderem die Kommenden Münster, Dortmund-Brakel, Duis-

burg und Osnabrück gehörten. Von 1536 bis 1809 war Mülheim Sitz des Landkomturs der Ballei Westfalen. Sichtigvor wurde 1658 als Siedlung der Hintersassen (vom Grundherrn abhängige Bauern) und der Bediensteten der Kommende gegründet.

Waldhausen wurde schon im 13. Jahrhundert erwähnt. Sein Name - Heimstätte im Walde - deutet darauf hin, daß die Haar, heute eine weitestgehend baumlose Ackerflur, in früheren Zeiten bewaldet war.

Die ehemalige Gemeinde Allagen wurde mit ihren Ortsteilen schon in der Gründungsurkunde des Klosters Grafschaft aus dem Jahre 1072 genannt. Dem Kloster wurde unter anderem auch der Zehnte in 'Anlagen', 'Bergheim' und 'in Haare' zugewiesen. Suttrop gehörte vor der kommunalen Neugliederung zum Amt Rüthen. Wegen der geographischen Nähe und der vielfältigen wirtschaftlichen Verflechtungen wurde es Ortsteil der neuen Stadt Warstein. Neben der Landwirtschaft entwickelte sich hier aufgrund der Eisenerzvorkommen im Oberhagen schon früh eine Eisenindustrie, die diesen Ortsteil prägte. Auf dem

Gebiet Suttrops wurde 1905 das Westfälische Laudeskrankenhaus gegründet, eine für die damalige Zeit vorbildliche Anlage mit villenartigen Häusern in einer weiträumigen Parklandschaft.

Seit nunmehr zehn Jahren bilden diese Städte und Gemeinden, deren jede ihre eigene lange Vergangenheit und Geschichte hat, die auf vielen Gebieten in nachbarlicher Konkurrenz standen und stehen, die neue gemeinsame Stadt Warstein. Alle haben in den Jahren nach 1945 einen großen Zustrom an Neubürgern bekommen, die, so darf man wohl sagen, mit den 'Poahlbürgern' zu einer guten Gemeinschaft zusammengewachsen sind.

Früher haben oft große Brände, zuletzt Warstein 1802, Belecke 1805, deutliche Spuren hinterlassen:

Warstein wurde ins Tal verlegt, Belecke bekam den geometrischen Grundriß mit rechtwinklig sich kreuzenden, breiten Straßen. In neuerer Zeit sind es Wirtschaft, Verkehr und 'Modernisierung', die manches liebenswerte Gebäude oder Ortsbild verändern. Vieles ist in den letzten vierzig Jahren geradezu gedankenlos und leichtfertig abgerissen, umgebaut und

'modernisiert' worden. Erfreulich ist, daß wir heute wieder die Werte und Schönheiten aus vergangenen Zeiten zu schätzen gelernt haben und daß sowohl die Stadt als auch die Heimatvereine und die Bürger oft mit viel Mühe und Einsatz versuchen, das Alte zu erhalten und zu bewahren.

Möge dieses Büchlein dazu beitragen, die Erinnerung an die Vergangenheit bei den Älteren, die sie selbst erlebt und mitgestaltet haben, wieder wachzurufen. Den Jüngeren und den Neubürgern soll es eine Hilfe sein, sie besser zu verstehen. Möge es auch mithelfen, über die Ortsgrenzen hinweg das Gemeinschaftsgefühl in unserer Stadt zu stärken und zu festigen.

Hermann Kroll-Schlüter Bürgermeister

ALLAGEN

1. Am Ortseingang von Niederbergheim befindet sich diese Anlage, die aus einer ehemaligen Kornmühle und einem alten Sägewerk besteht. Der Chronik können wir entnehmen, daß schon 1551 hier die Wasserkraft der Möhne zum Betrieb einer Mühle genutzt wurde. 1590 ging die Mühle in den Besitz des Deutschen Ritterordens zu Mülheim über. Später wurde die Familie von Bockum-Dolffs zu V öllinghausen Besitzerin, die 1787 eine Renovierung von Grund auf veranlaßte und die Anlage durch ein Sägewerk erweiterte. 1960 wurde der Mahlbetrieb eingestellt und 1972 das Sägewerk stillgelegt. Diese Wassermühle ist die älteste noch vorhandene Mühle im Möhnetal und somit ein Wahrzeichen für Niederbergheim.

2. Im Jahre 1886 kam der in der Steinindustrie tätige Fabrikant Georg Dassel nach Allagen, um das stilliegende Viktoriawerk, ein Marrnorwerk, zu übernehmen. Bei der Übernahme entstand das Foto von der Anlage, die aus fünf Werkshallen, drei Nebengebäuden und einem Wohn- und Kontorhaus (rechts im Bild) bestand. Gegründet hatte das Werk um 1840 der Unternehmer Viktor Röper, der die Wasserkraft der Möhne zum Betreiben eines Eisenwerkes und einer Drahtzieherei nutzte. Nach zwanzig Jahren stellte die Firma Röper ihre Tätigkeit ein. Georg Dassel führte ab 1886 zahlreiche Verbesserungen und Erweiterungen durch und schuf ein florierendes Marmor- und Granitwerk. Aus Gründen der Repräsentation wurde das Wohnhaus zu einer stattlichen Fabrikantenvilla mit Turm und Stufengiebel umgebaut.

3. Dieses Foto zeigt einen Bliek in das 1900 an die Villa angebaute Kontorhaus des Marmor- und Granitwerks Georg Dassel: Links arbeiten die Kontoristen an ihren Stehpulten - natürlich mit Ärrnelschonern. Rechts sehen wir zwei Techniker vor den Schränken mit Zeichnungen. Im Hintergrund steht rechts ein großer Aktenschrank. Durch die geöffneten Türen schauen wir in die beiden ChefBüros. Während im linken Büro der Prokurist seiner Tätigkeit nachging, saß rechts der Firmengründer Georg Dassei persönlich. Betagte Bürger wissen noch zu berichten, daß es in Dasseis Kontor recht streng zuging. Privatunterhaltungen waren absolut verboten, telefonieren durfte nur der Chef persönlich, die Kleidung mußte stets hochanständig und gepflegt sein im Sinne des Hauses.

4. Schon in den zwanziger Jahren verfügte das Marmor- und Granitwerk Georg DasseI über zahlreiche Steinbearbeitungsmaschinen, wie dieses Foto einer Werkshalle zeigt. Die mit Riemenantrieb arbeitenden Maschinen halfen beim Schneiden, Schleifen und Polieren der aus großen Blöcken gesägten Marmor- und Granitplatten. Angetrieben wurde alles mittels einer Wasserturbine am Obergraben, der von der Möhne abgeleitet war. Trotz der Unterstützung durch die Maschinen war die Arbeit der Schleifer und Polierer recht hart.

5. Mit solchen Gespannen mußten bis zum 1. Dezember 1899 die Marmor- und Granitblöcke nach Allagen transportiert werden; eine schwere Arbeit für Mensch und Tier, zuma1 bei den damaligen Wegeund Straßenverhältnissen! Biszum Bau der Warstein-Lippstädter Eisenbahn (WLE) im Jahre 1883 kamen die Blöcke auf diese Weise sogar von den Brüchen in Alme, Brilon usw. an die Möhne. Ab 1883 ging es schon einfacher, weil nun das Steinmaterial bis Belecke per Bahn angeliefert werden konnte. Daher betrieb Georg Dassel mit großem Nachdruck den Anschluß des Möhnetals an das Eisenbahnnetz. Diese Bemühungen waren am 1. Dezember 1899 von Erfolg gekrönt. Die Firma Dassei bekam einen eigenen Gleisanschluß, und das Anliefern der Steine machte keine Schwierigkeiten mehr.

6. Der Fotograf Josef Brinkmann aus Allagen 'schoß' dieses Foto, aus dem eine beliebte Ansichtskarte hergestellt wurde. Das romantische Motiv der dampfenden Lokomotive mit den vier Personenwagen vor dem bewaldeten Steilhang des Haarstrangs sprach Einheimische und Sommergäste des Möhnetals sehr an. Noch heute wird von vielen älteren Bürgern bedauert, daß 1962 der letzte Dampfzug durch das Möhnetal fuhr. 1969 wurde der gesamte Bahnbetrieb eingestellt. Aus der Trasse schuf man einen Fuß- und Radweg, der von den Besuchern und Gästen des Möhnetals gut angenommen wird. Die erste Eisenbahn fuhr übrigens am 1. Dezember 1899 durchs Möhnetal von Soest nach Belecke und dann weiter nach Brilon.

7. Zwei Bürger aus Allagen (90 Jahre und 92 Jahre) erinnern sich noch an dieses erste Auto in der Gemeinde. Es war ein Benz, der dem Guts-, Zie gelei- und Mühlenbesitzer Caspar Berghoff gehörte. Diese unternehmerische Persönlichkeit nutzte gleich die Errungenschaften der 'modernen Technik'. So bekam er 1901 das erste Telefon in Allagen und 1903 das erste Automobil. Übrigens war er von 1903 bis 1919 Ortsvorsteher von Allagen. Auf dieser Aufnahme von 1904 fährt das 'Automobil' über die Möhnestraße im Bereich der Kreuzung Dorfstraße-Streitstraße. Im Hintergrund sieht man den Hof von Loag am Hang der Liet. Das Fachwerkhaus links gehörte Familie Püster, heute ist es Autohaus Jathe. Wie sich dieser Kreuzungsbereich doch in 80 Jahren verändert hat!

8. Im Jahre 1928 entstand auf der Möhne-Chaussee (heute Bundesstraße 516) diese Aufnahme. Auf dem Kutschbock von 'Lenzen Brotwagen' sitzen Fritz Lenze und der Lehrling Franz Vollmer. Die beiden Pferde Max und Elli hatten ihren Stall auf dem Hof Budde. Sie zogen den Brotwagen täglich von 6.15 Uhr bis 18.00 Uhr. Die Strecke führte über die Haar und Schalloh bis nach Soest. Hier wurden viele Kunden mit Graubrot und Bauernbrot beliefert. Bevor es nach dem Verkauf von Soest wieder zurückging, erholten sich Pferde und Kutscher bei Neuhaus im Grandweg. Dieser Brotwagen, der 1924 von der Firma Storck, Soest, hergestellt worden war, wurde 1935 abgeschafft; denn nun kam die moderne Technik, und die Verkaufsfahrten wurden mit einem Opel P4 durchgeführt.

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