Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Thomas Raff
Gemeente
:   Dießen am Ammersee
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1999-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1'

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49. Der kleine Ortsteil 'Fürholz' , zwischen St. Georgen und Wengen gelegen, hat seinen Namen von einem Wald (= Holz}, der von Dießen aus gesehen vor (= für) den Weideplätzen von Wengen lag. Der Ortsname wird schon im 14. Jahrhundert erwähnt. Das bekannteste alte Haus in Fürholz, 1669 errichtet und 1955 abgebrochen, hieß 'beim Hurti' und war ebenfalls ein Ständerbohlenbau. Es stand etwa an der Stelle, wo heute die Straße zur Reithalle abzweigt und zeigte alle Merkmale des altertümlichen Dießener Bauernhauses.

50. Ebenfalls im Ortsteil Fürholz stand das Haus 'beim Heli' oder 'beim He'!', das 1946 abgebrannt ist. Bemerkenswert ist hier die Zaunform, die in der hiesigen Gegend früher öfter anzutreffen war (auch erkennbar auf Bild 35) und bei der die senkrechten 'Stecken' oben durch eine waagrechte Latte abgedeckt waren. Hierdurch wurde der Zaun besser gegen den Regen geschützt, und man konnte, wie das Foto zeigt, unbesorgt Wäsche zum Trocknen oder Bettzeug zum Lüften darüberbreiten.

51. Idylle auf dem Dorfplatz, dem sogenannten Anger, von Wengen. Der kleine Ort, dessen Name 'Weideplätze' (Plural von 'Wang') bedeutet, wird schon im 12. Jahrhundert als zum Kloster Dießen gehörig erwähnt und wurde 1939 zusammen mit St. Georgen nach DieBen eingemeindet. Ohne feste Bauordnung stehen die stattlichen Bauernhäuser um den weiten Platz mit dem Ententeich (Weinbach) und der reizenden Kapelle St. Leonhard und Wendelin. Sie wurde in 1723 zum Dank für das Ende einer fürchterlichen Viehseuche von den Wengener Bauern errichtet, und seither findet hier alljährlich am Leonhardstag (6. November) ein Leenhardiritt mit Pferdesegnung statt.

52. So sah noch um 1923 die Küche im Haus 'beim Koijörgel' in Wengen aus (1933 abgebrannt). Der Hausname bedeutet 'Kohlen-Georg' und deutet auf den ehemals verbreiteten Beruf des Köhlers hin. Elektrisches Licht war schon gelegt, aber gekocht wurde immer noch auf dem offenen Feuer. Das Küchengerät (irdene Häfen, Kupferpfannen, schmiedeeiserner 'Pfannenknecht' , und so weiter) wirkt sehr altertümlich und wurde damals noch nicht in geschlossenen Möbeln aufbewahrt, sondern offen aufgehängt oder -gestellt.

53. Diese Postkarte wurde 1911 aus Anlaß der Einweihung des Kriegerdenkmals von Dettenschwang gedruckt. Das Denkmal sollte an den Friedensschluß von 1870/71 erinnern und war den 'Vaterlands-Kämpfern der Pfarrei' gewidmet. 1954 ist es umgestaltet worden, um auch der Opfer der beiden Weltkriege zu gedenken. Die im Hintergrund erkennbare Pfarrkirche St. Nikolaus mußte weitgehend neu errichtet werden, nachdem sie 1875 zusammen mit dem halben Ort einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen war. 134 Personen, das heißt ein Drittel der Bevölkerung, waren damals in einer Nacht obdachlos geworden und hatten ihr ganzes Hab und Gut verloren.

Bahnhofsrestauration Besitzer Ail>ert Dietr ich

Riederau am Ammersee

54. Am Anfang unseres Jahrhunderts warb der noch ganz kleine Ort Riederau mit dieser Postkarte für sich: Seit 1898 konnten die Sommergaste auch per Eisenbahn anreisen, und im Jahr darauf hatte Albert Dietrich seine inzwischen längst abgebrochene 'Bahnhofsrestauration' eröffnet. Seit dieser Zeit wurden in dem bis dahin rein bäuerlichen Dorf immer mehr Gebäude im 'Villenstil' errichtet. Auf dem unteren Bild erkennt man den 1900 angelegten Dampfersteg, an dem gerade zwei Schiffe angelegt haben. Unerklärlich muß bleiben, wie bei einem solchen Bliek auf den Riederauer Dampfersteg das Alpenpanorama in den Hintergrund gelangen konnte ...

55. Bliek um 1910 von Osten auf die Ortsmitte von Riederau. Rechts erkennt man die 1796 erbaute Maria-Hili-Kapelle mit ihrem kleinen Zwiebeltürmchen und dem dahinter liegenden Metzgerhof, dessen alter Hofname 'beim Unterbauer' war. Noch in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts bestand Riederau nur aus vier nahe beieinander gelegenen Bauernhöfen. Erst um die Jahrhundertwende wurden, vor allem am Seeufer, Villen und Landhäuser errichtet. Das auf dem Bild links erkennbare Haus beherbergt heute den 'Gasthof Pfeffermühle' .

56. Die am südlichen Ende des Ammersees gelegene Halbinsel Erlaich wird auch 'Schwedeninsel' genannt, weil sich die Dießener Bürger im Dreißigjährigen Krieg hier mehrfach vor den Schweden versteekt hielten. Am Anfang unseres Jahrhunderts gehörte die Insel der Augsburger Familie Buz, die in Dießen eine Zündholzfabrik betrieb. Später unterhielten die Eheleute Alois und Therese Beer hier ein Café, das sehr einfach eingerichtet war und zu den beliebtesten Ausflugszielen jener Zeit gehörte. Das Café war nur mit dem Boot zu erreichen. Im Zweiten Weltkrieg brannte das Blockhaus vollständig nieder und wurde nicht mehr aufgebaut.

57. Der idyllische Winkel bei der Wallfahrtskirche St. Alban im Brüel, unberührt direkt am See liegend, hat schon in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts viele Künstler inspiriert (unter anderen Carl Spitzweg und Eduard Schleich d.Ä.). Kirche und Turm wurden um 1490 im spätgotischen Stil errichtet und im Rokoko neu ausgestattet, die drei Altäre schuf der Raistinger Bildhauer Thomas Schaidhauf (1766). Auf die Emporenbrüstung malte um 1850 der Dießener Maler Karl Vorhölzer ein Bild mit der Prozession der Dießener nach St. Alban. Von hier aus fuhren meistens die Boote für die Pilger zum heiligen Berg Andechs. Die Postkarte wurde 1898 gestempelt.

58. Alljährlich am Peter-und-Paulstag (29. Juni) feiert die Fischereigenossenschaft Ammersee, die ihren Sitz seit alters in Dießen hat, ihren 'Ewigen Jahrtag'. Von den ehemals zehn in Dießen bestehenden Zünften, die 1863 aufgelöst wurden, blieb nur die der Fischer bestehen. Der schwere Fischerberuf wird in manchen Dießener Familien schon seit mehreren Jahrhunderten ausgeübt und vom Vater auf den Sohn vererbt. Man erkennt auf dem 1930 im Vereinslokal 'Unterbräu' aufgenommenen Foto von rechts nach links: Johann Baptist Brackenhofer ('Patscher'), Hansjörg Marx ('Ammerfischer'), Andreas Schad (St. Alban, hinterm 'Lari'), Johann Baptist Schwarz ('Nandl'), Franz Xaver Köglmayr (Bürgermeister von 1924-1933 und 1946), Peter Ernst ('Gidi'), Simpert Ernst ('Scheck') und Ernst Schad.

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