Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Thomas Raff
Gemeente
:   Dießen am Ammersee
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1999-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Dießen am Ammersee in alten Ansichten Band 1'

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69. Jedes Jahr zieht am Fest Corpus Christi, am zweiten Donnerstag nach Pfingsten, die Fronleichnamsprozession durch den festlich geschrnückten Ort. Am Anfang unseres Jahrhunderts ging der Zug durch die Hofmark, Herren- und Schützenstraße; der letzte der vier Altäre stand beim 'Schmiedwirt' (heute Gaststätte 'Klosterhof"), gegenüber vom Taubenturm. Die um 1905 entstandene Aufnahme zeigt die Geistlichen, die Ministranten mit Fahne, Kruzifix und Laternen, die Träger des 'Hirnmels' und den Kirchenchor, dessen Damen sich ihren hellen Teint unter weißen Sonnenschirmen zu erhalten suchten,

70. Im Sommer des Jahres 1900 wurde auf dem Marienplatz in der Fischerei die Mariensäule zur Erinnerung an die deutschen Siege von 1870/71 eingeweiht. Zwei Bürger hatten die Unkosten bestritten, die Honoratioren des Marktes, die Ehrenjungfrauen und die Veteranenvereine im Schmuck ihrer Orden stellten sich dem Fotografen Max Merz (1861-1947) zum Gruppenbild. Links von den Mädchen sitzt der durch seine 'Chronik von Dießen' noch heute bekannte Pfarrer Josef Anton Hugo, der der DieBener Pfarrei 35 Jahre (1894-1929) vorstand. Ganz schwach ist im Hintergrund die Fassade der Klosterkirche zu erkennen.

71. Auch diese Mariensäule wurde, wie die Inschrift auf ihrem Sockel besagt, 'zur Erinnerung an die deutschen Siege 1870 und 1871' errichtet. Sie war aus Gußeisen und mit einer kleinen Brunnenanlage verbunden. Die Figur soll im 'Dritten Reich' in einer Nachtund-Nebel-Aktion abtransportiert und am Seeufer versenkt worden sein. Sie stand auf dem Marktplatz und sah zum Rathaus hinüber; heute parken Autos an dieser ehemals recht gemütlichen Stelle im Herzen des Ortes, Allem Anschein nach ist diese Figur mit der 1981 in St. Georgen wieder aufgestellten identisch, so daß es sich lohnen würde, einmal die Geschichte der drei Dießener Mariensäulen genauer zu rekonstruieren.

72. Hier stellt sich vor dem Gasthof Gattinger der Geburtsjahrgang 1899 zum gemeinsamen Erinnerungsfoto anläßlich der Musterung zum Militärdienst im Kriegsjahr 1917 auf. Die Rekruten sind fast alle namentlich bekannt. Stehend von links nach rechts: JosefDoll, Ignaz Bauer, Georg Gall, Eustachia Sanktjohanser , Willi Rathgeber, Georg Winkler, Sebastian Dietmaier und Ernst Warte1steiner. Sitzend: Anton Hofmann, unbekannt, Jakob Kastner, Martin Ender, Ludwig Schelle und Wolfgang Schwaiger. Nicht sehr frohgemut halten sich alle an den reichverzierten Bierhumpen fest - von der ersten Kriegsbegeisterung war im vierten Kriegsjahr nicht mehr viel übriggeblieben. Von den Dargestellten sind A. Hofmann und L. Schelle 1918 gefallen.

73. In Dießen ist seit jeher viel und gerne Theater gespielt worden. Aus dem 16. und 17. Jahrhundert sind geistliche Aufftihrungen überliefert; seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bestand mit Unterbrechungen eine 'Bürgertheatergesellschaft', die durch Schauerdramen und Rührstücke ('Der Meineidbauer', 'Almenrausch und Edelweiß'), durch Ritterdramen ('Das Haus der Scharfenecker') und durch ernstes Theater zur Unterhaltung der Bevölkerung beitrug. Die auf dem Foto ven 1907 festgehaltene Theatergruppe 'Feuchtes Eck' wurde bald vom 'Dramatischen Club' abgelöst, der alljährlich ein Stück beim 'Oberbräu' zum besten gab.

74. Anläßlich der 600-Jahrfeier der Erhebung Dießens zum Bannmarkt wurde im Sommer 1926 ein von Fritz Hacker eigens für diese Gelegenheit verfaßtes 'Historisches Schauspiel aus der Schwedenzeit, mit großem Chor und Örehester in fünf Akten' uraufgeführt, Die Inszenierung war ein derart großer Erfolg, daß 25 Aufführungen möglich waren. Das Bild zeigt jene Szene im dritten Akt, als der Bürgermeister von Dießen, Bruder Martin vorn Kloster und zwei Bürger mit den schwedischen Soldaten über die Höhe der Brandschatzung verhandeln. Die Schweden wurden bei dieser Unterredung mit reichlich Bier betrunken gemacht und so lange hingehalten, bis die rettenden Kroaten aus dem Kloster Polling zu Hilfe kommen konnten.

75. Ebenfalls aus Anlaß der 600-Jahrfeier der Markterhebung fand 1926 ein großer Festzug mit reich dekorierten Wägen statt. Ein Wagen trug die vom Bildhauer Christian Heinrich entworfene und vom Keramiker Max Fehr in Gips modellierte, dramatische Gruppe des Drachentöters St. Georg, des Patrons der Marktgemeinde. Diese Figur steht noch heute in einem Bretterverschlag auf der Klostermauer neben dem ehemaligen Klosterrichterhaus und zerfällt dort langsam. Wenn man die Herrenstraße herautkommt, kann man dieses Relikt des großen Festzugs erkennen.

76. Während sich auf dem 'fürstlichen' Starnberger See die bayerischen Herzöge und Könige auf prunkvollen Staatsschiffen amüsierten, war der Ammersee eine stille Domäne der Klöster. Im 18. Jahrhundert ließen sich die Dießener Prälaten auf zierlich geschnitzten Booten über den See rudern, sei es zu dem ihnen unterstellten Wallfahrtsort Grafrath oder zum nahegelegenen St. Alban. Zur 600-Jahrfeier der Markterhebung wurde 1926 nach alten Abbildungen ein 'Klosterschiff" im Stil des Rokoko nachgebaut, das auf dieser Fotografie zu sehen ist.

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