Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Thomas Raff
Gemeente
:   Dießen am Ammersee
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1999-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1'

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39. Um die Jahrhundertwende wurde der kleine Ort Dießen für viele Künstler zur zweiten Heimat, und so ist es bis heute geblieben! Im Jahre 1897 siedelte sich auch der Maler Eduard Gabelsberger (1861-1950) mit seiner Frau hier an und erwarb in der Tiefenbachstraße ein Bauernhaus, das er durch Hinzufügung zweier geschweifter Giebel und den Anbau eines Ateliers zu einer geschmackvollen Künstlervilla umgestaltete. Direkt am Grundstück floß zur Freude der Gabelsberger-Kinder (von denen eines auf dem Foto zu erkennen ist) der Tiefenbach vorbei. Der Künstler ist den Dießenern vor allem durch seine Illustrationen zur 1901 erschienenen, nobel ausgestatteten Ortschronik bekannt.

40. Heute gibt es in unserer Gegend keine strohgedeckten Häuser mehr, weil diese Dachart seit dem frühen 19. Jahrhundert aus feuerpolizeilichen Gründen nicht mehr genehmigt wurde. Einfache Kleinbauernhäuser mit steiler Dachneigung lassen aber auf eine ehemalige Strohdeckung schließen, da man Stroh nur an Steildächern verwendete, damit das Wasser möglichst schnell ablaufen konnte. Die flachgeneigten Dächer waren dagegen meist mit Holzschindeln gedeckt. Dieses Haus, 'beim Niedermair Michel' (heute noch in veränderter Form erhalten: Sonnenstraße 20), fällt durch die beidseitigen Heuböden auf, zu denen quadratische Brettertüren führten.

41. Szene am unteren Mühlbach in der 'Fischerei', Das Haus rechts vorne steht nicht mehr, alle anderen sind mehr oder weniger unverändert erhalten. Der für die Wirtschaft Dießens früher als Energiequelle so wichtige Mühlbach war damals noch nicht mit Beton befestigt; in kleinen, schwimmenden Holzbehältern bewahrten die Fischer ihre gefangenen Fische lebend auf. Für den Maler Alexander Koester (1864-1932), der sich wie so viele Künstler in Dießen niedergelassen hatte, waren die zahllosen Enten auf den Dießener Bächen und Teichen so anregend, daß er sich fast ausschließlich ihrer Darstellung widmete und unter dem Spitznamen 'Enten-Koester' große Berühmtheit erlangte. Nach ihm wurde hier in der Fischerei ein kleiner Weg benannt.

Partie in Diessen a. Ammersee

42. So sah um 1908 der Bliek in die obere Schützenstraße aus. Die Häuserzeile ist noch sehr gut erhalten. Das unterhalb der Klosterkirche erscheinende Haus mit seinem flachgeneigten Dach ist im traditionellen oberbayerischen Stil gebaut und war damals noch mit Holzschindeln gedeckt. Unter dem breiten Dach verbergen sich, wie man an den beiden Türen und auch an den Fenstern erkennen kann, zwei unabhängige Wohneinheiten. Die beiden Häuser am linken Rand wurden im Jahre 1905 in einer für die hiesige Gegend nicht typischen Fachwerk-Bauweise errichtet; in dem einen Haus, 'beim Mühlrassl', wurden, wie man auf dem Bild erkennen kann, Mühlsteine hergestellt.

43. Dieses Haus in der oberen Schützenstraße war auch schon auf der vorigen Abbildung zu erkennen. Es zeigt städtischen Einfluß, die Erdgeschoßfenster sind im sogenannten 'Rundbogenstil' des 19. Jahrhunderts gehalten, die beiden kleinen Fenster im Giebel geben sich 'gotisch'. Das Haus steht noch, ist aber inzwischen stark verändert worden, vor allem wurde vor die beiden mittleren Fenster des ersten Stockwerks ein hübscher verglaster Erker gesetzt. Auf dem um 1910 entstandenen Foto erkennt man die kleine Babette Schweizer, später verheiratete Stephan, mit ihrer Tante Magdalena.

44. Bliek auf Chor und Turm der Kirche von St. Georgen, die seit dem Mittelalter bis zur Säkularisation (1803), die Pfarrkirche für ganz Dießen war. Nach einer glaubhaften Legende soll an dieser Stelle im 9. Jahrhundert der selige Rathardus aus der Dießener Grafenfamilie das erste Kloster bei einer schon bestehenden Kirche errichtet haben. Die heutige Kirche stammt aus spätgotischer Zeit und wurde im 18. Jahrhundert nach Westen erweitert und im Rokokostil ausgestattet. Auf der Straße liegen Baumstämme, die von dern rechts (auf dem Gelände des späteren Rathauses) gelegenen, von 1907 bis 1927 durch Jos. C. Huber betriebenen 'Georgenwerk' verarbeitet wurden.

ST. GEORGEN.

45. Das Beinhaus neben dem Eingang zur St. Georgener Kirche diente zugleich als ein besinnliches 'Memento mori' für die Kirchenbesucher. Der heute bis zur Unleserlichkeit verwitterte, schöne Grabstein aus rotem Marmor erinnert an den klösterlichen Schreiber und Kammerdiener Augustin Eisele, der, 'ein bayspill aller tugent und andacht', 1747 gestorben ist, Zu Lebzeiten war er ein großer Förderer der geistlichen Bruderschaften und bei seinem Tode hinterließ er dem Kloster eine stattliche Summe, um die St. Georgener Kreuzkapelle erweitern und verschönern zu lassen. Der Höhenfriedhof von St. Georgen dürfte zu den ältesten noch heute benützten Grablegen Bayerns zählen.

46. Im April 1927 erwarb die (noch bis 1938 selbständige) Gemeinde St. Geergen die Gebäude des 'Georgenwerkes' von Josef C. Huber, um hier ein Rathaus und die Feuerwehr einzurichten. (Man erkennt auf dem Foto den hölzernen Turrn, wo die Löschschläuche zum Trocknen aufgehängt wurden.) Bereits im Januar 1928 hatte das 'Feuerhaus' sein wenig glanzvolles Debut: Das angebaute Rathaus wurde bei grimmiger Kälte, trotz des Einsatzes der freiwilligen Feuerwehr, ein Raub der Flammen. Der Neubau (das heutige Postgebäude) wurde noch im selben Jahr begonnen.

47. Ein Bliek um 1910 in die Wolfsgasse in St. Georgen. Die auf dieser Aufnahme rechts erkennbaren Flachdachhäuser (heute Nr. 2, 4, 6, 8) stammen aus den Jahren zwischen 1667 und 1685 und sind - wenn auch stark verändert - noch heute erhalten. Typisch für die Dießener Bauweise sind die vorgezogenen Giebelverkleidungen, die häufig den darunterliegenden Balkon, den sogenannten Söller, gegen die Witterung schützen. Das letzte Haus in dieser Reihe, das sogenannte 'Plörerhaus', ist ein rundum verbretterter Ständerbohlenbau von 1667.

I

48. Dieses bedeutende St. Georgener Haus ('beim Kochtoma') wurde 1671 erbaut und stand bis zu seinem Abbruch im Jahre 1953 im Garten des Lösche-Anwesens am Kirchsteig. Es war ein teilverbretterter, schindelgedeckter Ständerbohlenbau. Von den alten Holzhäusern, vor allem den interessanten 'Ständerbohlenbauten', ist in Dießen und auch in der ganzen Umgebung so gut wie nichts mehr erhalten: Innerhalb weniger Jahrzehnte sind alle dieser ehrwürdigen Zeugnisse der alten Handwerkskunst vom Erdboden verschwunden oder können nur noch im Freilichtmuseum bestaunt werden.

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