Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Thomas Raff
Gemeente
:   Dießen am Ammersee
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1999-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1'

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59. Der Fischer Rasso Rauch (1838-1929) wurde von allen nur 'der alte Lari' genannt: Der St. Albaner Hausname 'beim Lari' geht auf einen seiner Vorfahren zurück, der Hilarius hieß und sich 1749 verehelichte. 'Der alte Lari' war ein beliebtes Fotomotiv und ließ sich auch nicht lange bitten, vor die Kamera zu treten. Er lebte in St. Alban, war Träger der goldenen Rettungsmedaille und galt damals als der älteste Berufsfischer Bayerns.

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Letzter Rmmersee-Einbaum.

60. Die durch Unterwasserfunde seit Jahrtausenden nachweisbaren Einbäume, also schmale, aus einem mächtigen Eichenstamm gehauene Boote, haben sich auf dem Ammersee vereinzelt bis in unser Jahrhundert gehalten. Der auf dem Bild erkennbare Einbaum soll angeblich 1868 gefertigt worden sein. In früheren Jahrhunderten war der Einbaum wohl das normale Fischerboot, erst im 19. Jahrhundert setzten sich die Bretterkähne immer mehr durch, weil sie leichter, sicherer und billiger waren. Die Einbäume wurden nicht durch Farbe geschützt, weil die im Eichenholz enthaltene Gerbsäure das Holz hinreichend haltbar machte. Die Stämme bekamen aber oft Risse, die durch Klammern, Dübeloder aufgenagelte Bleche geflickt werden mußten.

61. Das Handwerk hat in Dießen jahrhundertelang eine größere Rolle gespielt als in anderen vergleichbaren Orten. Der Grund hierfür war, daß der meiste landwirtschaftlich nutzbare Boden irn Besitz des Klosters war, und die Bauern deshalb fast alle auf Nebenverdienste angewiesen waren. Neben der kleinen Landwirtschaft betrieben sie oft noch ein Handwerk oder Heimarbeit, so wie hier auf dem Bild der Schuster (Berchtold in Wengen?). Die Kacheln des Ofens stammen aus einem der Dießener Hafnerbetriebe.

62. Bliek in eine Spinnstube in St. Georgen um 1917. Die Frau im Vordergrund zupft aus der Flachskunkel einige Fasern, um sie mithilfe des Spinnrades zum Leinenfaden zu verarbeiten. Der Mann wiekelt das gesponnene Garn von der großen Haspel auf kleine Spulen, wie sie beim Weben verwendet werden. Der Flachsanbau und die Leinenverarbeitung spielte früher eine wesentlich größere Rolle als heute, wo sich die Baumwolle weitgehend durchgesetzt hat. Im Hintergrund stehen in einem Regal übereinandergestapelt die irdenen 'Weidlinge' (Schüsseln), in denen man die 'Gstöckelte' (die gestockte Milch) zubereitete.

63. Das Töpferhandwerk hat in Dießen schon eine sehr alte Tradition: Es ist bereits im hohen Mittelalter nachweisbar, und im BarockzeitaIter wurde Dießener Geschirr bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus verkauft. Im letzten Jahrhundert ging es aber durch die Konkurrenz der großen Fabriken mit diesem Handwerkszweig bergab, Erst um die Jahrhundertwende begarm wieder eine neue, bis heute andauernde Blüte. Eine der ersten Werkstätten war die von Josef Schormayer (im heutigen Modehaus Köglmayr). Das Foto von etwa 1910 zeigt das Ehepaar Schormayer, einen Lehrling, einen Gesellen und den etwa 10jährigen Max Fehr, der später ein bekarmter Keramiker und Bildhauer geworden ist. Von den großen Löwen ist einer noch heutein Dießen bei den Nachfahren Schormayers zu sehen.

64. Einst gab es in Dießen zahlreiche (bis zu zwölf) wasserbetriebene Hammerschmieden, die in Friedenszeiten Werkzeuge, in Kriegszeiten Waffen herstellten. Die letzte dieser rauchgeschwärzten Höhlen war mindestens 400 Jahre alt, als sie 1957 abgebrochen wurde. Sie stand neben der St. Georgener Kirche, und heute erinnert nur noch der Name des 'Waffenschmiedwegs' und das von Arno Fischer geschaffene Modell im Bahnhof an sie, Auf dem Foto sieht man noch den alten Schmied Andreas Ettenhuber an einem der schweren, durch Schaufelräder betriebenen Hämmer arbeiten.

65. Eines der 'Dießener Originale' war das 'Bärbele' (Barbara Jaud, 1862-1933). In den zwanziger und dreißiger Jahren zog sie in der warmen Jahreszeit täglich einen Karren von der Gärtnerei Abendroth durch die JohannisstraBe in den Markt und rief Obst und Gemüse aus. Das 'Bärbele' war ziernlich rundlich, trug immer einen breitkrempigen Hut und Kleidung, die sie geschenkt bekommen hatte. Es wird erzählt, daß sie die Geldstücke nicht mehr gut unterscheiden konnte und nie uachgezählt hat, was man ihr als Bezahlung gab. Besonderes Gelächter erregte es immer, wenn sie den Endiviensalat als 'Stiefisalat' oder als 'Individuensalat' anpries,

66. Es ist kaum zu glauben, wieviele Vereine es in einem so kleinen Ort wie Dießen gab und gibt! Am 14. April 1894 gründeten zwölf beherzte Herren den 'Radfahrerclub Dießen', einigten sich auf den sinnigen Wahlspruch 'All-Heil' und reimten folgendes Motto: 'Am Rade stolz, gemütlich im Verein, soll Velocipedisten-Losung immer sein!'. Die Postkarte wurde anläßlich der Weihe einer Vereinsstandarte am 5. August 1900 herausgegeben, die man mit einem Preiscorso und Tanzfest feierte. Die Standarte war im Dominikanerinnenkloster angefertigt worden und zeigte zwei Hochradfahrer, die das Dießener Marktwappen halten. All-Heil.,;

67. Im Jahre 1879 war der noch heute blühende 'Männer- Turn-Verein' in Dießen gegründet worden, und es hatte sich bald ein reges sportliches und geselliges Leben entwickelt. Auf dem um 1910 entstandenen Foto bildet die damals sogenannte 'Zöglingsabteilung' eine der beliebten Pyramiden oder Leitergruppen. Die Buben tragen auf der Brust das aus den vier großen F gebildete Kreuz ('frisch, fromm, fröhlich, frei') und Kniehosen. Erst in den zwanziger Jahren kam die leichte Turnkleidung mit kurzen Hosen auf, wie wir sie heute kennen. Die Leichtathletik hieß damals 'volkstümliches Turnen' - und Frauen war der Zugang noch bis 1920 verwehrt.

68. In den zwanziger Jahren schlossen sich die historisch und heimatkundlich interessierten Dießener unter Leitung des Philologen und Heimatforschers Dr. Bruno Schweizer (1897-1958) zur 'Heimatvereinigung Ammersee' zusammen. Daß es nicht nur beim Sammeln und Forschen, Entdecken und Bewahren blieb, daß vielmehr die Geselligkeit nicht zu kurz kam, zeigt diese um 1927 entstandene Aufnahme: auf Pferdewagen waren die 'Heimatfreunde' mit Gesang und Blasmusik nach Paterzen bei Wessobrunn gefahren, um dort den berühmten Eibenwald zu besichtigen. Dieser Wald mit seinen etwa 800 großen und über 1 000 kleineren Eibenstämmen ist der einzige seiner Art in Deutschland und auch noch heute eine Sehenswürdigkeit.

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